19. November 2022
November 202219

Mal wieder in eigener Sache

Nachdem sich wiedereinmal ein Leser über die Textfehler in meinem Blog beschwert hat, habe ich in einer Mammutaktion zumindest mal Rechtschreibfehler im gesamten Blog korrigiert. Das hat mich doch sehr viele Stunden bis spät in die Nacht gekostet, und eigentlich wollte ich an meinem Urlaubstag doch etwas anderes machen. Ob ich alle erwischt habe, kann ich nicht sagen, am Ende wurde es doch schon ziemlich nervig. Es mag mir da durchaus etwas durch die Lappen gegangen sein. Über zweihundert Einträge habe ich korrigiert, peinlicherweise war sogar in meinem allerersten Blogeintrag ein Tippfehler in einem Fremdwort vorhanden.

Rechtschreibfehler sind jedoch nur ein Problem. Da ich kein Sprachmensch bin und meine Eloquenz irgendwo beschränkt ist, bin ich meist mit den ersten Formulierungen nicht zufrieden. Ich baue dann die Sätze um, häufig sogar noch nach der Veröffentlichung der Beiträge. Stunden nach der Veröffentlichung schaue ich oft nochmal darauf und sehe dann mit frischerem Blick noch Verbesserungspotential. Bei solchen Änderungen vergesse dann aber gerne, die Casūs und Numeri der Wörter vollständig anzupassen oder überflüssig gewordene Wörter nach Umstellungen zu löschen. Auch war ich im Fach Deutsch nie besonders gut, auch schon zu Zeiten, als es noch nicht um Gedichtinterpretationen oder dergleichen ging, sondern, wo man sich dort mit Grammatik und Co. beschäftigt hatte. Deklinieren, Konjugieren und dergleichen, das war nie mein Ding, auch nicht in anderen Sprachen. Die Rechtschreibreform tut ihr übriges. Ich halte an der alten, aus meiner Sicht besseren Rechtschreibung fest, aber ich werde natürlich täglich mit Dummdeutsch und der allgemein immer schlechter werdenden Schreibkompetenz, speziell im Internet, konfrontiert. Das hat leider auch negativen Einfluß auf meine Sprachsicherheit, speziell bei der Groß-/Klein- und Getrennt-/Zusammenschreibung. Das nur zur Erklärung, nicht zur Entschuldigung.

Interessant ist auch, daß ich in der fertigen Darstellung im Blog dann Fehler besser sehe, als wenn ich die Texte im Editor schreibe. Dort habe ich wohl irgendeine Form der Betriebsblindheit. Durch die andere Schrift, die andere Formatierung in der Blogansicht ist dann wohl mein Hirn aufmerksamer, und die Fehler fallen mir eher auf.

Auch wenn ich bei dem Durcharbeiten mit dem Rechtschreibprogramm nicht wirklich auf den Inhalt geachtet habe, ist mir aufgefallen, daß ich früher häufig Leute und Quellen zitiert habe, die ich heute nicht mal mehr mit der Zange anfassen würde. Zum Beispiel Sascha Lobo. Da frage ich mich: Haben die sich so geändert oder habe ich mich so geändert? Oder waren die schon immer so, und ich hatte das damals nur nicht gemerkt?

Was sich auf jeden Fall geändert hat, ist mein Stil. Früher habe ich viele Links gesammelt, thematisch sortiert und dann mit ein paar eher kürzeren Kommentaren veröffentlicht. Nichtsdestotrotz war das viel Arbeit und es wurde mir irgendwann zuviel, was zu größeren Pausen geführt hatte. Heute picke ich mir lieber einzelne Themen heraus und reite intensiver darauf herum. Mag sein, daß ich da auch über Themen hinweggehe, die es wert wären, aber irgendwo muß man seinen »Modus Vivendi« finden. Gerade bei den YouTubern sieht man immer wieder, wie Leute sich zuviel zumuten, und irgendwann kommt der unweigerliche Burnout: Entweder wird die Frequenz drastisch reduziert oder der Kanal ganz aufgegeben.

Naja, das habe ich im Moment nicht vor. Ich habe noch viele Ideen zum Blog, die ich irgendwann mal umsetzen möchte. Momentan arbeite ich mit einem Provisorium, und da habe ich im Moment keine Rechtschreibprüfung. Provisorien leben leider meist länger, als man es sich wünscht, aber ich werde mir etwas einfallen lassen, damit zumindest die unnötigen Rechtschreibfehler nicht mehr so häufig sind. In diesem Sinne…