12. Februar 2014
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Dies & Das

11. Februar 2014
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Genmais: Gelebte Demokratie nach Lesart der Staatsratsvorsitzenden Dr. Angela Merkel

Für mich ist Merkel die größte Antidemokratin in Deutschland (allerdings dicht gefolgt von Schäuble). Das hat sie heute mal wieder an der von ihr durchgedrückten Enthaltung im EU-Ministerrat bei der Entscheidung für oder wider Gen-Mais 1507 von Dupont-Pioneer gezeigt. Laut diverser Berichte ist sie persönlich die treibende Kraft für ein »Ja« der CDU in der sogenannten »grünen Gentechnik«, was die Enthaltung zur Folge hatte. Aber hat sie ein Mandat vom Wähler dafür?

Wie man auch rechnet, es kommt ein klares NEIN zum Vorschein. Die von Greenpeace in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage ergab eine Mehrheit von 88% für die Genmais-Gegner. Wenn man also von 12% Befürwortern und Enthaltern ausgeht und annimmt, all diese hätten die CDU/CSU gewählt, dann ergibt sich bei einem Stimmenanteil von 41,5% bei der Bundestagswahl immer noch eine überwältigende Mehrheit bei den CDU/CSU-Wählern von mindestens 71% gegen den Genmais. Wenn man die CSU, die sich ja auch eher zu den Gegnern positioniert hat, wegnimmt, dann sind bei 34,1% Stimmanteil immerhin noch mindestens 65% der CDU-Wähler Genmais-Gegner. Im allerbesten Fall könnte sich als Merkel auf 35% ihrer Wähler berufen, tatsächlich dürfte der Wert deutlich kleiner sein.

Nun könnte jemand auf die kürzliche Entscheidung des Bundestags hinweisen, den Antrag der Grünen gegen den Genmais abzulehnen, aber das wäre mehr als lächerlich. Weiß doch heute ein jedes Kind, daß soetwas das primitive Schauspiel eines Marionetten-Theaters ist.

Sie hat also kein Mandat, nicht einmal innerhalb ihrer Wählerschaft. Und den Koalitionsvertrag bricht sie auch wissentlich, wie in einem früheren Posting schon thematisiert. Was ist ihr also so wichtig, daß sie das durchzieht?

Vielleicht glaubt sie an ihre zivilisatorische Weitsicht, aber dann wäre sie reif für die Klapse, denn das Gegenteil hat sie ja schon mal grandios bewiesen: Leider von der regierungsverbandelten Presse nie wirklich thematisiert worden, hat sie in früheren Zeiten als Umweltministerin unter Kohl zu verantworten, daß im Bergwerk Asse Fässer mit radiokativem Material in senkrecht gebohrte Schächte hinabgeworfen wurden, die dann verfüllt wurden. Klingelts? Ja, das ist genau die Asse, aus der jetzt mit Milliarden Euro Kosten das radioaktive Material geborgen werden muß, weil Wasser eindringt. Und gerade die von Merkel genemigte Aktion trägt zu den Schwierigkeiten und somit zu der Kostenexplosion bei. Generell war ihre Atompolitik von Uneinsichtigkeit geprägt und einzig politisches Kalkül hat zu ihrer 180°-Drehung nach der Fukushima-Katastrophe geführt.

Ich glaube stattdessen ernsthaft, daß Merkel einerseits, aufgewachsen in einer sozialismus-begeisterten Familie in einem pseudo-demokratischen Staat, ein wirklich schräges (und dem Grundgesetz widersprechendes) Verständnis der Demokratie innehat, und daß sie andererseits eine Menge falsche »Freunde« besitzt aus der Wirtschaft, aus den Regierungen benachbarter Staaten, dem EU-Politik-Zirkus sowie aus ihrem eigenen Stab, von denen sie gnadenlos manipuliert wird. Man denke als Beispiel nur mal an Josef Ackermann, der sie in der Finanzkrise dazu gebracht hatte, alle großen Banken als »systemrelevant« zu betrachten, worüber er sich später halböffentlich amüsierte).

Eine dritte Komponente befindet sich im Bereich der Verschwörungstheorien, nämlich, daß Merkel unter einer Reihe von Zwängen aus Geheimverträgen mit den ehemaligen Alliierten stehen könnte, und daß sie auch von den Amerikanern erpreßt werden könnte mit Geschichten aus ihrer DDR-Zeit, die die Amerikaner in den Stasi-Archiven entdeckt haben und die ein jähes Ende ihrer Karriere bedeuten würden. Letzteres ist bislang für mich die einzige glaubwürdige Theorie, weshalb sie den Amerikanern – bar jeglicher Vernunft – so aus der Hand frißt, sei es nun ihre Befürwortung der Gentechnik oder des Transatlantischen Handelsabkommens oder ihre Handlungsstarre in dem NSA-Skandal.

Hier noch ein paar Links zu der heutigen Enthaltung:

Zum Abschluß: Um noch eins klarzustellen: Ich bin nicht grundsätzlich gegen Gentechnik, aber folgende Sachen sind für mich der absolute »No-Go«:

9. Februar 2014
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7. Februar 2014
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Frei nach Sarazin: Das Bundesverfassungsgericht schafft sich ab

Für die noch ausstehende Entscheidung im Prozeß um den ESM (der ja als solcher durchgewunken wurde), bei der es um die Kompetenzen der Europäischen Zentralbank (EZB) geht, hat das Bundesverfassungsgericht einen Verkündungstermin veröffentlicht (hier Meldung der FAZ). Der eigentliche Hammer ist jedoch, daß das Gericht den Europäischen Gerichtshof anrufen will. Damit zieht das Bundesverfassungsgericht endgültig den Schwanz ein und definiert sich weg. Ich habe noch so große Sprüche im Ohr, daß sich das Gericht als letzte Instanz sieht und als letzte Bastion des Grundgesetzes. Pustekuchen, das war jetzt einmal.

Die Kommentare dazu in der FAZ, »Die Angst der Verfassungsrichter«, und in der Zeit, »Karlsruhe drückt sich« sind entsprechend, natürlich auch von den Klägern, »Das Verfassungsgericht hat de facto abgedankt«.

Besonders kritisiert wird, daß zwar das Bundesverfassungsgericht eine negative Bewertung getroffen hat, diese aber durch die Weitergabe des Verfahrens an den EuGH praktisch bedeutungs- und wirkungslos ist, da alle davon ausgehen, daß der EuGH das wie üblich völlig anders sehen wird: der EuGH wird ja als gnadenlose Triebfeder der sog. »europäischen Integration« betrachtet, frei nach dem Motto »EU geht vor«.

Ähnlich schlimm sind die Mindermeinungen zweier Richter: die Klage hätte abgewiesen werden müssen, da das Gericht im Erfolgsfall der Regierung bzw. dem Bundestag »positive Handlungspflichten« aufzuerlegen hätte. Das geht in unserer sogenannten »Demokratie« natürlich gar nicht. Der gemeine Bürger müsse sich mit dem zufrieden geben, was Bundestag und -regierung für richtig halten.

7. Februar 2014

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6. Februar 2014
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5. Februar 2014
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Die Politik zeigt mal wieder ihre wahre Fratze

Man hat’s geahnt, es wäre ja auch mal eine Überraschung gewesen. Natürlich hat die Bundesregierung auf taub gestellt und jeglichen Protest, zum Beispiel die 175.000 Unterschriften, die Campact in zwei Tagen gesammelt hat, ignoriert, und entschieden, sich bei der EU-Gen-Mais-Abstimmung zu enthalten, was faktisch einer Zustimmung entspricht. (Meldungen z.B. bei Campact, BUND, Zeit, Spiegel).

Sie haben nicht nur die 80% der Bürger ignoriert, sie haben auch ihren eigenen Koalitionsvertrag verraten, in dem sie versprachen, eben genau diese 80% nicht zu ignorieren.

Antidemokraten bei CDU/CSU

Dabei ist keine Partei besser als die andere. Bei der CDU/CSU herrscht, so wie ich das mal gelesen habe, mehrheitlich die Ansicht, daß mit der Wahl die Souveränität vom Bürger auf den Abgeordneten übergeht (es gibt wohl eine umstrittene Staatsrechtstheorie dazu). Deshalb haben die auch keine Probleme damit, etwas anderes zu machen, als sie vorher versprochen haben; sie fühlen sich nicht rechenschaftspflichtig. So kann man sich auch ziemlich unbeschwert nach den Lobbyisten oder den »amerikanischen Freunden« ausrichten und den Wählern den blanken Hintern zeigen.

Umfaller-/Verräterpartei SPD

Wie die SPD es mit der Souveränität hält, weiß ich nicht. Auf jeden Fall fährt sie ihre übliche Verräterstrategie. Bis kurz vor knapp wird behauptet, man sei ja voll dagegen, und man wird dafür sorgen, daß auch so entschieden wird. Und dann kommt die 180°-Wende und sie fallen ihren Wählern in den Rücken. Natürlich werden hinterher irgendwelche gewichtigen Scheinargumente gebracht, warum es so sein mußte. So hat zum Beispiel der Abgeordnete Stefan Zierke bei der letzten Bundestagsentscheidung für den Gen-Mais abgestimmt, obwohl er ein nach eigener Aussage ein Gegner sei. Die Begründung ist, daß ihm der Koalitionsfriede wichtiger sei!!! Zitat:

Im Gegensatz zu den Unionsparteien, hat die SPD bei den Koalitionsverhandlungen auf eine klare Linie im Umgang mit Grüner Gentechnik gepocht, da wir die enormen Vorbehalte der Bevölkerung kennen und auch selbst teilen.

Ja, ganz toll, und, was hat es genutzt, Du Dummschwätzer?

Mein Abstimmungsverhalten steht für den verantwortungsvollen Umgang zwischen Koalitionspartnern. Dazu gehört auch, daß Anträge und Gesetzentwürfe gemeinsam entwickelt und nach außen dokumentiert werden. Davon kann sich auch die SPD als Regierungskoalition nicht vollständig lösen.

Um dennoch meine persönliche Haltung zum Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft zum Ausdruck zu bringen, habe ich zusammen mit 70 weiteren SPD-Abgeordneten eine persönliche Erklärung unterschrieben, in der ich festhalte, daß ich den Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut weder für notwendig, noch für sinnvoll halte.

Meine Fresse, der Kerl sitzt nicht im Bundestag, um sein Gewissen in persönlichen Erklärungen zu formulieren, sondern entsprechend bei Entscheidungen abzustimmen!

Dümmer geht’s immer

Mindestens genauso blöd ist auch die Aussage eines Sprechers des CSU-geführten Bundeslandwirtschaftsministeriums (siehe Zeit-Artikel), daß ein »Nein« auch nichts an der EU-Entscheidung ändern würde. Ja, wenn es denn so wäre, wieso ist es dann ein Problem, mit »Nein« abzustimmen?

Das ist doch alles nur noch eine Farce, oder nicht?

4. Februar 2014
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3. Februar 2014
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Eilt: Campact-Aktion gegen Gen-Mais

Der Einfachheit halber zitiere ich Campact:

im Koalitionsvertrag steht: »Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.« Doch schon diesen Mittwoch droht die Regierung wortbrüchig zu werden: In Brüssel entscheidet sie mit darüber, ob der Gen-Mais 1507 von DuPont-Pioneer zugelassen wird – und damit Gentechnik wieder auf unsere Felder zurückkehren kann. Doch statt mit Nein zu stimmen, überlegt Schwarz-Rot sich zu enthalten – und das wirkt wie eine Ja-Stimme. Wenn Deutschland nicht mit Nein stimmt, ist die Zulassung des Gen-Mais 1507 in Brüssel nicht mehr aufzuhalten.

Bitte mitmachen! Danke!

Nachtrag: Am letzten Donnerstag hat offenbar der Bundestag mit Stimmen der CDU/CSU/SPD eine von den Grünen eingebrachte Empfehlung an die Bundesregierung, mit »Nein« zu stimmen, abgelehnt, wie hier berichtet wird. Da kann man also sehen, was so ein Spruch »wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an« im Koalitionsvertrag wert ist – absolut nichts (und soll mir niemand erzählen, daß sei eine Gewissensentscheidung gewesen und kein Fraktionszwang).

2. Februar 2014
02

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