Ich wollte den vorherigen Artikel nicht thematisch verwässern,
andererseits wollte ich noch zu den beiden Punkten etwas schreiben.
Das dritte Geschlecht
Ich halte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum dritten Geschlecht
für einen völligen Quatsch. Es gibt nun mal beim Menschen nur zwei
Geschlechter, und auch sonst in der Natur hat man bei keinem anderen
Lebewesen mehr als zwei gefunden. Biologen können auch ganz gut erklären,
warum das so ist (habe leider keinen Link mehr). Das sogenannte dritte
Geschlecht ist keines. Man muß es ganz klar sagen – und zwar völlig
wertfrei und keinesfalls abwertend –, daß es sich hierbei um einen
krankhaften Zustand handelt. Es sind entweder Gendefekte oder Fehler
während der Entwicklung der Eizelle zum Fötus, die zu Menschen führen, die
kein eindeutiges inneres oder äußeres Geschlecht besitzen.
Falls es nicht bekannt ist: Die Klage wurde übrigens von einer
Organisation »Gesellschaft für Freiheitsrechte« betrieben, der die
lesbische und feministische Verfassungsrichterin Susanne Baer sehr nahe
steht. Böse Zungen unterstellen, daß sie da ein bißchen mitgeholfen haben
muß, damit so eine Klage überhaupt angenommen und verhandelt wird.
Die Ablehnung des vom CSU-geführten Innenministeriums vorgeschlagenen
Begriffs »anderes« durch die SPD muß man wohl als rein parteipolitisches
Geplänkel betrachten – sie will sich nicht die Deutungshoheit in
Genderfragen nehmen lassen. Was an »divers« besser sein soll, wüßte ich
nicht. Im Gegenteil, heißt es doch zu deutsch »verschieden«,
»unterschiedlich«, und dann kommt die Frage nach dem »zu was« auf. Will man
das? Ist das nicht besonders diskriminierend? Oder man versteht das als
zeitlich verschieden – heute so, morgen so, gerade wie man sich fühlt, voll
im Sinne der Genderideologie?
Das »inter« ist natürlich völliger Blödsinn und zeugt von sprachlicher
Inkompetenz, denn es ist kein eigenständiges Wort, sondern nur ein Präfix.
Zu deutsch: »Geschlecht: zwischen« – so ein Unsinn.
»Gendersternchen«
Justizministerin Barley fordert, daß das links-feministische
»Gendersternchen« Bestandteil der »offiziellen« deutschen Schriftsprache
wird. Ob das die Mehrheit der Bürger will, interessiert sie natürlich
nicht. Tatsächlich will sich der »Schlechtschreibrat«, der als Folge der
katastrophalen Rechtschreibreform gebildet wurde und sich bislang nicht
durch wirklich kluge Entscheidungen hervorgetan hat, in den nächsten Wochen
mit »Genderschreibweisen« beschäftigen. Glaubt man einigen Zeitungsartikeln
dazu, wird es wohl (noch) nicht zu einer Änderung oder Empfehlung dazu
kommen. Durch das faktische Scheitern der Reform gibt es wohl ein bißchen
die Einsicht, daß man Sprache nur schwer befehlen kann, auch wenn man
natürlich weiterhin ideologisch verbohrt ist.
Lustig finde ich in dem Zusammenhang, daß sich die Freunde des
»Gendersternchens« auf die Informatik beziehen. Dort wird das Sternchen
gerne als Platzhalter (Wildcard/Joker) in den formalen Sprachen verwendet
(Stichwort: Kleenescher Operator). Wie aber bei den Feministen üblich, ist
es mit der Kompetenz nicht weit her. Denn von der Informatik her müßte man
»Idiot*« statt »Idiot*innen« schreiben, um Idioten, Idiotinnen und alle
anderen idiotischen Personen »nicht binären Geschlechts« zu inkludieren.
Also wieder einmal ein gescheiterter Versuch, sich einen Hauch von
Wissenschaft zu geben…
Ich bin gerade auf einen Artikel gestoßen, der den ach so edlen Charakter
des Frank-Walter Steinmeier (#notmypresident) zeigt. Bekannt ist er
ja bereits zum Beispiel als Chefentwickler der neoliberalen
Hartz-4-Gesetzgebung, aus der Kurnaz-Affäre, bei der er den namengebenden
Deutschtürken in Guantanamo hat schmoren lassen. Auch liest man, daß er im
Ukraine-Konflikt bei der Etablierung des aktuellen fragwürdigen Regimes
mitgeholfen haben soll.
In dem Artikel geht es um Prozenthürden bei den Wahlen des EU-Parlaments.
Nachdem das Bundesverfassungsgericht (wegen der erkannten demokratischen
Belanglosigkeit des EU-Parlaments) eine Prozenthürde für nicht notwendig
erachtete und sie per Urteil abschuf, konnten einige Kleinparteien, unter
anderem auch »die Partei« mit Martin Sonneborn, in das EU-Parlament
einziehen. Es war für einen echten Demokraten wie F.W. Steinmeier
unerträglich, daß diese Parteien ihnen die Sitze wegnahmen. So hat er noch
als Außenminister angeregt, doch auf Seiten der EU eine Prozenthürde
aufzubauen, jenseits der Reichweite unseres Verfassungsgerichts. Und, wie
der Artikel schreibt, scheint sein Wunsch in Erfüllung zu gehen.
(Nachtrag: Ist am 7.6.2018 vom EU-Rat beschlossen
worden.)
Die SPD ist ja gerade im desolaten Umfragestand, eiert sie doch bei 15%
herum und muß fürchten, daß sie von anderen Parteien, speziell der AfD,
überholt wird. Die Partei versucht daher gerade mal wieder, sich selber Mut zu machen, und glaubt tatsächlich, mittelfristig wieder
auf 30% zu kommen. Die Bürger glauben das aber mehrheitlich nicht,
88% rechnen nicht mit solch einer Trendwende. Es hat sich offenbar
die Erkenntnis durchgesetzt, daß man nichts erhält, wenn man der SPD seine
Stimme gibt – im Gegenteil.
Beispiele gibt es genug: Hartz-4 und Riester-Lüge von Schröder und
Steinmeier, CETA- und TTIP-Zustimmung (letzteres dank Trump (noch) nicht
verwirklicht) von Gabriel, Überwachung (Vorratsdatenspeicherung) und Zensur
(NetzDG) vom Maas-Männchen. Oder, wie in diesem Artikel erwähnt, Randgruppenpolitik wie das »dritte
Geschlecht« oder dem schwachsinnigen Gendersternchen, mit denen sich zwei
SPD-Ministerien beschäftigen. Irgendwann merkt auch der letzte Bürger, wo
die Prioritäten bei der SPD liegen: Neoliberalismus, Eigeninteresse an der
Machterhaltung (wie auch die Unterwanderung/Infiltrierung der
nicht-politischen Ämter bei Behörden und Gerichten, bis zum BVerfG hinauf,
mit Gesinnungs- und Parteigenossen), Larifari und dann lange nichts, bevor
irgendwelche Pseudoprojekte mittlerweile erfolglos der vermeintlichen
SPD-Klientel politische Vertretung vorgaukeln.
Zu irgendeinem Artikel in diesem Kontext wies ein Leserkommentar darauf
hin, daß der geplante Etat für das Familienministerium wohl rund 10 Mrd.
Euro betrage, die Ausgaben für die Migranten aber mindestens das Doppelte.
Zu der Bemerkung des Lesers, daß das nicht nur ein Faktor zwei sei, weil
die Zielgruppe der Familien deutlich größer als die der Migranten sei,
möchte ich noch ergänzen, daß sicher ein nicht geringer Teil der 10 Mrd.
Euro in gender-/feministische Aktivitäten versickern wird.
Von ein paar Altgedienten oder Außenseitern abgesehen hat in der SPD noch
niemand das Problem realisiert. Während die SPD zusammen mit den anderen
Altparteien über die angeblichen Wahrnehmungsblasen der unzufriedenen
Bürger lamentieren, merken sie nicht, daß ihre eine der größten ist und sie
sich ständig selbst belügen. Sie tun so, als gäbe es die ganzen Probleme um
die Migration nicht, als sei die von ihnen wesentlich ermöglichte
befristete und Leiharbeitsbeschäftigung kein Problem für die Bürger.
Solange das so ist, wird es nicht aufwärts, sondern weiter abwärts gehen.
Und das ist gut so.
…und neue alte Traditionen. Ich hatte vorletztes Mal schon über die
»neuen Deutschen« berichtet. Danisch hat jetzt die Tage einen Link
veröffentlicht, der in die gleiche Richtung geht – hoch drei.
Für den Deutschlandfunk – also einer der Propagandasender der
Bundesregierung – schreibt ein gewisser Eren Güvercin über den Ramadan und erklärt dem Leser, daß
dieser ein alter deutscher Brauch sei. Er sei »hier länger
verbreitet als das Oktoberfest«. Weil er sich als Deutscher
betrachtet, wird irgendein obskurer Ritus seiner Religion zu einer alten
deutschen Tradition? Der Kerl muß im Hirn ein bißchen falsch verdrahtet
sein (man kann auch »durchgeknallt« sagen), um solche wirren Schlüsse
hinbiegen zu können.
Zu einer alten deutschen Tradition würde gehören, daß sie schon lange auf
deutschem Boden ausgeübt wird und auch als deutsche Kultur von der Mehrheit
der Deutschen (die seit Generationen hier leben) betrachtet wird. Deshalb
wird auch aus dem zitierten Haloween keine deutsche Tradition, genauso
wenig, wie aus dem Ramadan.
Der Autor ist übrigens auch Autor des Buches Neo-Moslems: Porträt einer deutschen Generation, zu denen er sich
offenbar auch zählt. Man sollte diese Rezension lesen, um einen Eindruck über diesen
erzkonservativen Islamisten zu bekommen.
Es geht immer weiter mit der Entrechtung der Bürger und deren
Totalüberwachung. Und die Vorgehensweise ist immer die gleiche. Erst
schafft man die Basis für den Terror (durch katastrophale Außenpolitik
inklusive der Förderung von Krieg und Elend in Krisenregionen und durch ein
grandioses Versagen in der Migrationsproblematik) und dann nutzt man ihn
zur Einschränkung der Rechte, Gängelung und Überwachung des
Otto-Normal-Bürgers.
Wie die Welt berichtet (siehe auch
Heise, Netzpolitik), will die EU ein neues Maßnahmenpaket vorstellen,
darunter auch die verpflichtende Speicherung von Fingerabdrücken (und
bislang weiteren, nicht näher spezifizierten biometrischen Daten) auf allen
Ausweisdokumenten. Bei Pässen ist es dank der Amerikaner eh schon Pflicht,
bei Personalausweisen bislang aber nicht. Vermutlich ist dann auch die
Löschung der Fingerabdrücke nach Fertigung des Ausweises dahin (wenn die
Daten nicht sowieso schon illegal weiter gespeichert bleiben). Laut
Netzpolitik ist übrigens einer Bundestagsanfrage nach die Fälschungsrate
selbst vor Einführung des Chips und der darauf gespeicherten Daten
vernachlässigbar gering gewesen, als daß dies als Argumentation hergenommen
werden kann.
Mal schauen, was für »Geschenke« noch in dem Paket enthalten sein
werden…
Mir ist heute morgen eine Notiz beim Spiegel aufgefallen. Es wurde neue eine Kolumnistin vorgestellt. Ihre Kolumne wird
»Heimatkunde« heißen. Sie ist auch Mitbegründerin der »Neuen deutschen
Medienmacher«.
Ferda Ataman heißt sie. Klingt jetzt nicht so recht nach… Heimat.
Ob sie einen deutschen Paß hat, weiß ich nicht, ist auch egal, mag also
de jure deutsch sein. Aber zum Deutsch-sein gehört mehr dazu. Zum Beispiel
Identifikation. Wenn ich mir ihren Verein so anschaue, sieht es nicht
danach aus. Das Hauptthema ist wohl das Einfordern von Teilhabe für
Migranten (und wohl auch für Frauen, denn die Seite bedient sich extensiv
der feministischen Schwachsinnsschreibung).
Noch als Hinweis für die, denen die Terminologie nicht ganz klar ist:
»Teilhabe« ist nicht »Gleichberechtigung«. Teilhabe bedeutet gleiche
Privilegien und Einkommen ohne adäquate Gegenleistung (wie Bildung,
Erfahrung und Arbeit), sondern nur aufgrund der Zugehörigkeit zu einer
irgendwie gearteten Gruppe.
Auch scheint sie ein besonderes, nicht sehr »heimatliches« Interesse am
Islam zu haben, sonst würde sie sich nicht damit brüsten, Teilnehmerin an
einer der früher von der Regierung veranstalteten Islamkonferenzen gewesen
zu sein.
Einen Debüt-Artikel gibt es auch schon: Er dreht sich wohl auch um den
Kümmeltürken, wenn ich das beim Überfliegen richtig mitbekommen habe. Woher
der Begriff kommt, weiß sie aber nicht. Sollte sie halt mal die Leute aus
ihrer türkischen Heimat fragen. Die wissen das. Mir hat einer mal
erzählt, daß sie deshalb so genannt werden, weil es bei ihnen Brauch sei,
bei der Beerdigung Kümmel in das Grab zu werfen, um Tiere vom Leichnam
fernzuhalten. Er empfand daher den Begriff nicht als besonders
ehrenrührig.
Das ganze reicht mir, um zu wissen, daß ich mir das Lesen zukünftiger
Artikel von ihr getrost sparen kann. Das wäre reine Zeitverschwendung.
Um auf meine Überschrift zu kommen: Ich finde die Bezeichnung ihres
Vereins schon interessant, um nicht zu sagen, anmaßend. Was ist daran
»deutsch«? Wollen die sich anmaßen zu definieren, was deutsch ist? Das
erinnert mich an die Partei »Allianz Deutscher Demokraten«, die auch
zur Bundestagswahl angetreten war. Bis auf paar Vorzeige-Deutschen besteht
sie fast ausschließlich aus Migranten, wobei diese wiederum hauptsächlich
türkischer Abstammung sind. Ist die Annektierung des Begriffs »deutsch« ein
Vorgeschmack auf das, was noch kommt? Gerade die Erdowahn-Treuen in
Deutschland denken ja auch gerne laut über eine tatsächliche Annektierung
nach.
Man sagt Verschwörungstheorien nach, daß bei jeder ein Fünkchen Wahrheit
dabei sei.
Eine aktuelle Verschwörungstheorie lautet, daß die Reichen und Mächtigen,
wie zum Beispiel der Finanzmogul George Soros, die Migration mit allen
legalen und illegalen Mitteln fördern würden.
Aus reiner Philantropie? Natürlich nicht. Nicht einmal ansatzweise. Die
Reichen und Mächtigen haben zwei Probleme: Das erste: Es gibt jede Menge
potentieller Konsumenten. Milliarden. Nur haben sie kein Geld, dort wo sie
sind. Also sorgt man dafür, daß sie dorthin kommen, wo es Geld gibt: In die
reichen Erste-Welt-Staaten – Nordamerika, Australien, verschiedene
asiatische Staaten und – natürlich – Europa. Daß die Leute nichts können,
spielt keine Rolle. Sie müssen von den Ländern, in die sie migrieren,
versorgt werden: Unterkünfte, Essen, medizinische Versorgung. Das zahlt der
Staat, der sich das Geld von den Bürgern durch Erhöhung der Steuern der
Unter- und Mittelschichten wieder hereinholt. Das Geld verschwindet
natürlich nicht: Es geht zurück in die Wirtschaft und erhöht so die Umsätze
und Gewinne.
Das zweite Problem: Demokratie und nationale Identität. Beide haben den
Bürger im Sinn, das Gemeinwohl, nicht selten zum Nachteil der Industrie.
Auch hier hilft die Migration: Vermischung der Ethnien, Auflösung von
nationalen Identitäten. Die Bevölkerung beschäftigt sich mit den
Integrationsproblemen, religiösen Konflikten, Verbrechen, und wird von den
Plänen für einen Weltstaat abgelenkt, in dem Großunternehmen und Banken
grenzenlos agieren können. Gleichzeitig können strenge Gesetze, Überwachung
und Zensur eingeführt werden, um ein zukünftiges Auflehnen der Bevölkerung
zu verhindern, sollte sie dazu überhaupt noch in der Lage sein.
Die Vermischung der Ethnien erzeugt kulturellen Einheitsbrei, in denen
Staatsgrenzen keine Rolle mehr spielen. Grenzenlos, speziell für die
Wirtschaft. Nichts anderes ist das Ziel der Europäischen Union, der
verschiedenen Handelsabkommen. Die Auflösung der Staaten bedeutet auch die
Auflösung ihrer Demokratien. Sie werden ersetzt durch Regierungskonstrukte,
die immer ferner, immer unkontrollierbarer vom Bürger sind, und die
empfänglich für die Order der Reichen und Mächtigen sind. Handelsabkommen
wie TTIP und CETA pervertieren dann noch die übrig gebliebenen Reste der
Demokratie.
Soweit die Verschwörungstheorie. Aber ist es nur eine Theorie oder
tatsächlich Praxis? Ist das Fünkchen Wahrheit vielleicht nicht schon ein
brennender Wald?
Der informierte Leser hat sicherlich die politischen Ereignisse in Israel
rund um die 39.000 afrikanischen Flüchtlinge mitbekommen. Über Ostern
machte die Meldung die Runde, daß Premier Netanyahu etwa die Hälfte der Migranten (16.000) auf die
westlichen Staaten verteilen wollte. Deutschland, Italien und Kanada
wurden genannt, auch wenn es sich nicht auf diese beschränken sollte. Ein
paar Tage später der Rückzug. Warum? Man wundert sich.
Vielleicht, weil dadurch etwas an die Öffentlichkeit gekommen ist, was im
Dunkeln hätte bleiben sollen? Nämlich, wie weit die erzwungene Verteilung
von Migranten inzwischen gediehen ist. Netanyahu hatte die westlichen
Länder gar nicht gefragt, ob sie die Flüchtlinge aufnehmen würden. Nein,
die UNO, speziell die Unterorganisation UNHCR, das
»Flüchtlingshilfswerk«, würde die Migranten den Ländern zuweisen.
Ja, zuweisen. Auf Presseanfragen erklärt unsere Bundesregierung, sie
habe von der UNHCR bislang keine Anfrage erhalten. Klar. Die UNHCR fragt
nicht an, sie weist zu. Wieso kann sie das? Deutschland macht bei den
sogenannten »Resettlement«-Programmen mit. (das BAMF schreibt selbst: »Der sogenannte Resettlementbedarf wird vom
UNHCR festgestellt. Die Resettlementflüchtlinge erhalten einen
Aufenthaltstitel nach §23 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz und müssen kein
Asylverfahren durchlaufen.«).
Wurde das in der Öffentlichkeit, in den Medien diskutiert, gibt es einen
Bundestagsbeschluß dazu? Nein. Das macht »unsere« Regierung unter
der Hand. Übrigens: Die USA verabschiedet sich gerade aus dem Programm…
Nebenbei: Das »Resettlement«-Programm ist unter der Regie von Peter
Sutherland entstanden, einem ehemaligen Goldman-Sachs-Mitarbeiter. Man lese
seine Ansichten zur Migration bei
Wikipedia.
Klingelt's?
Wichtige Links:
Bitte weiterverbreiten!
Wie nicht schwer zu sehen, habe ich schon lange nichts mehr geschrieben.
Hintergrund ist nicht, daß ich prinzipiell keine Lust mehr hätte oder die
Welt so gut geworden wäre, daß es keine Aufreger mehr gäbe. Eine
tatsächliche Spaßbremse gibt es aber dadurch, daß die Blog-Software eben
eine solche ist, also verlangt, daß man immer schön (längere) Artikel
schreibt, mit Überschrift und dergleichen, und diese Artikel dann auch
schön linear und platzverschwendend angezeigt werden. Wer meine Beiträge
liest, erkennt unschwer, daß das aber nicht so recht meine Vorgehensweise
ist. Ich möchte in der Regel eigentlich Links publizieren und ein bisserl
darüber granteln, halt dem Motto meiner Seite entsprechend.
Um nicht in hunderten kleinen Artikeln zu enden, sammele ich nun diese
Links. Aber mit zunehmender Anzahl solcher Links dauert es eine nicht
unerhebliche Zeit, einen Artikel daraus zu machen. Die Vorstellung, den
halben oder gar ganzen Abend damit zu verbringen, motiviert mich dann doch
nicht so recht. Ich schiebe das auf, wodurch die Liste halt noch länger
wird. Mittlerweile sind in der Liste rund 400 Links enthalten, von denen
viele schon so alt sind, daß ich sie bestimmt nicht mehr verwende. Aber
auch dann müßte ich mir selber erst nochmal alle anschauen und darüber
entscheiden. Ich könnte regelmäßig einen »Kehraus« machen, wie ich es schon
mal getan habe, aber das erscheint mir nicht wirklich sinnvoll: Soetwas
erschlägt vermutlich den Leser, und ich könnte sie genauso gut einfach
löschen. Das bringt nichts, so weiterzumachen.
Was tun? Nun, als Informatiker bin ich nicht auf existierende Software
angewiesen, ich kann sie mir selber schreiben. Ich muß nur schauen, wie ich
den Aufwand in einem vertretbaren Maße halte. Die von mir verwendete
Blog-Software »Ghost« ist zwar einfach gestrickt, vor allem in der
Uralt-Version, die ich verwende, nichtsdestotrotz bietet sie einen
Online-Markdown-Editor, Preview-Funktion und ein paar nette Goodies. Das
ist nicht einfach mal schnell nachprogrammiert, vor allem, weil ich mich
auch nicht für den Experten für browser-seitige Programmierung
halte. Das ist noch ein bißchen der Knackpunkt, wie ich das ersetze. In dem
Rest, also die Datenhaltung und die Aufbereitung der Inhalte, sehe ich
weniger Probleme.
Eine weitere Aufgabe ist die Übernahme der alten Texte. Sie aus der
Blog-Software herauszubekommen ist kein großer Akt dank der eingebauten
Export-Funktion. Aber ich muß mir überlegen, wie ich mit den in Markdown
formatierten Texten umgehe, denn eigentlich will ich Markdown in meiner
eigenen Software nicht weiter verwenden: Die Syntax von Markdown stellt ein
ziemliches Korsett dar. Einfach schnell mal die Syntax zu erweitern, um zum
Beispiel Text als Kapitälchen auszeichnen zu können, geht nicht. Da ist man
beispielsweise mit XML einfach besser dran.
Probleme über Probleme!!! Die lassen sich nicht so schnell lösen, und
darum rufe ich erstmal eine Sendepause aus. Mein Wunsch ist, daß bis zum
Ende des Jahres die neue Software soweit gediehen ist, daß ich die alten
Artikel anzeigen und neue Artikel mit gleicher Funktionalität erstellen
kann. Dann kann ich anfangen, nach und nach im laufenden Betrieb meine
Ideen umzusetzen. Ob das alles so klappt, will ich aber erstmal nicht
versprechen.
Erst einmal ein paar positivere Nachrichten:
-
Wie Heise berichtet, wollen neben der Gesellschaft für
Freiheitsrechte (GFF) auch Baum und Leutheusser-Schnarrenberger im Namen
der FDP, abgesegnet von Lindner, gegen die letzte Woche beschlossene
starke Ausdehnung der Bundestrojaner-Nutzung vor dem
Bundesverfassungsgericht klagen. Ebenso will der Restrumpf der Piraten
gegen die beschlossene, nahezu grenzenlose Weitergabe unser aller
Paßbilder an die Polizei- und Sicherheitsbehörden und gegen die
verstärkte Videoüberwachung (Videoüberwachungsverbesserungsgesetz)
klagen.
-
In einem Kommentar bei Heise hat der ehemalige
Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar das Gesetz und insbesonders
Heiko Maas scharf kritisiert. Ich weiß zwar nicht, ob er das während
seiner Amtszeit auch gemacht hätte, aber bei seiner Kollegin Andrea
Voßhoff kann man das klar verneinen.
-
Wie im letzten Eintrag berichtet, hatte das Oberlandesgericht Münster
in einem Einzelfall die Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung ausgesetzt
(Spiegel, Zeit, Heise), bis das Bundesverfassungsgericht ein Urteil gefällt hat.
Nun hat die Bundesnetzagentur, die für die Umsetzung zuständig ist,
die Vorratsdatenspeicherung komplett für alle Firmen
ausgesetzt.
Ich bin ja ein wenig gespannt, ob das Bundesverfassungsgericht jetzt in
irgendeiner Form reagieren wird. Es hatte bekanntlich die Verhandlungen
und die Entscheidung auf die lange Bank geschoben – Termin unbekannt, auf
jeden Fall nicht mehr im Jahr 2017. Sollten jetzt plötzlich Aktivitäten
entstehen, wäre klar, daß das Gericht auch schon unter der Merkelknute
steht.
NetzDG
Kommen wir nun zu dem sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetz –
wieder mal so eine verschleiernde Gesetzesbezeichnung, damit bei der
Berichterstattung innerhalb der Propagandaschau von ARD und ZDF der
Zuschauer bloß nicht aus seinem politischen Delirium gerissen wird.
Bei einer Expertenanhörung vor einer guten Woche wurde das Gesetz in der
Luft zerrissen. Die Mehrheit der Experten hält es für verfassungswidrig. Da
sich die Parteien typischerweise »gewogene« Experten einladen, ist das
schon ein Schlag ins Gesicht. Einen Moment lang lag die Hoffnung in der
Luft, das Gesetz könnte noch platzen (Heise, Netzpolitik, Spiegel). Nicht aber mit den Betonköpfen der CDU, CSU und SPD.
Letztere will angeblich das Gesetz unbedingt durchbringen, weil Heiko
Maas ein Erfolgserlebnis bräuchte. Wie sollte das »Erfolgserlebnis« bei
der massiven Ablehnung in der Zivilgesellschaft denn bitteschön aussehen?
Weitere 2% Verlust oder mehr für die SPD bei den Umfragen? Wäre mir
recht.
Während nicht nur aus der Richtung des Europarats Warnungen vor dem
Gesetz kommen, sondern sogar vom Sonderberichterstatter für
Meinungsfreiheit der Vereinten Nationen (Golem, Heise), hat die EU zwischenzeitlich in dem Notifizierungsverfahren
ihr Einverständnis zu dem Gesetz gegeben. Wie jedoch durchgesickert ist,
sei das jedoch bei Weitem nicht aus fachlicher Überzeugung passiert,
sondern man wollte angeblich nicht in den Bundestagswahlkampf
eingreifen (haben wir denn einen?). Eigentlich ist das wieder ein
Armutszeugnis für die EU: Die eigenen Regeln, das eigene Recht werden
gedehnt, gestaucht und ignoriert, je nachdem, wie man es braucht. Es ist
wichtiger, Merkel und Schulz nicht zu verärgern, als zu den Menschenrechten
zu stehen. Wenn es jedoch gegen Ungarn oder Polen geht, dann ist allerdings
das Heben des moralischen Zeigefingers und die politische Einflußnahme
schon in Ordnung oder gar ein Imperativ.
Um nach dieser Kritik und auch nach einem ebenfalls vernichtenden
Gutachten des juristischen Dienstes des Bundestages das Gesicht zu wahren,
hat die GroKo nun das Gesetz doch noch abgeändert. Aber die beiden
wesentlichen Probleme bleiben bestehen: Einerseits wird die Entscheidung,
ob eine Äußerung strafbar ist oder nicht, weiterhin an den privaten
Betreiber delegiert, obwohl in einem Rechtsstaat dies ausschließlich
Gerichten vorbehalten ist. Auch die Androhung von horrenden Strafen bleibt,
womit das Problem des potentiellen Overblockings bestehen bleibt.
Andererseits bleibt die Auskunftspflicht des Betreibers über den Autor
gegenüber privaten Personen und Unternehmen erhalten, falls sich jemand
beleidigt fühlt und eventuell die Absicht hat,
Rechtsansprüche geltend zu machen – sprich, es wird nicht sonderlich
geprüft, ob der Auskunftsanspruch gerechtfertigt ist. Das hebelt das Recht
auf anonyme Meinungsäußerung aus und läßt sich auch mißbrauchen – radikale
Gruppen von rechts bis links, von Feminismus bis religiösen Fanatismus
könnten die Identitäten ihrer Kritiker aus dem gemäßigten Milieu ermitteln
und sie in der »realen« Welt bedrohen oder gar schädigen.
So ist auch nicht sonderlich überraschend, daß die Bürgerrechtler und Netz-Aktivisten ihre Meinung über die
Verfassungswidrigkeit des Gesetzes nicht geändert haben. Die letzten
Appelle werden ungehört im fast leeren Bundestag am nächsten Freitag
verhallen, wenn ein paar abgestellte Parlamentarier hirnlos im Auftrag
ihrer Parteien abstimmen werden. Ein kleiner Trost ist, daß davon
auszugehen ist, daß auch hier in den nächsten Wochen und Monaten Klagen
beim Bundesverfassungsgericht eintrudeln werden.
Heute hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das in zweierlei
Hinsicht ein Skandal ist und zeigt, wie weit sich die Damen und Herren
Abgeordneten, Minister und Kanzler von CDU, CSU und SPD von der Demokratie,
die sich in unserem Grundgesetz manifestiert, entfernt haben. Man kann
sagen, sie treten das Grundgesetz mit den Füßen.
Zum einen geht es um das Gesetz selbst. Der Bundestrojaner, also
staatliche Spionage-Software, die durch Täuschung, bei der »Inspektion« am
Flughafen, aber auch durch Ausnutzen geheimer Sicherheitslücken auf die
Geräte der Bürger gebracht werden, darf nach Willen der Mehrheit des
Bundestages nun auch für weniger schwere Straftaten eingesetzt werden und
unter gewissen Umständen reicht auch schon ein Verdacht. Betroffen sind
also nicht nur Terroristen, Mörder und andere Schwerverbrecher, nein, auch
Sie und ich können Ziel eines Trojaners werden.
Man könnte der Auffassung sein, der Bundestag hätte das Recht, so ein
Gesetz zu verabschieden. Das Problem ist nur, daß das
Bundesverfassungsgericht schon mal darüber geurteilt hat und damals
festgestellt hat, daß der Trojaner nur unter sehr engen Grenzen eingesetzt
werden darf. Alle juristischen Experten und Bürgerrechtsorganisationen sind
der Ansicht, daß diese Grenzen deutlich überschritten sind, also daß das
neue Gesetz mit dem Grundgesetz in mehrfacher Hinsicht nicht vereinbar ist
(siehe Link unten zu Netzpolitik). Und Urteile des
Bundesverfassungsgerichts werden natürlich nicht durch neue Gesetze
aufgehoben, allein das Gericht kann in späteren Urteilen seine Meinung
revidieren. Die (mir etwas suspekte) »Gesellschaft für Freiheitsrechte« hat
bereits angekündigt, Verfassungsklage einzureichen. Ich hoffe, weitere
kommen noch hinzu.
Der zweite Punkt betrifft die Art und Weise, wie dieses Gesetz zustande
kam. Die Bundesregierung hat hier etwas neues ausprobiert, nur ist das
nicht im Sinne der Demokratie. Gesetze in Deutschland durchlaufen drei
Lesungen im Bundestag, bevor sie dann letztendlich mit einer einfachen
Mehrheit verabschiedet werden (bzw. 2/3-Mehrheit bei
Grundgesetzänderungen). Dabei gibt es Möglichkeiten, über das Gesetz zu
diskutieren, und auch Bürger und Presse erfahren so von den Vorhaben und
können – wenn auch im geringen Maße – über den öffentlichen Druck Einfluß
nehmen.
Wohl wissend um die Brisanz und Illegalität des Gesetzes wollte die
Merkel-Regierung offenbar darauf verzichten, und hat einen Trick
angewendet, dessen Prinzip aus den USA kommt: Man versteckt ein Gesetz in
einem anderen. In den USA ist einerseits dieser Trick namens »Rider«
wohlbekannt und andererseits wird dieses Huckepack-Verfahren auch gleich zu
Beginn und hochoffiziell aus taktischen Gründen gemacht. Nicht so die
Bundesregierung. Klammheimlich sollte der Bundestrojaner in ein Gesetz zur
Verbesserung der Strafprozeßordnung eingefügt werden. Tatsächlich ist das
auch erst am Dienstag, also zwei Tage vor der Verabschiedung – bei einem
über Monate gehenden Gesetzgebungsverfahren – von dem Justizausschuß
eingefügt worden. Ich wiederhole nochmal: zwei Tage!
Dieser Trick hatte auch den »Vorteil«, daß, falls die übliche
Expertenanhörung überhaupt stattgefunden hat, der Bundestrojaner nicht
Gegenstand war. Kritik an der Trojanererlaubnis war von dort also gar nicht
möglich. Selbst die Bundesdatenschutzbeauftragte, die auch üblicherweise zu
solchen Gesetzen eine Stellungnahme abgibt, wußte absolut nichts. Und auf
den Webseiten des Bundestages zur heutigen Tagesordnung war zum Zeitpunkt
der Abstimmung noch der alte Gesetzesentwurf vom Februar verlinkt. Nur
irgendwo tief im System konnte man etwas finden.
Der Entwurf kursierte – nur unter den Abgeordneten der Koalition,
versteht sich – allerdings schon länger. Er wurde von der Bundesregierung
als Formulierungshilfe deklariert, wohl in der Hoffnung, daß es
nicht sofort auffällt, worum es tatsächlich geht. Das ist auch – im Sinne
der Groko – eine Weile gutgegangen, jedoch ist das Papier dann doch
durchgesickert und an die Öffentlichkeit gekommen.
Diese schäbige Trickserei ist eine eklatante Mißachtung der
demokratischen Gepflogenheiten. Es wurde versucht, die Opposition und die
Bürger vollumfänglich zu täuschen. Für mich gehören alle Beteiligten dieses
Betrugs, angefangen von Merkel bis zu den Parteispitzen von CDU, CSU
und SPD, achtkantig herausgeschmissen. Irgendwo habe ich gelesen, daß auch
hier wohl das Bundesverfassungsgericht bemüht wird. Hoffentlich bekommt es
dieses Mal seinen Hintern hoch – nicht so, wie bei der
Vorratsdatenspeicherung, bei der zufälligerweise heute das OLG Münster eine
einstweilige Verfügung gegen die Umsetzung der VDS wegen des EuGH-Urteils
hinbekommen hat – im Gegensatz zu den hochnäsigen Richterinnen und Richtern
vom Bundesverfassungsgericht.
Meldungen dazu:
Hatte die SPD nicht hoch und heilig versprochen, mit ihr werde es keine
Privatisierung der Autobahnen geben? Laut Presseberichten
(Rubikon, Berliner Zeitung) soll heute die SPD-Führung versucht haben, ihre
Bundestagsabgeordneten einzunorden und ihnen einzureden, daß die
Grundgesetzänderungen, die Ende der Woche durch's Parlament gejagt werden
sollen, das auch nicht enthalten würden. Sie lädt dazu ein paar angebliche
Fachleute ein, die sie zwischenzeitlich (z.B. durch irgendwelche obskuren
Zugeständnisse oder weiß der Henker was) umgepolt hat, und läßt sie die
Fraktion totquatschen. Eine Form von Selbstbetrug oder Selbstverleugnung,
in der Hoffnung, der dumme Wähler merkt es nicht? Oder ist es gar viel
schlimmer, daß die Abgeordneten es selber nicht merken sollen?
Man könnte ja meinen, wir wären im Wahlkampf, und da würden die Parteien
versuchen, sich ein Profil herauszuarbeiten und Kontrapunkte zu setzen.
Nicht so die SPD. Sie will wohl nur willenloses Anhängsel der CDU/CSU
bleiben, zudem auch noch eine Verräterpartei, die zeigt, wieviel
Versprechen bei ihr wert sind, nämlich nichts. Und Martin Schulz wird als
Marionette – mit sinnleeren Sprechblasen versehen, die ihm der innere
Zirkel vorgekaut hat – verheizt (nicht, daß ich Mitleid mit ihm hätte).
Wer wählt so etwas?
Übrigens, Marianne Grimmenstein (ja, die mit ihrer CETA-Klage) hat noch
eine Petition auf change.org gestartet, hier kann man mitzeichnen. Bislang über 118.000 Unterschriften.
Wer noch ein bißchen Hintergrundinformation über Schäubles und Gabriels
Pläne haben möchte, der lese diesen Stern-Artikel.