7. Juli 2022
Juli 202207

Tempolimiter

Diverse Medien berichten (z.B. Focus), daß ab heute Fahrzeuge, für die die Hersteller eine Typzulassung beantragen wollen, mit neuen Assistenzsystemen ausgestattet sein müssen. Neben einer Blackbox, die alle wichtigen Daten rund um einen Unfall aufzeichnen soll (und so auch gegen den Fahrer verwendet werden kann), und anderer Assistenten müssen die Autos ein »Geschwindigkeitsassistenzsystem« besitzen, welches standardmäßig aktiv sein muß. Dieses greift ein, sobald man schneller fahren will, als das Auto glaubt, daß man fahren dürfe. Ich hatte ja schon davon berichtet und auch von meiner Ablehnung dieser Technik. Es ist ein weiterer Baustein der Rundum-Bevormundung, die die EU für uns plant.

Ich bin ja schon gespannt, wie toll das funktionieren wird. Ich bin neulich im Urlaub im Ausland mit einem relativ neuen Citroën gefahren. Dieser hat eine rein informative Anzeige gehabt, was die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sei, also genau das, was dieser »Assistent« – oder sagen wir mal besser: Gouvernante – braucht. Und diese Anzeige war furchtbar, absolut ungenügend. Bei irgendeiner Kreuzung mitten in der Pampa war ein Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Danach gab es aber kein weiteres Schild. Mir war relativ schnell klar, daß das nur für die Kreuzung galt. Dem Auto aber nicht. Für die nächsten 20 km hat er stur diese 30 km/h angezeigt statt 90 km/h, die man dort auf Landstraßen fahren darf. Neben dem Problem der schlechten und uneinheitlichen Beschilderung hat hat das Auto an vielen Stellen auch einfach die Schilder nicht richtig erkannt. Und die künstliche Intelligenz wird hier nicht das Allheilmittel sein. Ich hoffe, die Autofahrer dieser Autos werden so richtig fluchen.

Das Auto war übrigens auch mit einem Spurassistenten ausgestattet, der in die Lenkung eingreift. Auch eine ganz furchtbare Sache. Man kommt sich vor, als würde man in Spurrillen fahren. Und das Auto weiß natürlich nicht, warum man mal nicht in der Mitte fährt – Unebenheiten oder gar Schlaglöcher – auf unseren so toll gepflegten deutschen Straßen mittlerweilei überall zu finden –, sowie Gegenstände, Fahrradfahrer und parkende Autos.

Das Autofahren wird einem richtig madig gemacht. Schon dieser Citroën hatte so viele negative Eigenschaften, daß mir das Fahren nicht mehr wirklich Spaß gemacht hatte. Für mich weitere Gründe, mein jetziges Auto so lange zu fahren, wie es geht. Und vielleicht kaufe ich mir danach einen Oldtimer.