13. Juli 2026
Juli 202613

Altersverifikation: bestelltes Ergebnis

Chatkontrolle reicht ja nicht.

Ursula von der Leyen hat ein Gutachten erstellen lassen, das die Frage zum Thema hat, ob Kinder und Jugendliche vor Social Media geschützt werden müssen und bis zu welchem Alter.

Das wurde heute vorgestellt. Und oh Wunder, das Gutachten kommt genau zu dem Ergebnis, das sich von der Leyen gewünscht hat und was von Kritikern als weiterer Baustein zur Totalüberwachung und Zugangskontrolle des Internets betrachtet wird. Bis 13 Jahre soll der Zugang verboten werden. Laut netzpolitik.org (Vorsicht: Gendergaga) sagte sie auf Englisch sinngemäß: »Das sind genau die Belege, auf die wir gewartet haben.« Also geliefert wie bestellt!

Es lohnt sich auch mal ein Blick in das Papier, ob Zusammenfassung oder das gesamte »Gutachten« (bei netzpolitik.org verlinkt). Nicht, um es zu lesen, sondern um zu sehen, mit welchem Aufwand das gestaltet wurde. Das hat nicht den Flair eines wissenschaftlichen Gutachtens, das sich mit Pro und Contra auseinandersetzt, sondern den einer Hochglanz-Propaganda-Broschüre! Der Netzpolitik-Autor schreibt auch, daß die Notwendigkeit einer Zugangskontrolle für Kinder und Jugendliche keineswegs die allgemeine Meinung unter den Wissenschaftlern darstelle.

Ach, und bei Social Media bleibt von der Leyen auch gar nicht erst stehen. Sie spricht jetzt schon von »Social Media Plus«, und will das schon beim Start ausgedehnt sehen auf App-Marktplätze, Videospiele, Videoplattformen, KI-Systeme und Chatbots.

Um es nochmal klarzumachen: Vorgebliches Ziel ist der Schutz der Kinder, tatsächliches Ziel sind die Erwachsenen, die all diese Dienste nicht mehr ohne Alterskontrolle, wahrscheinlich realisiert mit einer staatlichen(!!!) Applikation, nicht mehr nutzen können, obwohl das völlig legal ist.

Berichte:

(wird bei Bedarf ergänzt)

11. Juli 2026
11
11. Juli 2026
11. Juli 2026
11. Juli 2026
10. Juli 2026
10
9. Juli 2026
09
9. Juli 2026

Chatkontrolle – wie erwartet – beschlossen

Der hinterlistige Plan der konservativen Fraktion unter kräftiger Mitwirkung der CDU/CSU ging auf. Das EU-Parlament hat die Wiedereinsetzung der »freiwilligen« Chatkontrolle beschlossen. Sie ist bis 2028 beschränkt. Laut JF gab es einen erfolgreichen Änderungsantrag, wonach Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgenommen sei.

Wäre ja lustig, wenn sich Meta (als Mutter von Whatsapp) dazu entschließen würde, auf die Freiwilligkeit zu pochen und es nicht zu tun. Wird aber nicht passieren.

Nachtrag: Blogger Danisch meint mit Verweis auf einen schönen Tweet von Martin Sonneborn, die Internet-Giganten selber hätten da bei der Chatkontrolle nachgeholfen – für ihr KI-Business. Da kann ich ja lange auf Meta hoffen.

9. Juli 2026
8. Juli 2026
08

Update Chatkontrolle

Nachdem jetzt etliche Artikel erschienen sind, bringe ich diese doch noch nach oben, damit sie nicht aus dem Fokus kommen.