TTIP
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Wer hätte das gedacht: Gutachten kommt zum Schluß, daß
TTIP den Weg für Gentechnik im Essen
ebnet.
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Die Organisationen hinter der Unterschriftensammlung gegen TTIP (Stand:
mittlerweile mehr als 900.000 Unterschriften!) haben jetzt ihre Klage
gegen die Ablehnung der Genehmigung des EU-Volksbegehrens eingereicht.
(Zeit, Heise.de)
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Welcher Propagandist setzt die Behauptung in die Welt, Merkel würde
Meinungsumfragen machen lassen und sich davon beeinflussen lassen? Das
kann ja nur eine Lüge sein, wenn man das hier liest und von dem großen Widerstand in der Bevölkerung
gegen TTIP weiß.
Überwachung
Sonstiges
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Fragen an die Bundeskanzlerin sind wohl für unsere Antidemokraten
Majestätsbeleidigung: Die CDU/CSU hat nun erfolgreich verhindert, daß
sich Merkel im Bundestag Fragen stellen lassen muß.
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Zwei Drittel der Bevölkerung finden die Höhe der Zwangsabgaben an den Öffentlich-Rechtlichen Schundfunk für
zu hoch.
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»Edathy«-Gesetz: Die aus der Edathy-Affäre geborene, umstrittene
Verschärfung der Kinderpornographie-Gesetze ist zumindest in den
schlimmsten Punkten korrigiert worden, bevor sie verabschiedet wurde.
(Heise.de, FAZ, Golem.de, Zeit und nochmal Heise.de
zur Verabschiedung durch den Bundestag, mit Kritik von den Linken und den
Grünen).
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Ich bin total entsetzt, was selbst in der »anspruchsvollsten« Schulform, den Gymnasien, so
abgeht. »Pauken von Vokabeln – megaout«, so schreibt der Autor, sodaß
sich englischsprachige Dozenten beschweren, die mit den Schulabgängern
konfrontiert werden: »Die Studenten reden und schreiben durchweg in einem
extrem restringierten Code, stützen sich auf einen Minimalwortschatz und
verstehen flüssig gesprochenes Englisch nicht.«. Über eine mit der Note 1
bewertete Biologiearbeit schreibt der Autor: »Die Lehrerin hat sechs
Fehler angestrichen, 22 weitere ignoriert und in ihren Aufgaben acht
eigene fabriziert.«
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Statt sich um Lesen, Schreiben und Rechnen zu kümmern, steht bei den
Pädagogen das Thema Sexualisierung der Kinder wohl immer noch als
wichtigstes Thema auf der Tagesordnung, mit anhaltender Kritik, wie die
FAZ in zwei Artikeln diskutiert.
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In der Zeit macht sich ein Gastkommentator Sorgen um das Vertrauen der Bürger in die Medien. Sicher hat der Autor recht,
daß eine pauschale Schelte nicht gerechtfertigt ist. Aber vielleicht
müßten die Medien sich auch selber mehr um die schwarzen Schafe in ihren
eigenen Reihen kümmern. Das gilt auch für die Zeit, siehe Joffe/Bittner gegen »Die Anstalt« (ZDF).
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Der Focus will mit der von den Moslems gestreuten Behauptung, der Islam
sei eine friedliche Religion, aufräumen.
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Neue Wendungen in Sachen Leistungsschutzrecht: Unter großem Wehklagen
(»Diskriminierung«) und Ruf nach der Politik
knickt der Axel
Springer-Verlag ein und gestattet Google die kostenlose Nutzung von
Snipplets (siehe auch Zeit), nachdem der von Google kostenlos auf ihre Seiten gelenkte
Verkehr eingebrochen ist. Wohlgemerkt: Nur Google. Alle andere
Suchmaschinen sollen bezahlen, wie der Blogger Stefan Niggemeier schreibt. Das ruft jetzt das deutsche Patent- und Markenamt auf den Plan – wegen
Diskriminierung. Kleine Aufgabe an den Leser und den Axel
Springer-Verlag: Finde den Fehler!
(Leider etwas verspätet, ich hatte die ganze Woche über keine
Zeit…)
Die Katze ist aus dem Sack, und siehe da, es ist eine sehr häßliche.
Dobrindt hat nun offiziell den Gesetzesentwurf zur Maut vorgelegt, und es
stellt sich heraus, daß diese auf Ausländerfeindlichkeit, Neid, Ignoranz
und Kleinkariertheit basierende Maut selber das kleinere Problem
darstellt.
Wichtigster Punkt ist, daß Dobrindt von dem »Pickerl« oder »Vignette«
(wie heißt das eigentlich auf Bürokratendeutsch?) abgekommen ist und durch
ein elektronisches System ersetzen will. Dabei sollen deutschlandweit 300
Mautbrücken plus mobile Scanner eingesetzt werden, die nicht nur
Kennzeichen, Ort und Zeit, sondern auch ein Foto von dem Auto samt Fahrer
und Beifahrer aufzeichnen.
Erklärbar wird diese 180°-Wendung, wenn man Dobrindts Behauptungen, es
gäbe den bestmöglichen Datenschutz und die Daten würden unmittelbar
gelöscht, sofern es sich nicht um einen Mautpreller handele, als falsch und
frech gelogen betrachtet.
Es haben sich, unabhängig voneinander, zwei Juristen den Gesetzesentwurf
angeschaut (siehe Links) und kommen jetzt zum gleichen Schluß:
Tatsächlich werden die Daten aller Autofahrer, auch aller, die mit in
Deutschland angemeldeten Fahrzeuge fahren, erfaßt und bis zu 13 Monate
gespeichert. Also Vorratsdatenspeicherung im Straßenverkehr, und
nach Meinung der Juristen klar verfassungswidrig.
Warum, könnte man sich fragen, werden denn auch die deutschen Autos
gespeichert, wo doch alle deutsche Autobesitzer zwangsweise die Maut zahlen
müssen? Weil dem nicht ganz so ist. Theoretisch kann jemand die Maut
zurückverlangen mit der Behauptung, daß er keine mautpflichtigen Straßen
benutzt habe – so steht es wohl in dem Entwurf drin. Ja, und damit man ihm
das Gegenteil beweisen kann, wenn er am Ende des Jahres den Antrag stellt,
muß man natürlich die Daten über das ganze Jahr sammeln. Und um zu
verhindern, daß solche Anträge nicht wirklich im großen Umfang passieren,
gilt die Maut für die Deutschen auch auf Bundesstraßen (was auch eine
Diskriminierung der Inländer darstellt und in der EU verboten ist).
Man muß schon sehr naiv sein, wenn man glaubt, daß dieses Konstrukt nur
per Zufall in den Entwurf Einzug gehalten hat. Ich gehe davon aus, daß hier
das Innenministerium, die vielen Polizeibehörden und Geheimdienste und die
ganze Law-and-Order-Mischpoke Einfluß genommen hat. Echte
Verschwörungstheoretiker gehen noch einen Schritt weiter. Sie sind der
Meinung, daß die gewünschte Verkehrsüberwachung die einzige Motivation der
Maut ist, genährt durch die Tatsache, daß sich die durch die Autofahrer
generierten Einnahmen gerade mal um lächerliche 1% (in Worten: ein
Prozent) erhöhen. Das ganze Gerede um die Papiervignette sei ein
einziges Ablenkungsmanöver gewesen, um die Hidden Agenda zu
verschleiern. Unter dieser Sichtweise könnte man die Forderung Zierkes nach
dem Zugriff auf die Daten und unmittelbare Zurückweisung durch Dobrindt
auch als abgemachtes Schauspiel zwischen den beiden betrachten, um die
möglichen Zweifel der Zuschauer, äh, Wähler, vom Tisch zu fegen.
Links
Das Gesetz und Analysen dazu
Zeitungsmeldungen
Kritik von Politikern, Amtsträgern, Parteien und Institutionen
Kommentare von Zeitungen, Journalisten und Blogs
Sonstiges
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Die dumme Dobrindt-Maut kommt
voran, die EU sieht plötzlich weniger Probleme. Warum eigentlich? Ich
habe in dem Artikel nichts gefunden, was sich grundlegend zu der ersten
Idee geändert hätte. Einzige Hoffnung: Die Höhe der erwarteten Einnahmen
werden nochmal nach unten geschraubt. Das macht das noch sinnloser als
bisher. Allerdings: Hat das schon jemals einen Politiker gestört? Da
müssen die Aussichten schon massiv in den Abgrund zeigen, wie damals bei
den Transrapid-Projekten. Davon dürfte das aber leider weit entfernt
sein.
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Jetzt weiß ich endlich, wo die ganzen Pädophilen unterkommen. In den
Familien- und Schulministerien, wo sie sich um die Aufklärung von Kindern
in den Schulen kümmern. Die FAZ berichtet, was da so auf den Stundenplan kommt. Für mich ist
da die Grenze zum Kindesmißbrauch überschritten.
Nachtrag: Der Spiegel bringt zu dem Thema einen Kommentar von Jan Fleischhauer. Er resümiert: »Der abweichende
Lebensentwurf wird zur Norm erklärt […] Das Ziel sei es, Heterosexualität
und Kernfamilie zu ›entnaturalisieren‹. […] Nur eine Kleinfamilie mit
Mutter, Vater und Kind sucht man bei ihr [Anm.: der modernen
Sexualpädagogik] vergeblich.«
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Ein moslemischer Deutsch-Türke hat den Kabarettisten Dieter Nuhr wegen
Beschimpfung von Religionsgemeinschaften angezeigt, weil dieser
ein paar Wahrheiten über den Islam kundgetan hat. Auf YouTube gab es eine
Zusammenstellung, die der Auslöser sein soll, sie ist aber
mittlerweile gelöscht worden. Von der ganzen Sache hätte wohl niemand so
wirklich Kenntnis genommen, wenn nicht die Osnabrücker Zeitung diesem
Kerl mit einem ziemlich tendenziösem Artikel auf der Titelseite eine
Plattform gegeben hätte, kurz vor Nuhrs Auftritt gerade in Osnabrück.
Nuhrs Statement dazu: »Ein Land, das solche Zeitungen hat, braucht keine
Islamisten.« Erste Fremdmeldungen zu dem Vorgang kamen z.B. beim Focus oder der FAZ.
Der Deutsch-Türke versucht sich übrigens als Lokal-Politiker,
allerdings mit wenig Erfolg, und steht wohl nicht weit weg von den
Islamisten. Ein von ihm verfaßtes Pamphlet legt nahe, daß er die Demokratie gerade noch als
temporären Zustand akzeptiert, bis die Partei der Anhänger eines
Gottesstaats die Mehrheit erlangt. Es sei natürlich auch die Pflicht
eines jeden Moslems, solch eine Partei zu wählen.
Während das Medienecho groß ist, sei hier noch auf ein Interview mit Nuhr in der Welt und einen
Kommentar in der Süddeutschen
Zeitung verwiesen.
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Auch in Österreich gibt es einen Big-Brother-Award, und der wurde jetzt für 2014 verliehen. Mit dabei als Preisträger ist
wieder die EU mit meinem »Lieblingsprojekt« eCall, der zwangsweise
verordneten Überwachungswanze in allen zukünftigen Autos.
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In der bayrischen FDP, offenbar im Gegensatz zu den anderen
Landesverbänden und dem Bundesverband, schlägt noch ein bißchen das
Bürgerrechts-Herz. Sie will wegen der
Datenweitergabe der deutschen Behörden an die NSA vor dem
Bundesverfassungsgericht klagen.. Dazu paßt auch noch
diese tolle Meldung, daß die
Bundesregierungen 44 Genehmigungen an US-Firmen erteilt haben, in
Deutschland Daten schnüffeln zu dürfen. Skandal!
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Das Bundesverwaltungsgericht hat leider
das Kfz-Kennzeichen-Scannen in Bayern
für legal erklärt. Die Gegner wollen jetzt vor das
Bundesverfassungsgericht ziehen. Das Urteil ruft natürlich gleich wieder
die Trolle von der GdP auf den Plan, die zum x-ten Male
Zugriff auf die Daten der
Mautbrücken verlangen.
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Dazu passend: Nicht nur die Polizei scannt Kennzeichen: Viele private
Unternehmen registrieren Kennzeichen und speichern sie ewig, besonders
Parkhäuser. Datenschutzbeauftragte
wollen jetzt dagegen vorgehen.
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Polizei rät von Zivilcourage ab.
Sanitäter hatte sich in einen Streit zwischen einer Gruppe von
Jugendlichen und einem älteren Mann eingemischt und ist verprügelt
worden. Er hätte lieber die Polizei rufen sollen, so die Polizei. Toller
Ratschlag, echt!
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Auch die Wasserstraßen gehen kaputt, Bootsfahrer sollen auch bald Maut zahlen, und zwar für Schleusen.
Ist aber völliger Unsinn, mehr als ein symbolischer Beitrag wird da nicht
herauskommen, so der Artikel.
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Es gibt eine neue
Smartphone-Applikation (siehe auch
Engadget),
damit die Schüler noch dümmer werden. Mit ihr kann man eine mathematische
Formel abfotografieren, die dann von dem Programm erkannt und berechnet
wird. Auch der Lösungsweg wird angezeigt. So richtig praktisch in einer
Klassenarbeit…
Nachtrag: Hier gibt es ein
Werbevideo dazu.
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Leistungsschutzrecht: Die meisten Verlage kapitulieren, selbst der Axel-Springer-Verlag
– zumindest teilweise.
Fefe hat den Link zur
Original-Presse-Mitteilung der VG-Media.
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Das Gezeter der VG Media um das sog. Leistungsschutzrecht wird immer
peinlicher. Da Google lieber die Trefferanzeige reduziert, als sich von denen auspressen zu
lassen, flennt und stampft VG Media nun herum wie ein kleines Kind,
das seinen Willen nicht durchgesetzt bekommt, und ruft nach dem
Bundeskartellamt. Und das, obwohl das Bundeskartellamt schon ziemlich
deutlich hat durchblicken lassen, daß sie Google nicht in der Pflicht
sieht, den Forderungen nachzukommen. FAZ, Golem.de und Heise.de
berichten.
Die FAZ erwähnt, daß in Ermangelung eines Erfolges bei Google die VG
Media sich nun an den kleineren Nutzern zu schaffen macht, wie zum
Beispiel der Suchmaschine Tersee, die
mir bislang unbekannt war. Die will aber laut
firmeneigenem Blog auch keine Lizenzgebühren abtreten, sondern
fordert stattdessen die VG Media auf, ihr zu erklären, wie denn die nach
Gesetz zulässige (kostenlose) Zitierung via »einzelner Wörter und
kürzester Textausschnitte« konkret aussieht. Ich bin gespannt!
Golem.de berichtet zudem, daß die SPD-Pfeife Gabriel auf der Seite der
gierigen Medienunternehmer steht. Na ja, Sachverstand war noch nie eine
SPD-Stärke.
Nachtrag: Die FAZ berichtet von einer Reaktion seitens Google auf die Beschwerde.
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Die Finanzpolitik der EZB ist vielen, insbesonders deutschen Bürgern,
ein Dorn im Auge, denn sie fürchten sich um ihr Erspartes. Beim
Europäischen Gerichtshof wird nun seit wenigen Tagen über die Kompetenzen
der EZB bzw. deren Grenzen verhandelt. Ausgangspunkt ist die Klage gegen
den ESM vor dem Bundesverfassungsgericht. Der hat zwar schon geurteilt
(und betrachtet das aktuelle Handeln für außerhalb des Rechtsrahmens),
hat aber gleichzeitig das EuGH angerufen. FAZ und Spiegel berichten, wobei Spiegel auch noch über mögliche Ausgänge
und deren Konsequenzen spekuliert.
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Während 250 Organisationen noch Unterschriften gegen TTIP sammeln – und
das nach meinem Eindruck sehr erfolgreich –, tagt in Berlin der
Petitionsausschuß über eine Petition gegen TTIP (die ich übrigens mitgezeichnet habe). Dabei
kommt auch die Bundesregierung zu Wort, wie
Heise.de berichtet. Sie wurde
vertreten durch die ehemalige Justizministerin Zypries und diese
glänzte nur durch den üblichen Propaganda-Müll und die
Herabwürdigung der Gegner via »diffuser Ängste«, obwohl deren Ängste
eigentlich sehr konkret sind (Gen-Dreck, Chlor-Huhn und mit Medikamenten
und Hormonen vollgestopftes Fleisch, Fracking, Privatisierung von Wasser,
Schiedsgerichte usw.). Heise-Foristen erinnern übrigens an die
Schandtaten dieser Frau, als sie Ministerin war, z.B. als Lobbyh… der
Muskindustrie, bei Software-Patenten und Internet-Sperren, ohne zu wissen, was ein
Browser ist. Allgemein sind die Forumsbeiträge zu diesem
Heise-Artikel sehr lesenswert.
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Der Spiegel hat sich gefragt, was aus der Medienzensur in Ungarn geworden ist. Bei den
öffentlich-rechtlichen Medien funktioniert sie schon ganz hervorragend,
und im Moment sind die privaten Medien im Visier! Und was macht die
EU? Nichts! Werden so die immer so beschworenen »gemeinsamen Werte«
und die »Freiheit« in Europa verteidigt? Eine Schande ist das!
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Forscher haben erfolgreich ein Modell eines Smart-Meter gehackt, das in Spanien millionenfach eingesetzt
wird. Was kann man damit schönes machen? Zum Beispiel den Nutzer,
aber auch dessen Nachbarn ausspionieren, wieviel Strom sie gerade
verbrauchen, und daraus schließen, ob sie da sind (für Einbrecher
bestimmt hochinteressant). Oder einfach die Kennung fälschen, sodaß der
Strom von anderen Nutzern bezahlt wird.
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Ich hatte neulich schon vom Chef des FBIs, James Comey, berichtet und
seiner Abneigung gegen die bald obligatorische Verschlüsselung bei Apple-
und Google-Telefonen. Nun hat er diese Position wohl offenbar noch
ausgeweitet und verlangt laut Zeit offiziell Hintertüren und zwar überall, nicht nur bei
Mobiltelefonen.
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Die US-Amerikaner verhandeln ja nicht nur mit Europa über
»Handelsabkommen«, sondern zum Beispiel auch mit dem asiatischen Raum.
Dort heißt es TTP, und
Heise.de berichtet, was dort so
auf deren Wunschliste steht: Kriminalisierung privater
Copyright-Verstöße, 100 Jahre Schutzfrist(!) nach Tod des Werkschöpfers
(d.h. es könnten dann noch drei Nachfolgegenerationen davon leben!),
verlängerte Patente, Trivialpatente, »Export von Hackerparagraphen«.
Alles, wovon Großunternehmen profitieren.
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Manchmal haben Regierungen und Parlamente lichte Momente, in denen sie
richtungsweisende Gesetze verabschieden. So zum Beispiel Frankreich, wo
die sogenannte
geplante Obsoleszenz nun als Betrug gewertet wird (via
Fefe). Hierbei geht es um
die absichtliche Fehlkonstruktion von Produkten, z.B. der Einbau von
Schwachstellen/Sollbruchstellen, durch die Hersteller, damit die Produkte
früher als eigentlich notwendig kaputtgehen und ersetzt werden müssen,
was letztendlich zu mehr verkauften Einheiten führt.
Damit soetwas Positives aber nicht zur Gewohnheit wird, hat Frankreich
diese Tage auch ein deftiges
Anti-Terror-Paket verabschiedet. Pässe können eingezogen werden,
heimliche Online-Durchsuchungen, inklusive der Manipulation von Rechnern,
sind erlaubt und die Herausgabe von Paßwörtern kann erzwungen werden.
Bürgerrechtler kritisieren das Paket heftig, sie sehen die gesamte
Bevölkerung zu Terrorverdächtigen gemacht.
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Da kann die CDU/CSU natürlich nicht nachstehen.
Auch sie plant ein neues
Anti-Terror-Paket. Neue Ideen haben sie aber nicht wirklich.
An alle meine (zwei? drei?) Leser: Bitte am kommenden Samstag, dem
11. Oktober 2014, mitmachen und gegen TTIP und CETA unterschreiben,
entweder in der realen Welt, z.B. bei den Aktivisten und Freiwilligen von
Campact
(Karte
mit Standorten), oder im Internet, z.B. bei
Attac oder auch bei
Campact. Auch kann man sich dort Unterschriftenlisten herunterladen,
ausdrucken und dann selber sammeln, wenn man will.
Hintergrund: Wie schon in diesem Blog berichtet, haben sich in der
EU 250 Nichtregierungsorganisationen (wie die beiden oben erwähnten)
zusammengeschlossen, um eine EU-Bürgerinitiative gegen TTIP zu starten. Die
EU-Kommission hat aber dieser Bürgerinitiative mit recht zweifelhaften
Argumenten vorerst einen Strich durch die Rechnung gemacht und sie nicht
zugelassen. Während die Organisationen diese Entscheidung juristisch vor
dem EuGH anfechten, haben sie eine eigene Unterschriften-Aktion gestartet.
Am obigen Stichtag, also am 11. Oktober, wollen die 250 Organisationen in
allen EU-Ländern zusammen eine Millionen Unterschriften sammeln und
natürlich auch gerne mehr, um ein Zeichen zu setzen. An Euch liegt es
nun, daß das gelingt!
Datenschutz & Überwachung
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Kennwort Eikonal: Neues im Überwachungsskandal, und SPD-Fatzke
Steinmeier mittendrin. Wie jetzt die
Süddeutsche Zeitung aufgedeckt hat,
hat der BND nun doch beim DE-CIX massiv Daten abgegriffen und teilweise
ungefiltert an die Amis weitergegeben. Und das wurde von Steinmeier in
seiner Zeit als Kanzleramtsminister abgenickt. Die SZ hat dazu auch noch
einen weiteren Artikel
veröffentlicht sowie einen Kommentar
von Heribert Prantl, der hier einen klaren Verstoß gegen die
Grundrechte sieht. Laut Golem.de ist die Weitergabe dann eingeschlafen, weil dann der BND
doch angefangen hat zu filtern (und die NSA vielleicht zwischenzeitlich
bessere Quellen hatte).
Aber da die Medien und die Politik mittlerweile abgestumpft sind, ist
das Thema leider nach ein paar Tagen auch schon wieder aus der
öffentlichen Wahrnehmung verschwunden, außer vielleicht bei den üblichen
»Verdächtigen« wie Sascha Lobo. Man kann nur hoffen, daß die Linken und die Grünen
im NSA-Untersuchungsausschuß sich Eikonal auf ihre Arbeitsliste gesetzt
haben…
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Schöne neue Big-Brother-Welt der Elektromobilität. Als Fahrer eines
gewöhnlichen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor habe ich mich schon immer
gefragt, wie das mit der Abrechnung bei gelegentlich zu findenden
Ladesäulen funktioniert: Offenbar gibt es einen
Standard, mit dem sich das Auto bei
der Ladesäule identifiziert. Zusammen mit der geringen Reichweite
dieser Fahrzeuge und der damit verbundenen Notwendigkeit, diese möglichst
oft dort anzustöpseln, ergibt sich jenseits von eCall und anderem
mobilfunkgestützten Auto-Equipment eine weitere Möglichkeit des
Trackings. Nutzer sollten alarmiert sein und sind es – laut Artikel –
auch. Ein Grund weniger, sich soetwas zu kaufen.
Politik
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Wie zu erwarten, blockt die Koalition Versuche der Opposition, den Bundestag transparenter zu machen. Die SPD demonstriert hier
auch wieder das typische Verhalten aller Parteien, beim Wechsel
von der Oppositions- auf die Regierungsbank ihre Ansichten um 180° zu
drehen. Liebe Wähler, behaltet immer im Hinterkopf, daß letztendlich 95%
aller politischen Positionen – egal ob bei Schwarz, Grün, Gelb oder Rot –
Verhandlungsmasse oder gar nur Blendwerk mit nichts dahinter sind.
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Daß Politiker keine Vorbilder sind, ist hinlänglich bekannt. Wenn aber
ein Verfassungsorgan sich selber nicht an Recht und Gesetz hält, ist das
schon ein Skandal. Wie sich jetzt herausstellt, hat die Verwaltung des
Bundestages die Leute, die die Besucher durch den Bundestag führen,
illegal als (Schein-) Selbständige
beschäftigt. Die Rentenversicherung fordert jetzt vom Bundestag
Nachzahlungen in Millionenhöhe.
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Ein weiterer kritischer Kommentar zu dem umstrittenen geplanten Gesetz
gegen Kinderpornographie von Justizminister Maas ist in der FAZ erschienen.
Sonstiges
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Salafisten greifen demonstrierende Kurden an. Wenn der Spiegel
nichts weggelassen hat, können also hier in Deutschland Salafisten mit
schweren Eisenstangen und Macheten Teilnehmer einer angemeldeten
Demonstration angreifen, ohne dafür festgenommen zu werden. Wo leben
wir denn? Meiner Meinung ist es überfällig, daß die salafistische
»Glaubensrichtung« vom Verfassungsschutz als terroristische und
verfassungsfeindliche Vereinigung klassifiziert wird und deren
Anhänger entsprechend behandelt werden. Aber bei unseren Weicheiern und
Gutmenschen in der Politik wird das nicht passieren. Denn im Namen der
Religion darf man hier ja alles – von Tierquälerei durch Schächtung bis
zur Verstümmelung von Jungen bei der Beschneidung.
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Mehr zum Salafismus: Während die Gutmenschen es mit Sarrazin leicht
haben, da er nicht unbedingt ein Sympathieträger ist und sich teilweise
etwas weit aus dem Fenster gelehnt hat, gelingt ihnen das mit Buschkowsky
hoffentlich nicht. Hinter seinen Aussagen zu der islamischen
Parallelgesellschaft steht seine jahrelange Erfahrung als
SPD-Bezirksbürgermeister in Berlin-Neukölln. Der Focus bringt ein
Interview in Zusammenhang mit seinem neuen Buch »Die andere
Gesellschaft«. Er warnt: »Salafisten wollen uns ins frühe Mittelalter zurückbeamen«.
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Endlich fängt mal eine Stadt an, gegen diese unsäglichen Laubbläser
vorzugehen.. Sie sind nicht nur laut, sondern schaden auch Flora und
Fauna, sie produzieren selber ungesunde Abgase und wirbeln viel Feinstaub
auf.
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Vorboten für CETA, TTIP & Co? EU macht kanadisches Öl, das aus Teersand gewonnen wird,
hoffähig. Wem das nichts sagt: Die Gewinnung von Öl aus Teersand ist
eine riesen Umweltsauerei, die große verseuchte Landstriche hinterläßt,
auf denen nichts mehr wächst.
Der Pfuscher im Verkehrsministerium, Dobrindt, will nach jüngsten
Berichten der DB AG mit einem »Lex Stuttgart 21« helfen, ein juristisches
und finanzielles Fiasko zu vermeiden. Speziell geht es darum, daß vor
dem geplanten Abriß des alten Kopfbahnhofs dieser und die dazugehörenden
Zulaufstrecken erstmal entwidmet werden müssen. Dies geht aber nur, wenn
niemand mehr daran interessiert ist, was aber nicht der Fall ist. Es hat
sich zwischenzeitlich ein Bündnis privater Eisenbahnunternehmen gebildet,
das Bedarf angemeldet hat, weil die Unternehmen sich durch den neuen
»Kellerbahnhof« benachteiligt sehen – wegen der geringeren Kapazitäten (was
immer noch offiziell bestritten wird, aber als bewiesen gilt) und der
Tatsache, daß der zukünftige Bahnhof und die Tunnel nicht mit
Dieselfahrzeugen befahren werden dürfen, sondern nur mit elektrischen. Das
Bündnis hat angekündigt, das notfalls auch juristisch durchzusetzen, und
die Erfolgsaussichten werden allgemein als gut bis sehr gut betrachtet.
Neben der juristischen Niederlage hätte das für die DB AG erhebliche
finanzielle Konsequenzen: Sie müßte einerseits die Infrastruktur
weiterbetreiben und andererseits den schon eingestrichenen Verkaufserlös
samt Zins und Zinseszins zurückzahlen – ein hoher dreistelliger
Millionenbetrag.
Der Plan von Dobrindt sieht vor, die Verfahren zur Stillegung von
Strecken und Bahnhöfen massiv zu vereinfachen. Das Unternehmen, dem die
Infrastruktur gehört, benötigt dann keine Genehmigung vom
Eisenbahnbundesamt mehr, welches zur Zeit den Nichtbedarf der Infrastruktur
prüfen muß, sondern soll die Stillegung lediglich dort anzeigen müssen.
Neben dem offensichtlichen »Nutzen« für Stuttgart 21 sehe ich aber auch
noch einen erheblichen Kollateralschaden. Die DB AG ist bekannt dafür, daß
sie die Eisenbahn eigentlich nicht mag und Kunden schon gleich gar nicht.
Sie will lieber asiatische Container-Terminals kaufen und sonstwie im
internationalen Transport-Business agieren, statt den heimischen
Eisenbahnverkehr zu einer Erfolgsgeschichte zu machen – so wie es die
Schweizer demonstrieren. Mit diesem Gesetz würde die Bundesregierung dieser
fatalen Handlungsweise Tür und Tor öffnen. Nebenstrecken und
Industrieanschlüsse sind aus der kurzsichtigen Sicht der DB AG unrentabel,
vermutlich kein »Shareholder Value«. Ähnlich wie sich kleine Quellen zu
reißenden Strömen zusammenfügen, sind sie jedoch nicht unerhebliche
Zulieferer für den Personen- und Güterfernverkehr auf den Magistralen,
deshalb muß man sie aus meiner Sicht auch erhalten, wenn sie für sich
gesehen defizitär sind. Auch würde das Gesetz den Ausbau von Weichen, den
Abbau von Ausweichgleisen und den Rückbau auf eingleisige Strecken noch
erheblich beschleunigen und damit das tägliche Chaos auf den Schienen noch
deutlich vergrößern.
Ich bin mittlerweile schon soweit, daß ich mir den Ramsauer
zurückwünsche. Das war zwar auch eine große Pfeife, aber Dobrindt fährt
unsere Infrastruktur, ob Bahn oder Straße, mit durchgetretenem Gaspedal vor
die Wand.
Nachtrag: In einem Eisenbahnforum fand ich eine
Diskussion über den Gesetzentwurf. Ein Forist hat offenbar
Insider-Kenntnisse, zitiert die Änderungen und bestätigt, daß Stuttgart 21
die Triebfeder ist. Was für eine Bananenrepublik!
TTIP/CETA
Überwachung/Snowden
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Edward Snowden hat den sogenannten Alternativen Nobelpreis
bekommen. Gratulation! Allerdings sinken meiner Meinung nach damit
die Chancen, daß er auch den echten bekommt. Denn jenseits der
Frage, ob Snowden einen verdient oder nicht, wird sich das Norwegische
Komitee doch nicht auf die gleiche Stufen stellen…
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Die Linken und die Grünen ziehen
jetzt vor das Bundesverfassungsgericht, um die Vernehmung Snowdens in
Deutschland zu erzwingen. Um die Blockadehaltung der Bundesregierung
(z.B. Maulkorb für Datenschützer,
extensive Schwärzung von
Dokumenten) zu durchbrechen, ist eine weitere Klage geplant.
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Wer hätte das gedacht: Die Amerikaner überwachen deutsche Soldaten, die
in gemeinschaftlichen deutsch-amerikanischen Ausbildungsstätten in
Deutschland ausgebildet wurden. Die Überwachung ist schon 2007
aufgefallen und von Deutschland als illegal eingestuft worden. Dann kam
das »Große Amerikanische Ehrenwort Erster Klasse«, daß sie damit aufhören
würden. Taten sie aber nicht.
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Sowohl Apple als auch Google sind dabei, in ihren neuesten Versionen
ihrer Mobiltelefonbetriebssysteme die Nutzerdaten standardmäßig zu
verschlüsseln. Der Chef des FBIs, James Comey, glaubt offenbar, schon in
einem Polizeistaat zu leben, in dem er definiert, was Gesetz ist. Anders
kann man folgende wirre Aussage wohl nicht erklären: Comey könne nicht
verstehen, daß Apple und Google das
»ausdrücklich als etwas vermarkten,
was Leuten erlaubt, sich über das Gesetz zu stellen«. Hallo? Über
welches Gesetz? Ist Verschlüsselung in USA jetzt verboten, sind die
Bürgerrechte in USA schon aufgehoben, oder was quatscht der? Natürlich
werden sogleich auch wieder die Kinder als Opfer vorgeschoben
(Pädophilie), wie es in diesen Personenkreisen so üblich ist. Siehe auch
Ars Technica und Golem.de.
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Apropos Polizeistaat: Die ganzen (Ex-) Commonwealth-Staaten haben ja
eine Faszination für die Law-and-Order-Doktrin und orwellsche Phantasien.
So ist gerade Australien dabei, sich neue
Überwachungsgesetze mit weitreichenden
Befugnissen, inklusive Manipulation von Computern, zu geben.
(Aktualisierung).
Nachtrag: Heute beschlossen worden,
inklusive Straferhöhung für Wistleblower: Die Terroristen haben
gewonnen, schreibt der Sydney Morning Herald. Und auch hier gilt: Wer
hat die Australier verraten? Sozialdemokraten! Die sitzen dort in der
Opposition und haben dem zugestimmt!
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In mehreren Bundesländern, so jetzt auch in Hamburg,
tragen die Polizisten versuchsweise
Schulterkameras, noch unter starken Einschränkungen dank der
Datenschutzbehörden (gibt sich bestimmt noch im Laufe der Zeit…). Ich
wette, wenn solche Kameras bei Verfehlungen des »Freunds und Helfers«
dabei sein sollten, daß die dann plötzlich aus oder kaputt waren oder das
Video ganz versehentlich gelöscht wurde. Das passiert ja bei anderen
Polizeikameras auch immer wieder…
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Österreich: Weitere NSA-Abhörstation
in Wien demaskiert.
Sonstiges
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Leistungsschutzrecht: Google reduziert Referenztext auf Überschrift. Macht doch lieber
Nägel mit Köpfen und schmeißt die endlich komplett heraus!
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Münchens zweiter Bürgermeister wettert weiter gegen Limux, das
bisher sehr erfolgreiche Projekt zur Nutzung von Linux statt Microsoft
Windows in der Münchener Verwaltung. Na, da ist wohl mal Microsoft
vorstellig geworden. Dazu muß man wissen, daß
Microsoft größter IT-Lobbyist in
Brüssel ist. Ich glaube, da wird dann der Topf für Deutschland auch
nicht ganz leer sein…
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Ein Artikel über die desolate Finanzlage Nordrhein-Westfalens.
Ein riesiger Schuldenhaufen, der schon von Johannes Rau verursacht wurde.
Und die aktuelle Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist unfähig und/oder
unwillig, die Situation wesentlich zu verbessern.
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Öffentlich-rechtlicher Schundfunk: Viel Geld einsacken,
Staatspropaganda senden und dann großes Schweigen und
Verständnislosigkeit auf Kritik. FAZ und Spiegel berichten.
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Mehr zum Schundfunk: Ich mag zwar Jauch als Moderator von »Wer wird
Millionär«, aber als Journalist und Leiter von Talkrunden ist er meiner
Meinung nach völlig ungeeignet und überfordert. Ein Beispiel gefällig?
»Günther Jauch« zum Thema Islam im ARD. Ich hab's selber nicht
gesehen, kann es mir aber vorstellen…
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Die Maut ist offenbar laut FAZ nicht mehr genug in den Köpfen der Regierigen. Die Autofahrer
– die Melkkuh der Nation!
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Wir wissen ja, daß Dobrindt langsam durchknallt. Das könnte ihm jedoch
das politische Genick brechen (und dem Steuerzahler viel Geld kosten):
Ohne Ausschreibung bekommt Toll Collect eine Verlängerung.
Konkurrenten wollen klagen.
Dobrindt ist offenbar für jedes Schwachsinnsprojekt zu haben, so auch
für die Mega-/Gigaliner. Die deutschen Bürger wollen mehrheitlich diese
Monstertrucks nicht auf den Straßen sehen, selbst in der EU denkt man
mittlerweile um.
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Ich hatte auch schon darüber geschrieben: Der Spiegel bringt einen
Bericht um Bemühungen, den Bundestag ein wenig zu seiner ursprünglichen Funktion
zurückzubringen. Bislang recht erfolglos: Der Staatsratsvorsitzenden
eine Frage zu stellen, deren Antwort sie nicht von einem Blatt Papier
ablesen kann, sei für die Christlich-»Demokratische« Union
indiskutabel.
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Ich bin offenbar nicht der einzige, der Zweifel an der rechtmäßigen Durchführung des
Unabhängigkeitsreferendums in Schottland hegt. Das Gezeter um die
Zugeständnisse an die Schotten geht auch schon los.
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Leider ist auch das katalanische Referendum erstmal auf Eis aufgrund einer
einstweiligen Verfügung des spanischen Verfassungsgerichts.
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Wenn Verbrecher in Deutschland vor der Justiz sicher sein wollen,
dann brauchen sie sich nur einer anderen Sprache als Deutsch zu
bedienen.
TTIP, CETA etc.
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Netzpolitik.org hat sämtliche CETA-Dokumente veröffentlicht! Jetzt braucht es nur
noch jemanden, der die Bürokraten-Juristen-Sprache auch versteht!
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Nettes »Motivations-Video« von
Campact (bitte
mitmachen!).
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Die EU würgt mit fadenscheiniger Begründung das Bürgerbegehren gegen
TTIP ab. Bericht auch von der
Süddeutschen Zeitung. Die Zeit
veröffentlicht dazu einen Kommentar: »taktisch geschickt, politisch dumm«.
-
Merkel soll ja angeblich dem Volk auf’s Maul schauen und viel auf
Meinungsumfragen geben. Aber irgendwie paßt das nicht mit meiner
Wahrnehmung zusammen. Meines Wissens bin ich nicht der einzige in
Deutschland, der gegen TTIP ist, sondern habe den weitaus größeren Teil
der Bürger auf meiner Seite. Dennoch wird Mutti nicht müde, TTIP als das Beste seit geschnittenem Brot zu verhökern.
Offensichtlich sind die Menschen da unten auf der Erde einfach nur
zu blöd und haben nicht die göttliche Weisheit und Weitsicht Merkels im
Olymp. Und: »rote Linien würden nicht überschritten« – natürlich
nicht, kennen wir schon: Man verschiebt sie bloß, siehe Merkel &
Schäuble in der Finanzkrise…
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Gabriel, dem Verräter (nicht nur) in Sachen CETA und TTIP, kommt
erfreulicherweise heftiger Gegenwind aus der eigenen Partei, wie der
Spiegel berichtet. Er versucht, mit Beschwichtigungen aus der Sache herauszukommen. Meine
Einschätzung: Das wird ihm auch gelingen, denn bis jetzt ist die SPD
immer umgefallen.
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Ein Gastbeitrag der ehemaligen SPD-Bundesjustizministerin
Däubler-Gmelin. Sie hält TTIP für verfassungswidrig und meint, man müsse notfalls vor
Gericht ziehen. Ich hoffe, das tut sie dann auch im richtigen Moment.
Internet/Medien
Sonstiges
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In Deutschland gab es mal wieder einen Blitzmarathon. Allerdings habe
ich kaum mehr einen positiven Kommentar dazu gelesen. Die meisten Leute
und Medien betrachten das nur noch als Maßnahme, um das Staatssäckl ein
bißchen zu füllen, und die wenig für die Sicherheit bringt. Auch die Erhöhung der geblitzten
PKWs von 83.000 im Jahr 2013 auf jetzt 93.000 (und das noch bei weniger
Personal) deutet zudem nicht auf einen Erziehungseffekt hin.
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Die Gutmenschen von den Grünen finden – zumindest teilweise – es auch
nicht amüsant, wenn sie mal ihre eigene Politik selber erleben, z.B. bei
der Besetzung der Berliner Parteizentrale durch Flüchtlinge. In den
dazugehörenden Leserkommentaren fand ich auch einen Link zu einem
Artikel, daß bei einem Herrn Özdemir auch Reden und Handeln bisweilen diametral sind.
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In Bayern ist es nun amtlich, daß eine Bäuerin und CSU-Stadträtin in
Geiselhöring unter Ausnutzung ihrer aus dem EU-Ausland stammenden und
somit wahlberechtigten Erntehelfern Wahlbetrug begangen hat, um sich und ihre Angehörigen zu
protegieren.
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Die Lex Edathy ist da. Vielleicht in der Absicht, den Namen der SPD
reinwaschen zu wollen, hat SPD-Bundesjustizminister Maas in einem Anfall
von Aktionismus einen Gesetzentwurf zur Verschärfung des
Sexualstrafrechts vorgelegt (Spiegel (Kommentar), Zeit, SZ, FAZ) und dafür viel Kritik geerntet, zum Beispiel vom Deutschen
Anwaltverein. Während die Verlängerung der Verjährungsfristen sicherlich
sinnvoll ist, wird die Definition von Kinderpornographie noch skuriler
und vor allem unschärfer denn je. Waren bislang schon
Anscheinskinderpornographie (junge Erwachsene, die bei manchen den
Eindruck erwecken könnten, sie seien noch nicht volljährig), Zeichnungen
und Anime auf dem Index, so kann demnächst jedwede unbekümmerte Nacktheit
als Kinderpornographie gewertet werden. Eltern, die ihre nackt spielenden
Kinder im Garten oder am Strand für das Familienalbum fotografieren,
stehen schon mit einem Bein im Gefängnis, vor allem, wenn auch noch
fremde Kinder dabei sind und deren Eltern nicht um Erlaubnis gefragt
wurden. Foristen vergleichen das mit amerikanischer Prüderie und
bezeichnen Maas als »Scharia-Demokraten«…
Weiterhin sollen nicht nur derartige Bilder kriminalisiert werden,
sondern auch »allgemein das unbefugte Herstellen, Weitergeben und
Verbreiten von Bildaufnahmen, die geeignet sind, ›dem Ansehen der
abgebildeten Person erheblich zu schaden‹« wie
Heise.de schreibt. »Derlei
demütigende Bilder, die etwa auch bei einer privaten Party oder einer
öffentlichen Demonstration entstanden sein könnten, ›befinden sich oft
jahrelang im Netz und können daher eine große Belastung für die
Betroffenen sein‹«.
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Die FDP hat es immer noch nicht geschnallt, warum das passiert, was mit
ihr passiert. Da holen sie sich halt mal Hilfe. Das könnte ja richtig
sein. Aber nicht, wenn es sich dabei um eine Unternehmensberatung wie die
Boston Consulting Group handelt!!! Die kommen zum Schluß: An den Inhalten liegt es nicht. Tja, könnte man von denen
erwarten, daß sie die unerträgliche Fokussierung auf den in weiten Teilen
der Bevölkerung als desaströs betrachteten Wirtschaftsneoliberalismus
kritisieren? Nein.
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EU-Kommissar Kallas konkretisiert die
Kritik an der Dobrindt-PKW-Maut.
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US-Grundschullehrer können einfach so Waffen mit in die Schule nehmen.
Da kommt es schon mal vor, daß man sich
in den Fuß schießt
(via Fefe). Na ja, das
nächste Mal ist es dann vielleicht nicht so schmerzhaft für den Lehrer
und es trifft bloß ein Kind…
Da sind die Schotten gebrochen… Die Schotten wollen also weiterhin
die Underdogs der Engländer und des Neokapitalismus sein. Mit 55 zu 45
Prozent haben sie sich gegen eine Abspaltung entschieden. Wobei, können sie
sich sicher sein, daß die Wahl nicht gefälscht wurde? Hatten die
Snowden-Dokumente nicht die Behauptung GCHQs aufgedeckt, sie könnten auch
Wahlen manipulieren? Und wäre die Gefahr einer Abspaltung nicht Grund genug
dafür gewesen?
Und ich bin auch noch sehr gespannt, wieviel von den Versprechungen, die
vom Rumpf Großbritanniens in Richtung Schottland gemacht wurden,
tatsächlich umgesetzt werden und das nicht nur in abgeminderter,
wirkungsloser Form, wie es heutzutage nach Wahlen üblich ist.
Auf geht’s, Katalanen! Ihr könnt es besser…
Nachtrag: Fefe hat
ein nettes
Foto
ausgegraben, das schön zu meinen Fragen paßt. Wer es wie ich nicht auf
erstem Blick sieht: Wahlzettel mal genau anschauen...