21. November 2025
November 202521

Über den Jugendschutz kommt die Zensur auf unsere Rechner

Bei Microsoft, Apple und Google ist man ja sowieso schon nicht mehr Herr über sein Eigentum. Jetzt wird es noch schlimmer: Im Namen des Jugendschutzes verlangen die Bundesländer nun per Gesetz, daß die Betriebssysteme mit einem Jugendschutzfilter ausgestattet werden. Dann sollen auch Programme nicht mehr ausgeführt werden können, die selber keinen anerkannten Jugendschutzfilter besitzen. Zwar soll nach meinem Verständnis der Filter standardmäßig nicht eingeschaltet sein und von den Eltern aktiviert werden können, aber mich stört, daß überhaupt so eine Software zwangsweise auf dem Rechner vorhanden sein soll. Der Schritt zur totalen Überwachung des Rechners, wie er in Nordkorea stattfindet und vielleicht auch schon in China, ist dann nicht mehr weit.

Heise berichtet über den Beschluß (via Danisch), verweist auch selber auf einen früheren Artikel, der die Kritik daran zusammenfaßt. Auch ich hatte schon vor knapp einem Jahr darüber berichtet, basierend auf einem anderen Heise-Artikel.

Linux ist übrigens außen vor, denn es gibt in dem Sinne keinen Hersteller. Und die Distributionen werden sich vermutlich einen Dreck darum kümmern, zumindest, wenn sie nicht aus Deutschland und/oder der EU kommen. Und das tun alle mir bekannten. Im Notfall kann man sich sein Linux auch selber zusammenbauen (»Linux from Scratch«).

Richtiger wäre aber, so eine Gesetzgebung von vorneherein zu unterbinden, beziehungsweise wieder abzuschaffen. Erziehung ist primär in der Verantwortung der Eltern und nicht des Staates. Leider zweifele ich auch daran, daß jemand diese Gesetzgebung juristisch angreifen wird.