Ist das Zeitfenster gerade offen?
Ich verstehe das nicht. Warum sehnen sich selbst gestandene linke Politiker wie Sigmar Gabriel danach, daß die angekündigten Demonstrationen nächsten Samstag in 20 und mehr deutschen Städten solche Ausmaße annehmen wie in Frankreich? Wünschen sie sich auch diese Gewalt gegen Sachen, die Brandstiftungen, die Plünderungen, die massiven Polizeiaufgebote, die gewalttätigen, fast schon kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden? Und was sagen die dann am folgenden Sonntag zu ihrer Verteidigung, wenn das dann auch alles eintritt?
Ich werde den Eindruck nicht los, als würden die Linken nach dem mittelmäßigen Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern und den großen Erfolg in Berlin ein Zeitfenster für eine linke Revolution offen sehen, so als letzte Chance, die herbeihalluzinierte »Nazi-Herrschaft« der AfD zu verhindern.
Gerade mit dieser Halluzination verbundene, selbst eingeredete Verzweiflung macht den Ausgang der ganzen Geschichte am Ende doch etwas ungewiß. Wenn dann noch gleichzeitig die Islamisten ihre Schläfer aktivieren können, dann ist aus meiner Sicht ein Bürgerkrieg nicht ausgeschlossen.
Sollte die Staatsgewalt jedoch das Geschehen im Griff behalten, was ich hoffe, aber nicht für sicher halte, dann könnte sich das allerdings zum Bumerang entwickeln. Die zerstörerische Kraft der Linken wird dann auch noch für weitere Teile der Bevölkerung sichtbar, die bislang treudoof beim »Kampf gegen Rechts« mitgemacht haben und die sich dann von den Ereignissen distanzieren – in Richtung nach rechts. Auch die CDU könnte zur Distanzierung gezwungen sein.