Bravo, bravo, bravo! Das polnische Verfassungsgericht hat entschieden. Die Welt
zitiert:
»Der Versuch des Europäischen Gerichtshofs, sich in das polnische
Justizwesen einzumischen, verstößt gegen […] die Regel des Vorrangs der
Verfassung und gegen die Regel, daß die Souveränität im Prozeß der
europäischen Integration bewahrt bleibt«
Vielleicht motiviert das unser Bundesverfassungsgericht und es bringt
vielleicht dann mal auch den Mut auf, ihre sehr ähnliche Entscheidung über
den Vorrang unseres Grundgesetzes und ihres Gerichts vor den EU-Gesetzen
und -Gericht mal durchzusetzen und nicht nur immer rote Linien zu
ziehen.
Nachtrag: Die Welt hat auch noch einen Kommentar verfaßt, der das Urteil in den Kontext setzt. Die Leser
beider Artikel sehen mehrheitlich (wie ich) das Urteil positiv. Sie
kritisieren auch die Konnotation in beiden Artikeln, die die Nähe der
Präsidentin des polnischen Verfassungsgerichts zur PIS-Partei und dessen
Chef ins schlechte Licht rückt, mit dem von mir auch schon erwähnten
Hinweis (an anderer Stelle), daß unser Präsident des
Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth seit 30 Jahren CDU-Mitglied ist
und vor seiner Berufung Fraktionsvorsitzender der CDU im Bundestag und
enger Vertrauter von Angela Merkel war. Manche sagen ihm nach, daß er die
Stelle als Dank bekommen habe, weil er auf Wunsch Merkels den
Migrationspakt (Global Compact for Migration) in seiner Partei gegen alle
Widerstände durchgedrückt habe. Auch der Politiker Peter Müller ist direkt
vom Ministerpräsidenten zum Richter am Verfassungsgericht gewechselt – ein
damaliges Novum mit nicht wenig Kritik daran. Beides ist mindestens(!) so
anrüchig wie die Situation in Polen!
Auch möchte ich nochmal eine Fehlinformation aus dem Ursprungsartikel,
der wohl zum größten Teil aus der Feder der DPA stammt (bei n-tv fast
wortgleich erschienen) zurechtrücken. Dort wird behauptet, daß das
Bundesverfassungsgericht den Vorrang nie grundsätzlich in Frage gestellt
habe. Das stimmt so nicht. Zwar haben die Solange-I- und Solange-II-Urteile
der EU großen Handlungsspielraum gegeben, allerdings hat das
Maastricht-Urteil des BVerfG klar festgestellt, daß sich die EU nicht
einfach beliebige Kompetenzen an sich ziehen kann, also keine
»Kompetenz-Kompetenz« besitzt. Außerdem wurde festgestellt, daß die EU
erhebliche Demokratie-Defizite besitzt und die nur dadurch tolerierbar
seien, daß die Umsetzungen durch ein echt demokratisch legitimiertes
Gremium – dem Bundestag – bestätigt werden. Ich schließe daraus, daß das
Bundesverfassungsgericht unsere Verfassung als vorrangig sieht, auch wenn
es vielleicht nicht so explizit gesagt hat. Andernfalls würde das keinen
Sinn ergeben.
Nachtrag 2: Bis jetzt habe ich noch keinen Artikel gesehen, der
sich mal etwas sachlicher mit der Position und der Argumentation des
polnischen Verfassungsgerichts auseinandersetzt – was ich mangels
juristischer Sachkenntnis hochinteressant fände –, stattdessen wird
höchstens mit ähnlichem Schaum vor dem Mund reagiert wie Flinten-Uschi und
der gesamte EU-Apparat. Kritische Presse, das war einmal. Die Leserschaft
von Spiegel und Zeit sieht das übrigens ganz anders als die
Welt-Leserschaft. Polen solle selber gehen oder die EU solle sie
herausschmeißen. Häufig wird die Abhängigkeit und die direkte Wahl der
Richter beschimpft, obwohl das bei uns genau so auch abläuft, wie ich oben
schon ausgeführt habe. Einfach unglaublich, wie blind und hirnlos
fremdgesteuert diese Leute sind. Nicht vorenthalten will ich einen Link zum
Blog von Hadmut Danisch, der den Disput wie häufig kühl und knackig kommentiert.
Auch wenn ich letztens die Bild häufiger mal positiv erwähnt habe, ist es
nicht so, daß sie besser geworden ist, sondern, daß die anderen Blätter
massiv nachgelassen haben.
Ich habe gerade in eine Bild-Diskussion hereingeschaut, in der es um die CDU-Politikerin Karin Prien geht. Diese Dame hatte
sich öffentlich mächtig darüber aufgeregt, daß Informationen aus den
vertraulichen Gesprächen zwischen CDU/CSU und den Grünen an die Bild
weitergegeben wurde. Prien forderte als Konsequenz daraus ein Verbot von
Mobiltelefonen während der Gespräche, die Beteiligen sollten sie vorher
abgeben. Ob das tatsächlich ein wirksames Mittel ist, sei dahingestellt.
Die Bild auf jeden Fall prügelt auf sie verbal ein, das seien doch
Verbotsmethoden der Grünen und so weiter. Sie sieht sich in ihrer Arbeit
behindert, und das sei ja heute quasi normal, per Mobiltelefon vertrauliche
Informationen durchsickern zu lassen. Ja, die Leser hätten sogar ein Recht
darauf, wegen Demokratie und so!
Wenn das so ist, liebe Bild, dann laßt doch mal genauso durchsickern, wer
Euch die Informationen gesteckt hat! Ach, das geht nicht?
Informantenschutz, Pressegeheimnis etwa? Hier sind vertrauliche
Informationen plötzlich heilig? Merkt Ihr es noch?
Nebenbei bemerkt, ich glaube, es war Södolf selbst. Ich habe in letzter
Zeit kaum eine so intrigante Person gesehen. Ich mag zwar Flaschet und
seine Politik nicht, aber ohne das destruktive Verhalten von Södolf vor und
nach der Wahl hätte er vielleicht eine Chance gehabt, und uns wäre die
Ampel erspart geblieben, die jetzt vermutlich kommt. Das wäre zwar dann
auch nicht viel, aber wenigstens etwas besser geworden. Wer weiß, wie
standhaft die doch durchaus flexible FDP gegen die Auswüchse des rot-grünen
Sozialismus sein wird. Mit Lindner an der Spitze habe ich da keine allzu
große Hoffnung.
Da politisch momentan tote Hose ist – Merkel ist abgetaucht und die vier
»Gewinnerparteien« schachern um Koalitionen –, mal wieder etwas Lustiges:
Jemand hat das seit
Jahresbeginn populär gewordene Seemannslied »Wellerman« auf Covid
umgeschrieben. Ich find's nett…
Zwar ist Rot-Grün-Rot verhindert, wenn auch die Linken durch die
Direktmandate trotz der Unterschreitung der 5%-Hürde im Bundestag bleiben
werden. Sonst ist aber aus konservativer Sicht nichts am Gesamtergebnis zu
bejubeln. Roland Tichy zeichnet schon mal ein sehr düsteres Bild von einer
rot-grünen Herrschaft, wobei ich den Artikel aus Zeitmangel bislang nur
überflogen habe. Noch ist die Ampelkoalition nicht sicher, aber die FDP ist
bekanntlich flexibel, wenn es darum geht mitzuregieren – möglicherweise
flexibler in Richtung SPD als die Grünen in Richtung CDU. In letztgenannter
und ihrer Schwesterpartei CSU könnten sich in den nächsten Tagen heftige
Gewitter entladen – da liegt schon so eine Stimmung in der Luft –, und wer
da am Ende politisch überlebt, wäre dann nicht wirklich vorherzusagen. Vor
der Wahl hatten ein paar Artikel schon mal phantasiert, wie soetwas
ausgehen könnte.
Mal schauen, wie es weitergeht…
Mal wieder ein schönes Beispiel dafür, daß es immer darauf ankommt, wen
und wie man fragt. Es wird ja behauptet, daß die Mehrheit der Bürger für
ein Tempolimit auf den Autobahnen sei. Das mag ja auch so stimmen. Aber
fragt man mal nur die Autofahrer, sieht das Bild plötzlich anders aus.
Hier lehnt die Mehrheit das Tempolimit ab. Die Bild greift diese Umfrage auf und zitiert auch andere ähnliche
Umfragen, darunter eine, nach der auch Vielfahrer (mehr als 50.000 km/Jahr)
ein Tempolimit ablehnen.
Bei der Gelegenheit möchte ich nochmal daran erinnern, daß das von
Baerbock & Co. gebetsmühlenartig wiederholte Argument der
Verkehrssicherheit hinreichend widerlegt ist – etliche Länder (auch
europäische) haben trotz Tempolimit auf ihren Autobahnen mehr Verkehrstote
pro gefahrene Kilometer zu beklagen. Auch das CO₂-Argument ist nicht so
wirklich schlüssig. Erstens ist die Einsparung marginal und zweitens soll
doch sowieso auf Elektroautos mit »CO₂-neutralem« Strom umgestellt werden.
Und wenn es um Stromsparen geht, dann könnte man besser die
hunderttausenden Facebook- und Twitter-Server abschalten, auf denen nur
noch links-grüne Hetze gegen Andersdenkende zu finden ist…
Bonus-Link: Apropos Stromsparen: Die anderen Parteien belächeln ja
künstlich die AfD, wenn sie vor einem Kollaps des Stromnetzes aufgrund der
Energiepolitik warnt. Die Briten sind da schon einen Schritt weiter, wie
der Focus berichtet. Ab nächstem Jahr wird der Strom für Autos rationiert.. Tolles
Verkaufsargument für Elektroautos, vor allem bei Kunden, die auf das Auto
angewiesen sind und morgens ein vollgeladenes Auto brauchen, um ihre
Strecken zu fahren!
Die Migrationsströme wachsen gerade mal wieder an. Die Bild berichtet von tausenden Migranten, die der verärgerte
Lukaschenko in die EU schleust und die es nach Deutschland geschafft haben.
Die Junge Freiheit schreibt, daß die Griechen im Moment großzügig
Migranten Asylstatus geben, wohlwissend, daß die meisten weiter nach
Deutschland wollen und Deutschland sie aufgrund von fragwürdigen
Gerichtsurteilen nicht nach Griechenland zurückschicken wird.
Da fällt schon auf, daß die Migrationsfrage von den Altparteien und den
Main-Stream-Medien jenseits der Bild vorsätzlich ignoriert wird. Denn egal,
wer am Ende die Regierung bilden wird, es muß mit allen Mitteln verhindert
werden, daß den Wählern bewußt wird, daß das Migrationsproblem eben nicht
gelöst ist und zweitens sich die Altparteien im wesentlichen sich darüber
einig sind, unbegrenzt Migranten ins Land zu lassen – koste es, was es
wolle. Und zwar nicht nur sprichwörtlich, sondern ganz real den
Steuerzahlern! Daß Schlimmste wäre, wenn die AfD mehr Stimmen und mehr
Einfluß bekommen würde – und gar dadurch Koalitionsmöglichkeiten
kaputtmachen könnte.
Da hat die AfD
einen herrlichen Wahl-Werbespot gemacht. Ein Realitätsabgleich zwischen
den Aussagen von CDU/CSU und FDP, mit ihnen könne man einen »Linksruck«
verhindern, und anderen Aussagen der Parteien, die belegen, wie weit diese
Parteien selber bereits nach links gerückt sind. Ein Weckruf an alle
konservativen Wähler, daß diese drei Parteien bestimmt nicht ihre
Interessen vertreten…
Kurze Aktualisierung – wie ich vorhergesagt habe: Am Ende landen alle »geretteten« Afghanen im Sozialparadies
Deutschland. Selbst, wenn sie woanders hingebracht wurden und dort
schon Asylantrag gestellt haben, machen sie sich auf den Weg hier her,
teilweise mit Hilfe der hier in Deutschland schon lebenden Afghanen.
Theoretisch müßten sie wieder zurückgebracht werden, aber wir wissen ja,
daß das nicht mehr passiert in diesem sich zu einem Unrechtsstaat
entwickelnden Land. Und dann klingt mir noch in den Ohren von allen
Parteien außer der AfD, daß wir noch viel mehr holen sollten, gar
»bräuchten«. Wofür? An die FDP gerichtet, die ja gerne jährlich 400.000
Migranten als »Fachkräfte« hier her holen will, die Bitte, erstmal doch die
Millionen hier schon angekommenen Leute entsprechend zu nutzen. Ich möchte
nochmal daran erinnern, daß die diversen Vertreter der Politikelite
ja damals die seit 2015 eingetroffenen Migranten als wertvoller als Gold
angepriesen hatten und ähnlich hochgelobt hatten. Wie sagt der alte
Latriner: hic Rhodos, hic salta!
Meine Güte, was für Nullen. Halten sich für »intellektuell« und zeigen
gleichzeitig die Naivität von Kleinkindern. Es geht weiterhin um die
Islamistin, die der WDR als Moderatorin für Quarks & Co.
engagieren wollte bzw. eventuell noch will. 385 sogenannte
»Kulturschaffende« und andere, die meinen, sich gutmenschlich betätigen zu
müssen, solidarisieren sich mit der Islamistin in einem Offenen Brief. Die meinen tatsächlich, daß ihre
bekanntgewordene Teilnahme an einer israel- und judenfeindlichen
Al-Kuds-Demonstration in Berlin ein Einzelfall sei und diese mit ihrer
vorgeblichen Distanzierung aus der Welt geschafft sei.
Schon der in meinem letzten Artikel verlinkte Beitrag von Tichys Einblick
zeigt ihre tiefgehende Interaktion mit islamistischen Gruppierungen, jetzt
hat die Bild Hinweise gesammelt, daß diese Frau sich bis vor wenigen Wochen antiisraelische Beiträge in
Social Media positiv bewertet hatte und daß sie wohl gerade versuche, ihre
Spuren zu verwischen. Ich denke, man kann davon ausgehen, daß das nicht
eine versehentliche Entgleisung, eine Jugendsünde ist, sondern tiefe
Überzeugung. So eine Person darf und kann sich selbst der als Rotfunk
verschrieene WDR nicht leisten. Aber für die »Kulturschaffenden« ist sie
natürlich ein Opfer. Was sonst!
Welt-Leser weisen übrigens darauf hin, daß der Begriff des
»Kulturschaffenden« kein Begriff sei, der im Nachkriegs-Westdeutschland
benutzt wurde, sondern aus dem Sprachgebrauch von Nazi- und SED-Deutschland
stammt. War mir auch nicht bekannt, aber mir war auch schon mal
aufgefallen, daß dieser Begriff irgendwie nicht zu meinem Wortschatz
gehört. Von den Unterzeichnern sind mir übrigens nur ganz wenige bekannt,
und die sind aus dem linken Spektrum, wie auch zu erwarten war. Die Linken
sind ja bekanntlich latent antisemitisch.
Ich frage mich gerade, was das zu bedeuten hat, wenn die EZB verbal
Medien angreift, die sich um die hohe Inflation sorgen, und dazu – zumindest laut Autor – zu sehr fragwürdigen Argumenten greift? Geht
denen bei der EZB gerade – wie man so schön sagt – »der Arsch auf
Grundeis«? Ich lese mittlerweile immer häufiger, daß wir bei der
Euro-Geldpolitik schon längst den »Point of no return« überschritten
hätten, und es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sei, daß der Euro so
richtig knallt und alle Euro-Staaten (und den Rest der EU-Staaten natürlich
mit) in die Katastrophe reißt. Vielleicht sind wir näher dran, als es uns
Normalbürgern bewußt ist…