Am Samstag, dem 17.9.2016, – also in drei Tagen – findet in Berlin,
Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart eine
konzertierte Demonstration gegen TTIP und CETA statt. TTIP ist zum Glück
weiter davon entfernt, spruchreif zu sein, aber noch lange nicht tot, wie
es manche Politiker, wie zum Beispiel Gabriel, proklamieren (womöglich auch
mit taktischem Hintergedanken).
Bei CETA ist jedoch kurz vor knapp, und die Demo ist vielleicht die
letzte Möglichkeit, uns öffentlich gegen das nicht bessere CETA zu wehren
und an die Politik – speziell an die SPD mit ihrem lobbygesteuerten Gabriel
– eine Botschaft zu senden: WIR WOLLEN DIESEN DRECK NICHT!
Also, kommt bitte in Scharen! Infos zur Demo gibt es bei
ttip-demo.de.
Nachtrag: Ein aktuelles Interview mit dem Foodwatch-Chef, einem der prominenten
Gegner von TTIP und CETA – für all diejenigen, denen die Problematik
immer noch nicht klar ist.
EU
-
Der Brexit ist ja mittlerweile beschlossen, dennoch möchte ich diesen alten Artikel verlinken, und zwar wegen der letzten
Grafik. Sie zeigt, wie die Bürger einiger europäischer Staaten die
Begriffe »Verschwenderisch«, »Arrogant«, »Unnahbar«, »Unehrlich«,
»Demokratisch«, »Verantwortungsvoll«, »Effizient« und »Ehrlich« mit der
Europäischen Union assoziieren. Na, wie fällt das wohl aus?
-
EZB knallt völlig durch und kauft nun direkt Anleihen von
Unternehmen. Bei einer schnellen Google-Suche fand ich diese Liste. Neben staatlichen Banken wie Landesbanken und KfW
sind Firmen dabei wie Deutsche Börse, Allianz, Talanx, BMW, Continental,
Daimler, Hella, Volkswagen, BASF, Bayer, Lanxess, Linde, Metro, Deutsche
Bahn, Lufthansa, Wuerth, E.ON, EnBW, RWE, Bosch, Infinion, SAP, Siemens,
MAN, Deutsche Post, Telefonica, K+S, Merck, Bertelsmann. Also alles
Firmen, die dringend Kredite brauchen und sie von den Banken nicht
bekommen. (Ende Ironie)
-
Natürlich ist der Kauf von Unternehmensanleihen in die Hose gegangen,
wie von Kritikern befürchtet. Allgemein scheint Draghi mit seinem
Latein am Ende zu sein, wie auch die OECD meint (Focus, Welt).
-
Kurz vor der Entscheidung zum Brexit hatte die Schweiz offiziell ihren
vor 24 Jahren eingereichten Beitrittsgesuch zur EU zurückgezogen.
Faktisch lag das aber schon lange auf Eis, nachdem sich der Schweizer
Souverän (wir erinnern uns: das Volk!) in einem Volksentscheid dagegen
ausgesprochen hatte. Spiegel, Focus
-
Kommentar zu Brexit-Äußerungen von Juncker und Schulz: »Das unbelehrbare Duo«
-
Wagenknecht fordert Referendum über EU.
TTIP / CETA
Terrorismus und von Merkel importierte Gewalt
Migranten / Flüchtlinge
-
Neue Zahlen: Bund erwartet 500.000 Familienangehörige aus Syrien, 80%
der Flüchtlinge haben keine Ausweispapiere. FAZ, Zeit, Focus
-
Duisburger »Integrationrat« leugnet in Resolution den Völkermord an den
Armeniern. Der Westen, Focus. Nach heftiger Kritik und fast zwei Wochen ist diese Resolution wieder aufgehoben worden.
-
Die Bundesregierung verbreitet ja permanent, daß der Flüchtlingsstrom
abgeebbt sei dank Merkels Türkei-Deal, auch mit Hilfe des ÖR und einigen
Mainstream-Medien. Während letzteres sowieso keiner glaubt (jeder weiß,
daß das – wenn überhaupt – der Verdienst von Österreich, Ungarn und
anderer osteuropäischer Staaten ist), stimmt auch ersteres nicht
wirklich. Andere Migrantenströme aus dem Osten würden über die
deutsch-polnische Grenze eingeschleust, da diese kaum überwacht werde.
Schätzungen gehen hoch bis zu 1000 Personen pro Tag.
-
Dazu paßt: Berlin verschleiert Flüchtlingszahlen – CSU will Klarheit
-
Und die Flüchtlinge, die Erdoğan uns dank Merkels Super-Duper-Abkommens
schickt, sind die, die er selber nicht gebrauchen kann. Hochqualifizierte Syrier läßt er hingegen nicht ausreisen.
-
Videoblog eines desillusionierten Flüchtlingshelfers. Bißchen
lang, aber sehenswert!
-
Während hier die Politik und die Gutmenschen noch die
»Willkommen«-Transparente in die Luft halten und »Wir schaffen das« in
jedes mögliche Mikrofon schreien, ist das Migrationsvorzeigeland Nr.
1 zu der Erkenntnis gelangt, daß es die Zuwanderung eben nicht schafft. Mal schauen,
wie lange es dauert, bis es die doofen Deutschen schnallen.
-
Selten dämlicher Kommentar: Wenn Flüchtlinge lügen, folgen sie nur ihren Interessen. Indirekt
billigt die Autorin dieses Verhalten. Warum nur lügen, warum nur
Flüchtlinge? Wenn jemand stiehlt, betrügt, vergewaltigt, mordet usw.,
folgt er auch nur seinen Interessen, oder etwa nicht? Also: Strafgesetze
abschaffen, oder nicht?
Uberwachung / Datenschutz / Zensur
-
Digital Courage hat mal die existierenden Überwachungsmaßnahmen zu
einer Überwachungsgesamtrechnung zusammengefaßt. Vorsicht,
nicht erschrecken! Das reicht aber unseren Politikern noch lange nicht.
Und den meisten Deutschen ist das wohl egal.
-
Neben »Privacy Shield« gibt es jetzt noch ein weiteres Abkommen mit den USA, das uns irgendeinen
Schutz vorgaukeln soll.
-
Quasi als »Aktion« bringt ein russischer Software-Entwickler eine
Smartphone-Applikation heraus, die ein aufgenommenes Gesicht im Internet sucht. Nun ja, die
Geheimdienste machen das bestimmt, und unsere Politiker phantasieren
(noch) von Videoüberwachung mit Gesichtserkennung.
-
Warum wir Wistleblower schützen müssen.
-
Zensurforderungen werden langsam zum Markenzeichen der SPD. Diesmal
darf Hannelore Kraft ran.
-
Kommentar im Spiegel zu der suggestiven Bemerkung von
Verfassungsschutzchef Maaßen, Edward Snowden könne ein russischer Spion
sein.
-
Ganz tolle neue Idee des US-Grenzschutzes: Pässe und Fingerabdrücke
kennt man ja schon, jetzt sind Abfrage von Daten zu Social Media-Diensten
im Gespräch. Natürlich nur freiwillig. Noch. Heise, Golem, Spiegel, Netzpolitik
Bildung
Unterwerfung (a.k.a. Islamisierung)
-
Deutsche Politikerdelegation will in den Iran reisen, macht einen
Selbstdarstellungs-Flyer mit Bildern – bei den Frauen mit Kopftuch!
Spiegel, Danisch
-
Im Sinne der Feministen oder im Sinne des Islam? Der neue islamische Bürgermeister Londons, Sadiq Khan, verbietet
»sexualisierte« Werbung im öffentlichen Nahverkehr, wie er es im
Wahlkampf wohl versprochen hat.
-
Islamverband Ditib kann in Deutschland tun und lassen, was er will –
deutsche Politik kuscht. Türkei-Experte bezeichnet Regierung als unterwürfig.
-
Für viele Deutschtürken geht Religion vor Gesetz.
-
Bürgermeister von Kleinstadt will islamischer Gemeinde kostenlos großes
Grundstück für Moscheenbau zur Verfügung stellen. Welt, Focus. Der Bürgermeister erklärt sein Vorgehen in einem Interview. Halt auch ein
Gutmensch.
-
Islamisierung findet nicht statt: Wegen Flüchtlingsunterkunft soll ein seit 110 Jahren existierendes
FKK-Camp in Sachsen nicht mehr entsprechend genutzt werden dürfen.
Die Meldung hat es sogar in die britische Presse gebracht. Mittlerweile ist doch wohl ein
Sichtschutz am Flüchtlingsheim gebaut worden.
-
Political Correctness: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Dafür läßt man sich auch schon mal im Schritt begrabschen. Da
kann man sich nur noch an den Kopf greifen!
-
Handschlag-Streit nun an der Berliner Platanus-Privatschule. Stern, SZ, Welt. Und das Schlimmste ist: Am Ende gab es eine Entschuldigung
… von der Schule! (siehe Spiegel). Das hat mich so aufgeregt, daß ich der Schule einen
»Dankesbrief« geschickt habe für soviel BLÖDHEIT.
-
In Flüchtlingsheimen wollen die islamischen Flüchtlingen den
christlichen die Einhaltung des Ramadans aufzwingen.
-
Kopftuchverbot für Jura-Referendarinnen unzulässig (Focus, Welt – hier sind die Leserkommentare auch ziemlich eindeutig).
Bayrische Landesregierung will in Berufung gehen. Die Gutmenschen
von der SZ beklatschen das Urteil: UNS könne man das zumuten das zu
ertragen, der Frau jedoch nicht, das Kopftuch abzulegen. Ein solcher
Schwachfug.
Politik
-
Beamtenpensionen liegen weit über den Renten. Warum müssen die Beamten
nicht auch mal bluten, sondern nur das gemeine Volk? 40% der Abgeordneten haben ein Interesse daran, daß es so bleibt. Und
eine Zweidrittelmehrheit wäre nötig, um das zu ändern.
-
Köstliche Redebeitrag der AfD im Brandenburgischen Landtag zu einem
»Gender«-Antrag von der SPD, den Linken und Grünen.
-
Finanzministerium will mit den Obergrenzen Bargeld nicht
abschaffen. – und Ulbricht wollte mit der Mauer die DDR-Bürger nicht
an der Flucht hindern (»Imperialistischer Schutzwall«). Kennen wir
alles…
-
Wie Korruption funktioniert: Sicherheitskonzerne finanzierten Verein für EU-Abgeordnete.
-
Verbots-Politiker wieder unterwegs: SPD-Politiker fordert, Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h mit
1.000€ zu ahnden.
-
Bundesverfassungsgericht weist Klage gegen EZB-Anleihenkaufprogramm
ab. Die Meinungen in den Leserkommentaren ist einhellig: Das
Bundesverfassungsgericht hat sich abgeschafft – alles, was es vorher
gesagt hat, z.B. zur Souveränität der Deutschen oder zum »letzten Wort«
des BVerfGs in Rechtsfragen, entpuppt sich nun endgültig als heiße Luft,
wie es Kritiker schon lange befürchtet haben.
-
Was man so alles durch das
Parlament jagen kann, wenn das Volk gerade abgelenkt ist (z.B. durch
Fußball).
Diverses
So, es gibt mal wieder eine große Aufräumaktion, sonst werde ich der
Sache nicht mehr Herr. Daher teilweise nur mit kurzen Kommentaren.
Überwachung
Automobiles
TTIP / CETA
Politik
Islamisierung
Windows 10
Hat ja sicher jeder mitbekommen: Der Bundestag hat das Massaker an den
Armeniern Ende des 19. Jahrhunderts zum Völkermord erklärt.
Hat er das wirklich? Ich war zwar nie gut in Deutsch, aber soviel
Textverständnis habe ich noch, daß ich diese Frage mit einem klaren »Nein«
beantworten kann. Wie sieht denn die Resolution aus? Hier die wichtige
Textstelle aus der Erklärung:
Im Auftrag des damaligen jungtürkischen Regimes begann am 24. April 1915
im osmanischen Konstantinopel die planmäßige Vertreibung und Vernichtung
von über einer Million ethnischer Armenier. Ihr Schicksal steht
beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen
Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von denen das 20.
Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist.
Das Ereignis ist also beispielhaft. Wofür? Da kommt eine Aufzählung. Es
reicht, wenn einer dieser Punkte zutrifft. Man könnte zum Beispiel
ein anderes Ereignis nennen, ohne daß die Gültigkeit des Satzes darunter
leidet: »Der Atombombenabwurf der Amerikaner über Hiroshima und Nagasaki
steht beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der
ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde […]«. Es
handelte sich mit 130.000 direkt getöteten Menschen definitiv um eine
Massenvernichtung, sicher aber nicht um einen Völkermord oder dem Versuch
desgleichen – zumindest nach meinen Geschichtskenntnissen. Aber der Satz
ist dennoch sprachlich und sachlich korrekt. Oder ein komplett anderes
Beispiel, um sich von dem Text zu lösen: »Das iPhone ist beispielhaft
für die einfach zu bedienenden Mobiltelefone, Tablets und Personal Computer
des beginnenden 21. Jahrhunderts.« Ist dieser Satz etwa falsch?
Da wird also herumgedruckst und sich eine Rückzugsmöglichkeit erhalten.
Das finde ich beschämend.
Nur gut, daß Erdoğan und seine Gesellen das nicht begriffen haben…
Der Text enthält übrigens noch eine Besänftigungsklausel gegenüber den
Juden, daß die Deutschen doch die größten Schweine sind und niemand so sehr
gelitten hat wie sie.
Dabei wissen wir um die Einzigartigkeit des Holocaust, für den
Deutschland Schuld und Verantwortung trägt.
Mag jeder davon halten, was er will.
Vorratsdatenspeicherung
-
Das BSI hat einen Entwurf erarbeitet, wie Telefon- und
Internet-Provider die Vorratsdatenspeicherung gemäß den Gesetzesvorgaben
umsetzen könnte, wie Heise und
Golem berichten.
Nachdem einige Tage seitdem vergangen sind, melden sich nun die
Provider zu Wort. Generell hatten die Provider ja schon im Vorfeld die
technische Umsetzbarkeit bezweifelt, und ihr Verband hat deshalb auch
eine Verfassungsklage eingereicht. Laut Eigenaussage fühlen sich die
Provider nun bestätigt und halten den Vorschlag von BSI für sehr teuer.
So teuer, daß kleine und mittlere Unternehmen sich dies nicht leisten
könnten und so in den Ruin getrieben würden. Golem und Heise haben die
Meldungen dazu.
-
Die EU möchte, daß die Behörden
leichter auf die Bestandsdaten der Telekommunikationsteilnehmer zugreifen
dürfen. Und am besten auch EU-staatenübergreifend, d.h. die Polizei
eines Landes soll nicht mehr um Amtshilfe der Polizei eines anderen
EU-Landes bitten müssen, sondern gleich beim dortigen Provider die Daten
abfragen können. Die Bestandsdaten sollen mindestens 60 Tage lang
gespeichert werden müssen.
-
Die russische Regierung will jetzt die Vorratsdatenspeicherung auf drei
Jahre verlängern, außerdem will sie Hintertüren in Messenger-Anwendungen
haben. Netzpolitik.org berichtet von der zweifelhaften Begründung:
Angeblich würden in geschlossenen Benutzergruppen Teenager durch
»Hirnwäsche« dazu gebracht, Polizisten zu ermorden…
Nachtrag: Ähnlich wie die Bundesregierung im Bundestag hat
die russische Regierung inzwischen das
ohne viel Aufsehen durch die Duma gejagt. Kritik kommt aus dem
Westen, wobei ich mich frage, ob das nur der Neid ist…
-
Auch Polen gleitet immer mehr in Richtung Unrechtsstaat und Diktatur
ab. Um bei drohenden Aufständen reagieren zu können, baut die Regierung
schon mal massiv vor und gibt diverse Rechte bis hin zur Abschaltung der Kommunikation.
Begründet wird das natürlich wieder mit Terrorgefahr, die es aber in
Polen nicht wirklich gibt.
-
Das FBI möchte den Zugriff auf Daten, die bei den großen Unternehmen
gespeichert werden, ausdehnen, und zwar möglichst so, daß sich die
Unternehmen nicht dazu äußern dürfen (Stichwort »National Security
Letter« bzw. Gag Order). Von den
Unternehmen kommt großer Widerstand, so der Heise-Artikel.
-
Der EuGH verhandelt zur Zeit ja mal wieder die Vorratsdatenspeicherung
– anhängig sind Klagen wegen der VDS in Großbritannien und Schweden. Nun
hat der Generalanwalt seine Stellungnahme abgegeben, was traditionell
richtungsweisend für dieses eigenartig konstruierte Gericht ist. Optimisten sehen darin eine Bestätigung des bisherigen Urteils,
meine Wenigkeit zweifelt daran, daß ein derart gesprochenes Urteil uns
noch vor der Vorratsdatenspeicherung bewahren könnte. Siehe auch
Heise.
-
Von Schwachköpfen lernen: Der
EU-Innenkommissar möchte das US-Online-Anmeldesystem ESTA für die
Einreise kopieren. Vermutlich wird es dann dort auch eine Checkbox
geben mit der Frage, ob man radikalislamischer Terrorist sei und einen
Anschlag verüben wolle.
-
Inzwischen hat das Bundesverfassungsgericht alle Eilanträge gegen die
Vorratsdatenspeicherung abgebügelt:
Heise, BVerfG, Netzpolitik. Auch wenn in solchen Fällen immer wieder seitens des
Gerichts betont wird, daß das keine Vorentscheidung sei, sehen die
Bürgerrechtler das eher als schlechtes Omen, da sie die Begründung nicht
nachvollziehen können.
Überwachung
-
In diesen Tagen, verdeckt von der Berichterstattung über die
Europa-Meisterschaft und dem Brexit, und im Eilverfahren (alle drei
Lesungen und die »Expertenanhörung« innerhalb einer guten Woche) hat die
Bundesregierung ihren Plan durchgezogen, den Verkauf von anonymen
SIM-Karten komplett zu unterbinden und auch den Geheimdiensten zu
erlauben, Daten im größeren Rahmen mit »befreundeten« Geheimdiensten
auszutauschen. Es werden also unsere Bürgerrechte weiter
eingeschränkt.
Berichte über den Kabinettsbeschluß gibt es beim Spiegel, bei Heise, bei
Golem und der Süddeutschen Zeitung.
Die stattgefundene Expertenanhörung geriet zur Farce. Die
Regierungsparteien hatten als »Experten« die Geheimdienstchefs geladen.
Deren Statements waren natürlich vorhersagbar. Linke und Grüne ließen es
zum Eklat kommen und boykottierten die Befragung daraufhin, was aber die
Superdemokraten von den Regierungsparteien nicht juckte. Die sollen sich
nochmal über Rußland oder die Türkei aufregen! Netzpolitik und Heise mit
den Einzelheiten.
Kurz nach der Expertenanhörung wurde
auch noch eine Verschärfung nachgeschoben, die aber offenbar schon
eine Zeitlang geplant war, weil sie schon in der Expertenanhörung
Erwähnung fand. Daß die Regierung natürlich alles für verfassungskonform
hält, brauche ich eigentlich gar nicht zu erwähnen…
Und dann ist es natürlich wie geplant im Schnellverfahren durch das
Marionettentheater gejagt und dort abgesegnet worden: FAZ, Heise, Zeit und Netzpolitik berichten.
Übrigens: Die Abschaffung der anonymen SIM-Karten wird die Industrie wieder Millionen kosten, und die wird es natürlich
wieder auf die Kunden umlegen.
-
Wenn es um Überwachung geht, dann ist der Bundesrat natürlich auch
immer dabei. Eigentlich dachte ich, im Moment hätten die Grünen eine
so große Beteiligung an den Landesregierungen, daß sie ein Veto erreichen
könnten. Entweder habe ich mich geirrt oder die Grünen sind auch mal
wieder umgekippt – das Umkippen ist ja kein Alleinstellungsmerkmal der
SPD. Ich hätte da auch schon so einen Verdacht – im Südwesten der
Republik…
-
In Europa werden massiv Fingerabdrücke und auch Gesichtsfotos von
Flüchtlingen für eine automatische Gesichtserkennung gespeichert,
natürlich mit Freude der Bundesregierung. Auch wenn der Betrug durch die
Flüchtlinge vielfältig und nicht gering ist, sehe ich das problematisch.
Meines Erachtens ist das nur eine Frage der Zeit, bis das auf die
allgemeine Strafverfolgung ausgedehnt wird und letztendlich alle
EU-Bürger in der Datenbank landen, egal, ob sie etwas ausgefressen haben
oder nicht.
-
Das Land Berlin will die Video-Überwachung massiv ausbauen. Nicht nur
öffentliche Plätze könnten dann überwacht werden, sondern sogar in
Restaurants oder Museen könnten Kameras möglich werden – überall, wo der
Staat eine Gefährdung vermutet. Auch hier soll das Gesetz dazu möglichst
schnell und ohne Aufsehen durchgepeitscht werden. Datenschützer laufen
dagegen Sturm. Heise und Netzpolitik berichten.
-
Ein anderes Ost-Bundesland, Mecklenburg-Vorpommern, plant,
Funkzellenüberwachung auf »vermuteten
Fahrstrecken« von Tatverdächtigen durchzuführen. Ich kann mir schon
gut vorstellen, wie es da plötzlich irgendwelche »Verdächtige« gibt, die
»rein zufällig« permanent das ganze Bundesland durchkreuzen…
-
Eine schöne PR-Aktion hat eine Bürgerrechtsorganisation in
Großbritannien veranstaltet, um die Bürger auf das geplante
Überwachungsgesetz aufmerksam zu machen. Sie haben eine öffentliche Toilette aufgebaut, die transparent wird,
sobald man die Tür von innen schließt.
-
In den USA achtet die Polizei auf die Privatsphäre! Echt? Nein, nicht
wirklich. Aber sie beruft sich darauf, um nicht beantworten zu müssen, wo sie
die Kameras aufgebaut hat. (via
Fefe) Die Preisgabe
würde die Privatsphäre der überwachten Bürger verletzen.
(ausführlicher Artikel auch bei Ars Technica).
-
Ein Bericht aus der Schweiz: Da geht
es auch nicht wirklich besser zu. Trotzdem würde ich lieber dort
leben.
-
Die Bundesregierung will eine neue Behörde zum Knacken von
Verschlüsselungen gründen. Mit dem unterdurchschnittlichen Niveau
Deutschlands in der IT-Technik und dem schlechten Ruf von Behörden werden
hoffentlich die paar echten Kryptographie-Experten einen Bogen darum
machen.
-
Die EU stellt Überlegungen an, wie man Staatstrojaner
grenzübergreifend einsetzen kann. Es soll nach deren Vorstellung also
zum Beispiel legal sein, daß eine französische Behörde einem in
Deutschland lebenden Menschen einen Trojaner unterschieben können soll.
Mittlerweile sind die in ihrem Überwachungswahn völlig enthemmt!
-
Auch bei den Briten geht es weiter: Eine gigantische Datenbank soll alle bisherigen Quellen
zusammenführen. Und dabei bloß keinen um seine Meinung oder gar
Einverständnis fragen, zum Beispiel das Parlament…
-
Und noch zwei Meldungen aus dem NSA-Untersuchungsausschuß: Erstens:
Wer im Berliner Regierungsviertel
mobil telefoniert, ist selber schuld! Zweitens:
An die USA gelieferte Handydaten
können nie nicht Menschen töten!
Zensur
In Deutschland, in der EU und auch anderswo wird versucht, indirekt
Zensur-Mechanismen aufzubauen. Der Trend ist, alles, was politisch nicht
gewollt ist, als Haß zu deklarieren und die Social-Media-Anbieter dazu zu
bringen, ihre Dienste entsprechend zu filtern. Das hat zweierlei Vorteile:
Einerseits bleibt die Definition, was »zensurwürdig« ist, schwammig
definiert und zudem wird sie nicht öffentlich, denn das wird dann als
»Geschäftsgeheimnis« deklariert. Und richtig klagen kann man dagegen auch
nicht. Oder man behauptet ganz frech, daß es überhaupt keine konkreten
Vereinbarungen gäbe – so, wie das das Maassche Justizministerium gegenüber
dem Blogger Hadmut Danisch erklärt hatte.
-
Die EU strebt eine
Selbstverpflichtung von Facebook, Microsoft, Google & Co. an,
Haßkommentare, rassistische und fremdenfeindliche Botschaften entfernen
zu lassen. (Siehe auch Zeit).
NGOs kritisieren dabei die Willkür, die diese Konstruktion
beinhaltet, und kündigen ihre Mitwirkung am EU-Internetforum auf.
-
Neben den Gesprächen mit den Social Media-Betreibern plant die EU auch
eine neue Richtlinie zur Terrorismusbekämpfung, welche auch die
EU-Staaten dazu bevollmächtigen soll, Zensur-/Netzsperrinfrastrukturen
aufzubauen. Das Ganze soll möglichst ohne großes Aufsehen durch das
EU-Parlament gebracht werden. Einzig der LIBE-Ausschuß soll sich damit beschäftigen, unter
Federführung von Strauß-Tochter Monika Hohlkopf..., äh, -meier.
Der LIBE-Ausschuß ist übrigens zuständig für Bürger-, Menschen- und
Grundrechte. Verglichen mit seiner tatsächlichen Arbeit erinnert das so
stark an die diametralen Bezeichnungen der Ministerien in 1984 (»Liebes«-
und »Friedens«ministerien).
Nachtrag: Leider lag der Blogeintrag jetzt lange genug herum, daß es
mittlerweile geschehen ist: siehe Netzpolitik und Heise.
-
Die »rechten Gruppierungen« auf Facebook schlagen mit den Waffen von
Maas & Co. zurück, wie der Spiegel berichtet.
-
Der Europarat (der ja mit der EU nichts zu tun hat), warnt vor
zunehmender Internet-Zensur. Siehe auch Slashdot und Ars Technica.
-
Hadmut Danisch berichtet in seinem Blog, daß mittlerweile
selbst die Vereinten Nationen an der Internet-Zensur planen.
Datenschutz
-
Auch der EU-Datenschutzbeauftragte hält das geplante »Privacy
Shield«-Abkommen nicht mit dem
EU-Recht bzw. mit dem EuGH-Urteil vereinbar. Nichtsdestotrotz haben
die EU-Datenschützer es mittlerweile – mit Vorbehalten – abgesegnet. Sie
wollen es nach einem Jahr evaluieren.
-
Vernetzte Autos: Auch heute spionieren die Autos ihre Besitzer mächtig
aus und schicken alle Daten zum Hersteller. Ein Focus-Artikel beschäftigt sich ausführlich damit und erwähnt, was
so alles aufgezeichnet wird. Nicht erschrecken! Selbst Adreßdaten vom
Mobiltelefon, das mit dem Auto verbunden war, werden »nach Hause«
geschickt. Auch, wo das Auto geparkt wurde und wieviele Sitze belegt
sind.
Heise berichtet in einem anderen Artikel,
daß sich 2/3 der Autobesitzer Sorgen
um die Spionage durch Autohersteller machen. Wie der Focus-Artikel
zeigt, nicht zu Unrecht.
-
Ein konkreter Fall bestätigt nun entsprechende Befürchtungen: Mit Hilfe
von Daten von BMW konnte die Staatsanwaltschaft nun nachweisen, daß ein
junger Mann mit einem BMW-Car-Sharing-Wagen einen Fahrradfahrer mit
deutlich überhöhter Geschwindigkeit überfahren und getötet hat. BMW
versucht sich damit herauszureden, daß das Fahrzeug als
Car-Sharing-Fahrzeug mit zusätzlicher Technik ausgestattet gewesen sei.
Diese zeichne die Fahrzeugpositionen (und andere Daten) auf, diese Daten
würden aber nicht mit den Vermietungsdaten der BMW-Tochter verknüpft
werden und wären so nach Vorstellung von BMW legal. Berichte bei Spiegel, FAZ, Golem, Zeit und Heise.
Smart-Meter
Wie Heise berichtet, hat die
Energie-Lobby beim Thema Smart-Meter einen großen Erfolg zu verzeichnen.
Die Regierung ist eingeknickt und will auch größeren Unternehmen die
gesammelten Daten zukommen lassen.
Golem hat in diesem Kontext noch einen umfangreichen Frage-und-Antwort-Artikel veröffentlicht.
Heise berichtet, daß die vernetzten
Stromzähler weiterhin wenig Vertrauen in der Bevölkerung genießen. 70%
der Bürger machen sich Sorgen um den Datenschutz. Sigmar Gabriel kann das
natürlich nicht verstehen und sieht absolut keine Gefahr. Aber das ist
eigentlich nicht erwähnenswert, der Kerl ist sowieso von Kopf bis Fuß
merkbefreit. Sonst hätte er auch schon gemerkt, daß er selber eins der
großen Probleme der SPD ist.
Heise berichtet zudem, daß die
Bauchschmerzen des Bundesrates in dieser Sache wohl auch dahin sind.
Einfach die besten Politiker, die man für Geld kaufen kann!
Hier noch ein paar weitere Artikel zu dem Thema:
Flüchtlinge
-
Die AfD wirft den Kirchen vor, daß sie sich nicht nur aus christlicher
Nächstenliebe um die Flüchtlinge kümmern, sondern um auch eine Menge Geld damit zu verdienen.
-
Ich habe immer wieder Bedenken, die ständigen Konflikte im Nahen Osten
auf wenige Einzeltäter zu reduzieren. Ist das Konfliktpotential nicht in
den Menschen und deren Religion verwurzelt und bringen die
(vermeintlichen) Flüchtlinge und Opfer dieses Potential nicht mit
hierher, dank Merkel und anderer Gutmenschen? Wenn ich solche Artikel wie
über diesen den Christenhaß in Flüchtlingsunterkünften lese (oder von
Stories, daß moslimische Mittelmeerflüchtlinge ihre christlichen
Mitflüchtlinge über Bord geworfen haben sollen), dann sehe ich mich in
diesen Überlegungen bestätigt.
-
Ein weiterer Bericht, wie sich Kriminelle und Extremisten um Flüchtlinge »kümmern«.
Danke, Merkel.
-
Die sexuellen Übergriffe von Flüchtlingen auf Frauen gehen weiter.
Diesmal in Darmstadt bei einem Open-Air-Musikfestival. Berichte bei der
FAZ und bei der Zeit.
Islam
-
Nicht nur der französische Autor Michel Houellebecq beschreibt eine
dystopsiches, islamisiertes Frankreich, sondern auch der algerische
Schriftsteller Boualem Sansal konstruiert ein ähnliches Szenario in
seinem Roman »2084. Das Ende der Welt«. Die Welt hat ein Interview mit ihm geführt.
Politik
-
Schäuble kennt niemanden, der das Bargeld abschaffen will. Nun
gut, er kennt ja auch niemanden, der damals die Schwarzgeldkoffer
abgegeben hat, also was hat das für eine Bedeutung? Ich glaube, bei dem
Mann muß man einfach die Aussage umdrehen, dann wird man relativ nahe an
der Wahrheit sein.
-
Ich hatte ja in einem früheren Blog-Eintrag schon erwähnt, daß die
Bundesdruckerei in den Panama-Papieren auftaucht. In einem echten
Rechtsstaat würde soetwas detailliert aufgearbeitet werden. Darum passiert das natürlich in Deutschland genau nicht…
-
Ach, und weil wir ja schon bei den Berufslügnern sind: Der angebliche
Gegner von Schiedsgerichten, Lügenbaron von und zu Gabriel, will am liebsten solche auch innerhalb Europas, also für
europäische Firmen gegen europäische Länder, wenn ich das richtig
verstehe!
Die Zeit berichtet auch im Zusammenhang mit TTIP, daß Gabriel einen völlig undurchsichtigen Schlingerkurs fährt.
-
Dumm, dümmer, CDU! Die CDU hat mittlerweile auch mitbekommen, daß die
Zahl der Wohnungseinbrüche massiv steigt und dieses Faktum die Bürger
langsam verunsichert, um es mal vorsichtig zu sagen. Die Idee, die die
CDU daraufhin entwickelt, ist zum Schreien: Sie will die Einbrecher härter bestrafen, die Mindeststrafe
verdoppeln. Das ist natürlich dann auch besonders wirkungsvoll, wenn
letztendlich nur 3% der Einbrecher gefaßt und verurteilt werden.
Den restlichen 97% wäre die Strafverschärfung ziemlich schnuppe.
Ach ja, und mehr überwachen, zum Beispiel Telefon- und
Videoüberwachung, will die Stasi-Partei natürlich auch. Was sonst?
(Mehr dazu auch bei der Zeit in zwei Artikeln.)
Überwachung
-
Unsere »Datenschutzbeauftragte« Voßhoff schützt die Daten – vor uns.
Speziell geht es darum, ob die Telcos Vorratsdaten länger speichern als
mit der Bundesdatenschutzbehörde vereinbart (unter dem Vorgänger von
Voßhoff). Diese Information will sie
nicht herausgeben. Von welcher Partei ist die noch gleich? Ach so,
CDU…
-
Apropos CDU: Was kommt nach der Überwachung? Klar, mehr Überwachung!
Das hat sich auf jeden Fall die CDU für den nächsten Bundeswahlkampf
auf die Fahnen geschrieben. An Euch liegt es, ob sie damit baden geht
oder nicht!
-
Die Kritik am geplanten britischen Überwachungsgesetz läßt nicht nach,
sodaß sich die Innenministerin jetzt genötigt fühlt,
den Vorschlag überprüfen zu
lassen. Na ja, auf der anderen Seite weiß man ja, wie das so läuft:
Bestätigt das Gutachten die eigene Position, dann war es klasse,
ansonsten macht man es nieder und bezeichnet den Gutachter als
inkompetent und ignoriert es letztendlich. Ich würde mich fast wetten
trauen, daß das auch hier so passieren wird…
Islamisierung
-
In den Niederlanden gibt es mittlerweile die erste Migrantenpartei im
Parlament. Ein Artikel in der Welt berichtet, sie gebe sich
»antirassistisch, innovativ und cool«. Aber wer den Artikel zuende liest,
erfährt, daß da hinter der Fassade eine etwas andere Agenda wirkt.
Der französische Autor Michel Houellebecq mit seinem Buch »Unterwerfung«
kommt mir da unweigerlich in den Sinn: Ist diese Partei ein Vorbote für
eine derartige Zukunft? Auch der Focus berichtet kritisch über diese Partei.
-
In dem Handschlag-Skandal an einer Schweizer Schule hat jetzt die Schulbehörde klare Kante gezeigt und festgelegt, daß der
islamische Glaube kein Grund darstellt, der Lehrerin nicht die Hand zu
geben, und die Zuwiderhandlung mit einer hohen Geldstrafe belegt.
Terrorismus
So, ich versuche diesmal, meinen schon wieder mächtig aufgebauten
Rückstand in kleineren Happen abzuarbeiten. Vielleicht ist das sowohl für
Euch als auch mich praktischer…
Überwachung
-
Natürlich nur zu unserem Besten: De Maizière will noch mehr Daten mit
den USA austauschen – europäische
Fluggastdaten, Finger- und DNA-Abdrücke.
-
Die Bundesregierung plant schon wieder ein neues »Anti-Terror-Paket«.
Mit dabei ist auch der Verbot von anonymen Prepaid-Karten für
Mobiltelefone, mit dem uns wieder ein Stückchen Freiheit genommen wird.
Die Kritiker sind sich einig, daß diese Maßnahme in Sachen
Terrorismusbekämpfung völliger Schwachsinn ist. Netzpolitik informiert ausführlich über das Thema. Besonders
erwähnenswert ist, daß der eifrige Datenschutz-Jurist Patrick Breyer auch
hier aktiv wird. Er geht vor den Europäischen Menschengerichtshof (siehe
Update 5).
-
Eine von der amerikanischen Regierung mehrfach wiederholte Kritik an
Edward Snowden war, daß er seine Beschwerden bei den dafür zuständigen
internen Stellen hätte vorbringen müssen. Ein ehemaliger Chef einer solchen Stelle offenbarte nun, daß die
Anonymität nicht gewahrt blieb und somit das System sich pervertierte und
gegen die Whistleblower wendete, anstatt die gemeldeten Probleme
aufzuarbeiten. In seinem Buch beschreibt er, wie die Ereignisse um den
Whistleblower Thomas Drake ihm die Augen geöffnet habe. (Siehe auch
Heise)
-
Ein anderes Thema, das der Jurist Patrick Breyer im Namen der
Piratenpartei nun juristisch angeht, ist das Kfz-Kennzeichen-Scanning im
Rahmen der geplanten PKW-Maut. Er hat
beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt, weil damit
prinzipiell die Erstellung von Bewegungsprofilen möglich sei.
Islam
Flüchtlinge
-
Jedes Land wählt unter den Flüchtlingen aus, wer bleiben darf, weil er
dank seiner Qualifikation eine Perspektive besitzt. Nur Deutschland ist
natürlich so blöd und läßt jeden hinein. Und mit dem unsäglichen
EU/Türkei-Deal sortiert Erdoğan auch noch die halbwegs Fähigen vorher aus
(Spiegel, FAZ, Zeit).
Diverses
Eh man sich versieht, ist der April um und auch schon wieder Mitte Mai,
und nicht ein einziger Beitrag ist in meinem Blog erschienen. So eine
Sauerei, oder? Ausreden habe ich genug, wie zum Beispiel einen kleinen,
aber sich hinziehenden grippalen Infekt oder einen Besuch bei der
Anti-CETA-TTIP-Demo in Hannover. Vielleicht auch das Alter. Neulich habe
ich ja so eine magische Grenze überschritten. Ich kann mich noch erinnern,
als Kind haben die Tage fast unendlich gedauert. Und heute? Wusch, ist der
Abend vorbei und wieder Bettzeit. Eine meiner Theorien dazu ist, daß man
mit zunehmenden Alter einfach langsamer denkt. Deshalb kommt einem alles
viel schneller vor. Man lebt nicht das ganze Leben im gleichen Zeitraster,
sondern in jungen Jahren wie ein Kolibri, in späten wie eine
Schildkröte…
Datenschutz/Überwachung
Überwachung, Schritt für Schritt, immer, immer weiter, bis jede
Bewegung, jede Äußerung, jede Emotion aufgezeichnet ist.
-
EU-Rat will, daß die
Mitgliedsstaaten auch bei Google und
Fratzenbuch herumschnüffeln dürfen.
-
Nur der Vollständigkeit halber: In einem Interview verteidigt die zuständige EU-Kommissarin Jourová das unsägliche
»Privacy Shield«-Abkommen. Natürlich alles super und streng nach
EuGH-Vorgaben! Hust…
-
Die Bürgerrechtler lehnen das Abkommen auch weiterhin ab:
Heise, Golem und noch zwei weitere Artikel bei Heise
(erster Artikel,
zweiter Artikel).
-
Die allgemein eher positiv gesehene neue EU-Datenschutzverordnung
bekommt von einem Rechtsexperten
gehörig Fett weg: Es sei eines der schlechtesten Gesetze des 21.
Jahrhunderts, es sei überbordend und hirnlos. Der Artikel enthält auch
ein Statement von Thomas de Maizière, daß Datenminimierung und
-sparsamkeit keine Grundsätze mehr sein dürfen. Da klingt wieder Merkels
Rohstofftheorie durch!
-
Mittlerweile ist die Fluggast-Vorratsdatenspeicherung in der EU
beschlossene Sache, der hier vorgestellte Artikel ist jedoch etwas älter:
De Maizière fordert Reiseregister in Europa. Beim nochmaligen
Durchlesen kommt mir aber der Verdacht auf, daß nicht nur das Fliegen
gemeint sein könnte, sondern jeglicher Grenzübertritt, ob per pedes,
Auto/Bus, Zug, Schiff oder sonstwie. Totale Überwachung, das ist
letztendlich immer das Ziel.
-
EU-Parlament stimmt anlaßloser Vorratsdatenspeicherung für
Fluggastdaten zu, wie u.a. Zeit, Spiegel, SZ und Heise berichten. 60
verschiedene Attribute werden gespeichert. Netzpolitik und Golem haben noch viele Details dazu. Übrigens wollen viele
europäische Staaten auch die Daten von innereuropäischen Flügen
speichern, wie ein Heise-Artikel über
die ebenfalls erfolgte Zustimmung des EU-Rats berichtet. Ich vermute
mal, daß inländische Flüge dann auch dabei sind. Noch haben wir ein
bißchen Chancen, daß der EuGH dem Treiben einen Strich durch die Rechnung
macht, falls er bei seiner Linie bleibt, die er bei dem Urteil zur
Vorratsdatenspeicherung gezogen hat.
-
Bericht über den Versuch der US-Regierung, bei WhatsApp ihren Fuß in die Tür zu
bekommen. Enthalten ist auch ein Video einer John-Oliver-Sendung zu
dem Thema. WhatsApp hat übrigens wenig später als Gegenmaßnahme
die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
eingeführt...
-
Edward Snowden: »Ich würde es wieder
tun«
-
Weitere Kritik an Smart-Metern:
keine Verbesserung für Haushalte,
zentrale Speicherung. Golem hat einen umfangreichen Artikel zum aktuellen Gesetzentwurf publiziert und
kommt auch zum Schluß, daß es dem Verbraucher höchstwahrscheinlich nur
mehr kostet, aber keinerlei Vorteile bringt.
Bei der Anhörung im Bundestag wurde der Gesetzentwurf von vielen
Experten ebenfalls zerpflückt, wie
Heise und Golem berichten.
-
Wenn selbst der Döpfner vom CDU-freundlichen Axel-Springer-Verlag gegen
Überwachung wettert, sollten Merkel, de Maizière & Co. mal
nachdenken… (via Fefe)
-
Heise berichtet, wie in New York von
der Stadt aufgestellte Säulen mit kostenlosen WLAN-Zugängen systematisch
zum Ausforschen der Nutzer mißbraucht werden. Übrigens, Kameras und
Mikrofone haben die Dinger auch. Die sind aber noch nicht in
Betrieb.
-
Polizeiliche Datensammlung rund um Fußball unrechtmäßig
ausgedehnt.
-
Erfassung von Fingerabdrücken und
DNA-Daten nimmt in Deutschland stark zu.
-
Wieder wird uns ein Stück Anonymität genommen: Bundesregierung will
anonyme Prepaid-Karten verbieten (Spiegel, Golem, Heise, Focus). Außerdem will sie die Haftungsregeln für
Online-Plattformen verschärfen.
-
Schon bevor die Fluggastdatensammlung beschlossen war, hat die EU mit
»Pilotprojekten« begonnen, wie
Heise und Zeit berichten. Fakten schaffen, heißt das, und es zeigt
auch, was die EU von demokratischen Prozessen hält.
-
Den Landesverkehrsministern fällt auch nichts besseres ein, als nun
die flächendeckende Videoüberwachung des öffentlichen Nahverkehrs zu
fordern, sowie die Einführung von Zugangssperren zu überlegen.
Letzteres kann dann wie bei der Fluggastdatensammlung zu einer
Totalüberwachung aller Fahrgäste führen.
Nachdem der NRW-Minister Groschek von einem präventiven Effekt der
Videoüberwachung sprach (laut Pressemitteilung), habe ich mal
nachgefragt, auf welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen diese Aussage
beruhe. Ich bekam natürlich nur den größten MIST als Antwort zu
lesen.
-
In den USA geistern immer noch Gesetzesentwürfe herum, die nur knackbare Verschlüsselungen erlauben wollen.
-
Das Bundesverfassungsgericht gibt uns wenigstens ein bißchen wieder
unsere Bürgerrechte zurück: Sie erklärt Teile des BKA-Gesetzes für
verfassungswidrig. (FAZ, Heise)
-
Es reicht ja jeder beliebige Vorfall, um die Überwachung immer weiter
auszudehnen. Nach einem Unfall, der sich eher zufällig am Ende als
geplanter Mord herausstellt, gibt es erste Forderungen, auf die Aufzeichnungen zugreifen zu
dürfen, die die Bordelektronik heutiger Fahrzeuge machen.
-
Weil heute Kommunikation nicht mehr nur per Telefon und SMS abgewickelt
wird, sondern auch per Facebook, Whatsapp & Co, möchte der Bundesrat die Gesetze so ändern, daß diese Dienste auch
unter die Vorratsdatenspeicherung fallen. Selbst solche
Freizeitbeschäftigungen wie Geocaching! (Siehe auch Zeit)
-
Ein Vorgeschmack, was auch mit unseren Patientendaten passieren wird,
sollte das Bundesverfassungsgericht das nicht stoppen: Google darf in Großbritannien Millionen Patientendaten auswerten.
Die betroffenen Patienten wurden natürlich nicht gefragt.
-
Wer meint, Bürgerrechte seien bei den Grünen mehr als
Verhandlungsmasse, der irrt gewaltig. Wie jetzt aus dem Koalitionsvertrag
der grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg hervorgeht,
pfeift man plötzlich auf die Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung
und anderen Überwachungsmaßnahmen, wenn man dafür noch weitere fünf
Jahre an der Regierung sein darf. Aber seit dem ganzen grünen Stuttgart
21-Debakel habe ich von Kretschmann & Co. auch nichts anderes
erwartet. Netzpolitik hat sich den Vertrag mal näher angeschaut.
-
Noch eine Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung: Der Provider Spacenet und der Eco-Verband klagen. Es geht ihnen
nicht nur um die Grundrechte, sondern auch immense Kosten für die
Internet-Provider.
-
Indien will jetzt auch Landkarten zensieren – sie könnten sonst
»falsche« Grenzen zeigen, und das geht ja gar nicht.
Internet & Co.
Geld
Bildung
-
Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung: Das
Abitur stirbt. (via Danisch). Nicht mehr Wissen und Können sind gefragt, sondern
»Softskills«:
»Anstelle von trägem Wissen, das die Schülerinnen und Schüler nur zur
Beantwortung von eng begrenzten und bekannten Aufgabenstellungen nutzen
können, soll vernetztes Wissen entwickelt werden.«
Für den Schreiblehrgang etwa bedeutet das: Nach vier Jahren verfügen
die Schüler »über grundlegende Rechtschreibstrategien. Sie können
lautentsprechend verschriften und berücksichtigen orthografische und
morphematische Regelungen und grammatisches Wissen. (…) Sie erproben und
vergleichen Schreibweisen und denken über sie nach. Sie gelangen durch
Vergleichen, Nachschlagen im Wörterbuch und Anwenden von Regeln zur
richtigen Schreibweise. Sie entwickeln Rechtschreibgespür und
Selbstverantwortung ihren Texten gegenüber.«
Die Konsequenzen solcher Ziele beschreibt der Autor im darauffolgenden
Text, gleichsam lesenswert wie erschreckend. Da reden die Politiker seit
Jahrzehnten, wie wichtig Bildung ist und daß das eine Investition in die
Zukunft sei – und produzieren Generationen völlig inkompetenter
Menschen.
EU
-
Auch in den Niederlanden macht sich EU-Frust breit. Eine Volksbefragung
zu dem Ukraine-Assoziierungsabkommen wurde zur Abrechnung mit der EU
genutzt. (Spiegel, FAZ)
-
Dieses Referendum ruft die grüne EU-Parlamentarierin Rebecca Harms auf
den Plan: Einzelne Nationen sollten nicht über EU-Themen abstimmen dürfen.
Wahre Demokraten, diese Grünen.
-
Das EU-Parlament hat einer neuen Richtlinie zum Schutz von
Geschäftsgeheimnissen zugestimmt. Kritiker sehen darin aber mehr Gesetz,
das Wistleblowing und investigativen Journalismus kriminalisieren will.
Die vier Artikel bei Netzpolitik, Spiegel, ORF und
Heise wurden vor der
Beschlußfassung veröffentlicht. Heise berichtet zudem
über Kritik aus der
Zivilgesellschaft.
-
BREXIT: Interessantes Interview mit einer britischen (deutschstämmigen) Politikern.
-
Schuldenkrise: Der Internationale Währungsfond fordert, daß die Geldgeber
Griechenland die Zinsen und die Tilgung bis 2040 stunden soll. Erst
2080, also wenn ein Großteil von uns nicht mehr lebt, sollen die
Kredite zurückgezahlt sein. Langsam sollte doch auch dem letzten klar
sein, daß das Geld futsch ist und daß die einzige Lösung – wie
bisher – ist, Griechenland aus dem Euro herauszunehmen.
Politik
-
Wirtschaftsminister Gabriel, der Handlanger der Industrie. Waffen,
TTIP, oder ganz neu – Fusion von Edeka und Tengelmann zu einem
marktbeherrschenden Unternehmen – alles kein Problem. Aus Protest gegen
letzteres tritt der Chef der Monopolkommission zurück. FAZ, Zeit und SZ berichten.
-
Langer
Blog-Beitrag von Hadmut Danisch: Wenn die Politisch-Korrekten »kauft
nicht bei…«-Methoden anwenden wie die Nazis, dann ist alles o.k. Schlimm
an der Geschichte ist, daß da Lehrer, Eltern und Schüler mitmachen.
Transferleistung? Null!
-
Das Maasmännchen treibt einen neue Sau durch’s Dorf: Er will »sexistische Werbung« verbieten. Frauen und Männer
sollten nicht auf Sexualobjekte reduziert werden. Kommentatoren meinten
ironisch, man solle dann auch Werbung verbieten, die alte Leute mit
(vermeintlichen) Altersproblemen wie Blasenschwäche oder Vergeßlichkeit
zeigen. FDP-Lindner wirft Maas zudem Spießigkeit vor: (siehe auch
FAZ)
»Heiko Maas geht den nächsten Schritt zum Nannystaat, der den Bürgern
nichts zutraut und Verbraucher für unmündig hält … Seine Pläne zum
Verbot vom Nacktheit und sexualisierter Werbung sind an Spießigkeit kaum
zu überbieten. Die Verhüllung von Frauen zur Bändigung von Männern zu
fordern, das kannte man von radikalen islamischen Religionsführern, aber
nicht vom deutschen Justizminister.«
Recht hat er. Übrigens arbeite der link(isch)e Maas mit
Radikalfeministen (»Pinkstinks«) zusammen. Daß Maas sich mit
zweifelhaften Individuen und Organisationen (wie Stasispitzel und
gewaltbereite Antifa-Linke) umgibt, ist spätestens seit der
Facebook-Zensur bekannt.
-
Apropos Maas: Ein schöner Artikel über die Unfähigkeit unseres
Justizministers.. Das ist ja schon fast Amtsanmaasung,
hahaha!
-
Es heißt ja immer, die Justiz sei auf dem rechten Auge blind. Mag sein,
aber die Gesellschaft ist auf dem linken blind: Ein Artikel in de FAZ beschreibt die massive linke Gewalt gegen die
AfD und ihre Mitglieder, und daß es kaum jemanden juckt – eine Debatte
darüber findet nicht statt.
-
Doppelmoral: CDs mit Steuersünder-Daten hehlen, das ist für Schäuble
o.k. Aber Korruption in den Behörden bzw. staatsnahen Unternehmen
aufdecken? Auch Schäuble wurden mehrfach die Panama-Papiere angeboten,
mit dem Hinweis auf krumme Geschäfte von der Bundesdruckerei. Kein Interesse! (+ Folgeartikel)
-
Bestechlichkeit? Auf jeden Fall ein »Gschmäckle«: Joachim Sauer, das
eheliche Anhängsel der Zentralratsvorsitzenden, kassiert jedes Jahr 10.000€ für seine Tätigkeit im Kuratorium der
Friede-Springer-Stiftung.
-
Ehrlichkeit wird nicht toleriert: BER-Sprecher fliegt (aber nicht mit dem Flugzeug), nachdem er ein zu
ehrliches Interview über den Zustand und die Zukunft des Flughafenbaus
gegeben hat. Es gibt ja fachlich qualifizierte Beobachter, die der
Auffassung sind, der Flughafen könne eigentlich nur noch abgerissen
werden, weil er mittlerweile kaputtgeändert wurde und der Brandschutz
nicht mehr erreicht werden könne. Außerdem würden Sondergenehmigungen
ablaufen.
-
Die linke Wochenzeitung »Die Zeit« hat mittlerweile eine eigene
Artikelserie über den Niedergang der SPD. Einer davon handelt von Sigmar Gabriel als Teil des Problems..
Das sehe ich auch so. Er unterstützt so ziemlich alles, was der
SPD-Klientel und dem Rest Deutschlands schadet. Ein anderes linkes Blatt,
die Süddeutsche Zeitung, berichtet über das Essener Ratsmitglied
Guido Reil, der nach 26 Jahren aus der SPD austritt.
-
Angeblich haben die USA Beweise, daß wichtige Persönlichkeiten Saudi
Arabiens, inklusive Personen aus der Regierung, die Al-Kaida bei ihrem
9/11-Terroranschlag unterstützt hat. Um die Veröffentlichung dieser Beweise zu verhindern, drohen die
Saudis, US-Staatsanleihen im Wert von einer Dreiviertel Billiarde
US-Dollar zu verkaufen, was vermutlich den Bankrott der USA zur Folge
hätte. Das ist der Fluch der westlichen Finanzpolitik! Und außerdem
erinnert mich das wieder daran, mit was für einem üblen Staat die
Bundesregierung Geschäfte macht!
-
Korruption in Deutschland? Gibt es nicht! Es ist doch völlig korrekt,
daß von 420 Millionen Euro Breitbandförderung der Bundesregierung [15% in
den Wahlkreis von Merkel
gehen](http://www.golem.de/news/breitbandausbau-regierung-bewilligt-420-millionen-euro-fuer-kommunen-1604-120623.html
https://netzpolitik.org/2016/merkel-wahlkreis-gewinnt-15-der-breitband-foerderung/)!
p>
TTIP, CETA & Co.
-
TTIP soll bis Ende 2016 fertig verhandelt sein.
-
Bei TTIP werden uns immer einheitliche Standards versprochen. Alles Lüge. In USA werden viele Zertifizierungen auf
Staaten-Ebene durchgeführt und nicht auf Bundesebene. Für erstere habe
aber die US-Regierung gar kein Mandat.
-
Gabriel abgehoben und weltfremd:
CETA sei exzellente Meßlatte für
TTIP
-
Verfassungsbeschwerde gegen CETA
eingereicht.. Vielen Dank an die Lüdenscheiderin, ihrem Anwalt und
allen, die sie finanziell unterstützt haben.
Per einstweiliger Verfügung soll verhindert werden, daß die
Bundesregierung zustimmt. Leider könnte aber genau das ins Leere gehen,
wenn die EU-Staaten nicht darüber abstimmen brauchen bzw. dürfen.
Das versucht gerade die EU-Kommission durchzudrücken, ebenso wie ein
Inkrafttreten vor der eigentlichen Abstimmung. Das stößt aber bei
einigen Staaten auf heftigen Widerstand, wie ich woanders gelesen habe
(leider ohne Link).
Mehr Details, auch zu dem Anwalt, der die Klage vertritt, gibt es in
einem längeren Artikel bei der Süddeutschen Zeitung.
-
Nach dem Erfolg des Referendums gegen das
Ukraine-Assoziierungsabkommens in den Niederlanden ist ein neues gegen CETA und TTIP geplant. Ich drücke die Daumen!
-
Auch in den USA wächst der Widerstand gegen TTIP, wie die Zeit berichtet.
-
Ein weiterer Bericht, wie die USA über TTIP an europäischen Gesetzen mitschreiben
will.
-
Die französische Regierung ist schon ein bißchen weiter als die
deutsche und sieht den aktuellen Stand für nicht akzeptierbar.
-
Die Zeit schreibt darüber, daß das Versprechen bei TTIP, daß der
Verbraucherschutz nicht geschwächt werden würde, nicht eingehalten werden
kann, weil das im Widerspruch zu den Zielen von TTIP steht. In die
gleiche Kerbe haut auch Thilo Bode von Foodwatch in einem Gastartikel in der Süddeutschen Zeitung. Er sagt zudem, daß eine
Angleichung von Standards natürlich auch ohne TTIP ginge.
-
Gabriel hatte doch groß verkündet, daß die Abgeordneten alle Papiere zu
TTIP einsehen könnten – wenn auch unter rigiden Einschränkungen. Wie sich jetzt herausstellt, fehlen etliche Dokumente!
-
TTIP aus Sicht eines amerikanischen Landwirtschaftslobbyisten: »Unser Fleischabsatz wird deutlich steigen«. Und eins ist für ihn
klar: An den Produktionsmethoden wird sich nichts ändern müssen, also
freie Fahrt für Hormonfleisch und Chlorhühnchen!
-
Lügner Gabriel: Hatte sich Gabriel nicht kritisch und einsichtig in
Sachen Schiedsgerichte gezeigt? Alles Schauspiel: Zusammen mit Österreich, Finnland, Frankreich und den Niederlanden
hat die Bundesregierung eine Eingabe an die EU gemacht, die privaten
Schiedsgerichte zu erhalten.
-
Die Zeit erinnert uns daran, daß TTIP auch für das Gesundheitssystem und soziale Dienste massive negative
Auswirkungen haben könnte.
-
Die EU versucht mit einer »Studie«, die Europäer von TTIP zu
überzeugen. Natürlich werden trotz nichtexistenter Fakten phantastische Vorteile heraufbeschworen. Ab mit dieser Nebelkerze
in die Rundablage!
Automobiles
Ausländerkriminalität
-
Die FAZ beschreibt in einem umfangreichen Artikel die angeblich nicht existenten »No-Go-Areas« anhand der Dortmunder
Nordstadt.
-
Rechtsfreie Räume: Die darf es nach Politiker-Aussagen im Internet
nicht geben (und es gab sie auch nie). In Asylunterkünften gibt es sie
aber schon: Ein Diebstahlopfer konnte sein gestohlenes Mobiltelefon in
einer Asylunterkunft orten, die Polizei geht aber nicht hin. (via
Danisch)
-
Das Belästigen und Beklauen von Frauen geht weiter. Zum Beispiel auf einer Kirmes in Bergkamen. Oder beim Karneval der Kulturen in Berlin. Oder in einem Berliner Einkaufszentrum (mehr auch hier).
-
Asylbewerber steckt Flüchtlingsheim an.
-
Schüsse und Messerstecherei in Essen (weiterer Artikel).
-
Auch in Essen: Polizei mußte sich mit Schlagstöcken gegen Horde wehren, nachdem sie
einen Falschparker aufschreiben wollte.
(Pressemeldung der Polizei)
-
Berlin, die Hauptstadt – der Ausländerkriminalität, fest in der Hand von arabischen Clans. Und die rekrutieren in den
Flüchtlingsheimen auch noch Handlanger für die Drecksarbeit.
-
Nachdem ein junger Mann in Bad Godesberg zusammengeschlagen wurde und
einige Tage danach an den Folgen gestorben ist, ist ein Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden.
Zudem hat er sich bei der Befragung in Widersprüche verwickelt, was die
Wahrscheinlichkeit größer macht, daß er einer der gesuchten Täter ist.
War es ein nicht-europäischer Migrant? Die Polizei wollte uns das in der
Pressekonferenz vorenthalten und sprach nur davon, daß der Mann in
Italien geboren sei. Warum sagt sie denn dann nicht, daß es ein Italiener
sei? Erst auf Nachfrage eines Journalisten gibt sie zu, daß es »einen
weiteren Migrationshintergrund« gäbe… Desinformationskampagne nenne ich
das. Und da wundert sich die Polizei noch darüber, was man von ihr
hält?
Islam
-
Die Meinung, daß der Terror seine Wurzeln im Islam hat, wird nicht nur
von den europäischen »besorgten« Bürgern vertreten, sondern auch im
islamischen Raum selber. Ein ägyptischer Moderator hat beispielsweise im
Fernsehen mal Tacheles geredet, wie die FAZ berichtet.
-
Zwei islamische Schüler in der Schweiz wollen ihrer Lehrerin aus
religiösen Gründen nicht die Hand geben, und die Schule knickt ein.
-
Schleichende Islamisierung in Frankreich? Ein Artikel in der FAZ geht dieser Frage nach.
-
In einem Gast-Artikel in der FAZ über die Integration von Ausländern
finden sich interessante Zahlen aus dem Jahr 2012: 60% muslimischer
Einwanderer meinen, daß sich Muslime auf den ursprünglichen Islam
besinnen sollten, 75% meinten, es gäbe nur eine mögliche
Koran-Interpretation, die für alle Muslime verbindlich sei, für 65% gehen
die Vorschriften des Islam den Gesetzen vor. Allgemein plädiert die
Autorin für deutlich strengere Regeln gegenüber den Migranten, was schon
erstaunlich ist, weil sie selber eine ist.
-
Schwedischer, islamischer Grünen-Politiker verweigert Journalistin
die Hand, weil sie eine Frau ist. (In Deutschland verweigert schon
mal ein schmieriger, tief im Stuttgart 21-Sumpf steckender SPD-Politiker
die Hand einer Frau gegenüber, weil sie in der AfD ist). Nach einer Welle der Empörung tritt der
Politiker zurück.
-
Islamisierung findet nicht statt: Rathaus entfernt Bilder, »um keine religiösen Gefühle von Migranten
zu verletzen«
-
Umfrage: Mehrheit lehnt Islam als Teil Deutschlands ab. (siehe auch
FAZ)
-
Die FAZ berichtet, wie christliche Flüchtlinge von muslimischen Flüchtlingen in den
Flüchtlingsheimen drangsaliert werden.
Migration
Medien/Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Glyphosat
Ein Hin-und-her um das von Monsanto entwickelte
Universalunkrautvernichtungsmittel, das auch die Basis für Monsantos
Genfraß-Strategie ist.
Sonstiges
Meine wenigen Leser beschweren sich darüber, daß ich sehr häufig den
gleichen Titel für meine Blogeinträge verwende. Das liegt halt in der
Tatsache begründet, daß ich meist über ein breiteres Spektrum grantle und
nicht über ein spezifisches Thema. Aber ich nehme ja Kritik auf, und
deshalb war ich jetzt mal hochgradig innovativ – zumindest in der Art und
Weise, wie deutsche Politiker die flachen, aus internationaler Sicht
bemitleidenswerten Ideen der deutschen IT-Großkonzerne bezeichnen.
Firefox
Mozilla hat seit der Umwandlung von Firefox (bzw. dessen Vorgänger
Netscape Navigator) in ein Open Source-Projekt Probleme, eine dauerhafte
solide Finanzierung hinzubekommen. Nun mußte sich Mozilla eingestehen, daß
eines der Projekte, aus dem am Ende auch ein bißchen Geld sprudeln sollte
und in das sie viel Energie gesteckt haben, letztendlich gescheitert ist.
Firefox OS sollte den Browser samt kompletter Laufzeitumgebung auf
Mobilgeräte, vornehmlich Smartphones, bringen.
Gründe für das Scheitern gibt es mehrere: einerseits war m.E. das Projekt
allgemein zu groß für Mozilla, zudem muß man technologisch die Frage
stellen, ob man wirklich krampfhaft versuchen muß, den Browser zum
Ökosystem eines ganzen Gerätes zu machen. Das erinnert mich so an den immer
wieder richtigen Spruch: Hast Du nur einen Hammer als Werkzeug, sieht
jedes Problem wie ein Nagel aus. Ein anderes Problem ist, daß mit
Android ebenfalls eine Plattform zur Verfügung steht, die für den
Hersteller auch mit wenig bis keinen Lizenzkosten verbunden ist. Vor diesem
Problem steht zum Beispiel Jolla mit ihrem
Sailfish ja auch. Die haben aber wenigstens geschafft,
Android-Applikationen unter ihrem Betriebssystem zum Laufen zu bekommen –
mir ist nicht bekannt, daß Mozilla ähnliches auf dem Radar hatte.
Aber egal, Firefox OS scheint ja Geschichte zu sein, ein Weiterleben gibt
es höchstens noch auf SmartTVs (zur Zeit bei Panasonic), wo es sich aber
auch mit anderen gescheiterten Betriebssystemen (wie WebOS) einen
Konkurrenzkampf liefert. Ich wollte auch eigentlich nicht über die
Geschichte schreiben, sondern über die Zukunft. Denn was macht Mozilla nach
dem Scheitern von Firefox OS? Es stürzt sich in neue, völlig ungewisse
Abenteuer. »Internet of Things«, was wohl das Buzzword des Jahres
2016 werden wird, muß es sein. Und wiederum soll die eigene Browser-Technologie im Zentrum stehen.
Aus Fehlern nichts gelernt?
Auch auf Slashdot wird heftig geschimpft: Mozilla sollte sich mehr
um den Browser selbst kümmern. Firefox mit seiner darunterliegende Layout
Engine »Gecko« war mal top-of-the-notch, aber die Welt dreht sich weiter,
und so kommt er ins Hintertreffen, speziell gegenüber Googles Chrome, aber
auch gegenüber Microsofts neuen Browser Edge. Die sind schneller beim
Rendern, können besser mit mehreren CPU-Cores umgehen und sind auch nicht
mehr so ressourcenhungrig. Ebenso steht in der Kritik, daß Mozilla die
Weiterentwicklung von Thunderbird praktisch eingestellt hat.
Eine Heise-Meldung ließ
aufhorchen: Mozilla wolle im Juni auf Basis ihres Forschungsprojekts
»Servo«, eine hochgradig parallelisierte Layout Engine, für die extra eine
eigene Programmiersprache namens »Rust« entwickelt wurde, im Juni als
Alpha-Version vorstellen. Hat Mozilla den Wink mit dem Zaunpfahl
mitbekommen? Offenbar nicht wirklich. Heise hat den Artikel mittlerweile
aktualisiert. Mozilla läßt verlauten, daß lediglich eine »Tech-Demo«
geplant es. Schade…
Zensur
-
Das »Recht auf Vergessen«, das sich ein Spanier vor dem EuGH erkämpft
hat und unter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes da herkommt, entpuppt
sich immer mehr als ein Zensur-Mechanismus. Speziell die französische
Datenschutzbehörde CNIL treibt Google vor sich her (die sollte sich mal
lieber den eigenen Staat vorknöpfen…). Auf Druck hat Google schon den
Suchfilter auf allen Suchmaschinenadressen aktiviert, nicht nur von den
europäischen (also google.de, google.fr usw.) und
stattdessen den Filter anhand der
IP-Adressen ein- und ausgeschaltet (Geolocation/Geoblocking im
Neudeutsch). Das reicht CNIL aber nicht:
Sie droht mit Geldstrafen, sollte
Google den Suchfilter nicht global einschalten. Nicht nur, daß dieses
»Recht auf Vergessen« sowieso fragwürdig ist, öffnen sie aber mit dieser
Forderung die Büchse der Pandora: Sollte Google tatsächlich global
filtern müssen, wie könnten sich Google und die anderen Suchmaschinen
noch gegenüber anderen unfreieren Staaten argumentativ wehren, wenn von
dort die Forderungen nach der globalen Ausdehnung der dort schon
bestehenden Sperren kommen? Ich denke da so an Staaten wie China oder
Nordkorea und die ganzen islamischen Staaten.
-
Die Süddeutschen Zeitung diskutiert in einem Artikel, ob der Pressekodex in seiner jetzigen Form richtig ist oder
nicht. Auch von der Schere im Kopf ist die Rede. Sehr aufschlußreich
und erwähnenswert finde ich die zitierte Aussage von Kai Gniffke, Chef
von ARD-aktuell (und damit auch für die Tagesschau & Tagesthemen
zuständig):
…Schwierig werde es, wenn die Polizei im Netz mehr veröffentlicht, als
die Medien berichten würden. »Wir sind eben nicht mehr die alleinigen
Gatekeeper, die darüber befinden, was die Leute erfahren. Damit
müssen wir umgehen«
Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Sie maßen sich an,
Gatekeeper zu sein. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sieht sich
als Bestimmer darüber, was der Bürger erfahren darf! Solche Leute wie der
hätten auch im 3. Reich oder in der DDR Karriere gemacht…
-
Auch bei N-24 wird über den Pressekodex, speziell über Ziffer 12.1, die
das Nichterwähnen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Menschengruppe
fordert, diskutiert. Der Autor spricht sich für die Abschaffung dieses Absatzes im Kodex
aus.
-
Warum man keine ungeliebten, abgesägten Politiker in die
EU-Institutionen abschieben darf: Während Edmund Stoiber wenigstens
nichts kaputtmacht, hält es Monika Hohlkopf, äh, Hohlmeier, nicht so: Als
wenn es nicht schon gereicht hat, daß sie an der Zerstörung der deutschen
Schriftsprache mitgeholfen hat, fordert sie nun als Berichterstatterin im
EU-Parlament Websperren gegen Terrorismus
(Heise, Netzpolitik). Also nichts anderes also Zensur. Wie heute so
üblich (siehe auch Maas weiter unten), ist alles weit und schwammig
gefaßt, der Willkür Tor und Tür geöffnet. Willkommen im chinesischen
Internet. Aber das hat bei der CSU Tradition. Ich kann mich noch gut
erinnern, daß bei der Sperrdiskussion wegen Kinderpornographie der
Parteikollege Hans-Peter Uhl gefordert hatte, man solle sich doch China
als Vorbild nehmen…
Islamisierung
Flüchtlinge
-
Flüchtling begrapscht Mädchen im Schwimmbad. Weitere fünf
Flüchtlinge waren zugegen, deren Verwicklung in das Geschehen konnte
offenbar nicht ganz nachvollzogen werden.
-
Ein beißender Kommentar von Hendrik M. Broder zum Besuch von
Norbert Blüm in Idomeni, zu der Situation in Idomeni und zu der
Erwartungshaltung und mangelnde Verantwortung für die eigene Lage der
Flüchtlinge:
Dazu kommt noch etwas. Das Gefühl, für das eigene Schicksal
verantwortlich oder wenigstens mitverantwortlich zu sein, ist,
freundlich formuliert, extrem schwach entwickelt. Geht etwas schief,
sind immer andere schuld: der Kolonialismus, der Kapitalismus, der
Imperialismus, der Zionismus, der Westen an sich und die Unmoral, die er
überall verbreitet.
[…]
Auch die Eltern der Kinder, die uns jeden Tag aus großen traurigen
Augen hilfesuchend ansehen, fühlen sich für die Leiden ihrer Kinder
nicht verantwortlich. Schuld sind diejenigen, welche die Grenzen
dichtgemacht haben, die Grenzen zwischen Griechenland und Mazedonien,
Mazedonien und Serbien, Serbien und Kroatien, Kroatien und Slowenien,
Slowenien und Österreich, Österreich und Deutschland. Offenbar gehen die
meisten Flüchtlinge davon aus, daß das Recht, nach Deutschland kommen zu
können, sich in Deutschland niederlassen zu dürfen, ein unverhandelbares
Grundrecht ist. Und das hat nicht nur mit den Selfies der Kanzlerin zu
tun.
Es ist eine Frage der Ehre, die ebenso wie der Märtyrerkult zu den
Säulen der arabisch-islamischen Kultur gehört, daß man sich von
Ungläubigen nicht vorschreiben läßt, wie und wo man leben soll. Eine
Berlinerin, die sich seit Monaten in der Flüchtlingshilfe engagiert,
bringt es auf den Punkt: »Sie finden, daß wir ihnen dankbar sein
sollten, daß sie zu uns kommen.«
Letzteres wird auch noch von so doof-dämlichen Aussagen wie von
Göring-Eckhardt verstärkt, die sich freut, daß Deutschland dank der
Flüchtlinge religiöser werde (EKD-Synodale 2015). Wohin so eine Denkweise
führt, mußte man jetzt leider in Schottland beobachten: Gläubiger Muslim wünschte frohe Ostern – dafür wurde er erstochen
(mit Ergänzung).
-
Hieß es nicht, Flüchtlinge im speziellen und Ausländer im allgemeinen
seien nicht straffälliger als die Deutschen? Da hat das Gutmenschenblatt
Stern nicht aufgepaßt und einen Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wird, daß
Ausländer dreimal so straffällig seien wie Deutsche, daß in den
Gefängnissen der Ausländeranteil 30% betrage und aufgrund der
Flüchtlingswelle die Plätze in den Untersuchungsgefängnissen knapp werden
würden. Kein weiterer Kommentar…
TTIP
Rundfunkgebühren
-
Leider hat auch das Bundesverwaltungsgericht die erste Klage gegen die
Haushaltsabgabe negativ beschieden. Weitere Klagen werden noch
verhandelt. Jetzt bleibt nur noch der Weg vor das
Bundesverfassungsgericht. Große Hoffnung hege ich allerdings nicht. Ich
habe letztens einiges über das Gericht und deren Richter gelesen, was
meine bisherige mäßige Achtung dieses Gerichts dahinschmelzen läßt (Macht
korrumpiert halt überall). Kombiniert mit der Tatsache, daß der
Vorsitzende des Ersten Senats und Vizepräsident des BVerfG, Ferdinand
Kirchhof, der Bruder des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Paul
Kirchhof ist, der die rechtliche Grundlage für die Haushaltsabgabe
formuliert hat, kommt mir unweigerlich der Spruch in den Sinn, daß eine
Krähe der anderen kein Auge aushackt…
-
Jetzt sind die Rundfunkgebühren schon exorbitant, und der Bayrische Rundfunk macht dennoch Schulden im dreistelligen
Millionenbereich! Jedes Privatunternehmen wäre bankrott.
Minister Mittelmaas
Nein, diese schöne Verballhornung stammt nicht von mir, sondern aus einer
Zeitung und bezog sich auf die Kompetenz dieses Herrn. Denn bei allem, was
er anpackt, kommt nur Mittelmäßiges heraus. Eine immer wieder vorgebrachte
Kritik ist übrigens, daß er mit seinen Gesetzen durch unklare
Formulierungen, durch Verwendung unscharf definierter Begriffe die
Rechtsunsicherheit fördert. Diese Rechtsunsicherheit hebelt aber die
Rechtsstaatlichkeit und die Freiheit aus, weil ehrliche Leute dann lieber
das zu ihren Ungunsten auslegen, um einen Rechtsbruch zu vermeiden. Das ist
dann ein ähnlicher Effekt wie bei der Selbstzensur. Außerdem fördert sie
die Beweislastumkehr.
Aber vielleicht ist das gar nicht mal Inkompetenz, sondern Absicht.
Spätestens seit seiner 180-Grad-Drehung in Sachen Vorratsdatenspeicherung
ist klar, daß Heiko Maas keine moralischen Ansprüche an sich stellt,
sondern für jede Schandtat zur Verfügung steht. Und da bei der SPD die
Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit nur als Monstranz vor sich
hergetragen wird, aber nicht wirklich gelebt wird, ist sehr leicht möglich,
daß Maas nur Handlanger fremder Interessen – innerhalb und außerhalb der
Partei – ist. Beispiele gefällig?
-
Nach der Kölner Silvesternacht will Maas das Sexualstrafrecht
verschärfen. In der Zeit wird kritisiert, daß der Tatbestand zu weit gegriffen
und das Strafmaß überzogen ist. Selbst für ein überraschendes Grapschen
zwischen Ehepartnern könnte die Strafe doppelt so hoch werden wie für
einen Faustschlag ins Gesicht. Auch Sex zwischen dem/der Vorgesetzten und
der/dem Untergebenen, der aufgrund einer (auch vom Opfer nur implizit
angenommenen) Androhung einer Kündigung zustandekam, kann schlimmer
bestraft werden, als wenn, wie der Autor schreibt, er/sie ihr/ihm »die
Augen auskratzt, die Zähne ausschlägt und die Arme absägt«.
Auch wenn hier alles schön geschlechtsneutral definiert wurde, glaube
ich, man kann ohne Zweifel sagen, daß hier klar die Handschrift der
Radikalfeministen zu erkennen ist, die in jedem Mann ein Sexmonster
sehen.
-
Ein weiteres Feld, wo Maas seine Inkompetenz zeigt und verwüstete
Landstriche hinterläßt, ist die Reform des Urheberrechts. Nach
Überarbeitung des Entwurfs durch Maas – nach Kritik von den
Rechteverwertern – fühlt sich die Vertretung der Urheber verraten, wie
Heise berichtet.
-
Auch das Strafrecht bezüglich Mord will Maas reformieren. Offizieller
Anlaß ist, daß im aktuellen Gesetzestext noch Begrifflichkeiten und
Täterklassifizierungen vorkommen, deren Ursprung in der Gesetzgebung
während des Dritten Reichs liegen. Dabei will Maas aber den Mord
relativieren und nicht in allen Fällen die lebenslängliche
Freiheitsstrafe vorsehen (die ja sowieso schon lange nicht mehr
lebenslange Haft bedeutet). Laut Spiegel und Zeit sollen die Haftstrafen auf bis zu nur fünf Jahre
reduziert werden, und zwar, wenn der Täter
-
»aus Verzweiflung« handelte,
-
um »sich oder einen ihm nahestehenden Menschen aus einer ausweglos
erscheinenden Konfliktlage« zu befreien,
-
durch eine »schwere Beleidigung oder Mißhandlung (…) zum Zorn gereizt«
wurde oder
-
von einer »vergleichbar heftigen Gemütsbewegung« betroffen war
Als ich das las, mußte ich erstmal schlucken. Und wenn ich in die
Kommentare beim Spiegel und bei der Zeit hereinschaue, ging es anderen
genauso. Denn womit begründen Islamisten ihre Morde an Karikaturisten, die
Mohammed malen oder an sonstigen Kritikern des Islams? Richtig, mit
schweren Beleidigungen. Und mit was wird der Mord an Familienmitgliedern,
vorwiegend Töchter und Schwestern, die sich westlich orientieren oder die
»ungläubige« Partner haben? Auch richtig, eine gefühlte Ehrverletzung ist
doch eine mit der Beleidigung vergleichbare Gemütsbewegung. Auch
Rachemörder könnten mit der geplanten Regelung in den Genuß der
Vergünstigung kommen. Ich dagegen kann mir überhaupt keine Form von
Beleidigungen/Gemütsbewegung vorstellen, die eine Strafminderung bei Mord
rechtfertigen würde. Vielleicht sollte Maas noch eine Liste daranhängen,
damit jemand weiß, ob er/sie bei »Hurensohn« oder »Hure« schon das Messer
zücken und zustechen darf…
Ist das einfach nur unsägliche Dummheit oder auch nur wieder
Handlangertätigkeit, diesmal für die ganz linke Gutmenschenfraktion?
-
Auch die ganze Geschichte mit Maas und Facebook zur Zensur der
»Haß-Postings« ist äußerst fragwürdig. Hadmut Danisch berichtet in seinem
Blog von Versuchen, die Details der
Vereinbarung zwischen Maas und Facebook zu bekommen (Teil 1 und 2). Er beobachtet, daß weit mehr als nur Haß-Postings von
Facebook gelöscht werden und fragt sich, inwieweit da die Bundesregierung
bzw. Maas da mitmischen.