Mindestens genauso schlimm, vermutlich noch schlimmer als der
»Majestätsbeleidigungsparagraphen« § 188 StGB entwickelt sich der
»Volksverhetzungsparagraph« § 130 StGB. Früher fand der meines Wissen
hauptsächlich Anwendung zur Verfolgung von Antisemitismus und Leugnung der
Judenvernichtung im Dritten Reich. Heute aber biegen Staatsanwälte und
Richter diesen Paragraphen mittlerweile so zurecht, daß jede Kritik an der
Regierung und an dem mehrheitlichen Verhalten oder einfach nur auffälligen
Verhalten (im Vergleich zu anderen Gruppen) als Erniedrigung,
Verächtlichmachung, Haß, Hetze, Aufruf zur Gewalt interpretiert wird.
Ermöglicht wird das auch durch
mehrere Änderungen
an dem Gesetz in diesem Jahrtausend, die einerseits den
Anwendungsbereich deutlich vergrößern, gleichzeitig die Kriterien
aufweichen. Ein
Vergleich der jetzigen Fassung mit einer vor 2011 geltenden Fassung ist da
schon erhellend. Inzwischen ist das ein Gummiparagraph, schon allein,
daß die »Geeignetheit« zur »Störung« des öffentlichen Friedens reicht. Es
muß nicht einmal zu einer Störung gekommen sein, deshalb kann man auch
Äußerungen bestrafen, die in Social Media gerade mal eine Handvoll Leute zu
Gesicht bekommen haben. Auch ist »Störung« ein sehr dehnbarer Begriff und
nicht weiter erläutert. (Nachtrag: Mehr zur Entwicklung findet sich
bei
Wikipedia.)
Ein »schönes« Beispiel fand letzten Freitag mal wieder statt. Den Fall
hatte ich
in einem
November-Artikel erwähnt. Jetzt war die Verhandlung, »die Achse des Guten« war dabei, Apollo News diskutiert auch den Fall und zitiert aus dem Artikel.
Zum einen kann ich – als juristischer Laie – wirklich keine Volksverhetzung
darin erkennen. Die Aussagen der Frau basieren auf Fakten, die in
behördlichen Statistiken nachzulesen sind. Natürlich sind sie verkürzt
dargestellt, aber das macht daraus keine Volksverhetzung. Zudem entsetzt
noch zum Beispiel die Aussage des Staatsanwaltes, daß die »massive
Politikkritik« und die weiterhin Nichtgutheißung der Politik
strafverschärfend gewertet werden müsse! Solche Aussagen
widersprechen fundamental dem Artikel 5 des Grundgesetzes! Und der Richter
bestreitet zudem die Fakten. Woher er seine Weisheit nimmt, bleibt
offen.
Ich hoffe, die Frau geht in Revision. Und ich hoffe, daß sie dabei von
einem besseren Anwalt vertreten wird. Ich werde den Eindruck nicht los, daß
der unter den Möglichkeiten geblieben ist.
Ich habe gerade
»Achtung,Reichelt!« angeschaut und war positiv überrascht. Er hatte
sich ja neulich bei seinen Zuschauern unbeliebt gemacht, weil er doch ein
bißchen den Mainstream-Medien nach dem Mund geredet hatte, was die
politische Position der AfD und ihre Treue zur Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit betrifft. In dem Zusammenhang wurde ihm auch
vorgeworfen, daß er gegenüber der CDU zu nachsichtig und rücksichtsvoll
sei, und das wurde mit seinem Mäzen, einem Millionär, der CDU-Anhänger sei,
in Verbindung gebracht.
In seiner heutigen Sendung ist er allerdings die CDU und speziell
Friedrich Merz hart angegangen, vor allem wegen des Schmusekurses mit den
Grünen. Wie viele andere Journalisten aus dem alternativen Spektrum
arbeitet er heraus, daß die allermeisten konservativen Wähler vor allem
eins wollen, nämlich das Ende jeglicher Regierungsbeteiligung der Grünen.
Sie teilen weder die Ziele der Grünen, noch die sozialistische Art und
Weise, mit der sie diese erreichen wollen. Sie werden (meiner Meinung nach
zurecht) für den Niedergang Deutschlands verantwortlich gemacht. Auch wenn
Merz' Charmeoffensiven vielleicht tatsächlich nur dazu dienen sollen, die
CDU-Position in möglichen Koalitionsverhandlungen mit der SPD verbessern,
so sei einfach das Risiko für die Wähler da, daß am Ende doch eine
schwarz-grüne Koalition entsteht. Daher bezeichnet Reichelt Friedrich Merz
auch als den besten Wahlhelfer der AfD!
Natürlich ist es gut, daß es einen Despoten weniger gibt. Ich spreche von
Assad in Syrien, der seine Gegner wohl nicht viel weniger hat foltern und
umbringen lassen als es zum Beispiel sein irakischer Nachbar Saddam Hussein
gemacht hatte.
Aber wenn ich jetzt unsere Presse lese, wenn ich von Äußerungen von
Politikern und in Deutschland lebenden Syrern höre, wie sie sich die
Zukunft dieses Landes vorstellen, dann bin ich entsetzt. Wie kann man nur
so naiv sein? Die glauben tatsächlich, da könne ein demokratischer Staat
entstehen! Dumm nur, daß da so viele Argumente dagegen sprechen.
Fangen wir mal mit der Erfolgsquote des sogenannten »arabischen
Frühlings« im Mittelmeerraum an, ein von westlichen Staaten teils
militärisch induzierter Prozeß: Ägypten und Tunesien sind zwar formal noch
Demokratien, aber schon lange haben sich da antidemokratische Strukturen
etabliert, Clanstrukturen sorgen dafür, daß die Macht da bleibt, wo sie
jetzt ist. Ägypten war zeitweise durch die Muslimbrüder islamisch
beherrscht, der Druck aus der Bevölkerung hatte dann aber dafür gesorgt,
daß sie nicht länger halten konnten. Libyen ist faktisch von einer Diktatur
in zwei geteilt worden, unter Gaddafi konnte das Volk aber halbwegs gut
leben. Auch der Irak ist nach Ende des Terrorregimes nicht wirklich
demokratisch geworden. Selbst die Türkei driftet ab. Mittlerweile hat wohl
Erdoğan seinen Plan aufgegeben, sich zurückzuziehen, und will vorerst so
weitermachen wie bisher. Der ganze arabische Raum ist übersät mit lokalen
Fürsten, die meist selber Familienclans sind. In Diktatoren werden sie
typischerweise im massiven repressiven Mitteln kleingehalten und zur
Unterwerfung gezwungen. Mit Wegfall werden sie wieder in Erscheinung treten
und zu lokalen Konflikten führen. Und diese Clan-Mentalität ist bei denen
fest im Hirn eingebrannt, ansonsten würden sie ja nicht auch hier in Europa
unter den Migranten entstehen. Gerade in Essen gab es ein paar Vorfälle, wo
auch syrische »Familien« involviert waren. Auf offener Straße hatten sich
die Clans gegenseitig verprügelt.
Ein anderer Punkt sind die »Befreier«. Die Presse gibt es zwar zu, spielt
es aber zur Zeit noch stark herunter: Die »Rebellen« sind vorwiegend
Islamisten. Der Anführer war jahrelang bei der Al-Kaida. Die sollen
demokratische Strukturen in Syrien einführen wollen? Nein, die wollen im
Moment ihren Erfolg nicht zunichte machen, sie wollen nicht, daß neue
Fronten aufgemacht werden, zum Beispiel mit den USA. Sie fressen erst
einmal Kreide, um ihre Lage zu stabilisieren, um sich das Wohlwollen der
Bevölkerung zu sichern. Aber letztendlich wird das genauso laufen wie in
Afghanistan. Die Versprechen werden Stück für Stück einkassiert, die alte
Diktatur wird kurz- bis mittelfristig durch eine neue Diktatur der
islamistischen Art ersetzt. Es beginnt auch schon, wie man hier ganz frisch lesen kann. Und Europa, USA, Israel werden
da wohl nur zuschauen können (und auch wollen). Hintergrundartikel, wie zum
Beispiel bei Tichys Einblick (»Syriens Zukunft ist ungewisser denn je« oder »›Die Frage ist, ob überhaupt alle Syrer wirklich Demokratie
wollen‹«) säen doch erhebliche Zweifel, daß es hier zu einem Happy End
kommen wird.
So wird die Begeisterung der syrischen Flüchtlinge in Europa auch schnell
verfliegen, und nur ein kleiner Teil wirklich nach Syrien zurückkehren.
Dies wird dann hoffentlich dann wenigstens der Teil sein, der besonders
islamisch geprägt ist und der mit der westlichen Demokratie nichts
anzufangen weiß.
Was heute auch auffällt, ist, daß das Thema sofort wahlkampfmäßig
ausgeschlachtet wird. Die »etablierten« Parteien schüren die Hoffnung auf
eine großflächige Rückkehr von Syrern in ihre Heimat, wollen ihnen gar eine Prämie zahlen. Gleichzeitig werden offene
Asylanträge von Syrern nicht weiter bearbeitet (ich denke mal, das ist von
Faeser/SPD veranlaßt). Vermutlich knüpfen sie alle damit die Hoffnung, der
AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Eindruck solle erweckt werden,
daß sich das Problem der Migration gerade von alleine löse. Aber ich glaube
nicht, daß sich das wirklich verfängt, schon allein deshalb, weil die Syrer
nur ein Problem unter vielen beim Thema Migration darstellen. Hinzukommt,
daß auch wenn das Thema Migration bei der AfD natürlich weiterhin hoch im
Kurs steht, die AfD einen zweiten Fokus auf die höchst desolate, durch die
Ampelregierung verursachte Wirtschaftslage setzt. Das konnte man
beispielsweise an der öffentlichen Nominierung von Weidel als
AfD-Kanzlerkandidatin am letzten Samstag deutlich sehen.
Auf Antrag der AfD wurde am Freitag spätnachmittags im Bundestag
eine aktuelle Stunde über
die »Majestätsbeleidigungsparagraphen«, § 188 StGB und die Forderung nach
dessen Abschaffung, abgehalten. Dem Antragsteller wird hierbei ja das
Recht der ersten Rede eingeräumt, der Abgeordnete Stefan Brandner nutzte
sie für ein an die Realität sehr nahekommendes »Märchen«, das schon
ordentliches Belustigungspotential hat, zumindest für Anhänger der Partei.
Ein weitere Rede für die AfD
hielt der Abgeordnete Jürgen Braun.
Man beachte auch die Besetzung des Parlaments zu diese späten Stunde.
Maximal 50 Leute waren da anwesend. Es ist schon bemerkenswert, wie ernst
die meisten Abgeordneten ihren Job sehen. Daß zu der Stunde am Freitag noch
irgendwelche Ausschüsse oder Fraktionssitzungen tagen, für die die
abwesenden Abgeordneten unabkömmlich sind, ist doch wohl eher
unwahrscheinlich. Von den anderen Fraktionen wurden hauptsächlich
Hinterbänkler und Frischfleisch zur Anwesenheit und für die Reden
verpflichtet. »Prominent« war lediglich die abgehalfterte Renate Künast,
deren Haß gegen Andersdenkende ihr schon ins Gesicht geschrieben steht und
die eine der Triebfedern des links-grünen Kampfes gegen die
Meinungsfreiheit ist.
Da ich noch etwas anderes zu tun hatte, habe ich im Nachgang nochmal in
ein paar Reden der anderen Parteien hineingehört. Von einer jungen
FDP-Abgeordneten Katharina Willkomm, kam zum Beispiel tatsächlich auch
vorsichtige Zustimmung, ansonsten mehrheitlich Ablehnung, nicht selten
gepaart mit der ätzenden Kommentaren gegen die AfD. Der AfD wurde aber auch
vorgeworfen, selbst schon den § 188 genutzt zu haben. Kontext – zum
Beispiel die Beleidigung – wurde nicht geliefert. Wahrscheinlich war diese
ein wenig heftiger als die »Schwachkopf«-Beleidigung gegen Robert Habeck.
Der Einwurf mag dennoch berechtigt sein, allerdings ist mir nicht bekannt,
daß die AfD Massenaktionen wie Habeck, Baerbock oder Strack-Zimmermann
durchführt, auch wenn die Zahl und die Schwere der Beleidigungen bestimmt
deren nicht nachsteht.
Bei der Suche nach der Bundestagssitzung für diesen Beitrag wurde mir
übrigens diese Rede des Abgeordneten Gottfried Curio vorgeschlagen, die wie
immer bei ihm pointiert, spitz formuliert und auf den Punkt gebracht ist.
Es geht um die auch
für mich unerträgliche Kastration des Parlaments durch Friedrich Merz mit
Hilfe von SPD und Grüne. Kann ich nur empfehlen, sich das
anzuschauen.
Datenschützer hielten die Vorratsdatenspeicherung für tot, aber dank
des jüngsten Urteils des EuGH in diesem Frühjahr, das früheren
Entscheidungen in Teilen widerspricht, erhebt sich das
bürgerrechtsfeindliche Ungetüm aus dem Grab. Gestern gab es im Bundestag eine Debatte darüber.
Ich glaube, ich muß hier wirklich noch eine Serie aufmachen, warum die
CDU unter Friedrich Merz unwählbar ist. Erst rückt er generell von
seiner Anti-Grünen-Haltung ab, dann relativiert er die Schuldenbremse – was
er in dem gleich zitierten Artikel auch noch einmal wiederholt – und
jetzt kann er sich auch vorstellen, Robert Habeck weiter als
Wirtschaftsminister in seinem Kabinett zu haben! Es spielt für ihn
keine Rolle, daß Habeck ganz offensichtlich nichts von Wirtschaft versteht,
nicht weiß was Insolvenzen und die Inflation sind, daß sein persönliches
Handeln mitverantwortlich ist für den wirtschaftlichen Niedergang
Deutschlands und die Verteuerung der Energie, die auch viele Millionen
Menschen aus der Unterschicht trifft und sie in noch prekärere Situationen
bringt.
Besseres Futter kann er der AfD oder auch dem BSW gar nicht liefern. Ich
hoffe, sie nutzen es.
Ich wiederhole mich ja, aber es muß sein: Wer Merz wählt, wählt Grün. Wer
Merz wählt, wählt jemanden, den es nicht um konservative Politik geht, den
es nicht um Deutschland und die Bewältigung der Krisen geht, nicht der
Migrationskrise, nicht der Wirtschaftskrise, nicht der Energiekrise. Es
geht ihm allein um seine persönliche Macht, koste es, was es wolle!
Dafür setzt er sogar die demokratischen Spielregeln im Bundestag aus. Mit
der AfD und der FDP könnte er im Moment viele der vorgeblichen Ziele der
CDU durchbringen. Aber er will das gar nicht. Das sollte jedem klar
sein, der sein Kreuzchen bei der CDU oder CSU macht.
Nachtrag: Siehe auch Apollo News. Nius berichtet, Söder würde sich dagegenstellen. Ja, vorerst! Auch die Junge Freiheit hat die Meldungen.
Wer noch Argumente braucht, um nicht bei der elektronischen
Patientenakte mitzumachen, der sollte diesen Heise-Artikel lesen. Datenschutz,
Schweigepflicht existieren nicht. So kann eine Apotheke auf alle Befunde
zugreifen, auch Online-Apotheken! Es gibt auch kein
Zeugnisverweigerungsrecht für die Ärzte bezüglich des Inhalts der
Akte!
Angela Merkel war in ihrer politischen Laufbahn eine Opportunistin. Sie
hatte eigentlich gar keine eigene politische Richtung, sondern orientierte
sich daran, was sie glaubte, das sie kurz und mittelfristig an die Macht zu
bringen und sich dort zu halten würde. Aber sie tat das mit einem gewissen
Geschick. Entweder sie war sich in ihrer Analyse sicher, oder sie schickte
jemand anderes mit ihrer Meinung nach vorne und analysierte die Reaktionen,
paßte daraufhin ihren Kurs an.
Friedrich Merz glaubt, eine konservative politische Richtung zu haben,
haut die raus und ist dann ganz baff über die öffentlichen Reaktionen,
zieht dann den Schwanz ein, weil er eigentlich im Kern genauso ein
Opportunist ist wie Merkel und plötzlich um seinen politischen Erfolg
fürchtet. Was erschwerend hinzukommt, ist, daß ihm dabei nicht bewußt ist,
daß diese Reaktionen hauptsächlich von links gesteuert sind. Er prüft gar
nicht, ob seine Position vielleicht doch mehrheitsfähig wären. Er läßt sich
sofort einschüchtern. Gerade ist wieder genau so ein Fall eingetreten.
Nein, kein Kanzler für Deutschland, kein Kanzler für konservative
Bürger.
Nebenbei bemerkt auch alles eine Folge seiner Brandmauer, die übrigens
genau durch den gleichen Mechanismus überhaupt erst entstanden ist.