15. Juni 2014
Juni 201415

Dies & Das

Datenschutz/Überwachung/Snowden

Anderes

12. Juni 2014
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Die EU fest im Griff der Gen-Food-Lobby

Der Spiegel hat heute zwei Artikel zu den Gen-Food in der EU veröffentlicht. Bei dem ersten Artikel geht es um Pläne, den Mitgliedsstaaten den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen leichter verbieten zu lassen, eine Art Opt-Out. Das klingt erst einmal gut, ist es aber nicht. Denn die geplante Regelung hat zwei gewaltige Pferdefüße:

Erstens gibt die Neuregelung dem verbietenden Mitgliedsstaat keinerlei Rechtssicherheit, zumindest aus Sicht der Kritiker. Das Gentechnik-Unternehmen, sagen wir mal Monsanto, kann also eventuell dagegen vorgehen. Zudem sei noch eine Regelung in der Diskussion, nach der die Gentechnik-Firmen dem Verbot zustimmen müßten! Das erinnert mich an das geplante Abstimmungsrecht beim TTIP.

Zweitens soll ein Land, das von dem Verbotsrecht Gebrauch macht, das Recht verlieren, in der EU gegen die generelle Zulassung einer gentechnisch veränderten Pflanzenart zu votieren! Beim Schach würde man das jetzt Gabelzug nennen – egal, wie sich ein Land entschiede, die Gentechnik-Firmen gewönnen immer.

Ein zweiter Artikel beleuchtet die Lobbystrategie der Gentechnik-Firmen und kommt zu dem erschreckenden Erkenntnis, daß die Eurokraten nahezu genau das machen, was die Lobbyisten von ihnen wollen. Es geht denen also am Allerwertesten vorbei, was die europäischen Bürger wollen – halt die beste Regierung, die man für Geld kaufen kann.

Bei Greenpeace finden sich auch noch Informationen dazu.

Daß das noch schlimmer geht, zeigt die USA. Ich bin darauf gestoßen, als ich einen Kommentar im Spiegel-Forum fand. Eine kleine Recherche läßt zwar vermuten, daß bei dem Autor das etwas durcheinander geraten ist, nichtsdestotrotz ist die Geschichte erwähnenswert:

Obama hatte im Mai 2013 ein Gesetz unterzeichnet, das spöttisch als Monsanto Protection Act bezeichnet wurde. Damit hätten die Gentechnik-Firmen selbst dann ihren Gen-Müll weiter produzieren und verkaufen dürfen, wenn wissenschaftlich der Nachweis erbracht worden wäre, daß das Zeug zu Krankheiten, Krebs, Erbgutschädigungen usw. beim Menschen führt. Eingebracht wurde das Gesetz von einem Senator namens Roy Blunt, der nachweislich Spendengelder in fünfstelliger Höhe von Monsanto erhalten hat.

Dies ging jedoch selbst den Amerikanern zu weit. Bei Radio Utopie fand ich einen Artikel, daß sich ein massiver Protest in den USA aufgebaut hatte, sodaß bei der notwendigen Verlängerung des Gesetzes der Senat die Zustimmung verweigerte (im Gegensatz zu uns werden in den USA häufig Gesetze mit beschränkter Laufzeit verabschiedet, die dann regelmäßig verlängert werden).

Diese Geschichte sollte doch auch dem letzten die Augen öffnen, wieviel kriminelle Energie und Morallosigkeit diese verabscheuungswürdige Gentechnik-Bande hat.

9. Juni 2014
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Dies & Das

Snowden

Was ich bei dieser Gelegenheit mal loswerden muß: Ich finde die Arroganz der Politiker zum Kotzen: Ich lese immer wieder: Snowden oder Greenwood werden vorgeladen, es werden diverse Forderungen gestellt (wie in dem Interview auch), man erwartet usw. Bitte, was ist Eure Gegenleistung, Ihr Drecksäcke? Ein feuchter Händedruck? Die sind Euch nichts schuldig, nein, Ihr seid denen (und uns) etwas schuldig.

Anderes

5. Juni 2014
05

Dies & Das

5. Juni 2014

TTIP: Neues Instrument zur Unterwanderung der Demokratie geplant

Es ist schon länger bekannt, daß durch TTIP sogenannte Schiedsgerichte eingerichtet werden sollen, die Unternehmen erlauben, Staaten auf millionen- oder gar milliardenschweren Schadenersatz für fiktive Gewinne zu verklagen, wenn neue Gesetzgebungen (zum Beispiel zum Umwelt- oder Verbraucherschutz) die »Business-Modelle« durchkreuzen. Das Problematische daran ist – neben der potentiellen Willkür, Staatsferne und Industrienähe dieser Schiedsgerichte –, daß sich Staaten in ihrer Souveränität und Demokratie beschneiden lassen, in dem sie von vorneherein auf Gesetzesinitiativen verzichten, die mit einem gewissen Klagerisiko verbunden sein könnten.

Das reicht den Leuten, die hinter TTIP stehen, offenbar nicht, wie die Zeit jetzt berichtet.

Demnach soll mit TTIP ein sogenanntes »Regulatory Cooperation Council« (RCC), zu deutsch »Rat zur regulatorischen Kooperation«, eingeführt werden. Diesem aus Wirtschaftsvertretern (d.h. Lobbyisten) bestehenden Gremium sollen nicht nur Gesetzesinitiativen der EU und der US-amerikanischen Regierung vorgelegt werden, nein, sie sollen sogar mit ihnen abgestimmt werden. Und das, bevor irgendein Abgeordneter überhaupt Details erfährt – seien es Abgeordnete von der EU, den nationalen europäischen Parlamenten, oder – in den USA – vom Kongreß oder denen der Bundesstaaten. Die Zeit betitelt das zu recht als Demokratie-Outsourcing und gibt ein Beispiel:

Würde in der EU etwa an einem europaweiten Gesetz zum Verbot von Fracking gearbeitet, könnte sich der neue Rat früh einschalten und die entsprechenden Wirtschaftsvertreter informieren. Noch bevor ein Parlament den Gesetzesvorschlag sähe, könnten im Kooperationsrat RCC die Auswirkungen auf Industrie und Handel besprochen und mögliche Änderungswünsche beschlossen werden.

Was für eine Sauerei, oder?

29. Mai 2014
Mai 201429

Dies & Das – alles muß raus!

Ich muß mal ein bißchen aufräumen. Darum sind auch ein paar nicht mehr so ganz taufrische Meldungen dabei. Die hatten es bislang noch nicht in den Blog geschafft, aber ich wollte sie andererseits auch nicht einfach wegschmeißen.

NSA – Snowden

In den USA ist gestern ein Interview des Senders NBC mit Edward Snowden ausgestrahlt worden. Der FAZ-Artikel zeigt das blamable Verhalten der US-amerikanischen Regierung in dieser Sache auf.

NSA – deutsche Aufarbeitung

NSA – China

Wie schon berichtet, haben die USA fünf Mitarbeiter chinesischer Geheimdienste wegen Spionage angeklagt. Wie vermutet, lassen die Chinesen nicht unbeantwortet. Zuerst forderten sie die Rücknahme der Anklagen, dann erließen sie Sanktionen gegen US-Firmen und jüngst warfen sie den USA Menschenrechtsverletzungen und Förderung von Feindseligkeiten im Internet vor.

Anderes zu Internet und Datenschutz

Sonstiges

26. Mai 2014
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Wahl-Nachlese

24. Mai 2014
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EU: Bitte nicht wählen!

Nein, ich meine natürlich nicht, nicht zur Wahl zu gehen. Solange die Wahl als solche eine echte ist, sollte man wählen gehen. Auch wenn man – wie ich – die Organisation dahinter ablehnt. Da in den allermeisten Wahlverfahren die Nichtwähler nicht berücksichtigt werden (außer evtl. für ein notwendiges Quorum), gilt: Wer nicht wählt, stimmt nicht dagegen, sondern unterstützt den Wahlsieger.

Was ich meine: Bitte nicht CDU, CSU oder SPD wählen!

Denn wer CDU/CSU wählt, der sollte wissen, für was sie stehen:

Und wer die SPD wählt, der bekommt:

Die Grünen sind übrigens auch nicht wesentlich besser, ich wollte jetzt aber für die nicht eine explizite Nichtwahl-Empfehlung abgeben. Sie würden am liebsten die Bundesrepublik auflösen und sich ganz in die Arme der EU ergeben – etwas, was wohl keine andere Partei in irgendeinem EU-Land will, nebenbei bemerkt. Wenigstens bei der Gentechnik und Bürgerrechten haben sie ein bißchen mehr zu bieten.

22. Mai 2014
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Endspurt zur Wahl des sog. EU-Parlaments

Wohl in der Angst, die EU-kritischen Parteien könnten Unruhe in das wohlige Geflecht aus Geben und Nehmen zwischen den Medien und etablierten Parteien bringen, wird hier und da die Propaganda-Maschinerie nochmal auf Hochtouren gebracht.

So zum Beispiel beim Stern. Der bemüht sich zu erklären, daß die bösen Vorschriften doch gar nicht von der EU kämen. Das stimmt natürlich hinten und vorne nicht! Es mag zwar sein, daß das total bescheuerte Glühlampenverbot von dem dicken Gabriel der EU vorgeschlagen wurde, nachdem er das von den auf dem Kopf stehenden Australiern abgeschaut hatte (ein Grund mehr, nicht die SPD zu wählen), oder daß die Gurkenverordnung von der Industrie gewünscht wurde. Dadurch aber, daß die EU das aber mit Mehrheiten beschlossen und umgesetzt hat, muß sie sich diesen Mist anrechnen lassen. Von wem dann die Idee ursprünglich stammte, ist letztendlich völlig egal!

Und daß das Ölkännchenverbot nicht gekommen ist, ist ja kein Verdienst des Europaparlaments, denn ohne den massiven öffentlichen Druck dagegen hätten sie es natürlich durchgewinkt. Ebenso muß sie die wahnsinnige Regelungswut anrechnen lassen. Wieviel millionstel Prozent des Gesamtverbrauchs an Energie werden denn durch das neue Verbot von Kaffeemaschinen, die die Warmhaltefunktion nicht zeitlich beschränken, gespart? Hat die EU für diesen Beschluß nicht selber schon mehr Energie verbraucht, als damit in tausend Jahren eingespart wird?

Auch die FAZ macht bei dem Spielchen mit. In einem langen Artikel versucht sie zu erklären, wie die EU-Bürokratie funktioniert, wie toll sie doch ist und mit welch schwierigen Problemen sie zu kämpfen habe. Zum Abschluß folgt dann noch die Aussage, daß mit der Wahl von EU-kritischen Parteien ja alles noch viel schlimmer werde. Mir kommen die Tränen!

Natürlich wollen die Politiker sich selber und ihren Brötchengeber auch noch ins rechte Licht rücken. So zum Beispiel der EU-Handelskommissar Karel De Gucht, der seitens der EU die TTIP-Verhandlungen leitet. In der Zeit heuchelt er herum und versucht, Nebelkerzen zu werfen.

Ebenso will Merkel noch schnell in der rechten Ecke auf Stimmenfang gehen und macht den Seehofer nach.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch weiterhin kritische Artikel. So beleuchtet der Focus, wie sich der Sozialisten-Kandidat Schulz sich die Taschen vollstopft.

Ein weiterer Artikel des Focus bespricht ein Buch mit dem Titel »Grüne Lügen«, das sich mit der Umweltpolitik der Grünen beschäftigt. Die These ist, daß die Grünen aus parteitaktischen Gründen die falschen Ziele verfolgen und damit der Umwelt mehr schaden als helfen. Zwar hat der Artikel nichts mit der EU als solches zu tun, erscheint aber bestimmt nicht zufällig jetzt gerade.

Der von mir nicht sonderlich geliebte Jan Fleischhauer hinterfragt im Spiegel, was das noch viel mit Demokratie zu tun hat, wenn Juncker und Schulz mehr oder weniger die gleichen Positionen vertreten. Nun ja, wir Deutsche kennen das ja schon mit CDU und SPD im allgemeinen und bezüglich EU-Politik gibt es seit Jahrzehnten schon das Kartell aus CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen. Also alles nichts neues.

19. Mai 2014
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Dies & Das