20. Juli 2014
Juli 201420

Neues zum Transatlantischen Handelsabkommen (TTIP)

Europäische Bürgerinitiative geplant

Rund 150 europäische Organisationen sind im Begriff, eine europäische Bürgerinitiative zu starten. Es gilt, mehr als 1 Millionen Unterschriften aus mindestens sieben EU-Staaten zu sammeln. Los gehen mit der Sammlung soll es im September. Die offizielle Kampagnenseite im Netz ist wohl stop-ttip.org, sie ist momentan noch etwas leer, aber ich denke, daß da noch daran gearbeitet wird. Weitere Informationen findet man auch z.B. bei den deutschen Teilnehmern, z.B. Campact, Mehr Demokratie e.V. oder Attac.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet zu dem Start der Initiative. Ein Problem ist wohl, daß speziell in den südlichen EU-Staaten das Thema TTIP noch nicht die Aufmerksamkeit der Bevölkerung hat, die es verdient.

Auch wenn es nur eine Bürgerinitiative ist und kein Bürgerentscheid (die EU haßt ja Demokratie…), baut das doch erheblichen Druck auf. Ich werde natürlich hier im Blog informieren, sobald die Möglichkeit zum Mitzeichnen besteht.

TTIP & Medien

Trotz der Fußballweltmeisterschaft ist das Thema in den Medien nicht unter die Räder gekommen. Interessanterweise sind mir in letzter Zeit auch keine Jubelperser-Artikel mehr aufgefallen, bei denen der Geruch der Käuflichkeit in der Luft liegt.

17. Juli 2014
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Oh Britannia: »Das ist demokratisches Banditentum, das an einen Schurkenstaat erinnert«

Georg Orwells Dystopie rückt immer näher. Die Briten haben nun tatsächlich ihr »Notstandsgesetz« DRIP (Data Retention and Investigatory Powers) im Eilverfahren im Parlament durchgepaukt. Es hat sich auch bewahrheitet, daß das Eilverfahren dazu genutzt wurde, im Kleingedruckten versteckt die Befugnisse deutlich auszubauen. Insbesonders können die Behörden nun (Telekommunikations-) Unternehmen, die auch im nichtbritischen Ausland tätig sind, zwingen, dort Kommunikationsmitschnitte und Metadaten zu erstellen und an sie auszuliefern, also praktisch zur Auslandsspionage gezwungen werden. Somit kann man Cameron klar als Lügner bezeichnen. Das Zitat in der Überschrift stammt übrigens von einem der eher wenigen Politiker, die gegen dieses Gesetz gestimmt haben.

Meldungen dazu:

Und noch mehr erinnert an 1984: Greenwald hat passend dazu Dokumente aus Snowdens Fundus veröffentlicht, daß das GCHQ nicht nur bis zum Abwinken Daten sammelt, sondern auch versucht, die öffentliche Meinungsbildung zu beeinflussen, zum Beispiel, indem Online-Abstimmungen manipuliert werden. Es berichten der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung.

Außerdem bauen die britischen Polizeibehörden die Gesichtserkennung aus – nicht nur für die von den CCTV-Kameras geschossenen Bilder, sondern auch von Kameras, die von Beamten am Körper getragen werden, wie Engadget berichtet. Big Brother is watching you!

Im Gegensatz zu dem britischen Politiker, der sich an einen Schurkenstaat erinnert fühlt, bin ich der Meinung, daß Großbritannien in vielen Aspekten ein Schurkenstaat ist. Daher:

Liebe Briten, haut doch endlich ab. Am besten nicht nur aus der EU, sondern von der Erde! Zieht auf den Mond oder auf einen weiter entfernten Planeten und baut dort Euer faschistoides Königreich auf!

11. Juli 2014
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Dies & Das

Spionage-Affäre

Snowden

Überwachung

Netzpolitik

PKW-Maut

anderes

7. Juli 2014
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Maut: Mit der CSU zurück ins Mittelalter

Da sind sie nun, die Pläne zur Maut. Seehofers unterwürfigster Diener Dobrindt hat heute geliefert. Dabei sind zwei neue Konzepte ans Tageslicht getreten, die bislang so nicht bekannt waren:

  1. Die Maut soll für alle Straßen gelten, also nicht nur für Autobahnen, und

  2. die Regelung ist in zwei Teile aufgeteilt, zum einen die Maut selber, zum anderen die Neuregelung der Kraftfahrzeugsteuer.

Beides sind Katastrophen, wobei ich für mich noch nicht entschieden habe, welche die größere dabei ist.

Daß die Maut für alle Straßen gelten soll, hat weitreichende Implikationen. Ziel war angeblich gewesen, daß sich kein Ausländer der Maut entziehen können soll, also zum Beispiel auf Bundesstraßen ausweichen kann. Was für den Durchreiseverkehr und den Verkehr tief nach Deutschland hinein irgendwo verständlich sein mag (wenn man von dem generellen Unsinn einer Maut mal absieht), wirft aber natürlich massive Probleme für den sogenannten »kleinen Grenzverkehr« auf. Ausländer aus Nachbargemeinden jenseits der Grenze, die mal kurz in den deutschen Baumarkt, Bäcker, Fleischer, Supermarkt wollen, brauchen plötzlich eine Eintrittskarte für Deutschland. Mit mindestens 10€ wird aus einer Spontanentscheidung eine wohlüberlegte Aktion – oder eben auch nicht.

Dadurch, daß Kommunal- und Landesstraßen nicht dem Bund gehören, wollen die Länder und Kommunen ihren Obulus verlangen. Der eh schon mickrige Topf müßte also viele Mäuler stopfen. Hinzu kommt wohl, daß der Bund den Ländern nicht vorschreiben darf, wie diese Gelder zu nutzen seien. Daß das an die Länder ausgezahlte Geld dann tatsächlich im Straßenbau landet, ist nicht gesichert und meiner bescheidenen Meinung nach – bei den ewig klammen Kassen – eher unwahrscheinlich. Damit wird aber auch gleich das Versprechen gebrochen, daß das Geld ausschließlich für den Straßenbau verwendet werden würde. Wobei dieses Versprechen sowieso nur Blendwerk ist, da der Bund leicht den geringen Anteil, der aus der Mineralöl- und Kfz-Steuer (fast 50 Milliarden Euro laut Bund der Steuerzahler!!!) in den Straßenbau fließt, weiter nach unten anpassen kann, sodaß selbst im Idealfall unterm Strich nicht mehr für die Straßen herauskommen könnte. Außerdem wird die Maut von Dobrindt jetzt als Infrastrukturabgabe bezeichnet. Nun, zur Infrastruktur gehören aber natürlich auch das Schienennetz, die Wasserstraßen und Flughäfen. Wenn der Begriff auch als Verwendungszweck so im Gesetz landen sollte, dann ist der mißbräuchlichen Verwendung Tür und Tor geöffnet – vielleicht für Stuttgart 21, den Berliner Flughafen oder den neuen Bahnhof in Hamburg…

Zuletzt schafft eine für alle Straßen geltende Maut einen Präzedenzfall. Soweit mir bekannt gibt es das in Europa und auch sonst auf der Welt nicht. Neben Maut für Autobahnen gibt es zwar noch welche für besondere Brücken und Tunnel, auch einige Städte (z.B. London) haben eine Maut eingeführt, um des Verkehrskollaps Herr zu werden, aber das hat wohl jeder als Sonderfälle betrachtet. Die vorgeschlagene Maut senkt die Hemmschwelle für neue Mautideen. Warum sollten nicht nur Staaten eine Maut einführen? Warum nicht einzelne Bundesländer, Regionen, Kreise oder Städte? Es ist der Anfang vom Rückfall ins Mittelalter, eine Wiederauflage der Wegelagerei. Das ist irgendwie diametral zu dem, was immer als Vision von einem freien und offenen Europa gepriesen wird, oder nicht?

Die Aufteilung in zwei Gesetze kann man als geschickten politischen Schachzug, ja, fast schon Gabelzug betrachten, zum Leidwesen der Bundesbürger. Das ganze ist ja ein Konstrukt, um einerseits dem Versprechen gegenüber den kleinkarierten, kindlich-naiven CSU-Wählern gerecht zu werden, daß nur Ausländer von der Maut betroffen sein würden, und andererseits der EU Genüge zu leisten, die eine Diskriminierung von Ausländern verbietet. Vorgeblich sind die beiden Gesetze voneinander unabhängig. Solle die EU – die ja nicht zu blöd ist zu erkennen, was da gespielt wird – dem aus irgendeinem Kalkül heraus dennoch zustimmen, so wäre die Bundesregierung später in der glücklichen Lage, das Mautgesetz zu ändern und die Maut zu erhöhen, die Kfz-Steuer aber unverändert zu belassen. Da diese – mit dem Segen der EU – ja bezugsfrei zur Maut wäre (bzw. sein müßte), dürfte es keinen Automatismus geben, welcher die Steuer weiter nach unten korrigiert und das Versprechen somit aufrecht läßt. Der deutsche Autofahrer zahlt damit auch mehr.

Sollte andererseits die EU den Zeigefinger in die Höhe reißen und Njet sagen, dann wäre vermutlich nur die Neuregelung der Kfz-Steuer betroffen, nicht aber das Gesetz für die Maut. Die Maut würde also weiter laufen, die Kompensation wäre dahin. Die Bundesregierung könnte dann auch noch so dreist sein und mit dem Finger auf die EU zeigen, und damit versuchen, den Zorn der Autofahrer dorthin zu lenken. Und so, wie ich die Deutschen mittlerweile einschätze, würde ihr das auch gelingen.

Also wenn die Maut mit diesem Doppelgesetz verabschiedet wird, kann die Bundesregierung gar nicht verlieren.

Heute sind ungewöhnlich viele Artikel dazu publiziert worden, deshalb liste ich sie mal einfach (fast) ohne Kommentar auf:

Spiegel

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Süddeutsche Zeitung

Die Zeit

Stern

Beim Thema Verursachen und Gebühren ist noch viel Luft nach oben. Was dem Bund recht ist, sollte Kommunen billig sein. Warum nicht gleich auch noch eine Hamburg-, Stuttgart- und Berlin-Vignette? Und warum bei Kraftfahrzeugen stehen bleiben? Die öffentlichen Wege werden schließlich auch von Radfahrern und Fußgängern genutzt, ohne daß die einen Cent zum Erhalt beitragen?

Focus

3. Juli 2014
03

Dies & Das

Überwachung

Sonstige Politik

Gesellschaft und anderes

28. Juni 2014
Juni 201428

Dies & Das

26. Juni 2014
26

NSA hat doch Daten aus Deutschland abgezogen

Und zwar mit Hilfe des Bundesnachrichtendienstes. Die haben über Jahre Daten aus einem Internet-Verteilknoten in Frankfurt (höchstwahrscheinlich DE-CIX) abgeleitet und nahezu ungefiltert und in Rohform an die NSA weitergeleitet.

Preisfrage: Wer hat das damals genehmigt? Gehard Schröder und Frank-Walter Steinmeier. Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten! Ich fordere hiermit den sofortigen Rücktritt von Steinmeier, diesem subversiven Element! Und für Schröder die Streichung sämtlicher Apanagen.

24. Juni 2014
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Dies & Das

24. Juni 2014

Neues zu Snowden

Snowden und sein deutscher Anwalt haben erst einmal die Notbremse gezogen und dem Wunsch des Untersuchungsausschuß nach einem »informellen« Gespräch in Moskau eine Absage erteilt (Netzpolitik.org hat hierzu den Wortlaut des Schreibens).

Das ist meiner bescheidenen Meinung nach zwar eine schlechte Lösung, aber die bessere. Denn während dieses informelle Gespräch in Moskau als Vorgespräch angekündigt war, kann ich mir gut vorstellen, daß dahinter ein Plan stand, der weder im Interesse von Snowden noch im Interesse von uns Bürgern war – zum Beispiel, ihn in irgendeiner Form zu diskreditieren oder Gründe zu erfinden, warum eine offizielle Befragung nicht durchzuführen sei. Es bliebe vermutlich bei dieser Alibi-Veranstaltung.

Hinzu kommt, daß der Ausschuß und die Bundesregierung offenbar zu keinerlei Gegenleistung bereit sind. Das ist natürlich entlarvend, denn wären sie wirklich an einer Aufklärung interessiert, dann würde man sich auch etwas einfallen lassen.

In einem anderen Kontext äußerte Snowden auch seine Verwunderung über das Verhalten Deutschlands. Ihm ist offenbar noch nicht klar, daß die Niedertracht der deutschen Politiker der der amerikanischen in nichts nachsteht. Bitter muß für ihn wohl auch sein, daß sich seine Erwartungen nicht erfüllt haben:

»Ich war felsenfest der Überzeugung, daß, wenn die Öffentlichkeit davon erfährt, die Programme nicht fortbestehen würden. Diese waren nicht nur ungesetzlich, sondern auch unmoralisch. Selbst wenn sie in wenigen Fällen wirksam wären, würden sie trotzdem abgelehnt, so, wie wir Folter ablehnen.«

Ich bin immer noch unentschieden, was am Ende herauskommen wird. Es gärt unter der Oberfläche, aber der Druck der Gesellschaften weltweit ist bislang noch nicht groß genug gewesen, um diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Der Überwachungsskandal alleine würde auch im Sande verlaufen. Aber es gibt ja noch viele andere Angelegenheiten, die die Bürger immer weniger bereit sind zu tolerieren. Da fallen mir spontan die völlig verfehlte Geldpolitik in Europa, die Entdemokratisierung und Zentralisierung durch den EU-Apparat, die Entrechtung durch Abkommen wie TTIP, CETA oder TISA oder die Zerstörung der Lebensgrundlagen durch »grüne« Gentechnik oder Fracking ein. Vielleicht kocht der Topf doch mal über…

19. Juni 2014
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Dies & Das

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Netzneutralität

Politik

Sonstiges