Dank eines überraschenden Tiefausläufers, der zwar erst Regen, dann aber
wärmere Temperaturen und ein bißchen Sonnenschein bescherte, habe ich mich
auf meinen Drahtesel geschwungen und habe für drei Stunden die Ruhe, die
rauhe Luft und die herbstlichen Farben der Natur genossen.
Während der Fahrt kreisten für einen Moment meine Gedanken um den
Blog-Eintrag von heute morgen, speziell um Thüringen. Dabei kam mir die
Erinnerung an die Affäre um den FDP-Abgeordneten Thomas Kemmerich, der sich
mit Hilfe der CDU und der AfD sich zum Ministerpräsidenten hat wählen
lassen. Es entstand ein Aufruhr der politischen Gegner, selbst in der
eigenen FDP. Merkel hatte aus dem fernen Südafrika gefordert, die Wahl
rückgängig zu machen, was dann faktisch durch den Rücktritt von Kemmerich
auch erfolgte.
Nun will sich in den kommenden Wochen nach erfolgter Koalitionsbildung
Mario Voigt von der CDU zur Wahl zum Ministerpräsidenten stellen. Nur hat
die Koalition keine eigene Mehrheit, erst im dritten Wahlgang reicht eine
relative Mehrheit. Das ist auch das Kalkül der neuen Koalition.
Was passiert aber, wenn die AfD im ersten oder zweiten Wahlgang ihre
Stimme für Voigt abgibt? Sie könnte auf die zweite Runde warten, um
festzustellen, wie die Linke bei dieser Abstimmung tickt.
Wenn durch das Wahlergebnis und möglicher Aussagen linker Abgeordneter
(es ist eine geheime Wahl) nun hervorgeht, daß Voigt mit Hilfe der AfD
gewählt wurde, was macht er und seine CDU dann? Tritt er zurück? Oder ist
es dann plötzlich egal? Das ist das Problem beim politischen Taktieren: das
kann später einem wieder auf die Füße fallen, wenn eine Situation
wiederkehrt, nur in vertauschter Konstellation.
Statt Einzelartikel heute mal eine zusammengefaßte Betrachtung mehrerer
Aspekte:
Ich hatte schon die Befürchtung, daß meine Vorhersage zur SPD – Stichwort
»Biden-Moment« – nicht eintreten würde. Plötzlich stand Olaf Scholz zur
Diskussion. SPD-Prominenz forderten, daß Boris Pistorius die Rolle der
Kamala Harris übernehmen sollte. Beim Volk »beliebt«, wobei man das hier
als relativen Begriff wahrnehmen muß, ist jedoch unklar, ob er überhaupt
die Befähigung zum Kanzler hat. Seine Erfolge als Verteidigungsminister
sind bei näherer Betrachtung auch tatsächlich geringer als man annehmen
könnte. Nun, der parteiinterne Machtkampf ist inzwischen geschlagen,
Pistorius zieht seine Bestrebungen mit privaten Argumenten zurück. Diese
gelten aber als vorgeschoben, zur Wahrung des Gesichtes. Ob er gezwungen
wurde oder ob bei ihm die Erkenntnis gereift ist, daß die SPD nach ihrer
desaströsen Politik auch mit ihm keine Chance haben wird, den Kanzler zu
stellen, und er sich so für diese politische Position für den Rest seiner
Karriere verbrennt, mag dahingestellt sein. Nun zeigen sich schon die
Effekte der Entscheidung – die SPD ist wohl bei der Sonntagsfrage um zwei
Prozentpunkte gefallen. Meine Theorie kann noch Realität werden.
Der Streit um die Meinungsfreiheit schwelt derweil weiter. Immer neue
Fälle treten auf. Eine Statistik, die die Häufigkeit von Strafanzeigen der einzelnen
Regierungsmitglieder zeigt, ist offenbar falsch, denn Nancy Faeser hat zum
Beispiel den Video-Blogger Tim Kellner alias Lovepriest persönlich
angezeigt. Nebenbei kommt auch heraus, daß Friedrich Merz auch mindestens
eine Anzeige nach dem Majestätsbeleidiungsparagraphen §188 zu verantworten
hat, die zu einer Hausdurchsuchung führte. Selbst die AfD hat wohl einmal
diesen Paragraphen in Anspruch genommen, nicht gegenüber einer
Privatperson, sondern gegen einen Bürgerrat der Freien Wähler, der einen
AfD-Kollegen mit üblen Beschimpfungen bedacht hatte. Eine andere Geschichte
ist, daß der Ehemann der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch Post vom Verfassungsschutz bekommen hat, weil er vor vier Jahren
zwei .de-Domainnamen reserviert hatte, die eine Gegenposition zur
Abtreibung vermuten lassen (»Entscheidung fürs Leben« in zwei verschiedenen
Schreibweisen). Wohlgemerkt: Hinter diesen beiden Domains befinden sich
keine Inhalte, nicht einmal eine Park-Seite. Man bekommt eine
Fehlermeldung des Browsers, daß der Server nicht erreichbar sei. Der Name
allein reicht also schon, in Verdacht zu kommen, man sei ein
Staatsfeind!
Die ganze Thematik beschäftigt auch diese Woche wieder den
Spieltheoretiker Professor Rieck,
der die Strategie von
Habeck und seiner Partei zur Einschüchterung der Bevölkerung
diskutiert. Obwohl er ja immer versucht, politisch neutral zu sein und
zu abstrahieren, gelingt es ihm diesmal nicht wirklich. Er bezeichnet die
Grünen und Habeck als die größte Bedrohung der deutschen Demokratie seit
Gründung der Republik. Er läßt kaum Zweifel, daß er nicht viel von den
Grünen hält, aber er attestiert ihnen, daß sie unter den Parteien mit
Abstand am strategischsten vorgehen würden und dort fähige Leute hätten
(aber wohl nur in der Thematik…).
Kommen wir noch zur CDU. Ich hatte ja geschrieben, daß die CDU nicht nur
durch Aussetzung der Bundestagssitzungen die Demokratie außer Kraft setzt,
sondern auch in einem Ausschuß dafür gesorgt habe, daß alle Anträge von der
AfD von der Tagesordnung genommen wurden. Tatsächlich betrifft das wohl
alle Ausschüsse und nicht nur einen einzelnen, und alle anderen Fraktionen
und Gruppen, inklusive FDP, Linke und BSW haben dem zugestimmt! Alles wahre
Demokraten! Ohne die Initiative der CDU wäre das aber meines Erachtens
nicht passiert. Die CDU unter Merz rückt jetzt auch weiter nach links. In
Thüringen steht jetzt eine Koalition mit der aus den Linken entstandenen
BSW. So unterscheidet sich also die CDU-Brandmauer nach links von der nach
rechts. Ich hoffe, die Republik schaut da genau hin und merkt auf. Ich
meine, es schon mal geschrieben zu haben und andere sagen das auch, aber
man kann es auf der anderen Seite nicht oft genug wiederholen: Friedrich
Merz blendet das Volk. Sein konservatives Wahlprogramm wird der mit der
Brandmauer gegen die AfD nicht einmal ansatzweise durchbekommen – weder mit
der SPD, noch mit den Grünen. Und so blöd ist der Merz nicht, daß er das
nicht wüßte. Außerdem – so erklärt die AfD richtigerweise – könnte die CDU
mit der AfD viele wichtige Entscheidungen schon vor der Wahl durchsetzen.
Merz und seine Truppe wollen es aber nicht. Es geht einzig und
allein um die Macht, darum, an die Pfründe heranzukommen. Friedrich Merz
ist in Wahrheit keine Deut besser als seine Vorgängerin Angela Merkel.
Vom Regen in die Traufe. Ich kann nur dringend abraten, die CDU zu
wählen. Es wird eine Enttäuschung werden.
Es ist alles viel schlimmer, als es schien. Das Portal
Nius hatte seine Leser aufgefordert,
ihnen Ihre Anzeigen zu schicken. Nius streut jetzt die einzelnen Fälle in
ihren Nachrichtenkanal hinein, und es ist erschreckend, wie hier staatlich
Kritik verfolgt wird. Wie schnell die Volksverhetzungskeule herausgeholt
wird, macht einfach nur noch sprachlos, wie zum Beispiel dieser Fall einer 74jährigen Frau. Ich hatte den
übersehen, der Blogger
Danisch hatte ihn entdeckt. Ebenfalls von Danisch entdeckt ist
dieser Rant einer älteren Dame in das Gesicht eines islamischen
Migranten, den man aber im Video nicht sieht.
Ich finde das übrigens gut, was Nius hier macht, nicht nur, weil das
Habeck, Scholz und ihre Parteien schadet, sondern weil es schlicht um
unsere Freiheit geht. Ich zumindest will nicht an irgendeinem Morgen in
einem totalitären Staat à la 1984 aufwachen. Eigentlich müßten das alle
Nachrichtenportale, Journale und Zeitungen machen. Denn der normale Bürger
ist nur der Anfang, Journalisten kommen auch noch dran. Den Journalisten
hinter der Kunstfigur »Don Alfonso« von der Welt hatte es schon getroffen,
vom Chefredakteur des konservativen Deutschlandkurier habe ich ja heute
schon berichtet. Und die Aktion von Nancy Faeser bezüglich des
Compact-Magazins sollten wir auch nicht vergessen.
Zudem bin ich auch der Meinung, daß man langsam mal Staatsanwälte und
Richter ins Visier nehmen sollte, mal ein bißchen journalistisch über die
nachforschen und berichten. Die scheinen, wenn man das alles so liest,
tatsächlich in einem rechtsfreien Raum, den sie sich selber geschaffen
haben, fernab des Tageslichtes zu agieren.
Der bekannte Medien-Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel
deutete es gestern in
einem Interview schon an, jetzt berichtet die Junge Freiheit: Innenministerin Faeser
eskaliert den Kampf um die Meinungsfreiheit. Dank ihrer Anzeige und
Mitwirkung der Gerichtsbarkeit in Bamberg, die auch die Hausdurchsuchung in
der Habeck-»Schwachkopf«-Affäre zu verantworten hat, droht einem
konservativen Chefredakteur massive Strafen wegen satirischer
Photomontagen.
Mit im Spiel ist auch wieder der ominöse Strafrechtsparagraph §188, der
gerne als »Majestätsbeleidigungsparagraph« tituliert wird. Dieser Paragraph
gehört dringendst abgeschafft, die AfD sollte das in den Wahlkampf mit
aufnehmen.
Siehe auch Nius.
«Pilotprojekt erfolgreich« – in Köln darf der Muezzin weiterhin
seine Indoktrination und seinen Haß gegen Andersgläubige herumkrakelen.
War nicht wirklich anders zu erwarten, die bekannte Salamitaktik.
Islamisierung schreitet voran.
Nachtrag: Siehe auch Apollo News.
Noch drei Links zur Affäre:
Und ein Bonus-Link:
Tim Kellner mit
Ausschnitten zum Bundesparteitag der Grünen zum Fremdschämen. So zum
Beispiel Annalena Baerbock, wie sie ernsthaft auf der Bühne für eine
Dönerpreisbremse argumentiert – als gäbe es keine wichtigeren Probleme.