In der gestrigen 20-Uhr-Tagesschau (21.4.) gab es mal wieder eine tolle
Demonstration der politisch korrekten Desinformation durch den Staatsfunk.
Es ging um die furchtbaren Attentate auf Sri Lanka. Zu diesem Zeitpunkt
hatte die Regierung von Sri Lanka schon längst bekanntgegeben, daß sie
Terroristen dahinter vermuten, die sich berufen fühlen, das Werkzeug Allahs
und Mohammeds zu sein, und es wurde eine Terrorgruppe namens NTJ genannt –
man konnte das schon in vielen Internet-Nachrichtenportalen lesen. Dennoch
vollbrachte es die Tagesschau tatsächlich, minutenlang über den seit 10
Jahren beigelegten Terrorismus der Tamilen zu berichten, die sich damals
separieren wollten. Interessanterweise erklärt die Tagesschau selber, daß
die Christen nur rund 7% der Bevölkerung ausmachen und daß in dem
jahrzehnte dauernden Konflikt mit 100.000 Toten die damaligen Terroristen
die Christen nicht im Visier hatten. Warum also wird er dann so
breitgetreten, wenn er offenbar irrelevant ist?
Die Möglichkeit eines islamisch motivierten Anschlags wurde zwar von der
Tagesschau kurz thematisiert, aber gleichzeitig behauptet, die Regierung
hielte sich diesbezüglicher Aussagen sehr zurück (was aber durch die
Erwähnung der NTJ wohl nicht ganz stimmen kann). Die Tagesschau spricht
stattdessen abstrakt von »Extremisten«. Das ist ziemlich unglaubwürdig.
Wenn ich jemanden als Extremisten festnehme (und laut Tagesschau waren es
bereits acht, inzwischen sind es 24), dann weiß ich doch als Behörde,
welchem Extremismus diese Leute nachgehen, oder???
Es ist also offensichtlich, daß die Tagesschau hier einen geistigen Pfad
von dem aktuellen Anschlag zu den damaligen Terror in den Köpfen der
Zuschauer ablegen wollte, um das politisch korrekte Narrativ des ach so
friedlichen Islams und der geistig verwirrten Einzeltäter bei den
islamischen Anschlägen in Europa und anderswo aufrechtzuerhalten.
Einfach nur widerlich.
Zum heutigen Protesttag gegen die neue Copyright-Direktive, speziell
gegen die darin enthaltenen Artikel 13 und 11, die nächste Woche vom
EU-Parlament verabschiedet werden soll, möchte ich zu einem
animierten
Erklärvideo von Alexander Lehmann (bekannt u.a. durch das »Du bist
Terrorist«-Video) verlinken.
Es gibt Leute, für die ist das Auto eine pure Quälerei. Sie steigen mit
Angst ein, Angst begleitet sie die ganze Fahrt und Angst prägt auch ihren
Fahrstil.
Ich gebe unumwunden zu, bei mir ist es ein Vergnügen. Ich liebe die
Dynamik des Fahrens, das Beschleunigen, das Ausfahren von Kurven, das
vorausschauende Fahren, welches unnötiges Bremsen und hektisches Lenken zu
vermeiden sucht. Da ist auch das Gefühl des Dirigierens, damit aber auch
verbunden das Bewußtsein der Verantwortung, Schaden von sich und anderen
abzuwenden und das Prinzip von Leben und Leben lassen, das der
Gleichberechtigung. So habe ich mir abgewöhnt, als Oberlehrer aufzutreten,
wenn ich mit der Fahrweise der anderen nicht einverstanden bin. Gut, ich
mache mir keine Mühe, einen Raser, der weit jenseits der
Geschwindigkeitsbegrenzung fahren will, schnell vorbeizulassen, aber ich
lasse ihn vorbei.
Daneben ist für mich das Auto ein Symbol der Freiheit, eine
Manifestierung des Grundrechts auf Bewegungsfreiheit. Ich kann, ohne
jemanden um Erlaubnis zu fragen, ohne auf die Verfügbarkeit von Diensten
Dritter wie Taxis, Busse, Bahnen, Flugzeuge – die womöglich noch unter der
Kontrolle des Staates sind – angewiesen zu sein, jeden Ort erreichen, den
ich will, und das zu jeder Zeit, ob mitten am Tag oder in der Nacht, ob an
einem Werk- oder Feiertag. Und zu dieser Freiheit gehört auch, daß niemand
weiß, ob und wie ich von ihr Gebrauch mache – kein Ticketverkauf, keine
Vereinzelungs- und Passierschranke, keine Ein- und Auscheck-Automaten für
RFID-Token und NFC-Kommunikation mit dem Mobiltelefon oder deren virtuelle
Umsetzung auf dem Telefon in Verbindung mit GPS, keine Kameras, die Spuren
hinterlassen.
Peu à peu – die Gegenwart
Dieser Spaß am Fahren und die Freiheit könnten, nein, werden bald
Geschichte sein. Nicht nur von Seiten der EU - worauf ich gleich komme –,
sondern natürlich auch von ihr unabhängig von Seiten Deutschlands.
Hier sind einerseits die permanenten und mobilen KFZ-Kennzeichen-Scanner
zu nennen. Sie sollen zur Fahndung ausgeschriebene Fahrzeuge erkennen,
sowie – diese Tage beschlossen – Dieselfahrer, die das »Kapitalverbrechen«
begehen, mit ihren Fahrzeugen in Dieselverbotszonen einzufahren, und in
Zukunft auch zur Einhaltung der Autobahnmaut genutzt werden. Sie sind auch
die Basis des sogenannten »Section Control«, das die bekannte punktförmige
Geschwindigkeitsüberwachung durch Blitzer auf Streckenabschnitte ausdehnt –
ein kleiner Vorgeschmack zur permanenten Überwachung. Nebenbei zeichnen sie
aber auch, wie wir im Zusammenhang mit einem vermuteten Verbrechen an einem
jungen Mädchen erfahren mußten, zumindest teilweise alle Kennzeichen
mit Uhrzeit über einen längeren Zeitraum auf, was eindeutig
grundrechtswidrig ist.
Ein weiterer Punkt ist die Diskussion um das Ende der unbegrenzten
Geschwindigkeit, die sowieso schon immer nur auf wenigen Prozent des
Straßennetzes galt und in den letzten Jahrzehnten immer weiter
eingeschränkt wurde. Faktisch kann sie auch durch den katastrophalen
Zustand der Straßen mit hunderten Kilometern Baustellen und semipermanenten
Beschränkungen sowie durch das hohe Verkehrsaufkommen oft nicht mehr
ausgelebt werden.
Nun zur EU: Sie plant, das Auto zwangsweise mit »Assistenten«
vollzustopfen. Ich schreibe das absichtlich in Anführungszeichen, weil
dieser Begriff meiner Meinung nach schon euphemistisch gebraucht wird. Denn
gegen Assistenten hat man ja erstmal nichts, auch ich nicht. Neben dem
heute standardmäßigen Antiblockiersystem und der Antischlupfregelung lasse
ich mich in meinem Auto von einem Toten-Winkel-Warner unterstützen, der
optisch warnt, wenn sich auf der linken oder rechten Spur Fahrzeuge mit
höherer Geschwindigkeit nähern. Hat mich tatsächlich schon ein paarmal vor
Fehlern bewahrt. Diese Systeme sind entweder rein passiv oder greifen nur
in Notsituationen ein.
Selbst das von der EU aufgezwungene eCall-Rettungssystem könnte man noch
in diese Kategorie einordnen, sofern es tatsächlich nur das macht, was
versprochen wird. Aber es fängt halt bei diesem System schon an, denn es
hat Überwachungspotential. Es besitzt ein GPS-Modul, das laufend die
Position bestimmt, es besitzt ein Mobiltelefon-Modul, von dem man nicht
weiß, ob und wie es sich ins Netz einloggt und damit verfolgbar wird und
von außen Überwachungsbefehle annehmen kann, es besitzt ein Mikrofon, das
den Innenraum abhören kann, es weiß, wieviele Personen sich im Auto
befinden. Zudem dürfen Hersteller das mit eigenen Online-Systemen
kombinieren, und bei manchen Herstellern wie z.B. BMW kann man das gar
nicht mehr abbestellen. Es gibt ja in USA einen Fall, wo so ein System »per
Zufall« ein Drogendealer-Geschäft, welches im Auto ausgehandelt wurde,
übertragen und aufgezeichnet wurde. Polizei und Staatsanwaltschaften hatten
behauptet, ein Insasse habe wohl »aus Versehen« das System ausgelöst, und
sind offenbar beim Gericht damit durchgekommen. Tatsächlich war aber der
Halter schon unter Beobachtung der Polizei, deshalb ist es »nicht
auszuschließen«, daß hier (illegal) nachgeholfen wurde.
Peu à peu – die Zukunft
Die neuen Systeme, die uns die EU bereits in den nächsten drei Jahren
(2022) aufzwingen will, stellen das aber locker in den Schatten, alles
unter dem Vorwand, Unfälle und speziell Todesopfer zu verhindern. Da werden
immer phantastische Zahlen genannt, aber die werden vermutlich genauso
statistisch hergezaubert wie die Toten durch Stickoxide.
Spur- und Bremsassistenten
Die noch harmloseren Systeme sind Spur- und City-Bremssysteme. Ersteres
greift in die Lenkung ein und gibt überwindbaren Widerstand gegen die
Lenkbewegung des Fahrers. In der teuren Fahrzeugklasse kann man sogar die
Hände vom Lenkrad nehmen. Das zweite System soll Auffahrunfälle in der
Stadt sowie Unfälle mit Fußgängern (Triggerwort Kinder!), die plötzlich auf
die Straße treten, verhindern. Es tritt also für den Fahrer auf die Bremse.
Zumindest die heute verfügbaren, für LKW und Busse vorgeschriebenen
Bremsassistenten greifen aber nicht selten unvermittelt und unbegründet
ein, und zwar so sehr, daß die Fahrer teilweise frustiert das System
abschalten. Man kennt das ja selber, wenn man versucht, den
vorgeschriebenen Sicherheitsabstand tatsächlich einzuhalten – permanent
scheren Autos ein und machen diesen kaputt; man ist am Ende der Dumme.
Alkotester
Weiter geht es mit einem zwangseingebauten Alkotester, der die Nutzung
des Autos durch einen alkoholisierten Fahrer verhindern soll. Dies ist also
ein erster Schritt der Entmündigung. Wie genau das funktionieren soll,
stand in dem Artikel nicht drin. Existierende Systeme auf Basis der
Atemluft sperren aber wohl auch schon, wenn der Alkohol aus der
Scheibenwaschanlage stammt.
Blackbox
Das nächste Gerät, das zwangseingebaut werden soll, ist eine Blackbox,
die alle Fahrparameter aufzeichnen soll und die im Falle eines Unfalls dann
ausgelesen werden kann. Ich vermute mal, der Fahrer wird rechtlich keine
Möglichkeit besitzen, dies zu verhindern. Das Auto wendet sich so gegen
seinen Besitzer, Zeuge der Anklage. Aussageverweigerungsrecht des
Beklagten? Scheißegal. Interessant wird es dann auch, ob die Blackbox auch
bei reinen Routinekontrollen der Polizei ausgelesen werden darf. Ich weiß
nur, daß schon in den 80er Jahren, als ich bei der Bundeswehr meinen
LKW-Führerschein gemacht hatte, die Polizei anhand der Tachoscheiben
zurückliegende Geschwindigkeitsüberschreitungen ahnden konnte, auch wenn
sie es selber gar nicht gemessen hatte. Das ist heute bei den
elektronischen Fahrtenschreibern bestimmt auch noch so, und ich würde fast
wetten, daß das für PKW dann früher oder später genauso gehandhabt werden
wird (wenn es nicht durch andere Techniken überflüssig wird).
Intelligent Speed Assistance
Es kommt aber dicker; das folgende empfinde ich als den stärksten
Eingriff: die »Intelligent Speed Assistance«. Der Begriff »Assistance« ist
hier allerdings ein Euphemismus, denn es geht nicht um Assistenz, sondern
schlichtweg um Bevormundung. Anhand von Kartenmaterial, GPS-Koordinaten und
Schildererkennung greift dieses System aktiv in die
Geschwindigkeitsregelung ein. Es führt zwar keinen Bremsvorgang durch, aber
es reduziert die Leistung des Motors bei der Annäherung an die erlaubte
Höchstgeschwindigkeit bzw. nach einer Reduzierung ebendieser. So bleibt man
quasi bei dieser Geschwindigkeit hängen. Zwar soll es die Möglichkeit
geben, die Steuerung zu überstimmen (z.B. durch einen Kick-Down), um
Überholvorgänge abzuschließen oder in Notsituationen, aber nicht ohne
Gebimmel und natürlich nicht ohne Aufzeichnung der oben genannten Blackbox.
Ich halte das für eine riesengroße Sauerei. Auch wenn ich mich im
allgemeinen an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halte (ich habe mal
überschlagen, daß ich bislang etwa alle 100.000km ein Ticket bekommen
habe), will ich mir von einem Automaten nicht vorschreiben lassen, wie
schnell ich fahre. Ich will mich nicht zum Sklaven der Maschine machen
lassen. Außerdem stempelt so eine Steuerung jeden Fahrer als
uneinsichtigen, verantwortungslosen Raser ab, ähnlich, wie die
Vorratsdatenspeicherung implizit jeden als Kriminellen abstempelt.
Car-to-X-Kommunikation
Das war aber noch nicht alles. Die nächste Technologie, mit der wir
zwangsbeglückt werden sollen, ist die Car-to-Car- (C2C) beziehungsweise die
Infrastructure-to-Car (I2C)-Kommunikation. Die Idee dahinter ist, daß die
Fahrzeuge in der Umgebung miteinander und mit festinstallierten Geräten,
z.B. Ampeln oder dynamischen Geschwindigkeitsanzeigern kommunizieren.
Insbesonders der Austausch von Gefahreninformationen, z.B. liegengebliebene
Autos, Notbremsungen, von anderen Autos festgestellter Nebel,
Traktionsproblemen, herannahenden Notfallfahrzeugen und ähnlichem sowie von
Geschwindigkeitsgrenzen oder -empfehlungen (für die »Grüne Welle«) sollen
übermittelt werden.
Für sich alleine betrachtet mag das ja im ersten Augenblick für sinnvoll
erscheinen. Aber die Probleme sind vielfältig. Rein technisch steht das
System vor dem Problem, daß jemand absichtlich falsche Meldungen senden
könnte, z.B. um Unheil oder einfach nur Chaos zu verbreiten. Um das zu
verhindern, will man sich der Kryptographie bedienen und diese Meldungen
digital signieren. Hier ergibt sich allerdings ein Problem: Ähnlich wie im
realen Leben eine Unterschrift unter einem Vertrag nichts wert ist, wenn
man nicht weiß, wer es unterschrieben hat, hilft es nicht, wenn man bei
einer digitalen Unterschrift den Unterschreiber nicht kennt. So bedient man
sich beglaubigten Identitäten, es werden sogenannte Zertifikate ausgestellt
(für Techniker: Standard-X.509-Public Key-Infrastruktur). Damit fällt aber
die digitale Anonymität (in der realen Welt existiert sie ja durch
die KFZ-Kennzeichen bereits nicht).
Um das Problem abzumildern, hat sich die EU ausgedacht, Pseudonyme zu
vergeben, die offenbar eine Lebensdauer von einer Woche besitzen sollen,
statt eindeutige Fahrzeugkennungen zu verwenden. Teilnehmende Autos und
Infrastruktur sollen also so nicht über längere Zeiträume andere Autos
verfolgen können. Lokal gesehen trifft das auch zu, wenngleich ich eine
Woche für sehr lange halte. Im Gesamtkontext hilft das allerdings wenig.
Auch wenn die Ausstellung der Zertifikate offenbar nicht zentral erfolgt,
müßte man schon sehr, sehr naiv sein und die letzten 40 Jahre geschlafen
haben, wenn man glaubt, daß alle Daten für die Ausstellung nicht jahrelang
gespeichert werden und nicht für den Staatsapparat verfügbar gemacht werden
können. Spätestens durch einen Gerichtsbeschluß wird das gehen, vermutlich
aber schon viel einfacher. Man wird also keine Kameras mehr aufstellen
müssen, man kann die Technik völlig unsichtbar in Ampeln, Kästen oder auch
in Straßenlaternen einbauen, und schon erhält man eine neue
Vorratsdatenspeicherung.
Auch in einer möglichen Verknüpfung mit der oben erwähnten
Geschwindigkeitsüberwachung sehe ich ein Problem. Die Polizei könnte früher
oder später auf die Idee kommen, alle Fahrzeuge in der Umgebung stillegen
zu wollen, z.B. um eine Verfolgungsjagd zu beenden. Das ginge schon ohne
spezielle Befehle, die es in dem Protokoll-Entwurf (nach erstem
Augenschein) nicht gibt. Dazu bräuchte sie bloß eine Mitteilung der
Höchstgeschwindigkeit von 0 oder 1 km/h an alle Fahrzeuge generieren.
Voilà! Man kann das noch weiter spinnen: Demonstrationen gegen staatliche
Akteure? Kein Problem: Öffentliche Verkehrsmittel einstellen, weiträumig
Autos stillegen. Den Rest erledigt man dann locker mit Tränengas und
Wasserwerfern…
Fazit
Die Pläne der Politik und der Industrie sind maßlos. Von ihnen wird eine
Menge Technik zwangsverordnet, nicht, weil die Technik sinnvoll und
verhältnismäßig ist und wirkliche Probleme adressiert, sondern weil sie es
können. Es wird uns der Spaß und die Freiheit genommen, wir werden
überwacht und bevormundet: Der Fahrer wird zum Befehlsempfänger der
Maschine degradiert. Wenn er das nicht tut, wird das aufgezeichnet und
gegen ihn verwendet, früher oder später. Einige wenige Autofahrer können
sich nicht beherrschen, fahren besoffen, zu schnell, zu abgelenkt, und das
wird als Vorwand genutzt. Danke für nichts. Und das Perverse ist: Der
Autofahrer muß auch alles noch selber bezahlen.
Wenn das alles so kommt, und ich gehe sehr stark davon aus, werde ich
ganz klar ein Downsizing betreiben. Ich werde mir kein schnelles, teures
Auto mehr kaufen, sondern das kleinstmögliche, das auch nicht in Europa
gebaut wurde. Und ich werde mich bei allen Mitmenschen, die diesen Scheiß
mittragen, revanchieren, indem ich dann überall 10km/h langsamer als
erlaubt fahre, inklusive auf der linken Spur der dreispurgen Autobahn…
Quellen
Feministen, Genderisten und andere Schwachsinnige versuchen seit
längerem, die Sprache zu kapern und für ihre Zwecke zu mißbrauchen. Es
kommen dann Zeichenfolgen heraus mit Unterstrichen, Sternchen, Binnen-Is,
Xe am Ende, wenn nicht gar gemischt, sowie unsinnige Wortschöpfungen, teils
mit falscher Bedeutung, wie Studierende, Wählende, Redepult usw. (ich
berichtete). Aussprechen kann man es nicht, und es widerspricht und
zerstört Grammatik und Semantik.
Auf Youtube gibt es dazu einen schönen, sehenswerten Vortrag von Dr.
Tomas Kubelik, der diesen Quatsch zerlegt:
»Wie Gendern unsere
Sprache verhunzt«, rund 44 Minuten lang.
Ich weiß nicht, ob das mit dem gestrigen Weltfrauentag zu tun hatte, der
uns dumm blökende Politikerinnen und sonstige wirklichkeitsentrückte, wenn
nicht lügende (z.B. über den längst wissenschaftlich widerlegten Gender Pay
Gap) sowie absichtlich Gleichstellung mit Gleichberechtigung gleichsetzende
Personen im Fernsehen bescherte, aber es sind die Tage zwei private
Petitionen gegen die Sprachverhunzung ins Leben gerufen worden, bei denen
sich Leute beteiligen können. Beide werden von Vereinen getragen. Die erste
Petition von dem mir
nicht bekannten Verein »angens«, die
zweite Petition von dem Verein Deutsche
Sprache (VDS).
Letzterer ist mir bekannt, weil er leider damals beim Widerstand gegen
die Rechtschreibreform kläglich versagt hat und sich nicht dagegen
aussprechen wollte, und nicht zuletzt, weil er sein Büro in unmittelbarer
Nähe meines Arbeitsplatzes hat. Außerdem dürfte er in seiner Richtung einer
der größten Vereine sein, wenn nicht der größte. Für die Petition hat der
Verein es geschafft, viele Germanisten, Schriftsteller, Autoren,
Publizisten, Journalisten und andere mit Sprache umgehenden Leute sowie
auch ein paar allgemein bekannte Namen wie Dieter Hallervorden, Peter
Hahne, Dieter Nuhr oder Bastian Siek als prominente Erstunterzeichner zu
gewinnen.
Ich habe ja keinen großen Bedarf an Leuchtmitteln, und da ich beim Ende
der Glühlampe mich noch mit einem Dutzend ebendieser eingedeckt hatte,
fange ich erst jetzt an, auf LED umzusteigen. So hatte ich mir letztes Jahr
eine Dreierpackung gekauft und zwei davon eingesetzt.
Eine von den beiden ist jetzt kaputtgegangen. Ein bißchen früh, dachte
ich, aber mensch, ich hab' ja noch eine. Heute mittag dann ersetzt.
Eingeschaltet, brennt. Wieder ausgeschaltet. Jetzt komme ich nach Hause,
und schalte – weil es mittlerweile Nacht ist – das Licht ein. Eine halbe
Minute Geflacker, dann ganz dunkel. Super toll, diese LED-Technik. So
effizient, so ökologisch! Ich glaube, ich kaufe mir mal 1000 Stück, so für
den Bedarf eines Jahres…
Aufgrund einer technischen Störung war mein Blog ein paar Tage nicht
erreichbar – nicht, daß ich ihn abgeschaltet hätte. Am 13. März wird es zu
einer weiteren Unterbrechung kommen. Wenn alles gutgeht, dann nicht länger
als einen halben Tag. Zudem wird es in diesem Halbjahr ein weiteres Mal zu
einer Sendepause kommen, die mehrere Tage dauern kann, nur schon mal als
Vorwarnung.
Ich habe gerade entdeckt, daß mein Blog auf einer als »braune Blogs«
betitelte Liste gelandet ist. Sie umfaßt rund 80 Einträge und ist Teil
einer linken Webseite. Ich finde es ja spannend, daß die mich gefunden
haben – habe ich doch eigentlich nur die Webcrawler der Suchmaschinen auf
meinem Server zu Besuch. Aber wahrscheinlich nutzen die eben diese
Suchmaschinen, hacken rund um die Uhr böse Wörter in die Suchfelder ein und
blättern tausende Seiten Suchtreffer durch… DA! Der hat was Negatives über
Migranten gesagt! BRAUN!!! NAZI!!!
In der Liste sind auch andere, respektable Seiten, wie die »Achse des
Guten«, der Blog von Vera Lengsfeld oder die Blogs »Philosophia Perennis«
und »Sciencefiles« – also was soll's. Außerdem bin ich ein Verfechter der
freien Meinungsäußerung. Solange sie sich darauf beschränken, meinetwegen.
Und wie heißt es: Was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr
reibt? Vielleicht tun sie mit dieser Liste ihren erklärten Gegnern
sogar auch noch einen Dienst, weil sie da noch Seiten finden, die sie
vorher noch nicht kannten?
Und zu »braun«: Ich mache das mal jetzt so wie die ARD – Framing.
Braun ist die Farbe der Erde. Erde bedeutet Leben. Aus ihr
sprießen Bäume, Büsche, Gras, Blumen, Getreide. Ohne sie könnten wir nicht
existieren. Sie ist Bestandteil des Kreislaufs des Lebens. Braun ist eine
warme Farbe, sie gibt Geborgenheit.
Rot, die Farbe der Linken, des Kommunismus, des Sozialismus, die
Armut, Leid, Unfreiheit und Niedergang über die Menscheit gebracht haben,
ist die Farbe des Bluts, das spritzt, wenn man sich mit Waffen bekämpft,
die Farbe der Zanks, des Hasses, der Gewalt, des Todes. Rot ist die
Warnfarbe schlechthin, bei Ampeln, bei Bahnübergängen, überall. Es heißt,
bis hier hin und nicht weiter! Gefahr! Bleibe besser weg!
Ich glaube, ich habe einen großen Fehler gemacht, daß ich mir gerade eine
Immobilie gekauft habe. Ich hatte gehofft, es würde noch bis zum Ende
meines Lebens dauern. Aber es fängt jetzt schon langsam an, unerträglich zu
werden. Ich hätte besser meine sieben Sachen packen sollen und irgendwohin
verschwinden sollen. Nicht mehr warten, z.B. bis zur Pensionierung. Nein,
besser sofort. In die Schweiz, nach Südamerika oder irgendwo in die
hinterste Ecke von Tasmanien oder dem australischen Outback (auch weit weg
von der durchgeknallten australischen »Zivilisation«). Hinter'm Mond, aber
selbst da ist man dank der Chinesen nicht mehr allein.
Es vergeht kaum ein Tag mehr, an dem unsere Freiheit nicht weiter
eingeschränkt wird, wir nicht weiter überwacht werden, wir nicht immer mehr
wie kleine Kinder bevormundet werden und uns gesagt wird, was wir zu tun
und zu lassen haben, wir nicht immer mehr in unseren Handlungen und
Äußerungen eingeschränkt werden, uns das Geld nicht weiter aus den Taschen
gezogen wird und unsere Demokratie nicht weiter bis zur Unkenntlichkeit
entkernt wird.
Was noch verschlimmernd hinzukommt, ist, daß es die meisten Menschen
einen Dreck interessiert. Hauptsache, sie haben ein Schnitzel auf dem Tisch
oder können, mit der Flasche Bier in der Hand, vor der Glotze sitzen und
Fußball schauen. Als hätte es all die Diktaturen nicht gegeben, in
Deutschland, in Europa und in der Welt, und hätten nicht tausende,
zehntausende, hundertausende Menschen ihr Leben gelassen, um frei zu
sein. Für sie hatte das mehr bedeutet als verschiedene materielle
Annehmlichkeiten, mit denen heute die Bürger ruhiggestellt werden. Billiges
Mobiltelefon-Roaming und kein Währungsumtausch im Urlaub – das reicht heute
schon, damit die Bürger von der EU begeistert sind.
Intellektuell sind wir in einer Phase der geistigen Rückentwicklung, der
Verblödung. Man sieht das zum Beispiel am Feminismus/Genderismus oder dem
bräsigen Gutmenschentum, mit dem wir uns auf die verschiedenste Art und
Weise selber kaputtmachen. Ich habe von Philosophie kaum eine Ahnung, aber
die paar Sätze, die Immanuel Kant vor über 230 Jahren zur Aufklärung
schrieb, sind hängengeblieben und Triebfeder meines Denkens geworden. Bis
vor zwanzig Jahren hatte ich den Eindruck, daß das auch für die meisten
meiner Mitmenschen gilt. Inzwischen bin ich da geläutert.
Zur gewissen Ehrenrettung meiner Mitmenschen muß ich allerdings sagen,
daß dies nicht zufällig passiert und sie nicht alleinig daran schuld sind.
Der sogenannten Elite, gebildet aus Wirtschaftsbossen und Medienmogulen,
mit den Politikern und Journalisten als ihre Handlanger, war der freie
Wille des Plebs schon immer ein Dorn im Auge. Das Volk hat zu arbeiten, arm
und dumm zu bleiben und nichts zu sagen.
Die Elite hat daher diese negative Entwicklung maßgeblich gefördert. Die
Methoden des Dritten Reichs und des Kommunismus waren verbrannt, zu
offensichtlich, die Erinnerungen noch frisch. An deren Stelle ist die
Taktik der kleinen Schritte über einen langen Zeitraum getreten.
Jean-Claude Juncker hat sich bekanntlich diesbezüglich mal verplappert.
Bemerkt das Volk aus Versehen mal den Weg in die Unfreiheit, dann bleibt
man stehen oder geht einen kleinen Schritt zurück, nur um später –
vielleicht auf einer leicht abgewandelten Route, oder mit ein bißchen
Ablenkung, à la Brot und Spiele – zum gleichen Ziel zu kommen.
Ein weiterer Schlüssel liegt in der Kindheit. Von klein an werden wir
manipuliert. Das ist auch nicht neu und gab es schon früher. Aber auch hier
geht man inzwischen subtiler vor. In der Schule wurde uns zwar die Greuel
der Diktaturen erklärt, aber gleichzeitig uns weisgemacht, daß unsere
eigenen Systeme (ob West oder Ost) die beste seien, die es auf der Welt
gäbe. Viele haben das als Kind geglaubt, und glauben das auch noch als
Erwachsene.
Die Elite macht sich dabei auch die Hirnwäsche zunutze, mit der die
Religionen Menschen dazu zu bringen, an göttliche Wesen zu glauben, ohne,
daß sie auch nur im Entferntesten ihre Existenz beweisen können. So
konditioniert sind nämlich die Menschen auch für die Lügen der Eliten
empfänglich, werden sie nur entsprechend aufgetischt – wie zum Beispiel die
sogenannte repräsentative Demokratie. Sie ist vom Konzept her schon nur
eine Fassade einer echten Demokratie, wie sie uns die alten Griechen
vorgelebt haben. Aber selbst diese funktioniert heute nicht mehr. Das
Parlament ist durch den Fraktionszwang zu einer belanglosen Theaterbühne
verkommen und dank Übertragung der Souveränität des Bürgers zur EU zum
Durchwinkverein von Gesetzen eines nicht demokratisch legitimierten,
totalitären und korrupten Molochs geworden.
Ich muß sagen, diese ganze Entwicklung verbittert mich sehr, und trotz
Brexit, trotz politischer Umorientierung eines Teils der Bevölkerung in
Europa sehe ich wenig Perspektiven, daß diese furchtbare Entwicklung in
Deutschland und in Europa aufgehalten werden kann. Die Technologien, die
uns Ende des 20. Jahrhunderts soviel Freiheiten und Möglichkeiten brachten,
und wir ein Utopia für möglich hielten (man denke nur an die Visionen von
Startrek!) wenden sich zunehmend gegen uns. Nein, stattdessen wird 1984
real. Man bringt Massen fremder Leute nach Europa, schürt so soziale,
ethnische und religöse Konflikte und begründet dann damit die Errichtung
von totalitären Polizei- und Überwachungsstaaten. Selbst, wenn wir diese
überwinden könnten, bleiben das »Erbe« und damit alle Konflikte hier. Und
so, wie es aussieht, werden wir, »die hier schon länger sind«, die
Verlierer sein.
Eine ganz, ganz üble Strategie wurde in den obersten Etagen des ARD
ausgeheckt. Ein Dokument, das nie an die Öffentlichkeit gelangen sollte,
dann erst an die Presse durchgesickert ist, bis es später von Netzpolitik publiziert wurde, offenbart eine perfide Methode, mit
der die schlechte Meinung der Öffentlichkeit über die Zwangsfinanzierung
des ÖR durch die Bürger aufgebessert werden soll(te).
Framing heißt das Mittel der Wahl, und das Schlimme dabei ist, daß
hierbei Argumente, Fakten keine Rolle spielen, sondern, daß es auf Begriffe
aufsetzt, die im Unterbewußtsein Assoziationen verursachen und so positive
oder negative Wirkungen erzeugen. Und je konkreter, einfacher diese
Begriffe sind und desto mehr sie mit körperlichen Empfindungen verknüpft
sind (z.B. Bilder, Geschmack, Gefühle), umso besser wirken sie. Es ist also
– das kann man ohne Einschränkung sagen – eine Form der Manipulation. Das
Dokument selber gibt hierfür ein Beispiel: Würde die ARD seine Zuschauer
als »Kunden« oder »Konsumenten« bezeichnen, wäre das schlecht, denn damit
assoziiert man das Einkaufen in einem Laden, wo man sich etwas aussucht und
am Ende nur genau das bezahlt, nicht aber alle anderen Waren, die sonst
noch im Geschäft herumstehen. Dies würde also eine Erwartungshaltung
erzeugen, die der ÖR nicht erfüllen kann und will. Jedes Wort wird bis in
die größtmögliche Tiefe analysiert und nach Gut und Böse sortiert. Aus den
guten Wörtern konstruiert man dann seine Statements, wobei es auf den
Wahrheitsgehalt nicht sonderlich ankommt.
Um die Methoden des »Framings« kennenzulernen, hat die ARD 2017 einen
Workshop veranstaltet, und im Zuge dieses Workshops ist das besagte
Dokument von einer Beraterfirma erstellt worden. Lächerliche 120.000€ hat
der Spaß gekostet (den natürlich die GEZ-Zahler bezahlen). Das i-Tüpfelchen
auf der ganzen Sache ist, daß das damals der MDR organisiert hat, deren
vorzüglichst bezahlte Chefin (1/4 Millionen €/Jahr) eine treue SED-Soldatin
war und in ihrem Studium über den Klassenfeind in bestem
DDR-Propaganda-Jargon herzog,
wie man auf Wikipedia
lesen kann. Die ist also vom Fach.
Nun, es empfiehlt sich, das Dokument mal zu überfliegen, speziell, weil
die Vorschläge, die die Autorin macht, durch Fettdruck schnell zu finden
sind. Grundtenor ist, daß der ÖR nur ja der verlängerte Arm des Bürger und
durch ihn erst die Demokratie überhaupt möglich sei – im Gegensatz zu den
bösen, einzig auf Gewinn ausgerichteten Anbietern, nicht nur beim Rundfunk,
sondern auch bei den gedruckten Medien. Letztere Aussage hat hat die Presse
natürlich ziemlich verstimmt, was die besonders intensive Berichterstattung
erklärt (ich bin nicht so naiv zu glauben, es wäre die Sorge um den
manipulierten Bürger…).
Ich will den Blogeintrag nicht abschließen, um ein paar besondere
Highlights aus dem Dokument zu zitieren – welche, wie geschrieben,
Vorschläge sind und nach meiner Kenntnis bislang so nicht von der ARD
verwendet wurden. Die auch in die Kritik geratene Autorin zieht sich in
einer Reaktion auch darauf zurück, daß sie überspitzt wurden, um den Effekt
zu demonstrieren – eine Ausrede aus meiner Sicht. Nichtsdestotrotz sollte
aber man ab nun jedes Wort der ARD auf die Goldwaage legen und prüfen, ob
nicht doch die Lehren des Framings angewendet wurden, im Gegensatz zu den
Beteuerungen der ARD. Hier sind sie:
-
»Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD«
-
»Unser freier Rundfunk, der Öffentlichkeit herstellt«
-
»Unser gemeinsames Rundfunkkapital«
-
Für die privaten Sender und Presse: »Medienkapitalistische
Heuschrecken«, »profitwirtschaftliche Sender«, »Kommerzmedien«,
»profitorientierte Medien«, »Ausgrenzung und Marginalisierung einiger
Gruppen im kommerziellen nichtdemokratischen Rundfunk«, »[…]
nichtdemokratischen und nichtselbstbestimmten Rundfunks«, »Profitzensur –
das inhaltliche Selektieren nach dem Motto ›Günstigen Inhalt teuer
verkaufen‹«
-
»von Bürgern ermöglichtes Rundfunksystem«
-
»ARD […] verwaltet […] das Rundfunkkapital der Bürger«
-
»freie mediale Infrastruktur«
-
»bildende und sinnstiftende Kultur– und Unterhaltungsformate«
-
»selbstbestimmte (da demokratisch entschiedene) Beteiligung der Bürger
am gemeinsamen Rundfunk ARD«
-
»Die ARD ist von uns, mit uns und für uns geschaffen: Sie ist von uns
beschlossen – denn die Entscheidung zu einem gemeinsamen, freien Rundfunk
ist eine demokratische Mehrheitsentscheidung.«
-
»Sie [Anm.: die ARD] ist von uns [Anm.: die Autorin meint
hier den Bürger] gestaltet, indem viele Bürger sich über die
Beteiligung hinaus beruflich einbringen«
-
»Und die ARD existiert einzig und allein für uns, indem sie jenseits
profitwirtschaftlicher oder demokratieferner Gelüste für ein
informierendes, bildendes und sinnstiftendes Programm sorgt«
-
»die ARD ist die Gesellschaft: Wir sind Ihr!«
-
»gemeinsamen, freien Rundfunk ARD über den wir [Anm: wieder mal der
Bürger] uns freien Zugang zu einer exzellenten medialen Infrastruktur
auf höchstem inhaltlichen und technischen Niveau«
-
»Mit allen und zum Wohle aller eine exzellente mediale Infrastruktur zu
schaffen, die für jeden frei zugänglich ist und jeden in gleicher Weise
ernst nimmt und bedenkt«
-
»ein Rundfunk, der von allen finanziert wird, der ist auch für alle
da«
-
»wahrhaft freie, stabile Information«
-
»gleichwertigen Anspruch aller Bürger, auf einem hohen inhaltlichen und
technischen Niveau bildend und sinnstiftend unterhalten und frei
informiert zu werden«
-
»Grundlage unseres privaten und wirtschaftlichen Wohlergehens«
-
»Rundfunkbeteiligung ist gelebte Eigenverantwortung für die deutsche
Kultur, Wirtschaft und Demokratie«
-
»Nur in einem Land mit einer stabilen gemeinsamen Rundfunkinfrastruktur
kann man frei und erfolgreiche leben und seinen Geschäften
nachgehen.«
-
»ARD Programminfrastruktur für das private und wirtschaftliche
Wohlergehen«
-
»[…] zu solider Information und demokratische, freier Berichterstattung
über Politik und Wirtschaft in Deutschland und auf der Welt bis hin zu
bildender und menschlicher, lebensnaher Unterhaltung«
-
»in aller Schärfe und Genauigkeit zu erfassen, abseits von
vorgefertigten Agenturmeldungen und der Seichtinformation kommerzieller
Sender«
-
»Bei der ARD hat der Bürger seine eigenen, unabhängigen Beobachter,
die geschützt vor dem Zugriff durch die Wirtschaft oder durch einzelne
politische Akteure oder Gruppen für ihn arbeiten«
-
»Denn wir stiften sozialen Frieden und Verständigung durch das
gemeinsame Rundfunkprogramm, das menschliches Wohlwollen, Freude an der
Unterschiedlichkeit der Menschen und faires Miteinander in den
Mittelpunkt stellt.«
-
»durch ihre finanzielle Beteiligung und darüber hinaus den gemeinsamen,
freie Rundfunk ARD mitermöglichen und gestalten.«
-
»Wir [Anm.: der Bürger] beteiligen uns am gemeinsamen Rundfunk
ARD um unserer selbst und unseres Landes willen«
-
»Unsere Eltern und Großeltern haben den gemeinsamen Rundfunk ARD
demokratisch beschlossen und mit eigenen Händen aufgebaut«
-
»Bürger, die sich nicht gemäß der demokratischen Vereinbarung am
gemeinsamen Rundfunk ARD beteiligen, sind wortbrüchig oder auch illoyal.
Sie liegen nicht nur den anderen auf der Tasche, täuschen und betrügen
und genießen weiterhin uneingeschränkten Zugang zur gemeinsamen medialen
Infrastruktur ARD – sondern sie halten sich nicht an unsere demokratisch
getroffenen und damit für alle verbindlichen Vereinbarungen und
missachten den allgemeinen Willen des Volkes. Sie sind
Beitragshinterzieher, sie begehen Wortbruch, machen sich des
Loyalitätsbruchs schuldig.«
-
»Wer die ARD ›verkleinern‹ möchte, der stellt das Recht der Bürger an
einer umfassenden und gründlichen Rundfunkversorgung infrage […] Sie
fordert den Bürger auf, einen Teil seiner medialen Freiheit aufzugeben,
einen Teil seiner Fürsorge für sein privates und wirtschaftliches
Wohlergehen und dasjenige seiner Familie und Mitbürger aus den Händen zu
geben.«
Daraus entwickelte Slogans:
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Kontrollierte Demokratie statt jeder wie er will.
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Exzellenz statt Umsatz.
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Demokratie statt Umsatz.
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Die ARD ist der verlängerte Arm der Bürgers.
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Gemeinsamer Rundfunk statt Informationsanarchie.
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Wir sind Ihr.
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Rundfunkbeteiligung ist gelebte Eigenverantwortung.
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Demokratie statt ideologischer Monopolisierung.
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Demokratie statt rechenschaftsfreier Echokammern.
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Am liebsten selbst denken. Dank stabiler Informationen.
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Am freien Rundfunk zerplatzt jeden Tag um 20 Uhr die Filterbubble.
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Kein entdemokratisiertes Rundfunksystem.
Was für Anmaßungen! Nicht ohne Grund wird das mit dem Neusprech aus 1984
verglichen. Es ist übrigens auch ein fieser Trick, sich als Vertreter einer
Gruppe (hier: der zahlende Bürger) zu bezeichnen, ohne ein Mandat dafür zu
haben.
Ich gehe jetzt erstmal eine Runde kotzen!
Weitere Quellen:
…gilt für mich schon lange. Aber gerade prasselt auf Twitter ein
Shitstorm mit diesem Hashtag nieder, nachdem die EU heute im (illegalen)
Trilog-Verfahren beschlossen hat, eine strenge Haftungspflicht für
Internet-Plattformen bezüglich Urheberrechtsverletzungen einzuführen, die
dann in Aktion tritt, wenn die Plattformen weder Lizenzverträge mit
allen Rechteinhabern abschließen noch Zwangs-Upload-Filter
installieren. Letzteres entspricht im Prinzip einer Vorzensur. Soetwas ist
zwar im Grundgesetz (Artikel 5, Absatz 1, Satz 3) verboten, betrifft im
Prinzip aber nur den Staat und nicht die Privatwirtschaft. Da hier aber
hier der Staat (der die Richtlinie in nationales Gesetz umsetzen muß) zu so
einer Vorzensur praktisch zwingt, ist das schon nicht unproblematisch.
»Flucht ins Privatrecht« nennt man übrigens diese Art der Delegation
staatlichen Handels zu der Privatwirtschaft. Das Netzdurchsetzungsgesetz
(NetzDG) von Heiko Maas (SPD), das auch als Mittel zur Einschränkung der
Meinungsfreiheit empfunden wird, ist so ein Beispiel.
Weiterhin wird das Leistungsschutzrecht, das es schon in Deutschland und
Spanien gibt, auf die gesamte EU ausgedehnt. Hierbei sollen Suchmaschinen
und andere kommerzielle Anbieter Lizenzen zahlen, wenn sie auf jüngere
(jünger als zwei Jahre oder so) journalistische Beiträge verlinken
und dabei den Titel oder einen Kurzauszug zitieren. Bislang galt das
Zitieren als legal und die gängige Rechtsprechung sieht eine Verlinkung
nicht als Urheberrechtsverletzung an (Ausnahme: tiefe Verlinkung von Bilder
o.ä.). Das ganze geht aber noch perverser: Es ist heute usus, technisch
orientierte URLs zu vermeiden, also z.B. so häßliche wie
»http://example.com/page.php?no=1248473&uid=4712«. Stattdessen
nutzt man leserfreundliche URLs (Fachbegriff »clean URL« oder »URL slugs«),
die zumindest zum Teil aus dem Titel der Seite konstruiert sind, also z.B.
»http://example.com/unfree-eu-sucks« – so, wie meine Blog-Software
das auch macht. Nun sollen angeblich genau diese Titelwörter in der URL
dann auch noch lizenzpflichtig sein!!! Eine weitere Perversion ist, daß
vorgeblich die Lizenzeinnahmen den Autoren zugute kommen sollen, praktisch
aber durch die Knebelverträge zwischen Autoren und Medienunternehmen das
ganze Geld bei letzteren landen wird. Obwohl die Existenz dieser
Knebelverträge hinlänglich – auch in der EU-Politik – bekannt ist, gibt es
im geplanten Leistungsschutzrecht keine Vorkehrungen dagegen. Man sieht:
Ergebnis zielgerichteter Lobbyarbeit.
Beides – das strenge Urheberrecht und das Leistungsschutzrecht – gehen
nicht unerheblich auf die Bemühungen von Günther Oettinger (CDU) in seiner
damaligen Position als EU-Digital-Kommissar und auf Axel Voss (CDU),
EU-Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender des Ausschusses für diese
Richtlinie zurück. Beide sollen der Medien-Industrie sehr nahe stehen,
unsanfte Menschen würden sie vermutlich als Lobbyhuren bezeichnen. Auch
Nochbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat offenbar ihre Finger im Spiel,
denn Deutschland hat im EU-Rat diesem Entwurf zugestimmt – entgegen dem
Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD. Ohne ein Placet von oben wäre das
bestimmt nicht gegangen. Zwar ist es nicht so, daß die SPD große
Bauchschmerzen zu dieser neuen Richtlinie geäußert hätte, und ihre
Abgeordneten im EU-Parlament werden das vermutlich mittragen
(Verräterpartei, halt wie üblich…), aber das erklärt, warum sich gerade ein
Wutschwall über die CDU ergießt.
Ob das ein kluger Schachzug der CDU war, wird sich noch herausstellen.
Während bislang hauptsächlich die Älteren der CDU den Rücken gekehrt haben
wegen der Merkelschen Einwanderungs- und EU-Finanzpolitik, vergrätzt sie
mit den Upload-Filtern und den damit zu erwartenden Einschränkungen gerade
massiv eine andere Wählerschicht – die der jungen, internet-affinen
Menschen. Die sind zwar jetzt vermutlich nicht mehrheitlich CDU-Wähler,
sondern eher weiter links anzusiedeln (Grüne, SPD, Linke), aber dennoch
könnten am Ende entscheidende Prozentpunkte für eine Regierungsbildung mit
der CDU verlorengehen. Daß es nicht wenige sind, die sich daran stören, mag
man an den rund 4,8 Millionen Unterstützern einer Petition auf Change.org – Tendenz
steigend – ablesen.
Und was das Leistungsschutzrecht betrifft, hoffe ich, daß Google sich
gegen die Lizenzzahlungen entschließt und mit ihnen alle anderen relevanten
Player auch (sofern es die gibt). Google hat ja bereits angedeutet, daß
dann der News-Dienst für Europa eingestellt wird. Nach den Formulierungen,
die bislang in den Beschreibungen der Richtlinie verwendet wurden, sind
aber nicht nur News-Aggregatoren von dem Leistungsschutzrecht betroffen,
sondern alle Webangebote bis auf private und nichtkommerzielle. Somit wäre
(neben Facebook, Twitter & Co.) auch die Google-Suchmaschine selbst
betroffen. Wäre das nicht phantastisch, wenn an dem Tag, an dem die
Richtlinie final beschlossen wird – sofern sie nicht noch im letzten Moment
abgeblasen wird - Google alle Medien auslisten würde? DIE langen Gesichter
möchte ich dann sehen. Und vor allem wäre das vor der EU-Parlamentswahl,
d.h. die Bürger könnten direkt erfahren, was die ach so tolle EU alles für
sie tut und das in ihre Wahl einfließen lassen…
Nachtrag: Golem hat ein paar Details veröffentlicht und auch EU-Dokumente
verlinkt. Ich habe ein paar Daten aktualisiert. Unklar ist mir noch, ob
das, was ich zu den »Clean URLs« geschrieben habe, tatsächlich so gilt –
der EU-Text schreibt »The protection granted under the first subparagraph
[Ed: das Leistungsschutzrecht] shall not apply to acts of hyperlinking« –
was immer das jetzt exakt heißen mag. Betrachtet man Hyperlinking als
Klicktext + URL, dann wäre das ganze unwirksam…!
Nachtrag II: Heise versteht das auch nicht…
*Nachtrag III: Echo auf den Beschluß bei Heise