Ich fahre ein älteres Auto, deshalb kenne ich das nur von Leihwagen (wenn
meines in der Werkstatt ist), das Gepiepse und Genörgele, der Eingriff ins
Lenkrad von den Assistenzsystemen. Ich bin offenbar nicht der einzige, dem
das auf den Geist geht. Einige Autobauer, bekannt war mir Mazda, aber auch
offenbar Dacia und Renault, bauen einen zusätzlichen Knopf ein, mit dem man
den Mist aus- oder zumindest stummschalten kann. Die Chefin von Dacia
erklärt nun, daß dieser Knopf der von den Fahrern meistgenutzte Knopf sei!
Die Vielzahl der Assistenzsysteme würden zudem sowohl die
Entwicklungskosten in die Höhe treiben (sie spricht davon, daß 25% der
Entwicklungskosten in diese Assistenzsysteme gehen) und natürlich auch den
Endpreis. Gerade für Kleinwagen habe dies einen enormen Einfluß auf den
Markt, die Zahlen seien stark rückläufig. Sie fordert die EU auf, Ausnahmen
bei den Assistenzsystemen für Kleinwagen zu machen, damit sich die ärmeren
Leute weiterhin Autos leisten könnten. Apollo News und Münchner Merkur berichten.
Nebenbei, das zeigt auch mal wieder, wie die Hersteller ihre Käufer
überwachen, daß die so eine Nutzung tatsächlich feststellen können. Neu ist
das allerdings nicht. Ich habe vor etlichen Jahren mal gelesen, daß Porsche
festgestellt hat, daß die Fahrer die extra bestellten Schaltwippen am
Lenkrad für das Getriebe dann tatsächlich kaum nutzen. Das kann ja auch nur
durch Aufzeichnung und Übermittlung (wie auch immer, z.B. in der Werkstatt)
geschehen sein.
Obwohl in Frankreich der erste Versuch einer Altersbeschränkung für
Social Media kläglich (im wahresten Sinne des Wortes) gescheitert ist –
das Gesetz wurde vom Verfassungsgericht wegen der Einschränkung von
Grundrechten als verfassungswidrig eingestuft –, macht die EU unbeirrt
weiter. Laut Apollo News will die EU in den kommenden Tagen einen ersten
Gesetzesentwurf vorlegen. Es soll eine Alterskontrolle für alle Benutzer
vorsehen, also auch für Leute wie mich, die schon etwas länger auf der Welt
sind, mittels offizieller Ausweisdokumenten. Das nährt natürlich die
Unterstellung, daß die Jugendlichen und deren Schutz nicht der eigentliche
Grund sind, sondern die Überwachung und möglicherweise später auch die
digitale Entmündigung (Sperrung) der Bürger nach unliebsamen
Kommentaren.
Früher hätte es einen Aufstand in der Community gegeben,
datenschutzbezogene NGOs hätten sich organisiert und Bürger mobilisiert,
aber davon merke ich nichts mehr. Ja, ein paar gibt es, die sich da
engagieren, aber der Wumms von früher wie bei der Vorratsdatenspeicherung,
der fehlt. Den Leuten wird die Überwachung zunehmend egal, und so »NGOs«
wie die über Seitenkanäle vom Staat finanzierte Campact, die früher in dem
Bereich auch tätig waren, haben sich ja voll und ganz dem Kampf gegen
Rääächts verschrieben. Nur noch traurig.
Nachtrag: Siehe auch
Die spanischen Sozialisten spinnen nun vollends. Sie wollen bis zu
200.000 moslemische Afrikaner einbürgern, die noch nicht einmal im Land
sind. Das geht gerade durch die Presse. Tichys Einblick schreibt dazu: »Irgendwann reicht politische
Naivität als Erklärung nicht mehr aus. Wer Europa in immer kürzeren
Abständen derart grundlegend umbaut, betreibt mit Intention die
Zerstörung des Europas, wie seine Bürger es kannten.« Die spanischen
Rechten haben sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Sie hätten es
verhindern können, aber durch ihre Enthaltung konnte das Gesetz
passieren.
…nur noch nicht von jedem. Jeder Gutmensch mußte vor der Wahl sich
gegenüber seinesgleichen die Versicherung abgeben, auf der richtigen Seite
zu stehen, indem er vor der Wahl der AfD warnte. Genutzt hat es
offensichtlich nicht wirklich etwas. Und ich hatte gehofft, daß nach der
Wahl dieses unerträgliche Demokratie- und Hetz-Gesülze aufhören würde.
Falsch gedacht. Ganz besondere Gutmenschen und Zuspätkommer mußten
nach der Wahl doch noch zum Ausdruck bringen, wie schrecklich doch
alles ist, der Untergang nun droht, indem das Vierte Reich jetzt aufgebaut
werden würde. Aber immerhin ging es diesbezüglich dann gestern doch schon
etwas ruhiger zu. Nebenbei gab es noch ein paar Eklats durch linke
Journalisten und durch die Tagesschau in einfacher Sprache, deren
Vereinfachungen dann zu knallharten Lügen und Desinformation geführt haben.
Aber die Propagandisten sind ja immer die anderen…
Was die weitere Entwicklung betrifft, bin ich mir relativ sicher, daß
sich Friedrich Merz nicht mehr lange halten kann. Wie erwartet, hat er
wieder bedeutungsschwangere Worte losgelassen und die AfD in die ganz
rechte Ecke gestellt, direkt neben Adolf und seinen Kumpanen. Dieser Erguß
ließ aber gleichzeitig erkennen, daß Merz seine Verantwortung an dem
CDU-Desaster nicht realisiert oder nicht realisieren will. Die ersten
trauen sich schon aus den Schützengräben und schießen scharf. Ein
Journalist meinte, es gäbe in der CDU niemanden mehr, der Merz noch stützt,
außer den ganz treue Vasallen um ihn herum, halt ein paar Apparatschiks,
die dann wahrscheinlich mit Merz untergehen und ihren innerparteilichen
Einfluß verlieren werden.
Mein Chef, mit dem ich wetten wollte, hat auch schon abgewunken. Bis zum
Ende des Jahres ist Merz kein Bundeskanzler mehr, da ist er der gleichen
Meinung. Es könnte tatsächlich noch viel schneller gehen. Das wäre gut,
denn jeder weiterer Tag unter Merz ist ein verlorener Tag für uns alle.
Ich bin böse: Ich freue mich eigentlich mehr über den Mißerfolg der CDU
als über den eigentlich wirklich tollen Erfolg der AfD, auch wenn es dort
nicht zur absoluten Mehrheit gereicht hat.
Deutlich unter 20%, nochmal kräftig unter die Vorhersage abgesackt, ist
schon mal eine Ansage. Faktisch halbiert. Die Hütte brennt bei denen. Da
bin ich wirklich gespannt, wie die Gesamtpartei darauf reagiert. Mit ein
paar wohlgeformten, pointierten Worten eines Herrn Merz läßt sich das
sicher nicht vom Tisch fegen.
Interessant ist aber auch eine Aussage zur SPD: Während sich numerisch
kaum etwas geändert hat und sich die Partei dafür feiert, läuft durch die
Presse, daß vier von fünf SPD-Wählern die Partei nicht aus
Überzeugung gewählt haben, sondern, weil sie die AfD verhindern wollten.
Soll heißen: Eigentlich wäre die SPD an der Fünf-Prozent-Hürde
gescheitert!