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Eat your own dog food: Die Edathy-Affäre bringt zutage, daß es
im Bundestag soetwas wie eine Vorratsdatenspeicherung gibt. Das
Lustige daran ist, daß sich auch Politiker der Parteien darüber aufregen,
die uns Bürger schon mit der Vorratsdatenspeicherung beglückt haben und
es auch weiterhin wollen!
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Weil ich am Rande (wegen Edathy) bei der Kinderpornographie bin: Was
wird da immer nach Vorratsdatenspeicherung, nach Sperrfilter und
sonstiger Überwachung geschrien? Wie »groß« das Problem wirklich zu sein
scheint, läßt sich daran abschätzen, daß das BKA die Anzahl Planstellen
für derartige Verbrechen von 6,3 auf 3,5 reduziert. Das liegt zwar
angeblich an dem Funktionieren der von
den Sperrgegnern geforderten und schließlich umgesetzten Strategie
»Löschen statt Sperren«, aber auch die bisherigen 6,3 Stellen zeugen
nun nicht gerade von einem Massenphänomen, wie die Politiker und auch der
Chef des BKAs, Ziercke, das immer darzustellen versuchen.
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Wie gestern schon befürchtet, hat auch der
Bayrische Verfassungsgerichtshof die
ÖR-Zwangssteuer für rechtens bewertet. Laut einem Focus-Artikel will
der Mitkläger Rossmann jetzt durch die Bundes-Instanzen ziehen.
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Nach dem Google-Urteil des EuGH wollen offenbar besonders zwei
Personengruppen von dem zugestandenen Löschrecht Gebrauch machen:
Politiker und Pädophile. (hmm, irgendwie lustig, die beiden
Gruppen in einem Satz zu erwähnen, oder?)
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Den Grünen muß es schon wirklich arg schlecht gehen: Sie kramen den Widerling, Polizistenprügler und neoliberalen
Lobbyisten Joschka Fischer, der alles verraten hat, wofür die Grünen mal
vermeintlich standen, als Wahl-»Helfer« aus der Abstellkammer hervor.
Wenn es einen Politiker gibt, auf den der Pofalla-Spruch (»ich kann Deine
F..... nicht mehr sehen«) paßt, dann ist es der – noch vor Schröder. Ach,
hatte ich schon erwähnt, daß ich Fischer nicht ausstehen kann?
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Wer es immer noch nicht glaubt, daß hinter der Ukraine-Krise
hauptsächlich die Amerikaner stecken, die wieder nur ihren
wirtschaftlichen Interessen nachgehen, der sollte mal diesen Spiegel-Artikel lesen.
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Wenn Merkel, Gabriel und das ganze Pack wieder behaupten, TTIP sei für
den Mittelstand so toll – alles Lüge: Der Mittelstand glaubt selber nicht daran.
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Süddeutsche Zeitung mit einem »Insider«-Bericht:
»Mit welchen Tricks in Brüssel Politik
gemacht wird«.
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Greenwald zeigt nun Folien zu
dem Vorwurf, daß die NSA Sendungen mit Internet-Hardware vom Hersteller
zum Kunden abfängt und verwanzt.
Schlechte Nachrichten für alle Freunde des offenen Internets: Mozilla hat
sich dazu entschlossen, wie alle anderen Browser-Hersteller auch, den neuen
Standard des ebenfalls umgefallenen W3C zur Integration von
DRM-Technologien in HTML 5 im Firefox umzusetzen. (Original-Meldung Mozilla/technische Beschreibung, Ars Technica, Heise.de)
Mozilla versucht, bei der Implementierung die ganze DRM-Scheiße aus dem
eigentlichen Browser herauszuhalten: Einerseits will sie die DRM-Software
aus dem Browser auslagern und in einer sogenannten Sandbox laufen lassen,
die diese Software von Firefox und auch vom Betriebssystem trennt.
Andererseits will sie die Entwicklung der DRM-Software nicht selber
durchführen, sondern es Adobe überlassen, die auf diesem Gebiet ja auch
sehr aktiv sind. Letzteres muß sie auch, denn DRM-Software läßt sich
konzeptionell nicht als Open-Source-Software entwickeln (da sie zwangsweise
mit Geheimnissen arbeiten muß). Auch solle die DRM-Software standardmäßig
nicht mitinstalliert werden, sondern Firefox würde sie erst bei Bedarf und
nach Benutzerbestätigung von Adobe herunterladen und installieren.
Mozilla glaubt, das machen zu müssen, weil sonst ihr Browser vom Markt
gedrängt werden würde: Video-Streaming von DRM-geschützten Hollywood-Müll
sei die Internet-Anwendung der Zeit schlechthin geworden, und wenn der
Dumm-User das nicht anschauen könne, dann würde er zu anderen Browsern
wechseln und nicht mehr zurückkommen.
Falsche Signale
Die Art und Weise, wie Mozilla den DRM-Müll integrieren will und damit
sicherstellen will, daß Firefox weiterhin Open Source sein kann, mag zwar
ehrenhaft sein, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die
DRM-Unterstützung falsche Signale aussendet:
Erstens ist das ein Signal an die Content-Industrie, daß sie gewonnen
haben, daß DRM etabliert ist, daß der Nutzer letztendlich DRM und alle
damit verbundenen Nachteile akzeptiert habe, daß man Leute und Firmen von
Alternativlosigkeiten, die so garnicht bestehen, überzeugen kann und ihnen
das Zepter aus der Hand reißen kann (keiner will es, aber alle machen es,
weil es angeblich alle machen).
Zweitens ist das ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die Firefox gerade
deshalb nutzen, weil er bislang für ein Internet der offenen Standards und
der Freiheit der Information stand. Wenn das für Mozilla nun jetzt nur noch
zweitrangig ist und die Unterstützung des kruden Geschäftsmodells hinter
DRM vorrangig ist, dann fällt für die nun ein gewichtiges
Alleinstellungsmerkmal weg, warum sie ihn weiter nutzen sollten. Er ist
dann nur noch ein Browser unter vielen, und Googles Chrome, Apples Safari
oder Microsofts Internet Explorer sind technisch und vom Komfort nicht
unbedingt schlechtere Browser. Ob sich letztendlich mit der Entscheidung
die Nutzerzahlen halten oder gar verbessern lassen, ist daher fraglich.
Es wäre schön, wenn sich im Internet ein Momentum aufbaut, um Mozilla von
dieser Idee wieder abzubringen und sie an die Werte, denen sich Mozilla
einst verpflichtet fühlte, zu erinnern. Bei der Angelegenheit um Mozillas
CEO Brendan Eich hatte es funktioniert. Allerdings habe ich meine Zweifel,
daß von den Massen die Offenheit des Internets genauso hoch geschätzt wird
wie anscheinend das grenzenlose Ausleben sexueller Orientierungen.
Lesenswerte Kritik zu dem Thema:
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Gestern noch von den Versuchen der Behörden berichtet, unliebsame
Dokumente per Urheberrecht sperren zu lassen und den Kampf dagegen – da
kommt eine überraschende Wendung auf den Tisch:
Ohne, daß die Aktivisten davon wußten,
haben schon zwei Instanzen geurteilt – und zwar im Sinne der
Aktivisten!.
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Neues Urteil vom Verfassungsgericht
Rheinland-Pfalz in Sachen Rundfunkgebühren gegen die Bürger und
Firmen. Was ich nicht nachvollziehen kann (neben anderem), ist die
Begründung, daß im Auto das Radio intensiver genutzt werde und daher die
Extrabelastung gerechtfertigt sei. Das widerspricht doch grundlegend dem
Ansatz der neuen Gebühr, daß sie von der tatsächlichen Nutzung unabhängig
sei und somit auch von denjenigen zu bezahlen sei, die weder Radio noch
Fernseher oder Computer besäßen. Naja, die Justiz ist in diesem unseren
Lande auch schon weitestgehend gleichgeschaltet, da kann man keine Logik
erwarten.
Übrigens: Das Urteil vom Bayrischen Verfassungsgerichtshof (u.a. mit
Ermano Geuer als Initiator der Klage und der Rossmann-Kette als weiterer
Kläger) wird am nächsten Donnerstag (15.5.2014) bekanntgegeben. Als geborener Pessimist
gehe ich mittlerweile davon aus, daß die ähnlich entscheiden werden.
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Quer durch die Presse ging heute das Urteil des EuGH, daß Google Suchergebnisse löschen muß. Man kann ja darüber
diskutieren, ob es ein Recht auf Löschen geben und wie weit es gehen
sollte (damit es nicht zur Zensur mißbraucht werden kann). Aber ich finde
in dem verhandelten Fall das Urteil für falsch: Google ist einfach
der falsche Adressat. Denn solange die Zeitung den inkriminierenden
Artikel auf seinen Webseiten veröffentlicht und nicht durch technische
Maßnahmen das Indizieren verhindert (d.h. durch robots.txt),
solange sollte der Artikel auch durch eine x-beliebige Suchmaschine
auffindbar sein. Der Kläger hätte meines Erachtens die Zeitung ins Visier
nehmen müssen statt Google.
Nachtrag (18.5.): Der Kläger hatte tatsächlich schon die Zeitung
verklagt, aber verloren! Das macht das noch schlimmer…
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Oh Graus: Die FAZ übt sich im Reinwaschen von TTIP durch einen »Faktencheck« –
Chlor-Hähnchen und Schiedsgerichte: alles halb so schlimm und nur böse
Propaganda. Ja, die FAZ, das war mal eine gute Zeitung für kluge Köpfe.
Die haben die FAZ aber schon lange beiseite gelegt…
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Was für eine Überraschung: Der neue NSA-Chef will seine dreckigen Spione weitermachen lassen wie
bisher.
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Ebenfalls nichts neues: EU hat Angst
vor Volksabstimmungen. Nicht ohne Grund gibt es in der EU nur nicht
bindende Volksbegehren und das auch nur mit ziemlich hohen
Hürden.
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Lange dauert es nicht mehr bis zur (direkten oder indirekten)
Enteignung in der Euro-Zone, glaubt man dem Focus.
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Wie schamlos mittlerweile die privaten Daten auch von sogenannten
seriösen Programmen abgegriffen werden, zeigt eine Tastatur-Applikation
für die Android-Plattform. Wie Golem.de berichtet, hat ein Nutzer entdeckt, daß die beliebte
Tastatur »Swype«, die das Schreiben von Wörtern ohne Abheben des Fingers
erlaubt, bis zu 4.000 mal pro Tag die GPS-Koordinaten des Nutzers abfragt
und nach Hause zum Hersteller schickt!
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Das war mir auch noch nicht bekannt: Die Banken müssen aufgrund einer
EU-Vorschrift bei Überweisungen den Text in dem Feld »Verwendungszweck«
nach Schlüsselwörtern durchsuchen und Verdachtsfälle an die Behörden
weiterleiten. Die Leute landen dann laut
Telepolis
für 10 Jahre auf einer Verdachtsliste, was dann diverse Repressalien zur
Folge haben kann.
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Es geht weiter in dem Streit, ob der Staat die Veröffentlichung
unangenehmer Papiere, die ihren Weg nach außen gefunden haben, mittels
des Urheberrechts unterbinden können oder nicht. Nachdem das
Bundesinnenministerium die Aktivisten, die ein kritisches Gutachten zur
3%-Hürde bei der EP-Wahl veröffentlicht hatten, abgemahnt und eine
Unterlassungserklärung eingefordert hatte, aber das nicht weiter verfolgt
hatte, haben jetzt diese laut
Heise.de eine negative
Feststellungsklage eingereicht, um das juristisch zu klären.
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Die Süddeutsche Zeitung hat ein interessantes Interview mit einem BGH-Richter a.D., der sagt, daß
die ganze Argumentation der Bundesregierung, warum Edward Snowden nicht
nach Deutschland kommen und hier befragt werden könne, eine reine
Verarschung der Bürger ist.
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Ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung
kommentiert Heribert Prantl die
äußerst fragwürdige Anmaßung der Bundesregierung, alleinig das
»Staatswohl« zu definieren.
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Auch Sascha Lobo macht die katastrophale Aufklärung der
Überwachungsaffäre zum Thema seiner Kolumne: »Tiefpunkt einer simulierten Aufklärung«.
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Der Öffentlich-rechtliche Rundfunk unabhängig, kritisch und
investigativ? Quatsch mit Soße! Das sind alles Propagandasender!!!
Fefe hat ein unglaubliches
Beispiel ausgegraben, wie der ÖR der Regierung nach dem Mund redet.
Ein Gutes hat das Interview immerhin: Es zeigt auf, daß jede Kritik der
Bundesregierung am TTIP reinste Heuchelei ist: Zitat des
amerikanischen Unterhändlers:
Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union einer der führenden
Verfechter des Freihandelsabkommens. Die Kanzlerin unterstützt die
transatlantische Wirtschaftskooperation persönlich und in hohem Maße.
Das hat sie gerade wieder in Washington getan.
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In den deutschen Wäldern hängen geschätzt 100.000 Videokameras,
aufgehängt durch Jäger, um das Wild zu beobachten. Wie die DPA berichtet
(Spiegel-Artikel), fangen Datenschützer an, die Jäger zu
bestrafen, weil das Aufstellen von Kameras im öffentlichen Raum –
insbesonders ohne Schilder – eine Verletzung der Privatsphäre von
Spaziergängern ist. Daß die Jäger sauer sind und mit fadenscheinigen
Argumenten ankommen, verwundert nicht allzusehr. Viel schlimmer finde ich
allerdings die Uneinsichtigkeit der Foristen beim Spiegel – die Leute
haben den Datenschutz immer noch nicht kapiert.
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Die Bundesregierung will laut
Heise.de die Datenhehlerei stärker
bekämpfen. Klammheimlich baut sie aber in die Gesetzestexte einen
Freibrief für sich selber ein: Sogar bei Ermittlungen wegen einfacher
Ordnungswidrigkeiten sollen die Beamten sich an der Hehlerei beteiligen
dürfen: § 202d StGB:
(5) Die Absätze 1 bis 4 gelten nicht für Handlungen, die
ausschließlich der Erfüllung gesetzlicher Pflichten durch Amtsträger
oder deren Beauftragte dienen. Die Absätze 1 bis 4 gelten ebenfalls
nicht für Handlungen von Amtsträgern oder deren Beauftragten, um Daten
ausschließlich der Verwertung in einem Besteuerungsverfahren, einem
Strafverfahren oder einem Ordnungswidrigkeitenverfahren
zuzuführen.
Was für eine Schweinerei! Wasser predigen und Wein trinken!
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Die Klette werden wir laut einem Forscher wohl nicht mehr los: Kosten der Wiedervereinigung: »Die Transfers in den Osten werden
nicht sinken«.
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In Ergänzung zu meinen Blogeinträgen zum Offenbarungseid der
Bundesregierung: Constanze Kurz vom Chaos Computer Club schreibt in der
FAZ über das Versagen Merkels in der Abhöraffäre.
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Big Brother’s Homeland: Ein ausführlicher Artikel in der FAZ, wie sich ein einst freigeistiges und
wehrhaftes Land in einen Polizeistaat verwandelt hat, aus dem es offenbar
kein Entrinnen mehr gibt!
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Ein weiterer hochinteressanter Artikel
in der Süddeutschen Zeitung, wie der sogenannte Invesitionsschutz im
Transatlantischen Handelsabkommen die Demokratie in Europa und in USA
(falls es die dort überhaupt noch in Ansätzen gibt) aushebeln wird. Wenn
ich daran denke, daß unsere Staatsratsvorsitzende und von Industrie und
Banken ferngesteuerte Drohne namens Merkel all das unterstützt, wird mir
speiübel!
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Focus hat einen bissigen Artikel über die Pfeifen, die zur
EU-Parlamentswahl antreten und Europa führen wollen: »Schaumschläger bei der Europawahl: Wichtigtuer gegen Lügner - wen
wählen Sie?«
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Die Zeit bringt einen Artikel über die Glaubensgemeinschaft der Pastafari, die an das fliegende
Spaghetti-Monster glauben. Ich kenne die schon länger – schön, daß die es
auch mal in die Mainstream-Medien schaffen. Es geht um eine
Pseudo-Religion, die gegründet wurde, um die Frage zu stellen, was denn
eine »echte« Religion sei, um pseudotolerante Leute vorzuführen, und um
zu prüfen, wie weit der Säkularismus in den Ländern tatsächlich geht. Bei
diesem Artikel sind auch die Kommentare amüsierend, zumindest, soweit ich
sie gelesen habe.
Wie der Spiegel und viele andere Medien berichten, will die Regierung die Herausgabe von Dokumenten an den
NSA-Untersuchungsausschuß verweigern, obwohl sie eine
Mitwirkungspflicht gegenüber dem Ausschuß hat. Es geht u.a. um Dokumente im
Kontext des sogenannten No-Spy-Abkommens. Die Begründung ist sehr
abenteuerlich: Es handele sich um ein »laufendes Verfahren«. Moment!
Hat die Regierung nicht mehrfach erklärt, aus dem Abkommen werde nichts???
Ein weiterer Grund sei, daß es um einen »Kernbereich der exekutiven
Eigenverantwortung« gehe, der »verfassungsrechtlich geschützt«
sei. Rechtsfreier Raum im Kanzleramt? Das kann ja wohl nicht sein. Das hört
sich mehr nach einem Totschlagargument an.
Für mich ist mittlerweile klar: Die Bundesregierung, in Persona Merkel
und Gabriel, hat der Demokratie den Krieg erklärt!
Es kommt noch schlimmer!!! Die Bundesregierung versucht nicht nur,
eine Befragung von Snowden in Deutschland zu verhindern, sondern überhaupt
eine Befragung irgendwo. Mit Hilfe der amerikanischen Freunde versucht sie,
die Mitglieder des Untersuchungsausschusses zu kriminalisieren, und
zwar nicht nicht nur jene, welche die Befragung durchführen würden, sondern
auch schon die, die diese Befragung fordern und planen!
Wie der Spiegel berichtet, taucht die Bundesregierung mit einem
Rechtsgutachten einer wohl bekannten US-Kanzlei auf. Dieses Gutachten
untersucht die Strafbarkeit des Handelns der Mitglieder nach amerikanischen
Recht und geht der Frage, ob die Immunität, die für Abgeordnete in
Deutschland gilt, von USA anerkannt würde, wenn diese Leute in die USA
reisen würden. Wie das bei bestellten Gutachten so ist, kommt nahezu der
gewünschte Worst Case heraus.
Unklar ist in dem Artikel, wer dieses Gutachten letztendlich in Auftrag
gegeben hat. Waren es die Deutschen selber (d.h. die deutsche Botschaft in
Washington) oder war es ein Freundschaftsdienst der Amerikaner? Aber es ist
letztendlich egal, es ist eine absolute Sauerei, mit welchen schmierigen
Tricks Merkel & Co. hier arbeiten, das ist einer Demokratie
nicht würdig.
In diesem Zusammenhang sei auch ein Kommentar vom Spiegel erwähnt, der Merkels Reise in die USA als
politischen Fehler erklärt – sowohl für sich selbst als auch für die
Diskussion um den Datenschutz. Mit ersterem kann ich aber sehr gut
leben.
Passend dazu auch ein Beitrag im Satire-Blog Der Postillon:
»Merkel reist in USA, um sich bei Obama für NSA-Skandal zu
entschuldigen«. (Danke S.K.)
Nachtrag: Reaktion der Opposition.
Nachtrag 2: Bei Netzpolitik.org kann man sich das Gefälligkeitsgutachten
herunterladen. Aus dem Gutachten wird klar, daß die deutsche Botschaft
den Auftrag gegeben hat. In der Netzpolitik.org-Meldung gibt es auch
weitere Informationen und Links. So hat die Bundesregierung ein ähnliches
Gutachten auch in Großbritannien anfertigen lassen, mit umgekehrten
Ergebnis.
Es ist einfach unglaublich. Die Bundesregierung definiert, salopp gesagt,
die Bespitzelung der Deutschen durch die Amerikaner zum Staatswohl,
wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Und deshalb ist Edward Snowden in Deutschland nicht willkommen, weder als
Zeuge, noch als Asylant. Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen
möchte. Wieviel müssen wir uns eigentlich noch von diesen A....löchern
gefallen lassen? Wieso gibt es in Deutschland immer noch Leute, die diese
A....löcher wählen? Heribert Prantl von der SZ hat auch einen passenden,
deftigen Kommentar.
Nachtrag: Kritik kommt auch von den Grünen: »Merkel zeigt Feigheit vor dem Freund USA«. Na, mein Freund ist die
amerikanische Regierung schon lange nicht mehr.
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Die Cloud ist out, Teil II:
Heise.de und Golem.de berichten von einem Urteil eines US-amerikanischen
Bundesgerichts (in anderen Quellen wird von einem Bezirksgericht
gesprochen), nach dem amerikanische Unternehmen auch Daten an die
Behörden des Terror-Staats herausgeben müssen, die auf Servern außerhalb
des amerikanischen Territoriums liegen. Damit wird der eh schon klägliche
Versuch amerikanischer Cloud-Betreiber wie Amazon, Google oder Microsoft,
europäische Kunden nach dem NSA-Skandal mit europäischen Rechenzentren zu
ködern, nun vollends zunichte gemacht. Gut so! Ex-Bundesdatenschützer
Schaar bezeichnet übrigens das Urteil als klaren Widerspruch zum
internationalen Recht. Aber hat das die Amis schon jemals gejuckt?
Microsoft, die Beklagte in dem Verfahren, will übrigens in Revision
gehen.
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Was Malte Spitz von den Grünen zusammen mit der Zeitung Die Zeit
schon vor längerer Zeit demonstriert hat, haben jetzt ein Politker in der Schweiz und zwei Politiker in Dänemark
nachgemacht: Die Visualierung der angeblich harmlosen Metadaten, wie
sie bei der Vorratsdatenspeicherung und bei anderen Internet-Diensten
gesammelt werden. Wie jeder selber überprüfen kann, stehen die Politker
sprichwörtlich ziemlich nackt da, und so fühlen sich die Politker auch
selbst. In der Schweiz war diese Aktion übrigens der Auftakt zu einer
Online-Petition gegen die dortige VDS.
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Warum die Datenschützer und Bürgerrechtler so vehement gegen
Vorratsdatenspeicherung und Internet-Zensur von Kinderpornographie
kämpfen, ist unter anderem, daß das jeweilige Argument, sei es
Terrorismus oder Kindesmißbrauch, lediglich der Türöffner ist: Ist das
Überwachungsinstrument erst einmal da, fallen mit der Zeit die Schranken
und es wird für viel harmlosere Dinge genutzt. Den Beweis liefert in
diesen Tagen die Abfrage der Bankkontendaten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Dieses Instrument wurde
ursprünglich für den Kampf gegen den Terrorismus, insbesonders gegen die
Finanzierung desselben, geschaffen. Heutzutage dürfen diese Abfragen
jedoch schon Gerichtsvollzieher machen, wenn es um profane Schulden von
nur 500€ (!) geht und auch viele Behörden weit jenseits der
Terrorbekämpfung (Steuerbehörden, Jobcenter, Sozialämter,
Kraftfahrtbundesamt usw.). Entsprechend der breiteren Nutzung schnellt
auch die Anzahl der Abfragen in die Höhe. Vielfach werden auch die Regeln
nicht eingehalten – es werden keine Begründungen zu den Abfragen
angegeben und die Betroffenen werden nicht nachträglich informiert, wie
es gesetzlich vorgeschrieben ist.
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Ein anderes Überwachungsinstrument, das auch im Mäntelchen der guten
Tat – Umweltschutz – daherkommt, ist der/die/das Smart Meter.
Glücklicherweise macht das Projekt zur
Zeit nur kleine Fortschritte. Hätten wir allerdings nicht so einen
Lobby-Sauhaufen in der deutschen und europäischen Politik, wäre das Ding
schon längst tot – wegen der Überwachung und, weil es absolut nichts
bringt – außer vielen Kosten für den Endverbraucher bei der Anschaffung
und Betrieb, die zusammen die vermuteten Sparpotentiale bei weitem
übersteigen. Man kann auch an den Fingern einer Hand abzählen, daß man am
Ende bei den zeitabhängigen Tarifen mächtig draufzahlen wird, wenn man
sich seinen Tagesablauf nicht von den Energieunternehmen vorschreiben
lassen will und auch mal seine Wäsche nicht zwischen 3 und 4 Uhr am
Sonntag morgen waschen lassen will. Es wäre doch eine Illusion zu
glauben, daß das Energieunternehmen oder der Staat auf auch nur einen
einzigen Cent des Bürgers verzichten würde! Auch das FAZ-Blog Deus ex
Machina beschäftigt sich mit diesen Themen rund um das »smarte« Ding.
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Was macht der abgehalfterte Lobbyist und Ex-Bundeskanzler Schröder?
Er feiert mit dem lupenreinen Demokraten Putin seinen 70. Geburtstag
nach!. Wie oberpeinlich ist das denn? Andererseits paßt das
hervorragend in mein Weltbild über die SPD.
Der Anwalt und Blogger Thomas Stadler hat sich die Mühe gemacht, die
immer wieder wiederholten Mythen der Vorratsdatenspeicherungsfreunde zu
zerlegen. Ein paar Zitate:
Tatsächlich gibt es in keinem einzigen EU-Mitgliedsstaat (empirische)
Belege dafür, daß die Vorratsdatenspeicherung zu einer erhöhten
Aufklärungsquote geführt hat, obwohl sie in den meisten EU-Staaten über
viele Jahre hinweg praktiziert worden ist.
[...]
Die Vorratsdatenspeicherung wird öffentlich mit der angeblichen
Notwendigkeit der Bekämpfung von Terrorismus und organisierter
Kriminalität begründet, obwohl man weiß, daß sie im Kern anderen Zwecken
dient.
[...]
In einem Rechtsstaat gibt es keine Strafermittlung um jeden Preis. Darin
besteht nämlich gerade der Unterschied zu Unrechtsstaaten wie der DDR, die
jede Form der Überwachung und Kontrolle des Bürgers für legitim hielten.
Der Rechtsstaat muß auf eine Totalüberwachung verzichten und damit evtl.
einhergehende Defizite bei der Kriminalitätsbekämpfung in Kauf nehmen.
Danke für diesen hervorragenden Beitrag. Ich denke, den sollte man
täglich den de Maizièrs, Bosbachs, Uhls und anderen Ewiggestrigen dieser
Welt um die Ohren hauen.