6. Januar 2014
Januar 201406

Wichtig: Kurzvideo zum Transatlantischen Handelsabkommen (TTIP)

Es gibt ein neues animiertes Aufklärungsvideo zum geplanten Transatlantischen Handelsabkommen zwischen USA und EU (TTIP). Bitte unbedingt anschauen und weiterverbreiten. Und wer bei Campact noch nicht mit unterzeichnet hat, kann es hier tun. Mehr als 290.000 besorgte Menschen haben es schon gemacht! Dort gibt es auch detailliertere Information dazu.

6. Januar 2014

Dies & Das

5. Januar 2014
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Vorratsdatenspeicherung auf Eis

Die gute Nachricht:

Die Vorratsdatenspeicherung ist weiterhin auf Eis (und hier auf netzpolitik.org).

Die schlechte Nachricht:

Auch wenn Maas’ Äußerungen etwas nach einem Sinneswandel klingen, glaube ich das nicht. Entgegen ihres propagierten Antlitzes ist die SPD traditionell bürgerrechtsfeindlich und fällt dem Bürger nicht selten in den Rücken (Stichwort »Verräterpartei«). Es ist wohl eher einem Rest an Verstand geschuldet, daß man jetzt eine Neuregelung nicht über’s Knie brechen muß, wenn Änderungen sicher sind.

Aber selbst das geht den verstandlosen Wadenbeißern der CDU und CSU (z.B. Uhl, Bosbach, Krings) natürlich schon mal gar nicht in den Kopf, denn sie wollen Fakten schaffen für ihre ebenso dumbe Klientel, und sie bellen schon wieder herum.

Da die Wahrscheinlichkeit, daß der EuGH die VDS in Gänze ablehnt, ähnlich groß ist wie die, daß die NSA mit ihrer globalen Schnüffelei aufhört, wird es daher eh nur ein kleiner Aufschub sein.

Update: mehr Reaktionen auf heise.de.

5. Januar 2014

Pofalla und kein Ende

Die Medien überschlagen sich. Pofalla soll 2010 maßgeblich an der Besetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden der DB AG beteiligt gewesen sein. Erwartet er jetzt ein Dankeschön von diesem? Zudem macht er den Wulff: Was er für andere fordert, gilt natürlich nicht für ihn selbst. 2005 hat Pofalla Schröder scharf wegen seines Wechsels zu Gazprom kritisiert.

Und Mandatsaufgabe, wozu? Da gibt es doch keine Interessenkonflikte, oder? Einem Fernsehbericht zufolge sollen die Wähler und die CDU-Lokalpolitiker in seinem Wahlkreis Kleve stinksauer sein. Gönne ich denen aber irgendwie. Wer es nach der Bosbach-Beleidigung und seinem NSA-Erklärungsdebakel nicht kapiert hat, wie charakter- und kompetenzlos der Mensch ist, und weiterhin Wegbereiter für ihn spielt, hat es nicht besser verdient.

Wenigstens gibt es kleine Hoffnung: Die Stimmung im Aufsichtsrat, der ja ihn bestellen muß, ist wohl auch nicht so gut. Andererseits wird, so schätze ich mal, Merkel den Aufsichtsratsmitgliedern mit Konsequenzen drohen, damit sie es sich noch in ihrem Sinne überlegen. Wobei Pofalla mittlerweile politisch so verbrannt ist, daß es eigentlich relativ egal ist, wie das alles endet.

4. Januar 2014
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Dies & Das

1 ich weiß, vielen Griechen geht es momentan saudreckig. Aber es ist nicht nur das Handeln der oberen Zehntausend, das zu dem Status Quo geführt hat. Korruption, Steuerhinterziehung und Erschleichung von unrechtmäßigen Staatsleistungen waren und sind offenbar ein Volkssport quer durch alle Schichten.

4. Januar 2014

Neue Gottesstaaten dank USA

Der Spiegel berichtet über den immer größer werdenden Einfluß der Al-Qaida in Syrien und Irak. Das ist also das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen der USA in der Region. Unter Saddam Hussein und Baschar al-Assad hat es bestimmt viel Tyrannei, Folter und Morde gegeben. Was jetzt aber nach der »Befreiung« Iraks und der Unterstützung der Aufständischen in Syrien entstanden ist, scheint jedoch um Größenordnungen schlimmer zu sein. Man kann nur hoffen, daß wenigstens Ägypten, Tunesien und Libyen noch die Kurve kriegen. Afghanistan habe ich aber schon aufgegeben.

4. Januar 2014

Über die Abschaffung des Bargelds

In der FAZ gibt es einen Artikel über die langsame Abschaffung von Bargeld in Schweden, aber auch in Dänemark. Vielerorts kann man dort nicht mehr mit Bargeld bezahlen, etliche Bankfilialen geben auch kein Bargeld mehr heraus.

Leider arbeitet der Artikel die negativen Effekte zuwenig heraus. Die Abschaffung des Bargelds wird zwar wohl nicht vom Staat gefördert, aber ist sicherlich auch nicht unerwünscht: Gerade die Schweden haben bisweilen eine spezifische Sicht auf das gesellschaftliche Zusammenleben, und die Privatsphäre gehört wohl eher nicht dazu. Anonym bezahlen zu können, ist ein wichtiger Bestandteil der Privatsphäre, auch wenn es in der Regel im öffentlichen Raum passiert. Beim elektronischen Bezahlen wird gespeichert, wann, bei welchem Unternehmen und an welchem Ort man kauft, und es werden natürlich die Waren und Dienstleistungen mit dem Käufer assoziiert. Bei der fleißigen Zusammenarbeit der Schweden mit der NSA dürfte klar sein, daß die Buchungsdaten lange gespeichert (Stichwort »Vorratsdatenspeicherung«) und ausgiebig genutzt werden. Die Firmen freuen sich natürlich auch, soetwas wie »Payback«-Karten braucht man dann nicht mehr, um Kundenprofile erstellen zu können.

Neben der Privatsphäre steht auch ein Stück Eigentum und Freiheit auf dem Spiel. Mit ein paar Mausklicks kann jemand mit einem Schlag seines Barvermögens enteignet und vor allem handlungsunfähig gemacht werden. Er kann sich keine kleine finanzielle Sicherheit im Safe oder unter dem Kopfkissen anlegen – außer mit ausländischen Devisen oder Edelmetallen, mit denen er jedoch relativ wenig anfangen kann. Verwandte und Freunde können ihm nicht einmal Geld leihen, sie könnten ihm das ja höchstens überweisen! Das weckt auch Begehrlichkeiten, z.B. sich bei einer hohen Staatsverschuldung an den Privatvermögen zu bedienen. Um Bank-Runs braucht sich der Staat keine Sorgen mehr zu machen.

Schlußendlich habe ich auch noch meine Zweifel, daß durch die Abschaffung die Kriminalität zurückgeht. Vielleicht temporär, aber die Kriminellen werden sich neue Wege suchen: Im Bösen, seien es Krieg oder Verbrechen, sind die Menschen leider am kreativsten.

Also man muß schon grenzenloses Vertrauen in Staat und Banken haben und ein großes Stück Naivität, um das gut zu finden.

3. Januar 2014
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Dies & Das

2. Januar 2014
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Forderung: Freiheit für Snowden

Die New York Times und der Guardian rufen die USA dazu auf, Edward Snowden eine Amnestie zu gewähren. Es sind ja nicht die ersten, die das fordern, und werden auch nicht die letzten bleiben. Aber meines Erachtens wird daraus nichts, und zwar aus höchst gewichtigen Gründen, z.B. Gesichtswahrung oder dem üblichen Intrigenspiel in dem Zweiparteienstaat.

Allerdings fällt es mir momentan schwer abzuschätzen, ob sich in Deutschland oder in den USA ein größerer Druck aus der Zivilgesellschaft auf die Politik aufbaut. Ich habe manchmal den Eindruck, daß den US-Bürgern langsam breitflächig, zumindest bei den gebildeteren Schichten, auffällt, wie die schönen Ideale ihrer Verfassung zu leeren Hüllen verkommen sind. Bei uns ist die Erkenntnis vermutlich deutlich weiter, der Effekt wird aber wieder durch die deutsche Apathie und Lethargie (»ach, da können wir doch eh nichts ausrichten«) kompensiert – Teflon-Merkel macht sich das ja gerade zunutze.

Nachtrag: ein Artikel in der Zeit zu dem Aufruf.

2. Januar 2014

Pofalla soll Bahnvorstand werden

Laut diverser Meldungen, z.B. im Spiegel, soll Ronald Pofalla Mitglied im Vorstand der DB AG werden, und das für grob geschätzte 1.500.000 Euro/Jahr…

In diversen Foren ruft die Vorstellung doch Häme hervor, z.B. daß er wohl als erste Amtshandlung die Verspätungen und Zugausfälle der Bahn für beendet erklären werde. Oder, daß er nur deshalb bei der Bahn auf’s Abstellgleis geschoben werde, weil selbst bei der EU ihn niemand haben wolle. Ein anderer meint ironisch – wohl in Hinblick auf seine fachspezifischen und auch sonstigen Fähigkeiten: »Keine Angst, der tut nichts«. Nun, wenn man nach den Fähigkeiten geht, dann wäre doch ein Job bei McDonald’s richtig – den passenden Vornamen hat er ja schon!

Die offizielle Aufgabe als Lobbyist hat natürlich ein ziemliches Geschmäckle, Transparency International regt sich zu recht darüber auf. Es werden auch sofort Erinnerungen zu dem Skandal um Eckart von Klaeden wach. Aber ich sehe das nicht als CDU-spezifisch, ich denke da nur an Gazprom-Schröder. Die Parteien haben es seit 10 Jahren (!) nicht geschafft, die UN-Konvention gegen Korruption umzusetzen und zu ratifizieren, und damit befindet sich unsere Interessendemokratie in Gesellschaft mit Syrien, Sudan und Nordkorea.