15. September 2021
September 202115

Sprachdiktatoren am Werk

Während linke Politiker immer wieder betonen, niemand habe vor, den Leute die Sprache zu verbieten (Walter Ulbrich läßt grüßen!), gehen andere politisch Korrekte frisch ans Werk. Wie die Bild (mittlerweile hinter Paywall, Kommentar) Junge Freiheit berichten, haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 143 Werke umbenannt. Begriffe wie Mohr, Zigeuner, Zwerg oder Mohamendaner werden verboten – entweder durch andere Begriffe, oder sie werden überdeckt! Bezeichnugen, die vom Künstler selber stammen, wären jedoch nicht geändert worden. Neben Zensur- und Bevormundungsvorwürfen kommt auch die Kritik, daß die Bilder unter ihren originären Namen bekannt und auch katalogisiert seien.

Der Blogger Hadmut Danisch berichtet, daß einige auf links gestrickte Städte »böse« Wörter »verboten« hätten oder »verbieten« wollen, zuletzt München. Was so ein »Verbot« bedeute, bleibe jedoch offen. Was passiert denn, wenn ich im Rathaus oder am Marienplatz das Wort »Neger« ausspreche?

Ich glaube, ich habe das schon mal hier im Blog geschrieben. Worte sind Syntax. Die kann man ändern. Die Semantik, die Bedeutung, überträgt sich auf das neue Wort. Statt »Nigger« und »Neger« sollte man erst »Schwarzer« sagen. Die negativen Erfahrungswerte, die mit dieser Personengruppe assoziiert sind, haben sich aber auf diesen neuen Begriff übertragen. Nun ist der auch nicht mehr erwünscht. »Dunkel pigmentierte Menschen« war mal in der Diskussion bei den Sprachdiktatoren. Das war wohl zu sperrig, jetzt versucht man, den amerikanischen Begriff »People of Color« zu etablieren, kurz »PoC«. Macht mal – bei mir drängt sich halt schon die syntaktische Assoziation mit den »Pocken« auf, dieser unschönen, Narben hinterlassenden und häufig tödlichen Krankeit, die zum Glück als ausgerottet gilt. Und ich werde nicht der einzige bleiben. Viel Spaß damit!