Ich bin ja mittlerweile so weit, daß ich alles in Frage stelle. So
tragisch das Bootsunglück mit den Migranten vor Griechenland ist, frage ich
mich dennoch, ob nicht gerade versucht wird, das propagandatechnisch
auszuschlachten. Es fängt ja schon damit an, daß auf Teufel komm raus
versucht wird, den Griechen die Schuld in die Schuhe zu schieben, was nach
meinem Kenntnisstand nicht stimmt. Es wird gesagt, daß die Migranten
beziehungsweise die Schlepper sich nicht retten lassen wollten, und daß das
Schiff zum Schwanken und schließlich zum Kentern durch Aktionen der
Migranten gebracht wurde. Nun kommen sie daher, daß es bis zu 500 Menschen ertrunken sein
könnten. Mit den Geretteten zusammen hätten also 600 Menschen an Bord
sein sollen. Kann das stimmen? Eine hohe Zahl ist natürlich im Interesse
der Migrationsfreunde. Je höher das Drama, desto mehr kann man auf der
emotionalen Schiene für eine einfachere Aufnahme der Migranten
arbeiten.
Leider ist das Bild von dem Schiff ziemlich unscharf, ich kann da nur
schwer einzelne Köpfe ausmachen. Meine Schätzung ist, daß da nicht mehr als
150 Leute zu sehen sind. Das würde heißen, daß die dreifache Anzahl unter
Deck gewesen sein müßten. Das will ich nicht glauben. Man beruft sich auf
Angaben von Geretteten. Wäre ich boshaft, würde ich jetzt fragen, ob die
überhaupt soweit zählen konnten, wenn die meisten nicht lesen und schreiben
können. Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung von Demonstrationen, an
denen ich teilgenommen habe, wie schwer es ist abzuschätzen, wieviel Leute
da herumstehen. Wenn man nicht wirklich zählt, liegt man meist ziemlich
daneben.
Prima: Erste Verfassungsbeschwerde gegen die neuen WHO-Verträge
eingereicht, unter anderem von Marianne Grimmenstein, die auch gegen
CETA geklagt hat. Außerdem ist das Quorum bei der entsprechenden Petition erreicht
worden.
Gerade auf Twitter einen hübschen Ausschnitt aus dem Bundestag
gefunden. Am Mittwoch war wohl ein Tagesordnungspunkt das Gedenken an den
Volksaufstand 1953 in der DDR, der sich zum 70. Mal jährt. Ein
Abgeordneter – ich denke, das ist wohl Kay-Uwe Ziegler der AfD –
kritisiert die Heuchelei der Kollegen aus den Altparteien.
Heise hat mal wieder ein Update zum Thema Digitaler Euro und der
damit vermutlich geplanten langfristigen Abschaffung des Bargelds. Viel
technisch neues ist da jetzt nicht enthalten, aber es verdichtet sich das,
was viele Kritiker schon geäußert haben: Ein anonymes Bezahlen wird es
nicht geben. Man redet von einer Pseudonymisierung, aber das ist auch noch
sehr wolkig und es hilft am Ende nicht wirklich. Wie mit so vielen anderen
Dingen wird wohl so lange darüber geredet, bis es niemanden mehr wirklich
interessiert. Und dann wird es so umgesetzt, wie ursprünglich geplant.
Mich würde ja auch mal interessieren, ob am Ende die komplette
Spezifikation offengelegt wird, damit Fachleute nachprüfen können, ob die
dann eher geringen Zusicherungen uns potentiellen Nutzern gegenüber
tatsächlich eingehalten werden. Selbst wenn, steht am Ende noch die Frage,
ob das dann auch tatsächlich so implementiert wird. Wie sollen das
Außenstehende überprüfen können? Konzeptionell gibt es da schon Parallelen
zu dem Problembereich der elektronischen Wahlmaschinen, die das
Bundesverfassungsgericht richtigerweise verboten hat.
In den USA werden Schüler im »Pride Month« gezwungen, Kleidung in
Regenbogenfarben zu tragen. Entsetzen gab es bei den Offiziellen
einer Kleinstadt in Massachusetts, als sich einige Schüler weigerten und
stattdessen in den Nationalfarben erschienen. Auch haben die Schüler bei
dem bei den Woken beliebten Pronomenspiel spöttisch erklärt, ihre
Pronomen seien »USA«. Es dauert wohl nicht mehr lange, dann kommt es zu
einem neuen Bürgerkrieg, diesmal zwischen Konservativen und Woken.
Die Grünen zeigen mal wieder ihr wahres Gesicht. Weil den bayrischen
Grünen die Rede von Hubert Aiwanger auf der Demo in Erding nicht gefiel,
fordern sie dessen Rücktritt. So ein Verhalten hat keine demokratische,
sondern diktatorische Züge. Kritik an den unfehlbaren Grünen? Kopf ab!
Um dem Nachdruck zu verleihen, haben sie jetzt im bayrischen Landtag einen Dringlichkeitsantrag für
die Entlassung Aiwangers gestellt. Das ist nicht nur lächerlich, das
ist auch dämlich. Zwar gab es auch Kritik seitens CSU-Mitgliedern, aber
die Koalitionsmehrheit wäre wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert, würde
auch nur ein Abgeordneter diesem Antrag zustimmen.
Weil ich gestern über Bildung schrieb: In der FAZ ist ein Kommentar zu
dem Effekt der KI auf die Schule erschienen: »ChatGPT bricht der Schule das Rückgrat.« Ich finde die
Befürchtungen für durchaus berechtigt.