Nach dem Schußwechsel eines sogenannten »Reichsbürgers« mit der Polizei
und dem Tod einem der Polizisten geht es auf und ab in der Presse, in was
für einer wirren Welt die Reichsbürger doch leben. In der Tat sind viele
Thesen sehr wirr, allein jene, daß wir ja nur Angestellte einer Staats-AG
seien, da wir einerseits einen »Personal«-Ausweis hätten und andererseits
die Behörden eine Steuernummer.
Aber wir alle leben in Scheinwelten, die wir uns selber aufbauen. Viele,
die treudoof jedesmal die gleiche »etablierte« Partei wählen, wähnen sich
in einer Demokratie und einem Rechtsstaat, und glauben tatsächlich, daß sie
als Souverän irgendetwas zu sagen hätten. Sie wundern sich nicht einmal,
daß die Regierungsmeinung in wichtigen Themen häufig diametral zu der
Volksmeinung ist – bei CETA zum Beispiel.
Auch die Schreiber, die sich jetzt besonders über die »Reichsbürger«
echauffieren, glauben in ihrer Scheinwelt, sie seien Journalisten und
repräsentierten die Vierte Gewalt im Staat. Zeigen schön die
selbstgemachten Pässe der »Reichsbürger«, aber daß tausende illegale
Migranten als Flüchtlinge getarnt mit gefälschten Pässen nach Deutschland
kommen und die Behörden das trotz konkreter Kenntnis bei den einzelnen Leuten
absichtlich ignorieren und permanent Rechtsbruch begehen, lassen sie
faktisch links liegen.
Nachtrag:
Natürlich leben auch die Politiker in ihrer Scheinwelt, in der sie all
den Scheiß, den sie beschließen, als Gutes für die Bürger schönreden. Das
kann man heute nach dem Beschluß der Überwachung Deutschlands nach
NSA-Vorbild mal wieder sehen. Ich zitiere mal aus dem Heise-Artikel:
Nina Warken (CDU) und Christian Flisek (SPD) unterstrichen dagegen, daß
der Schutz von EU-Bürgern vor geheimdienstlicher Überwachung gestärkt und
weitgehend dem von Deutschen gleichgestellt werde. Dies sei »weltweit
einmalig«, hob Flisek hervor. Die Koalition bringe zudem Licht in die im
NSA-Ausschuß aufgedeckte »Dunkelkammer« beim BND. […] Trotz einiger Kritik
im Detail sei dies ein »mutiger Schritt nach vorne«. […] Die dortigen
Mitarbeiter seien »keine finsteren James-Bond-Bösewichte«, sondern »ganz
normale Männer und Frauen mit Familien und Kindern«.
Übrigens, auch Stalin war verheiratet und hatte Kinder. Mao Tse-tung
auch. Und haben Millionen Tote zu verantworten. Und um nicht so weit gehen
zu müssen: Viele Stasi- und Gestapo-Übeltäter mit Sicherheit auch.
Es findet etwas statt, was kaum oberhalb der Wahrnehmungsschwelle der
Medien, aber definitiv unter der Wahrnehmungsschwelle der Bürger liegt. Daß
der Bund im Zuge der nun abgeschlossenen Verhandlungen um den
Länderfinanzausgleich bereit ist, mehr Geld aus den Bundessteuereinnahmen
zu überweisen, läßt sich der Bund mit der Übertragung der Zuständigkeit für
die Bundesautobahnen bezahlen.
Das geschieht natürlich nicht ohne Grund. Sicher ist, daß die Verwaltung
der Autobahnen und auch das Eigentum in ein staatliches Unternehmen
ausgegliedert werden soll. Von dem Problem mal abgesehen, daß sich so ein
Unternehmen verselbständigt wie die DB AG und kaum noch unter Kontrolle zu
halten ist, geht die Gefahr um, daß der Bund versuchen wird, das
Unternehmen an Investoren zu verramschen. Die wären dann natürlich
versucht, möglichst viel Kohle aus ihrer Investition zu machen. Einerseits
könnte das bedeuten, daß die Qualität der Straßen nicht besser, sondern
noch schlechter wird. Wir durften ja neulich schon im Fernsehen verfolgen,
wie »gut« das mit den Autobahnraststätten funktioniert hat. Andererseits
ist natürlich der Maut Tür und Tor geöffnet – das also, woran Dobrindt im
Moment zu scheitern droht.
Diese mögliche Ausgeburt merkelscher marktkonformer Demokratie und
Staatswesen mit der Abkehr von der staatlichen Daseinsvorsorge ist
keineswegs ein Hirngespinst von Verschwörungstheoretikern. Nein,
Unionspolitiker haben dieses Konzept in der Vergangenheit mehrfach ins
Spiel gebracht. Die Zeit schreibt jedoch, daß der Verkauf nicht geplant sei. Das ist
aber so glaubwürdig wie damals der Ausspruch von Walter Ulbricht zum
Mauerbau.
Ich hoffe nur, daß bis zur nächsten Bundestagswahl in diesem Bereich
nicht zu viele Fakten geschaffen werden. Sowohl bei der nächsten Wahl und
auch sonst liegt es an uns Bürgern und Autofahrern, uns nicht länger von
den »Regierigen« an der Nase wie die Ochsen herumführen zu lassen. Und das
gilt natürlich nicht nur für das Thema der Autobahnen. Der Bürger und das
Gemeinwohl muß wieder im Mittelpunkt stehen – etwas, was in der Politik
parteiübergreifend schon lange vergessen wurde.
Ganz Europa ist von CETA besetzt. Ganz Europa? Nein! Ein von
unbeugsamen Wallonen bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling
Widerstand zu leisten…
…so könnte – à la Asterix – eine wahre Geschichte beginnen. Denn im
Moment noch leisten tatsächlich die Wallonen tapfer Widerstand gegen CETA,
besser als wir Deutsche oder die Österreicher (darauf komme ich gleich
noch). Es zeichnete sich schon am Mittwoch ab, wie u.a. die belgische Site
Flandern
Info und die luxemburgische Site Luxemburger Wort berichteten. In Belgien haben angeblich die
Regionalparlamente deutlich mehr Einfluß als bei uns die Landesparlamente.
Und so könnte es wohl tatsächlich sein, daß Belgien CETA und auch der
vorläufigen Inkraftsetzung nicht zustimmen darf. Wie die Süddeutsche und
auch andere meldeten, hat heute das Regionalparlament der Wallonie in einer Abstimmung ihre
Position nochmal gefestigt – mit 46 zu 16 Stimmen, was fast eine
Dreiviertel-Mehrheit ist. Fefe
berichtet gerade, daß die schmierigen Kumpanen aus der EU und aus der
Zentralregierung natürlich wieder unter der Gürtellinie Druck auf die
Wallonen ausüben, z.B. mit der Streichung von Fördergeldern. Erinnerungen
an die Volksabstimmungen in Irland werden wach. Hoffentlich bleiben sie
standhaft.
Nicht standhaft geblieben sind natürlich mal wieder … na … na … wer? Ja,
genau, die Sozialdemokraten. Diesmal sind nicht die deutschen Sozies die
Verräter, sondern die österreichischen. Was kümmert es das Präsidium der
SPÖ schon, daß sich in einer Mitgliederbefragung 90% der Genossen
gegen CETA ausgesprochen haben? Einen feuchten Kehricht – und haben heute die 180°-Wende vollzogen. Ja, die Nachbesserungen,
die hätten es jetzt gebracht. Ja, genau die, die Kritiker für absolut
wertlos halten, weil sie juristisch und inhaltlich irrelevant sind, wie ich
schon berichtete.
Kommen wir zu Deutschland. So schlecht lag ich ja gar nicht mit meiner
Vorhersage. Außer, daß diese Notifizierungen offenbar völkerrechtliche
Relevanz besitzen. Welche, das werden wir noch sehen.
Allgemein gibt es nach dem Urteil offiziell nur Gewinner. Das sehe
ich nicht so. Auch wenn die Gegner nicht ohne Berechtigung die auferlegten
Bedingungen als wichtig erachten und glauben, daß Gabriel und die
Bundesregierung große Probleme haben werden, diese Auflagen zu erfüllen
(wenn sie nicht wieder tricksen), ist doch der größter Verlierer der
Bürger. Voßkuhle hat doch mal wieder klar zu verstehen gegeben. daß die
politischen Partner Deutschlands, die internationale Wirtschaft und
allgemein die Staatsräson wichtiger sind als wir dumme Bürger mit unseren
sogenannten »Bürgerrechten«. Gabriel hat offenbar mit dem Horrorszenario
der sich nicht mehr drehenden Welt nach einer Verfügung gegen CETA Eindruck
bei Voßkuhle hinterlassen. Oder Voßkuhle will sich einfach keinen Streß
machen.
Hoffnung macht sich noch Campact. Die haben die Grünen in den
Bundesländern aufgefordert, die Ratifizierung von CETA im Bundesrat zu
verhindern. Das könnten sie nach aktueller Beteiligung in den
Landesparlamenten. Aber zum Beispiel auf einen Herrn Kretschmann ist ja
auch kein Verlaß, wie man aus dem Stuttgart-21-Drama weiß. Dem ist sein
Ministerpräsidentensessel auch näher als seine vorgebliche Überzeugung.
Übrigens, wer die Übertragung im ÖR gesehen hatte, hat vielleicht
mitbekommen, daß jemand etwas in den Saal rief, als die Richter
hinausgingen. Man konnte das nicht verstehen, weil gerade ausgeblendet
wurde. Der Spiegel berichtet, was es war: »Artikel 20, Absatz 4« –
mehr nicht. Braucht es auch nicht, jeder im Saal wird es verstanden haben.
Da fällt mir ein, daß man im Mittelalter in Brügge mal einem korrupten
Richter die Haut beim lebendigen Leibe abgezogen hatte. Die Haut wurde dann
– wenn ich es richtig in Erinnerung habe – als Baldachin am Richterstuhl
angebracht, auf dem der Sohn des Richters die Nachfolge antrat. Die
Geschichte zeigt also, daß Richter nicht außen vor sind.
Der ORF berichtet übrigens noch von anderen Staaten,
bei denen die Zustimmung noch
nicht durch ist. Aber mit wirklichen Widerstand ist dort nicht zu
rechnen.
Ich habe nebenbei Meldungen von der heutigen Verhandlung mitgelesen. Die
Tagesschau hatte einen »Ticker« mit Meldungen aus dem Verfahren veröffentlicht, bei denen
mich eine Meldung (14:48 Uhr) doch sehr verstörte:
Wirtschaftsminister Gabriel hatte diese Ausstiegsmöglichkeit
Deutschlands [Anm. aus der vorläufigen CETA-Anwendung] vor der
Pause bejaht. Gerichtspräsident Voßkuhle fragt Gabriel, ob die
Bundesregierung diese Auffassung auch offiziell notifizieren könne.
Gabriel bejaht das.
Was heißt Notifizieren? Wikipedia schreibt: »In der Diplomatie
bezeichnet ›notifizieren‹ die offizielle Mitteilung einer Information durch
einen Staat oder einen Staatenbund an einen anderen Staat oder einen
Staatenbund oder zwischenstaatliche Organisationen, Vereinigungen oder
Konferenzen.
Das heißt also, Voßkuhle fragt, ob die Bundesregierung offiziell
bestätigen würde, daß sie eine Ausstiegsmöglichkeit habe.
Nun gut. Aber, was soll die Frage bitteschön?
Bedeutet sie, daß
-
Voßkuhle es zum Abwürgen der Eilanträge genügen würde, wenn die
Bundesregierung glaubt, sie habe eine Ausstiegsmöglichkeit, auch
wenn diese womöglich faktisch gar nicht bestünde (so sehen es ja die
Kläger)
-
oder reicht es Voßkuhle sogar nur, daß Gabriel lediglich die
Möglichkeit einer solchen Notifizierung in Aussicht stellt?
Im Hinblick auf meinen gestrigen Fund stinkt das gewaltig nach dem
Versuch, sich hier wieder einmal davonzustehlen. Ich hoffe, die anderen
Richter machen ihm da einen Strich durch die Rechnung (glauben will ich
aber daran nicht).
Na ja, in gut 15 Stunden sind wir schlauer…
Heise hatte heute nochmal einen
Artikel zu der morgigen Verhandlung
und zu der übermorgigen Entscheidung zur einstweiligen Verfügung gegen die
Bundesregierung bezüglich der Zustimmung zu CETA veröffentlicht. Inhaltlich
nichts wirklich Neues, aber im Forum fand ich eine angebliche Aussage des
Vorsitzenden Voßkuhle, die ich dem werten Leser meines Blogs nicht
vorenthalten möchte. Es stammt aus 2013 und geht um die Klage gegen die
EZB-Maßnahmen in der Finanzkrise:
»…gab er sich in etwas angetrunken Zustande deutschen Studenten
gegenüber entschieden indiskreter: er werde das Urteil solange
hinauszögern, bis die EZB Fakten geschaffen habe oder aber, wenn sich das
Urteil nach Ablauf von in etwa einem Jahr einfach nicht mehr länger
hinauszögern läßt, werde er mit irgendeinem der vielen juristischen
Scheinargumente, auf die das Gericht immer zurückgreifen könne, ein Verbot
von Draghis Anleihenkäufen als offensichtliche Mandatsverletzung durch die
EZB elegant umgehen.«
Die Quelle ist ein Gastbeitrag im Handelsblatt. Im Krieg hätte man gesagt: Feigheit
vor dem Feind. Oder man kann auch sagen: Teil des korrupten Systems. Im
Forum überwiegt stark die Meinung, daß Voßkuhle und seine Truppe auch
diesmal wieder einknicken wird. Und ich befürchte, daß sie recht
behalten.
Überwachung, Datenschutz, Zensur
-
Eilanträge gegen neue Vorratsdatenspeicherung abgelehnt.
Hoffentlich kein böses Omen für die Hauptverhandlung. Mehr dazu bei
Netzpolitik.
-
War natürlich klar: Die
Staatsratsvorsitzende mit ihrem Ministerrat befürwortet großflächige
Internet-Überwachung. Einmal gelernt, niemals verlernt!
-
Geschäft kennt keine Moral, darum entwickeln Firmen schon mal im
voreilend totale Überwachungstechniken. Der Focus berichtet über eine
Idee, Autos total zu überwachen, indem man die Nummernschilder mit Chips ausstattet. Damit
erübrigt sich dann die fehlerträchtige Zeichenerkennung, speziell bei
widrigen Wetterbedingungen. Und da das alles über Funk geht, entfallen
auffällige Geräte am Straßenrand.
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Privacy Shield: Wie lange vermutet, ist der Shield löchrig wie ein Sieb.
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Netzpolitk beschäftigt sich auch nochmal mit dem Status Quo des
Privacy Shields.
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Innenausschuß des EU-Parlaments beschließt Netzsperren. Damit
ist die Sache praktisch schon durch, speziell, weil das im Parlament gar
nicht weiter diskutiert werden soll. Prima. Was sie mit
Kinderpornographie nicht geschafft haben, haben sie jetzt mit dem Terror
durchbekommen. Die Zensurbemühungen von Monika Hohlkopf sind sogar bis ins
amerikanische Ars Technica-Magazin vorgedrungen.
-
Nach diesem Beschluß kommt es nicht von ungefähr, daß de Maizière das Haftungsprivileg der Access Provider aufweichen
möchte. Damit könnte der Staat dann mehr Druck auf die Provider
ausüben, daß diese selbständig voreilend vermeintlich illegale Inhalte
zensieren.
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Warum soll nur der Staat Metadaten von Gesprächen und SMS sammeln –
denkt sich Google und läßt sich das Recht per
Daten»schutz«erklärung einräumen.
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Bürgerrechte? Scheiß egal. Bayrischer Verfassungsschutz soll weitgehende Rechte zum
Ausspionieren bekommen, Opposition sieht das weit jenseits der
Grenzen, die das BVerfG gezogen hat.
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Nach dem Terroranschlag in Ansbach kommt was? Natürlich die Forderung der Ausweitung der
Vorratsdatenspeicherung – die, die erstens noch gar nicht umgesetzt
ist, und von der wir zweitens international wissen, daß sie nichts bringt
außer einem massiven Grundrechtseingriff. Ach ja, und was wird noch
gefordert? Fußfesseln. Ja, genau die, die einer der Terroristen, die in
Frankreich dem Pfarrer die Kehle durchgeschnitten haben, auch hatte. Da
hat wohl der CSU-Kaspar und bayrische Justizminister Bausback die Zeitung
nicht gelesen.
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Danisch mit neuem Leckerli zur Amadeu-Antonio-Stiftung. Mich täte
wirklich interessieren, ob der Namensgeber, ein Todesopfer rechter
Gewalt, das in seinem Namen gewünscht hätte…
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Und weil wir schon bei dieser ominösen Stiftung sind: Sie fordert die Löschung eines Satire-Beitrags im ZDF gegen die
Stiftung, wo auch gegen die Stasi-Ratte und Geschäftsführerin Kahane
gewettert wurde. Feinste DDR-/Stasi-Manier. Ich hoffe, mit der
nächsten Bundesregierung sind Maas und Schwesig weg vom Fenster, und dann
wird dieser demokratie- und rechtsstaatsfeindlichen Organisation das
finanzielle Wasser abgegraben.
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Zu früh geklagt, nicht in der Sache entschieden: Verfassungsgericht weist Beschwerde gegen Kennzeichen-Scanning für
PKW-Maut ab.
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Artikel im Intercept, wie das FBI das Verbot umgeht, um Journalisten
auszuspionieren.
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Manchmal flammt ja selbst bei amerikanischen Politikern noch der
Verstand auf: 25 US-Abgeordnete verbünden sich gegen Überwachung.
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Datenübermittlung aus ausländischen Clouds nach USA: In dem ewigen Hin
und Her hat es mal wieder eine Entscheidung gegen die Überwachung
gegeben, wie Heise und Golem berichten. Aber final ist die Sache noch lange nicht.
-
Ihr kennt doch das Gerät »Echo« von Amazon, das nicht nur ein
Lautsprecher ist, sondern das auch ein Mikrofon besitzt und so Fragen
beantworten kann, ähnlich wie Apples Siri, Googles Now und Microsofts
Cortana. Da auch bei Echo alles zur Cloud geschickt wird, ist die
Überwachungsmöglichkeit da, und der daraus entstehende Eingriff in die
Privatsphäre noch viel größer, da das Ding vermutlich mitten im
Wohnzimmer steht und 24 Stunden am Tag aktiv ist.
Nun kommt's: Amazon verweigert die Aussage darüber, ob sie vom Staat schon
gezwungen wurden, Nutzer mittels Echo zu belauschen.
Internet
Demokratie
Politik
-
Die Bundespolitik nutzt es schon wieder aus, daß die Nation Fußball
schaut.
-
Britischer Schriftsteller zur EU und Brexit: Merkel, Juncker, Schulz:
das starrsinnige Trio.
-
Wie es halt bei einer moralisch korrupten Politik so üblich ist, kommt
am Ende heraus, daß alles illegal ist. Diesmal hat es die Waldschlößchenbrücke getroffen, die ja auch sehr umstritten war
wie z.B. Stuttgart 21, und wo sich die Politik am Ende über alle Kritik
hinweggesetzt hatte. Es stellt sich jetzt wohl sogar die Frage, ob die
Brücke wieder abgerissen werden muß.
-
Zur Zeit geistern Vorschläge für den neu zu wählenden Bundespräsidenten
herum (inklusive SPD-Überpolitiker und Hochnase Steinmeier), bei denen
ich das große Kotzen kriege. Da könnte ich noch eher leben mit dem
nominierten Kandidaten der Freien Wähler aus Bayern: Echter und TV-Richter Alexander Hold.
-
Sexualstrafrecht: Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Was Kritiker im
Vorfeld schon bemängelten, gilt auch weiterhin. Das Portal »Legal Tribune
Online« gibt sechs Ratschläge, die Männer befolgen sollten, damit sie nicht im
Knast landen – via
Fefe und
Danisch. Letzterer sieht das Gesetz als Sieg der Lesben, die es
nicht ertragen können, wenn Mann und Frau zusammen Sex haben.
-
Interessante These im Focus: Erdoğan betrachtet vermutlich Deutschland schon als Kolonie.
-
Meine Güte, was ist der Pofalla doch für ein Arschloch. Der schafft es, seine bisherige Niederträchtigkeit auch noch zu
toppen.
TTIP/CETA
Hinweis: ich habe ein paar Artikel aus meiner Merkliste zu diesem
Themenbereich schon nicht mehr gebracht, weil sie mittlerweile überholt
sind.
-
Eins von den Lieblingsprojekten der GroKo könnte durch TTIP gefährdet
werden: TTIP könnte deutsche Energiewende abwürgen. TTIP ist wichtiger,
sagen die paar Geldkoffer, die da bestimmt noch übergeben werden, wenn
sie es noch nicht sind…
Flüchtlinge/Migranten
-
Ja, ja, alles bloß bedauerliche Einzelfälle, oder? Immerhin statistisch
markant, daß sexuelle Übergriffe von Flüchtlingen in Badeanstalten
zunehmen, wie Focus (erster Artikel, zweiter Artikel) und Welt berichten.
-
Weiterer bedauerlicher Einzelfall: Mann schlägt mit Machete um sich – eine Tote, fünf Verletzte.
-
Noch einer: Staatsschutz ermittelt nach Beleidigung am FKK-Strand. (siehe
auch Der Westen, RP Online)
Danisch
fragt zu recht: Wo bleiben die Politiker und Gutmenschen, die öffentlich
dieses als »Hate Speech« anprangern? Ach so, das gibt es bei Migranten
wohl nicht.
-
Einen hab' ich noch: Chirurg sollte enthauptet werden – mutmaßliche Täter auf freiem
Fuß. Täter ist ein Palästinenser, wie in dem vom Focus verlinkten
Artikel steht.
-
Flüchtlinge lösen das Problem des angeblichen Fachkräftemangels. So
hieß es doch unisono aus Politik und Großindustrie im Herbst 2015, oder?
Was daraus geworden ist: DAX-Konzerne stellten 54 Flüchtlinge ein. Nein,
nicht vierundfünfzigtausend, sondern vier-und-fünf-zig-punkt-aus-ende. Liebe Politiker und
Wirtschaftsbosse, wie dreckig und schamlos belügt Ihr uns?
-
Schweden ist noch politisch korrekter als Deutschland, dennoch ließ
sich nicht verheimlichen, daß auf einem Festival 35 Frauen von Migranten sexuell belästigt
wurden.
-
Merkel fordert Toleranz von den Flüchtlingen für Schweinefleisch
(Welt, Focus). So weit sind wir schon, daß wir in unserem eigenen
Land für Toleranz für unsere Sitten und Gebräuche bitten müssen. Danke
Merkel und liebe Gutmenschen!
-
Ich muß mal wieder Louis de Funès zitieren: »Nein! Doch! Ooooh!«
83% der Bürger sorgen sich um Zuwanderung und Integration. Das
ist der bisherige Höchststand und doppelt soviel wie vor einem Jahr laut
FAZ. (Man muß das eigentlich umgekehrt sehen: In einem Jahr ist die
Zahl der Bürger, die sich keine Sorgen machen, auf 30%
geschrumpft).
Islam
Bargeld und die Abschaffung desgleichen
Sonstiges
-
Jetzt gerade wird in der Bundesregierung wieder für ein Pseudoproblem
eine Pseudolösung geschaffen, die in Österreich schon kläglich versagt
hat: die Offenlegung der Gehälter in größeren Firmen wegen das
angeblichen Gender Pay Gaps. Dazu paßt der Artikel der FAZ aus dem Juli:
Feministinnen, regt euch ab!
Tja, liebe SPD, da habt Ihr Euch mal wieder mächtig verarschen lassen.
Ein Entwurf der von Gabriel angekündigten Nebenabsprachen zu CETA zwischen
EU und Kanada ist nun bekanntgeworden, und die Kritiker sind sich einig: Es
ist nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben ist – keine wirklichen
Einschränkungen oder Klarstellungen, und vor allem: keine rechtliche
Bindung.
Die Zeit und Heise
berichten.
Am 13. Oktober entscheidet das höchste deutsche Gericht, was für eine Art
von Demokratie wir in Deutschland tatsächlich haben: Die der Bürger oder
die der Industriellen, mit den Politikern als ihre Handlanger. Es geht um
die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht, ob sie den Anträgen der
CETA-Klägern auf Erteilung einer einstweiligen Anordnung gegen die
Zustimmung Deutschlands zu CETA im allgemeinen und gegen die Zustimmung zur
vorläufigen Inkraftsetzung durch die EU im speziellen stattgibt. Wenn das
BVerfG jetzt die Bürger im Stich läßt, dann gibt es auch für TTIP, TISA und
was immer dann auch noch kommen sollte, kein Halt mehr. Wir können dann
unsere Demokratie endgültig abschreiben – bis die EU zerbricht oder es in
Deutschland eine Revolution gibt…
Viele Klagen sind schon vor dem Bundesverfassungsgericht gelandet, die
die Demokratie betreffen, speziell im Kontext der Abgabe von Rechten an die
Europäische Union. Bislang hat das Bundesverfassungsgericht nie den Klägern
im Kern stattgegeben, aber es hat die Klagen auch nie komplett
abgeschmettert. Es sind daraus die sogenannten »Solange«-Urteile entstanden
– ein Warnhinweis an die Politik: Solange die deutsche Politik das
Zepter in der Hand behält und aus den (europäischen) Verträgen wieder
aussteigen kann, solange darf sie auch Rechte an die EU abgeben. Eine
spätere Regierung muß in der Lage sein, die Souveränität der Bürger wieder
zurückzuholen.
Meiner bescheidenen Laienmeinung nach dürfte es sich darum drehen, ob der
CETA-Vertrag nicht diese Linie überschreitet. Der Vertrag soll praktisch
unkündbar sein, es gibt keine entsprechende Klausel. Dann sind solche
Verträge laut Völkerrecht wohl nur noch kündbar, wenn alle Vertragsparteien
zustimmen. Da das ein gemischter Vertrag sein soll, also sowohl die EU als
auch die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten Vertragspartner von Kanada sind,
wäre es praktisch unmöglich für Deutschland, da wieder herauszukommen. Wenn
es dann also den Klägern gelingt noch zu zeigen, daß CETA einen
wesentlichen Souveränitätsentzug mit sich bringt, dann besteht doch noch
eine geringe Hoffnung.
Zwei Angriffspunkte haben die Kläger: der sogenannte »gemischte Ausschuß«
und die Schiedsgerichte.
Der gemischte Ausschuß ist ein Novum in den Handelsverträgen: Er erlaubt
die nachträgliche Änderung und Erweiterung der Verträge, ohne Zustimmung
der Parlamente der Vertragspartner. Kanada, die EU und deren
Mitgliedsstaaten unterwerfen sich also Regelungen, die noch gar nicht
definiert sind, ohne die Möglichkeit, dagegen zu intervenieren! Und die,
die sie definieren, also in diesem Ausschuß sitzen, sind nicht demokratisch
legitimiert, sondern kommen aus der Industrie.
Die Schiedsgerichte sind keineswegs entschärft, wie uns Gabriel
weismachen möchte. Es entsteht eine Paralleljustiz, die nicht
rechtsstaatlichen Ansprüchen genügt, und ich bin wirklich schon gespannt,
wie das Bundesverfassungsgericht darauf reagieren wird, wo sie jetzt schon
um Justizhoheit mit dem Europäischen Gerichtshof kämpft.
Also wie immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
…Sozialdemokraten
Nein, ich verlinke nicht nochmal den Song, auch wenn er gut ist. Wie auch
auf den letzten SPD-Parteikonvente zauberte Gabriel kurz davor wieder einen
schmierigen Kompromiß aus der Tasche. Dazu noch eine schmissige – aber
natürlich unverbindliche – Rede der kanadischen Handelsministerin – und die
Delegierten fallen wieder reihenweise um. Fakten spielen plötzlich keine
Rolle mehr, ehemals gezogene rote Linien auch nicht. Der Wert der
angeblichen Zugeständnisse wird sich noch zeigen, ich bin mir ziemlich
sicher, daß er gegen Null geht. Die geforderten verbindliche
Zusatzabsprachen wird es nicht geben, sondern m.E. höchstens in
wachsweiche, nicht einklagbare Absichtserklärungen münden. Wir kennen das
bereits.
Summa summarum muß man sagen, die Entscheidung ist ein Faustschlag in die
Gesichter der 320.000 Leute, die am Samstag demonstriert haben, und ebenso
in die Gesichter der über 3.000.000 Leute, darunter sehr viele Deutsche,
die auf EU-Ebene gegen TTIP und damit auch gegen das vergleichbare CETA
unterschrieben haben.
Pfui, pfui, pfui. Ich hoffe inständig, Kanzlerkandidat in spe Gabriel und
sein machtgeiles, lobbygesteuertes Pack bekommen die Quittung bei den
nächsten Wahlen. Wenn die SPD nicht aus dem Schröder-Agenda-2010-Desaster
gelernt hat und auch nicht von den anhaltenden Verlusten der letzten
Wahlen, dann verdienen sie den Untergang.
Jetzt bleibt uns nur noch die Hoffnung auf das Bundesverfassungsgericht.
Aber das kann man sich eigentlich auch abschminken. Das BVerfG meidet
mittlerweile genauso feige die Konfrontation wie die SPD-Bonzen, das haben
die letzten Urteile gezeigt.
Ich war in Köln, und es war großartig. Während die Veranstalter bei der
Anmeldung der Demo von 30.000 Demonstranten ausgingen, kamen wohl 55.000!
Teilweise kamen im Osten und München wegen des schlechten Wetters weniger,
aber in Summe laut Angaben der Veranstalter über 320.000 – also eine
deutliche Steigerung gegenüber den 250.000 letztes Jahr in Berlin!
Aber die Berichterstattung in den Medien war unter aller Sau. Ich
hatte heute sowohl die Tagesschau und die Tagesthemen im Propaganda-Sender
Eins gesehen und habe vor Wut geschnaubt. Während die Tagesschau noch eine
Gesamtzahl nannte (die weit unter den 320.000 lag), sprach Thomas Roth bei
den Tagesthemen nur noch von Zehntausenden. Und während von den Gegnern nur
ein paar Demonstranten zu Wort kamen, durften in beiden Sendungen
professionelle Vertreter der Befürworter ihre
Wischi-Waschi-Blend-Statements ablassen. Auch wurde seitens der
Nachrichtenredaktion die Handelsabkommen wieder auf das Chlorhühnchen &
Co. reduziert. Zu der massiven Unterwanderung der Demokratie durch
Regulierungsgremien aus Industrievertretern, zur nachträglichen
Änderbarkeit von CETA ohne parlamentarische Zustimmung durch die
Parlamente, zur die Abschaffung des Vorsorgeprinzips – kein
Sterbenswörtchen. Dagegen wurde ein Werbefuzzi zur Kampagne der
Gegnerorganisationen befragt, und die Antwort suggerierte, daß die
Demonstranten auf eine perfekt inszenierte Gegenkampagne hereinfallen
würden! Soll das objektive Berichterstattung sein? Niemals!
Auch bei vielen Online-Medien sind die Meldungen zu den Demos gegen
Mitternacht nur noch schwer zu finden, und vielfach wurde geschrieben, daß
angeblich deutlich weniger als erwartet gekommen wären. Meist bezogen sich
die Zahlen auf Schätzungen vom Mittag, während die Züge erst gegen 13 Uhr
begannen.
Und daß zeitgleich in fünf Städten im kleinen Österreich gegen TTIP und
CETA mit immerhin auch 25.000 Teilnehmern demonstriert wurde, findet
nirgendwo Erwähnung in der deutschen Nachrichtenwelt.