24. Mai 2014
Mai 201424

EU: Bitte nicht wählen!

Nein, ich meine natürlich nicht, nicht zur Wahl zu gehen. Solange die Wahl als solche eine echte ist, sollte man wählen gehen. Auch wenn man – wie ich – die Organisation dahinter ablehnt. Da in den allermeisten Wahlverfahren die Nichtwähler nicht berücksichtigt werden (außer evtl. für ein notwendiges Quorum), gilt: Wer nicht wählt, stimmt nicht dagegen, sondern unterstützt den Wahlsieger.

Was ich meine: Bitte nicht CDU, CSU oder SPD wählen!

Denn wer CDU/CSU wählt, der sollte wissen, für was sie stehen:

Und wer die SPD wählt, der bekommt:

Die Grünen sind übrigens auch nicht wesentlich besser, ich wollte jetzt aber für die nicht eine explizite Nichtwahl-Empfehlung abgeben. Sie würden am liebsten die Bundesrepublik auflösen und sich ganz in die Arme der EU ergeben – etwas, was wohl keine andere Partei in irgendeinem EU-Land will, nebenbei bemerkt. Wenigstens bei der Gentechnik und Bürgerrechten haben sie ein bißchen mehr zu bieten.

22. Mai 2014
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Endspurt zur Wahl des sog. EU-Parlaments

Wohl in der Angst, die EU-kritischen Parteien könnten Unruhe in das wohlige Geflecht aus Geben und Nehmen zwischen den Medien und etablierten Parteien bringen, wird hier und da die Propaganda-Maschinerie nochmal auf Hochtouren gebracht.

So zum Beispiel beim Stern. Der bemüht sich zu erklären, daß die bösen Vorschriften doch gar nicht von der EU kämen. Das stimmt natürlich hinten und vorne nicht! Es mag zwar sein, daß das total bescheuerte Glühlampenverbot von dem dicken Gabriel der EU vorgeschlagen wurde, nachdem er das von den auf dem Kopf stehenden Australiern abgeschaut hatte (ein Grund mehr, nicht die SPD zu wählen), oder daß die Gurkenverordnung von der Industrie gewünscht wurde. Dadurch aber, daß die EU das aber mit Mehrheiten beschlossen und umgesetzt hat, muß sie sich diesen Mist anrechnen lassen. Von wem dann die Idee ursprünglich stammte, ist letztendlich völlig egal!

Und daß das Ölkännchenverbot nicht gekommen ist, ist ja kein Verdienst des Europaparlaments, denn ohne den massiven öffentlichen Druck dagegen hätten sie es natürlich durchgewinkt. Ebenso muß sie die wahnsinnige Regelungswut anrechnen lassen. Wieviel millionstel Prozent des Gesamtverbrauchs an Energie werden denn durch das neue Verbot von Kaffeemaschinen, die die Warmhaltefunktion nicht zeitlich beschränken, gespart? Hat die EU für diesen Beschluß nicht selber schon mehr Energie verbraucht, als damit in tausend Jahren eingespart wird?

Auch die FAZ macht bei dem Spielchen mit. In einem langen Artikel versucht sie zu erklären, wie die EU-Bürokratie funktioniert, wie toll sie doch ist und mit welch schwierigen Problemen sie zu kämpfen habe. Zum Abschluß folgt dann noch die Aussage, daß mit der Wahl von EU-kritischen Parteien ja alles noch viel schlimmer werde. Mir kommen die Tränen!

Natürlich wollen die Politiker sich selber und ihren Brötchengeber auch noch ins rechte Licht rücken. So zum Beispiel der EU-Handelskommissar Karel De Gucht, der seitens der EU die TTIP-Verhandlungen leitet. In der Zeit heuchelt er herum und versucht, Nebelkerzen zu werfen.

Ebenso will Merkel noch schnell in der rechten Ecke auf Stimmenfang gehen und macht den Seehofer nach.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch weiterhin kritische Artikel. So beleuchtet der Focus, wie sich der Sozialisten-Kandidat Schulz sich die Taschen vollstopft.

Ein weiterer Artikel des Focus bespricht ein Buch mit dem Titel »Grüne Lügen«, das sich mit der Umweltpolitik der Grünen beschäftigt. Die These ist, daß die Grünen aus parteitaktischen Gründen die falschen Ziele verfolgen und damit der Umwelt mehr schaden als helfen. Zwar hat der Artikel nichts mit der EU als solches zu tun, erscheint aber bestimmt nicht zufällig jetzt gerade.

Der von mir nicht sonderlich geliebte Jan Fleischhauer hinterfragt im Spiegel, was das noch viel mit Demokratie zu tun hat, wenn Juncker und Schulz mehr oder weniger die gleichen Positionen vertreten. Nun ja, wir Deutsche kennen das ja schon mit CDU und SPD im allgemeinen und bezüglich EU-Politik gibt es seit Jahrzehnten schon das Kartell aus CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen. Also alles nichts neues.

19. Mai 2014
19

Dies & Das

16. Mai 2014
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Dies & Das

15. Mai 2014
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Firefox unterstützt DRM

Schlechte Nachrichten für alle Freunde des offenen Internets: Mozilla hat sich dazu entschlossen, wie alle anderen Browser-Hersteller auch, den neuen Standard des ebenfalls umgefallenen W3C zur Integration von DRM-Technologien in HTML 5 im Firefox umzusetzen. (Original-Meldung Mozilla/technische Beschreibung, Ars Technica, Heise.de)

Mozilla versucht, bei der Implementierung die ganze DRM-Scheiße aus dem eigentlichen Browser herauszuhalten: Einerseits will sie die DRM-Software aus dem Browser auslagern und in einer sogenannten Sandbox laufen lassen, die diese Software von Firefox und auch vom Betriebssystem trennt. Andererseits will sie die Entwicklung der DRM-Software nicht selber durchführen, sondern es Adobe überlassen, die auf diesem Gebiet ja auch sehr aktiv sind. Letzteres muß sie auch, denn DRM-Software läßt sich konzeptionell nicht als Open-Source-Software entwickeln (da sie zwangsweise mit Geheimnissen arbeiten muß). Auch solle die DRM-Software standardmäßig nicht mitinstalliert werden, sondern Firefox würde sie erst bei Bedarf und nach Benutzerbestätigung von Adobe herunterladen und installieren.

Mozilla glaubt, das machen zu müssen, weil sonst ihr Browser vom Markt gedrängt werden würde: Video-Streaming von DRM-geschützten Hollywood-Müll sei die Internet-Anwendung der Zeit schlechthin geworden, und wenn der Dumm-User das nicht anschauen könne, dann würde er zu anderen Browsern wechseln und nicht mehr zurückkommen.

Falsche Signale

Die Art und Weise, wie Mozilla den DRM-Müll integrieren will und damit sicherstellen will, daß Firefox weiterhin Open Source sein kann, mag zwar ehrenhaft sein, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die DRM-Unterstützung falsche Signale aussendet:

Erstens ist das ein Signal an die Content-Industrie, daß sie gewonnen haben, daß DRM etabliert ist, daß der Nutzer letztendlich DRM und alle damit verbundenen Nachteile akzeptiert habe, daß man Leute und Firmen von Alternativlosigkeiten, die so garnicht bestehen, überzeugen kann und ihnen das Zepter aus der Hand reißen kann (keiner will es, aber alle machen es, weil es angeblich alle machen).

Zweitens ist das ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die Firefox gerade deshalb nutzen, weil er bislang für ein Internet der offenen Standards und der Freiheit der Information stand. Wenn das für Mozilla nun jetzt nur noch zweitrangig ist und die Unterstützung des kruden Geschäftsmodells hinter DRM vorrangig ist, dann fällt für die nun ein gewichtiges Alleinstellungsmerkmal weg, warum sie ihn weiter nutzen sollten. Er ist dann nur noch ein Browser unter vielen, und Googles Chrome, Apples Safari oder Microsofts Internet Explorer sind technisch und vom Komfort nicht unbedingt schlechtere Browser. Ob sich letztendlich mit der Entscheidung die Nutzerzahlen halten oder gar verbessern lassen, ist daher fraglich.

Es wäre schön, wenn sich im Internet ein Momentum aufbaut, um Mozilla von dieser Idee wieder abzubringen und sie an die Werte, denen sich Mozilla einst verpflichtet fühlte, zu erinnern. Bei der Angelegenheit um Mozillas CEO Brendan Eich hatte es funktioniert. Allerdings habe ich meine Zweifel, daß von den Massen die Offenheit des Internets genauso hoch geschätzt wird wie anscheinend das grenzenlose Ausleben sexueller Orientierungen.

Lesenswerte Kritik zu dem Thema:

13. Mai 2014
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Dies & Das

12. Mai 2014
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4. Mai 2014
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Dies & Das

4. Mai 2014

Snowden: Offenbarungseid der Bundesregierung, Teil 3

Wie der Spiegel und viele andere Medien berichten, will die Regierung die Herausgabe von Dokumenten an den NSA-Untersuchungsausschuß verweigern, obwohl sie eine Mitwirkungspflicht gegenüber dem Ausschuß hat. Es geht u.a. um Dokumente im Kontext des sogenannten No-Spy-Abkommens. Die Begründung ist sehr abenteuerlich: Es handele sich um ein »laufendes Verfahren«. Moment! Hat die Regierung nicht mehrfach erklärt, aus dem Abkommen werde nichts??? Ein weiterer Grund sei, daß es um einen »Kernbereich der exekutiven Eigenverantwortung« gehe, der »verfassungsrechtlich geschützt« sei. Rechtsfreier Raum im Kanzleramt? Das kann ja wohl nicht sein. Das hört sich mehr nach einem Totschlagargument an.

Für mich ist mittlerweile klar: Die Bundesregierung, in Persona Merkel und Gabriel, hat der Demokratie den Krieg erklärt!

2. Mai 2014
02

Snowden: Offenbarungseid der Bundesregierung, Teil 2

Es kommt noch schlimmer!!! Die Bundesregierung versucht nicht nur, eine Befragung von Snowden in Deutschland zu verhindern, sondern überhaupt eine Befragung irgendwo. Mit Hilfe der amerikanischen Freunde versucht sie, die Mitglieder des Untersuchungsausschusses zu kriminalisieren, und zwar nicht nicht nur jene, welche die Befragung durchführen würden, sondern auch schon die, die diese Befragung fordern und planen!

Wie der Spiegel berichtet, taucht die Bundesregierung mit einem Rechtsgutachten einer wohl bekannten US-Kanzlei auf. Dieses Gutachten untersucht die Strafbarkeit des Handelns der Mitglieder nach amerikanischen Recht und geht der Frage, ob die Immunität, die für Abgeordnete in Deutschland gilt, von USA anerkannt würde, wenn diese Leute in die USA reisen würden. Wie das bei bestellten Gutachten so ist, kommt nahezu der gewünschte Worst Case heraus.

Unklar ist in dem Artikel, wer dieses Gutachten letztendlich in Auftrag gegeben hat. Waren es die Deutschen selber (d.h. die deutsche Botschaft in Washington) oder war es ein Freundschaftsdienst der Amerikaner? Aber es ist letztendlich egal, es ist eine absolute Sauerei, mit welchen schmierigen Tricks Merkel & Co. hier arbeiten, das ist einer Demokratie nicht würdig.

In diesem Zusammenhang sei auch ein Kommentar vom Spiegel erwähnt, der Merkels Reise in die USA als politischen Fehler erklärt – sowohl für sich selbst als auch für die Diskussion um den Datenschutz. Mit ersterem kann ich aber sehr gut leben.

Passend dazu auch ein Beitrag im Satire-Blog Der Postillon: »Merkel reist in USA, um sich bei Obama für NSA-Skandal zu entschuldigen«. (Danke S.K.)

Nachtrag: Reaktion der Opposition.

Nachtrag 2: Bei Netzpolitik.org kann man sich das Gefälligkeitsgutachten herunterladen. Aus dem Gutachten wird klar, daß die deutsche Botschaft den Auftrag gegeben hat. In der Netzpolitik.org-Meldung gibt es auch weitere Informationen und Links. So hat die Bundesregierung ein ähnliches Gutachten auch in Großbritannien anfertigen lassen, mit umgekehrten Ergebnis.