Heise berichtet: Im EU-»Parlament«, speziell in der Arbeitsgruppe
LIBE, regt sich mittlerweile deutlicher Widerstand gegen Plane der
EU-Kommission für eine Chatüberwachung. Abgeordnete der Arbeitsgruppe
erheben schwere Vorwürfe gegen Kommissarin Ylva Johansson, angefangen von
der Instrumentalisierung der Kinder bis zur illegalen Beeinflussung des
Gesetzgebungsverfahrens. Johansson halte das alles für »normal« und weigere
sich auch mit fadenscheinigen Begründungen, die Kommunikation mit
Lobbygruppen wie der amerikanischen Organisation Thorn offenzulegen, was
alles ihr als Lügen ausgelegt werden. Man will jetzt vom juristischen
Dienst untersuchen lassen, ob das Vorgehen Johanssons illegal ist und sie
dafür belangt werden kann.
Im EU-Parlament könnte es aber unter den Innenpolitikern, so schreibt
Heise, zu einem Kompromiß kommen. »Die Chatkontrolle dürfe sich aber nur
gegen bestimmte Benutzergruppen wie ›Abonnenten eines bestimmten
Kommunikationskanals‹ richten. Ferner müßten ›begründete Verdachtsmomente‹
für einen Zusammenhang mit Kindesmißbrauch vorliegen.« Aus meiner Sicht
würde das bedeuten, daß die technischen Voraussetzungen auf den Endgeräten
dennoch geschaffen werden müssen. Dann wäre das nur eine Frage der Zeit,
bis das dann doch auf die gesamte Chat-Kommunikation ausgedehnt werden
würde. Übliche Salamitaktik halt. So ein Kompromiß wäre also nicht
hilfreich im Kampf gegen die Überwachung.
Nachtrag: siehe auch Hadmut Danisch:
Die
Abhörwut der EU
Mir geht es zur Zeit absolut gegen den Strich, daß jetzt plötzlich den
Journalisten und Politikern auffällt, daß wir vielleicht die falschen Leute
ins Land gelassen haben.
Ich
hatte ja vor einer Woche schon darüber geschrieben und will mich jetzt
nicht im Detail wiederholen.
Anderen geht es übrigens genauso, wie zum Beispiel dem Blogger Hadmut
Danisch. Der hat als Aufhänger einen Artikel von Jan Fleischhauer im Focus.
Aber er kommt relativ schnell von dem Artikel weg und zu dem eigentlichen
Problem, mit dem wir hier im Westen zu kämpfen haben: Aus Sicht der Moslems
sind wir »Ungläubigen« von Allah geschaffene Untermenschen, die dem
gläubigen Moslem auf seinem Weg ins Himmelreich helfen. Er vergleicht das
mit Streckenposten für die Marathonläufer. Die Großzügigkeit, die unsere
Gutmenschen wie Wulff, Merkel, Roth, Faeser oder Göring-Eckhardt in unserem
Namen gegenüber den Moslems zeigen, wird als Großzügigkeit Allahs
interpretiert, nicht der Ungläubigen. Ausnutzen der Ungläubigen, angefangen
von der Annahme von Sozialleistungen über die einfache Lüge bis hin zum
Diebstahl, Vergewaltigung und Mord, sind keine Sünden, solange sie an
Ungläubigen begangen werden. Es ist von Allah so gewollt. Und der Koran
erlaubt auch keine Freundschaften mit Ungläubigen, außer zum Schein und in
der Not. Somit kann es auch keine Integration geben.
Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, man sollte dem Islam den
Religionsstatus aberkennen und ihn besser als Terrorideologie führen.
Nun will es Sahra Wagenknecht doch wagen. Die Gründung ihrer neuen Partei
steht wohl unmittelbar bevor. Ich bin schon ein bißchen gespannt, was am
Ende herauskommt. Und, wie gut meine jetzige Einschätzung ist, ob ich mich
am Ende sehr getäuscht haben werde.
Allgemein, Parteien zu gründen und damit Erfolg zu haben, ist eine
verdammt schwere Sache. Es werden ständig neue Parteien gegründet, und alle
glauben, sie hätten Hunderttausende, gar Millionen hinter sich, es wäre
doch eine Selbstverständlichkeit, in die Parlamente einzuziehen. Doch die
meisten bleiben unter dem Radar. Wer nicht die Verbindungen zu den Medien
hat und sich regelmäßig öffentlich zu präsentieren, dem ist ein politisches
Dahinsiechen eigentlich vorbestimmt. Aber selbst Prominenz, Bekanntheit
sind kein Garant. Man denke zum Beispiel an Bernd Lucke, dem Mitbegründer
der Original-AfD, die sich gegen die Euro-Währung in Position gebracht
hatte. Als er sich nach dem Richtungswechsel in der AfD nicht mehr wohl
fühlte, versuchte er es mit einer Neugründung. Die nach verschiedenen
Namenswechseln nun als
»Wir Bürger«
firmierende Partei hat laut Wikipedia bei der letzten Bundestagswahl gerade
mal 0,024% der Wähler (so rund 15.000) begeistern können. Auch eine andere
AfD-Abtrünnige, Frauke Petry, dachte, ihr würden große Teile der Wähler
folgen. Weit gefehlt! Und so dümpeln bestimmt ein Dutzend andere Parteien,
mit linken, religiösem oder ökologischem Hintergrund vor sich hin, mit
gerade genügend Mitgliedern, um sich am Leben zu halten, aber zumindest im
Moment ohne wirkliche Aussicht auf Erfolg – und in den meisten Fällen bin
ich froh darum.
Nun zurück zu Sahra Wagenknecht. Was ich an ihr wirklich schätze (und das
gilt in Teilen auch für ihren Kollegen Gregor Gysi), ist ihre Fähigkeit zur
Problemanalyse. Viele Politiker, gerade aus der linken Ecke, sind so
ideologisch verbohrt, daß sie Probleme nicht wahrnehmen können und wollen,
weil sie nicht in ihr Weltbild passen. Meiner Meinung nach ist das bei ihr
nicht so. Einige Reden von ihr im Bundestag sind gerade deshalb in der
eigenen Partei aufgestoßen.
Analyse ist das eine, aber ist sie auch in der Lage, Lösungen zu
entwickeln? Gregor Gysi ist ja mal in Berlin zum Finanzsenator ernannt
worden und hat nach relativ kurzer Zeit seinen Job hingeschmissen – er hat
offenbar eingesehen, daß er es nicht kann.
Nun wurde in der Presse, u.a. von der Bild, die politische Ausrichtung
der geplanten Partei kolportiert. Während da natürlich auch viele Buzzwords
auftauchen, wird eine Sache klar: In Sachen Wirtschaftspolitik steht die
Richtung fest, und die lautet sozialistische Planwirtschaft. Der Begriff
Verstaatlichung ist zwar da nicht gefallen, aber sie will wohl Behörden
haben, die vorgeben, was und wieviel davon in Deutschland produziert. Das
hört sich ganz nach den Fünf-Jahres-Plänen im Ostblock an!
Bei allen Krisen, die uns momentan erschüttern, glaube ich nicht, daß
dieser Ansatz von der Wählerschaft mehrheitlich goutiert wird. Im Westen
sowieso nicht, aber auch die älteren Ostdeutschen wissen nur zu gut, daß
der Untergang der DDR stark mit der staatlich organisierten Mißwirtschaft
verknüpft war. Das will auch dort niemand wiederhaben. Aus diesem Grund
tendiere ich auch dazu, daß die Gründung ihrer Partei der AfD nicht so
schaden wird, wie sich die Altparteien es wünschen. Natürlich besteht
Potential bei den AfD-Protestwählern, die von linken Parteien hergewandert
sind, wie es bei den letzten Wahlanalysen in Bayern und Hessen zu Tage
getreten ist. Der konservative Teil der AfD-Wähler wird meines Erachtens
bei der AfD auch bleiben. Einige Medien meinen ja, daß die Freunde des
radikaleren Teils der AfD um Björn Höcke wechseln könnten – hier kommt
wieder die Hufeisen-Theorie ins Spiel, nach der die Enden des politischen
Spektrums sich doch viel näher wären, als sie es zugeben (wie die Enden des
Hufeisens). Hier fällt es mir schwer, eine Meinung zu bilden.
Was die anderen Parteien betrifft: Sollte die neue Partei Erfolg haben,
so wird sie genauso verbliebene Wähler von den Grünen, der SPD und
natürlich auch von den Linken (hier besonders im Osten – im Westen sind die
Linken eh schon tot) abziehen. Die jetzigen Wähler von CDU, CSU oder auch
den freien Wählern in Bayern wird die Neugründung vermutlich kaum
beeindrucken.
Eine andere Frage ist, ob der Zeitpunkt geschickt ist. Man sagt, die neue
Partei wolle bereits zur Wahl des nächsten EU-»Parlaments« antreten. Ob das
geschickt ist, weiß ich nicht. Es wird hier erstmals auch eine 5%-Hürde
geben, nachdem sich die »etablierten« deutschen Parteien sich an den
kleinen Parteien, angefangen an der AfD, aber auch an den noch verbliebenen
Piraten oder der Spaßpartei »die Partei« gerieben haben. Aber selbst wenn
sie es schafft: Das EU-Parlament ist so Lichtjahre von den Bürgern
entfernt, daß sie bei denen keinen Eindruck hinterläßt, egal, wie gut die
Arbeit der Abgeordneten sein mag. Ein »Memory«-Effekt wird sich da nicht
einstellen, bei den nächsten Wahlen auf Bundes- oder Länderebene wird sich
zumindest daraus kein nennenswerter positiver Effekt ergeben. Und
das durch die Gründung entstandene Momentum könnte bis dahin schon verpufft
sein. Aber das ist nicht mein Problem!
Zusammengefaßt glaube ich nicht an den Erfolg. Das wird keine weitere
Alternative zu den etablierten Parteien.
Nachtrag: Mir ist tatsächlich entfallen, daß im Herbst 2024 drei
Landtagswahlen im Osten stattfinden (Sachsen, Thüringen und Brandenburg).
Insofern ist der Zeitpunkt von ihr doch ganz gut gewählt – nach den
beiden Wahlen in Bayern und Hessen, wo sie nur hätten verlieren können,
aber vor diesen Wahlen. Ich denke, sie könnte es dort in die
Parlamente schaffen und somit zumindest eine Zeitlang den Fuß in der Tür
haben. Es könnte ihr natürlich dennoch ein ähnliches Schicksal wie der
Piratenpartei blühen, von der heute nur noch ein jämmerlicher Rest
übriggeblieben ist: Die ursprünglich vernünftigen, technokratischen
Mitglieder waren von linken Phantasten, Schreiern und Idioten verdrängt
worden (manche gehen von einer vorsätzlichen Unterwanderung von links aus,
um die Konkurrenz-Partei auszuschalten), Forderungen wie die nach
bedingungslosem Grundeinkommen hatten dann die Wähler verprellt.