14. Januar 2015
Januar 201514

Dies & Das

Einschränkungen der Grundrechte

Es sind vielleicht noch nicht einmal alle Opfer unter der Erde, da wird der Terrorakt gnadenlos ausgeschlachtet.

TTIP

Die Europäische Kommission hat die rund 150.000 Eingaben nun ausgewertet. Rund 97% haben sich dagegen ausgesprochen oder Bedenken geäußert. Wirklich beeindrucken läßt sie sich durch die Bürger natürlich nicht, sie ist ja schließlich ihre Vertretung, und will an dem Abkommen festhalten. (Siehe auch Süddeutsche Zeitung). Ich hoffe, das wird noch etwas mit dem Volksbegehren. Auch die Zeit fordert in einem Kommentar auf: »Nicht nachlassen!«.

Am Samstag ist übrigens Demo gegen TTIP in Berlin. Wer kann, sollte hin!

Gen-Food

Sonstiges

12. Januar 2015
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Propaganda-Schlacht um PEGIDA

Der deutsche Mainstream hat jetzt offenbar den Propaganda-Krieg gegen PEGIDA erweitert. Er hat französische Karikaturisten überredet, ein Flugblatt zu entwerfen gegen die Vereinnahmung des Terroranschlags durch die Pegida:

»Wir lehnen es ab, daß Pegida das Gedenken an unsere Kollegen vereinnahmen will«, sagte ein Mitorganisator und Sprecher der Aktion der Deutschen Presse-Agentur. Wegen des Anschlags auf die französische Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« mit zwölf Toten haben die Pegida-Organisatoren ihre Anhänger aufgefordert, bei der Kundgebung an diesem Montag in Dresden Trauerflor zu tragen. Pegida stehe für all das, was die Kollegen von «Charlie Hebdo« durch ihr Werk bekämpft hätten, hieß es.

Also, Vereinnahmung des Terroranschlags durch Politik und Medien gegen die Vereinnahmung des Terroranschlags durch PEGIDA. Klasse! Ich frage mich auch, ob die beteiligten Leute wirklich wissen, was PEGIDA will (und zum Beispiel das Positionspapier kennen), oder ob den nur zugeflüstert wurde, das seien alles ganz böse Nazis.

Hier der Aufruf PEGIDAs vom 7. Januar, kopiert von deren Facebook-Seite, weil bis auf das letzte Wort nichts von dem Text in der Presse zitiert wird:

Liebe Freunde,

auch wenn der heutige feige Anschlag in Paris, ein Anschlag auf Meinungsfreiheit, Demokratie, auf Europa, letztlich auf uns alle, Wasser auf unsere Mühlen zu sein scheint, nehmen wir dies nicht zum Anlaß, uns damit zu brüsten, wir hätten es ja schon immer gewußt. Nein, eben weil wir keine Schreihälse sind, als die wir verunglimpft werden, keine Claqueure sind wie diejenigen, die uns reflexartig mit „Nie-wieder-Deutschland – hindern wollen, uns mit unseren Abendspaziergängen meistens schweigend zu artikulieren, lassen wir diejenigen aufschreien, die es immer tun, wenn sich aktuell etwas Außergewöhnliches, Furchtbares ereignet. Wir schweigen in Trauer und Demut und in Solidarität mit den Familien der französischen Redakteure, die jetzt erste Opfer wurden. Wir schweigen und werden am Montag wieder spazieren gehen: schweigend und mit einem Trauerflor!

Übrigens, Trauer zu zeigen ist auch eine Form der Meinungsäußerung. Und auch die Opfer, deren Angehörigen und deren Gesinnungsgenossen müssen das ertragen, ob es ihnen paßt oder nicht. Sonst ist die Meinungsfreiheit nur ein Wort auf einem Stück Papier.

11. Januar 2015
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Über die Instrumentalisierung des Charlie Hebdo-Anschlags

Als die ersten PEGIDA-Anhänger dem Sinne nach »da seht Ihr es!« gerufen haben, war die Entrüstung gleich da. Es sei doch unerhört, daß das Attentat instrumentalisiert wird.

Nur – die anderen machen es ganz genau so.

Da sind zum einen die rechten und bürgerrechtsfeindlichen Gestalten in der CSU, CDU, SPD und der Polizei-Gewerkschaft. Wie kaum anders zu erwarten, kommt – mit dem Hinweis auf das Attentat im Gepäck – wieder der Ruf nach der Vorratsdatenspeicherung, wie z.B. Golem.de und Heise.de vermelden. Nicht nur, daß die Urteile des Bundesverfassungsgerichts und des Europäische Gerichtshofs dagegensprechen (letzteres hat laut Rechtsgutachten des juristischen Dienstes des Bundestags auch Wirkung auf die nationalen Gesetzgebungen): Frankreich hat seit vielen Jahren die Vorratsdatenspeicherung, und sie konnte das Attentat, wie wir nun sehen, auch nicht verhindern. Aber das sind nur störende Fakten… Auch wird juste au moment die Ausweitung der Video-Überwachung gefordert. Der bekannte Internet-Anwalt und Blogger Thomas Stadtler nennt beides irrational, unseriös und beängstigend. Auch der Datenschutzbeauftragte von NRW warnt vor blindem Aktionismus. Doch nicht nur von den »üblichen Verdächtigen«, sondern auch von Innenpolitikern kommt Kritik an den erneuten Forderungen.

Zum anderen versucht die Presse selbst, das Attentat für sich zu instrumentalisieren. Sie deutet das Attentat als Angriff gegen die Pressefreiheit um, es ist jedoch ein Angriff auf die Meinungsfreiheit. Der Blogger Hadmut Danisch beschreibt das in seiner üblichen Klarheit und Direktheit. Speziell geht es um diese Aktion des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger.

[…] mit der die Presse versucht, sich […] als Opfer darzustellen und versucht, bei jeder Gelegenheit, bei der es Opfer gibt, etwas vom – Je suis Charlie – Opferstatus und Mitleid für sich mitzunehmen. Vorher das Maul nicht aufkriegen, aber hinterher auch wackerer Kämpfer für die Pressefreiheit sein wollen, wenn’s gerade mal Heldenstatus hat. Helden des Augenblicks, die nach dem Glück herbeigerannt kommen, um sich mit auf’s Foto zu stellen.

[…]

Journalisten glauben, daß Pressefreiheit ein (Grund-/Menschen-)Recht wäre, das einer bestimmten geschlossenen Personengruppe zusteht, aber inhaltlich nicht näher bestimmt ist. Als sei Pressefreiheit ein Sonder-Recht der Journalisten, zu tun, was sie wollen. Quasi eine Elite, die mit einer Art Sonderrechtsblaulicht auf dem Dach herumfährt, so wie die Polizei im Straßenverkehr Sonderrechte hat. Deshalb stellen sich Journalisten auch so gerne in ihren Rechten verletzt dar.

Dabei ist es genau umgekehrt:

Pressefreiheit ist ein Recht, das jedem zusteht, nicht nur einer Auswahl, geschlossenen Gruppe oder Elite, das jedoch nur zu bestimmten Handlungen berechtigt.

[…]

Es geht denen auch gar nicht um Pressefreiheit, sondern um eine Gelegenheit, sich als Personenstand als Opfer zu stilisieren, denn das hat sich ja (siehe Feminismus) bewährt: Nur niemals eine Gelegenheit auslassen, Opfer zu sein. Es rentiert sich, Opfer zu sein, vor allem, wenn man bei der Tat nicht dabei war und erst nachträglich, wenn die Gefahr vorbei ist, dem Opferkollektiv durch billige und mühelose Symbolik beitreten kann. 12 Leute wurden ermordet, und die Meute kommt in betroffenheitsindustriellem Ausmaß daher und ruft »Wir wollen aber auch Opfer sein!«

Es ist grotesk, aber: Die wenigsten Journalisten machen heute noch das, was inhaltlich unter Pressefreiheit fällt: Nämlich das Recherchieren. Ausgerechnet die, die Pressefreiheit schon lange nicht mehr verwenden, beschweren sich am lautesten über deren Verletzung. Als ob sich der Blinde beschwert, daß ihm jemand das Licht ausgeschaltet hat.

Ich hoffe, Herr Danisch ist mir nicht böse, daß ich soviel von ihm zitiere. Ich kann nur empfehlen, den Blog-Eintrag zu lesen.

In die gleiche Kerbe haut der Blogger Stefan Niggemeier. Wie er kritisiert er die Aktion des BDZV, darin speziell den Versuch der Gleichsetzung der PEGIDA mit den Terroristen in ihrem Verständnis der freien Presse.

Der Vorwurf, der darin steckt, ist perfide und falsch. Er ist perfide, weil er Menschen, die friedlich demonstrieren, mit einem Verbrechen in Verbindung bringt, das sie nicht befürworten, nicht gutheißen und das nicht in ihrem Namen begangen worden ist. Und er ist falsch, weil die Zeitschrift »Charlie Hebdo« aus Sicht der Pegida-Leute genau das Gegenteil dessen ist, was sie als »Lügenpresse« beschimpfen.

[…]

Aber die Parallele, die die Karikatur zwischen den Worten der Pegida-Anhänger und den Taten des islamistischen Terroristen zieht, ist falsch. Und ihre Wirkung ist verheerend. Wiederum aus Sicht dieser Leute formuliert: Die deutsche »Lügenpresse« ist nicht nur zu feige, die Wahrheit zu sagen. Sie erklärt sich nach den Attentaten sogar für solidarisch, wenn nicht identisch mit denen, die dafür nicht zu feige waren. Und erklärt stattdessen ihre Kritiker zu Komplizen der Täter.

Die Presse bestätigt aus Pegida-Sicht so, auf kaum zu übertreffende Weise, den Vorwurf von der »Lügenpresse«.

Auch hier kann ich nur empfehlen, den ganzen Artikel zu lesen.

Um das Verhalten der Presse geht es auch in einem Artikel von Glenn Greenwald, der mit der Snowden-Affäre bekannt wurde. Er beschäftigt sich mit der Thematik, daß Meinungs- und Pressefreiheit immer dann hochgehalten werde, wenn es gegen den Islam geht. Wenn es gegen das Judentum oder gegen den Westen ginge, dann sind alle schnell mit der Kritik, mit Beschimpfung als Antisemitismus, mit Zensur, mit Verhaftungen dabei. Aus diesem Grund fügt er als Solidarität mit Charlie Hebdo nicht anti-islamische Karikaturen ein, sondern auch anti-jüdische und anti-israelische: In Solidarity With a Free Press: Some More Blasphemous Cartoons.

8. Januar 2015
08

Diese elendige Doppelzüngigkeit

Unser Innenminister in Bezug auf den jüngsten Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo: »Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun«. Das wäre also so, wenn man zum Verbrechen Breiviks und den Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrund«-Trios sagen würde, sie hätten nichts mit Rechtsradikalismus zu tun (welche sehr wohl damit zu tun haben). Ich bin davon überzeugt, daß unter anderem diese Art der Verlogenheit von de Maizière und anderen Politikern die Leute zu PEGIDA treibt.

6. Januar 2015
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Dies & Das

31. Dezember 2014
Dezember 201431

Dies & Das

TTIP & Co.

Datenschutz, Überwachung & Co.

PEGIDA

Sonstiges (international)

Sonstiges (Inland)

27. Dezember 2014
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Das PEGIDA-Phänomen

Es ist schon irgendwie kurios, was da zur Zeit läuft. Und zwar auf beiden Seiten. Fangen wir mal mit der PEGIDA-Seite an:

PEGIDA wird als nationalistisch und fremden- bzw. islamfeindlich wahrgenommen. Daran sind natürlich die Namensgeber selber schuld. Wer sich schon Patriot nennt (für mich ein Synonym für Idiot), der braucht sich nicht zu wundern. Auch eine Formulierung wie »Islamisierung des Abendlandes« trägt dazu bei. Hinzu kommt, daß die Demonstrationen nun nicht gerade in einer Hochburg des Islams und einem der Brennpunkte in Deutschland stattfinden, sondern in Dresden, Sachsen, weit ab also. Das deutet mehr auf Ressentiments und weniger auf konkrete Probleme hin.

Sich in die rechte Ecke stellen lassen wollen sich die PEGIDA-Organisatoren aber nicht. Um das zu belegen, haben sie ihre Forderungen zu Papier gebracht. Und in der Tat sind die Forderungen legitim, auch wenn nicht jeder denen zustimmen will und kann. Zudem scheinen viele Teilnehmer nach eigenen Angaben die Demonstrationen nur als Aufhänger zu nutzen, als Ventil, um ihren breitgefächerten Unmut zu zeigen, auch wenn es mit der Artikulation teilweise hapert. Auch neu ist ein offen zur Schau getragenes Mißtrauen nicht nur gegenüber den natürlichen Feinden der Bürger, den Politikern, sondern auch gegen die etablierten Medien, also Fernsehanstalten und Presseunternehmen. Natürlich zieht PEGIDA das Publikum aus dem rechten Spektrum an, von latenten Rechten bis hin zu ganz braunem Gesocks, was man schon an Sprüchen erkennt, für die man sich fremdschämt. Die Mengenverhältnisse innerhalb der PEGIDA-Demonstranten sind aber völlig unklar.

Die Seite der Gegner teilt sich in mehrere Gruppen auf. Da sind natürlich die faktenresistenten Gutmenschen, die nirgendwo ein Problem sehen, keine Integrationsprobleme, keine Kostenprobleme, keine Kulturprobleme, die den Islam als friedfertigste aller Religionen betrachten, die – beseelt von der uneingeschränkten Nächstenliebe und ewiger Schuld aus dem 2. Weltkrieg – die Welt retten wollen. Sie lassen sich genauso instrumentalisieren wie viele Teilnehmer der PEGIDA. Die zweite Gruppe sind die Politiker, die momentan unfähig sind, die Motivation der PEGIDA-Leute zu verstehen, und somit nicht in der Lage sind, sie entweder politisch korrekt zu mobben oder sie vor den eigenen Karren zu spannen. Da der Zulauf zu den Demonstrationen bislang immer größer wurde, keimt die Befürchtung, daß das etablierte Politiksystem, deren Nutznießer sie sind, ins Wanken gerät, und so laufen sie wie aufgeschreckte Hühner herum. Die dritte Gruppe, die Medien, hat ein ähnliches Problem wie die Politiker. Auch sie können das Phänomen nicht richtig einschätzen und sehen sich zum ersten Mal mit der Situation konfrontiert, selber Partei zu sein – sonst sind sie ja (vermeintlich) neutraler Berichterstatter.

Ein kleiner Versuch der Versachlichung

Es werden gerne Begriffe in den Raum geworfen, ohne genau zu sagen, was damit eigentlich gemeint ist. Ich versuche mal das aus meiner Perspektive.

Islamisierung

Schon im Namen PEGIDA steht der Begriff Islamisierung. Die PEGIDA-Gegner nennen das Unsinn, das gäbe es gar nicht. So, wie ich PEGIDA verstehe, ist damit das Eindringen islamischer Regeln, Werte und Sitten in die öffentliche westliche Gesellschaft (und nicht innerhalb des Privatbereichs) gemeint. Das gibt es natürlich. Wer das bestreitet, mit dem muß man nicht weiterdiskutieren.

Das fängt mit Moscheen an, die an vielen Orten in Deutschland gebaut werden, häufig mit Minaretten, wenn auch zum Glück Muezzine noch nicht zum Einsatz kommen (ich als Atheist finde da Kirchenglocken noch tausendmal erträglicher als das Geplärre aus den Lautsprechern, wie man es in islamischen Staaten hört). Meist werden sie in Rand- und Industriegebieten gebaut und fallen deshalb eher nicht auf, sie sind aber trotzdem Teil der Öffentlichkeit.

Die Angst vor der Scharia ist ein häufig zu hörendes Argument, das von den PEGIDA-Gegnern mit einer Handbewegung vom Tisch gewischt wird. Tatsächlich findet jedoch die Scharia im deutschen Justizsystem Einzug, nämlich im Familienrecht. Dort kann die Scharia zur Anwendung kommen, wenn beide Kontrahenten aus dem islamischen Kultur- und Glaubensraum kommen, mit der islamtypischen Benachteiligung der Frau. Daß sich in Deutschland lebende Moslems immer öfter freiwillig oder auf Druck ihres sozialen Umfelds dem Urteil eines islamischen »Friedensrichters« unterwerfen und das staatliche Justizsystem umgehen, hat sich mittlerweile auch herumgesprochen.

Eine ausführliche Beschreibung der Scharia habe ich auf den Seiten einer deutschen Islamwissenschaftlerin gefunden. Hier kann ich insbesonders den Abschnitt »Scharia – auch in Deutschland?« empfehlen.

Auch das Frauenbild des Islam bekommt immer mehr Einfluß. Das Tragen von Kopftüchern ist allgegenwärtig, die Diskussion um das Tragen von Kopftüchern von Staatsbediensteten und von Burka im allgemeinen hält an. Es gibt mittlerweile in Hallenbädern bestimmte Schwimmzeiten für (islamische) Frauen, das Tragen von Burkinis (Schwimmanzug für muslimische Frauen) in öffentlichen Bädern scheitert noch an den Hygienevorschriften.

Auch die islamischen Regeln zur männlichen Beschneidung und zum Töten von zum Verzehr gedachten Tieren (das quälende Schächten) stehen mittlerweile über Artikel 2 Abs. 2 und Artikel 20a des Grundgesetzes, nicht zuletzt dank Mithilfe der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland, die diesbezüglich ähnliche Vorstellungen wie der Islam hat (bzw. hat der Islam das aus dem Judentum übernommen).

Halal-Produkte, die also aus den gequälten Tieren hervorgegangen sind, findet man immer mehr in normalen Supermärkten und in Dönerbuden (dafür gibt es sogar ein Symbol mit arabischen Schriftzeichen). In Kindertagesstätten werden wohl schon Halal-Speisen angeboten. Wie das in Kindergärten, Schulen und Universitäten ist, weiß ich nicht.

Zuletzt ist noch die freiwillige Anbiederung und Unterwerfung der westlichen Kultur zu erwähnen, wie zum Beispiel die Umbenennung von Weihnachtsmärkten in Wintermärkte oder von Sankt-Martins-Festen in Lichter- oder Sonne-Mond-und-Sterne-Feste.

Man kann natürlich unterschiedlicher Ansicht sein, wieviel die westlich geprägte Gesellschaft das tolerieren kann oder muß. Beide Seiten müssen aber der jeweils anderen Seite ihre Meinung zugestehen.

Kriminelle Ausländer

Es ist ein Fakt, daß in den deutschen Gefängnissen der Ausländeranteil deutlich größer ist als der Ausländeranteil in der Gesamtbevölkerung. Genaue Zahlen lassen sich nicht liefern, da Bund und Länder aus Political Correctness und Verschleierung ungeliebter Tatsachen keine Statistiken darüber mehr veröffentlichen (offenbar seit 2003). Stattdessen werden Zahlen über die Verhältnisse bei Strafverdächtigen unters Volk gebracht, die ja schon allein wegen der Unschuldsvermutung irrelevant sind. In Österreich liegt der Ausländeranteil in Gefängnissen bei rund 50%, die Schweiz sogar bei rund 75%, beinhaltet dort aber auch Leute in Abschiebehaft.

Nichtdurchsetzung des Asylrechts

Die PEGIDA-Anhänger beklagen, daß das Asylrecht nicht konsequent angewendet wird. Ich habe Beiträge von PEGIDA-freundlichen Kommentatoren unter Zeitungsartikel gelesen, die von 500.000 Personen schreiben, deren Asylanträge negativ beschieden wurden, jedoch weiterhin in Deutschland leben. Eine Bestätigung konnte ich dafür bei einer Kurzrecherche nicht finden, jedoch taucht in einem Bild-Artikel die Zahl von 145.000 auf. Wenn aber seit vielen Jahren jährlich eine untere sechsstellige Zahl neuer Asylbewerber in Deutschland eintreffen (in 2014 sollen es 300.000 sein) und Dreiviertel abgelehnt werden, denke ich, daß die Zahl tatsächlich deutlich höher ist.

Unabhängig von den konkreten Zahlen stimmt also der Vorwurf. Statt zu versuchen, im Verborgenen zu mauscheln, was bei der Bevölkerung nicht unentdeckt bleibt und zu großem Mißmut führt, sollte die Politik hier endlich mit offenem Visier und klaren Einwanderungsquoten und -bedingungen agieren, wie es in Kanada oder Australien der Fall ist.

Lügenpresse

Die Medien haben sich ja auch die Political Correctness auf die Fahnen geschrieben. Per Kodex soll mit aller Gewalt verhindert werden, daß die Nationalität bzw. Herkunft eines Straftäters bekannt wird. Früher oder später sickert es aber doch durch bzw. läßt sich nicht weiter verheimlichen, z.B. wenn sich der Tatverdächtige in die Türkei absetzt, wie nach der tödlichen Attacke auf Jonny K. auf dem Berliner Alexanderplatz. Das erzeugt dann aber bei den Konsumenten der Medien einen »also doch«-Effekt und schürt dann alle Ressentiments sowie das Mißtrauen gegenüber den Medien.

Besonders schlimm ist der Öffentlich-Rechtliche Schundfunk. Ich habe noch so halb ein Beispiel im Kopf, wo ich diesen nur schütteln konnte: Ich meine, es wäre in den Tagesthemen gewesen, wo Caren Mioska in der Anmoderation zu einem Beitrag sagte, die Asylanten wären ja hochgebildet und seien eine Bereicherung für Deutschland. In dem Beitrag ging es aber dann darum, junge Asylsuchende auszubilden, z.B. als Bäckergesellen, und um andere Bildungsprobleme. Man muß hier keinen IQ von 200 haben, um diesen Widerspruch zu entdecken und sich hier verarscht vorzukommen. Generell neigt ja der ÖR, Kommentare und Meinungen der Regierung und seiner Vertreter unreflektiert, unnachgefragt durchzureichen, während Kritiker nur kurz oder garnicht zu Wort kommen, was den Vorwurf der »Staatsmedien« untermauert.

Das Vertrauen in die Medien ist tatsächlich grundlegend ruiniert, wie eine von der Zeit zitierte Studie belegt. Sie wurde im Kontext der Ukraine-Krise erstellt, hat also mit PEGIDA nichts zu tun. Interessanterweise steigt das Mißtrauen gegenüber den Medien mit dem Bildungsgrad.

Über einen Twitter-Kommentar habe ich zudem noch diesen schönen Blog-Beitrag eines Ex-DDR-Bürgers gefunden, der sich pressemäßig an die alten Zeiten erinnert fühlt: »Informieren oder missionieren?«. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß sich die BILD als Meinungsmacher sieht, und die anderen Leitmedien inklusive ÖR sehen das vielleicht ähnlich.

Gesammelte Beiträge

Die Presse hat häufig nichts kapiert und beschert der PEGIDA praktisch weiteren Zulauf:

Auch die Politiker gießen noch Öl ins Feuer:

So, das war's erstmal. Erschöpfend kann man das eh nicht behandeln, und man muß sehen, wie sich das entwickelt. Im Moment gibt es eine Online-Petition gegen PEGIDA, die zumindest in einem Punkt auch die Unwahrheit verbreitet (20% Ablehnungsquote bei Asylanträgen in 2014 statt tatsächlicher 70%, wie es auf Seite 9 der verlinkten Statistik, unterste Zeile, letzten beiden Werte, zusammenzählbar ist). Als Reaktion wurde kurz darauf auf dem selben Portal eine Petition für PEGIDA ins Leben gerufen, und beide buhlen jetzt um Klicks. Von mir bekommen beide nichts.

24. Dezember 2014
24

Aus dem Maschinenraum

Nein, der Blog existiert noch. Leider ist nun zum zweiten Mal in kurzer Zeit das Netzteil meines Routers kaputtgegangen, und diesmal hatte ich kein kompatibles mehr herumfliegen. Ich hoffe, das neue hält seinem Preis entsprechend etwas länger…

Übrigens, vorgestern hatte mein Blog das einjährige Jubiläum!

17. Dezember 2014
17

TISA: Neuer geheimer Angriff auf die Souveränität und Grundrechte!

Wären CETA und TTIP noch nicht genug, so wird auf Treiben der Amerikaner ein weiteres Handelsabkommen im Geheimen ausgeknobelt, das die Bürger auf einer ganz anderen Ebene trifft als die Erstgenannten. War bislang nach ersten Enthüllungen Mitte 2014 nur bekannt, daß TISA den Finanzsektor betrifft, soll sich TISA nach den jüngsten Leaks auf eine Vielzahl von Dienstleistungen beziehen.

Kernthema von TISA ist nach meinem jetzigen Verständnis die Globalisierung dieser Dienstleistungen. Ausschreibungen von Behörden müßten dann weltweit erfolgen. Eine Firmenvertretung in dem entsprechenden Land sei dann nicht mehr nötig, um daran teilzunehmen. Das Unternehmen dürfe Mitarbeiter in das Land schicken, um diese Dienstleistung lokal zu erbringen, falls nötig.

Auch die Privatisierung öffentlicher Aufgaben – wie zum Beispiel die Wasserversorgung, die in der EU nach großen Bürgerprotesten vorübergehend vom Tisch ist – soll wohl geregelt werden, auf typisch neokapitalistische Weise: Ist erstmal eine öffentliche Aufgabe privatisiert, soll es mit Hilfe einer Ratchet-Sperrklausel kein Zurück mehr in die staatliche Obhut geben, selbst, wenn die Privatisierung in einem Desaster endet. Ebenso wie bei TTIP sollen Investoren-Schutzklauseln enthalten sein.

Ich habe den Eindruck, der Staat und seine Bürger sollen ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans, um die Reichen dieser Welt noch viel, viel reicher zu machen.

Auch neu bekanntgeworden sind Regelungen für die Datenkommunikation. Nach den Entwürfen müssen persönliche Daten ungehindert von Land zu Land zur Erfüllung der Dienstleistungen wandern dürfen. Dies würde nach Ansicht von Netzaktivisten und Datenschützern einerseits eine massive Absenkung des relativ hohen Datenschutzniveaus in Europa bedeuten. Andererseits könnte die von Verbrauchern und Bürgerrechtlern gewünschte und von einigen Ländern schon umgesetzte Netzneutralität deutlich eingeschränkt werden.

Links:

PS: Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, daß die USA mit Abstand der Schlimmste unter allen Schurkenstaaten auf dieser unsere Erde ist. Und auch bei Platz 2 würde ich mit großer Wahrscheinlichkeit etwas "Westliches" nominieren.

17. Dezember 2014

Die Maut in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!

Die Maut ist jetzt vom Bundeskabinett beschlossen worden. Damit hat nun Merkel endgültig ihr Wahlversprechen gebrochen. Aber was will man von dieser Staatsratsvorsitzenden erwarten, die treu nach den Prinzipien ihres Vor-Vor-Vorgängers Walter Ulbricht handelt. Damals: »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen« und dann kam der »imperialistische Schutzwall«; heute: »Mit mir wird es keine PKW-Maut geben« und nun soll die »Infrastrukturabgabe« kommen. Geschichte wiederholt sich…

Der bisher bekannte Entwurf soll noch abgeändert worden sein. Die Maut soll nun angeblich ohne die »Auto-Vorratsdatenspeicherung« auskommen, aber weiterhin »elektronisch«. Details sind hierzu noch unklar. Die Daumen der Datenschützer zeigen weiterhin nach unten, und das ist auch gut so.

Wie schon berichtet, ist in Schäubles Part der Satz mit der zukünftigen Mehrbelastung gestrichen worden. Aber wohl nur Minderbemittelte werden glauben, daß das eine spätere Belastung auch nur einen Deut unwahrscheinlicher macht.

Ebenfalls nach unten zeigt auch der nicht ungewichtige Daumen der neuen Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Die Reaktionen der Dumpfbacken Dobrindt und Seehofer sind absolut kindisch und oberpeinlich (FAZ, Süddeutsche Zeitung).

Kritik kommt u.a. von den Grünen – u.a. eine köstliche Schimpftirade von Anton Hofreiter auf YouTube – und dem Europaparlament.

Pressekommentare sind zu finden beim Stern, bei der Zeit und der Süddeutschen Zeitung. Letzterer ist sogar der Meinung, daß eine Erhöhung der Maut und damit eine Mehrbelastung der deutschen Autofahrer sehr schnell kommt, wenn ein EuGH-Verfahren in Gang gesetzt werden würde – um dem Gericht den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich traue der Mischpoke sogar zu, daß das genau der Plan ist.

Der Spiegel hat auch noch eine interessante Übersicht von Politiker-Äußerungen über die Maut in den letzten zehn Jahren.