28. Juni 2026
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Frontalangriff auf »Ben ungeskriptet«

doch es könnte ein übler Bumerang werden!

Wer nicht unter einem Stein lebt, wird mitbekommen haben, daß der YouTuber Ben Berndt auf seinem Kanal »Ben ungeskriptet« ein mehr als vier Stunden langes Interview mit Björn Höcke gebracht hat. Dies hatte im linken Lager, also bei den »demokratischen Parteien«, für heftigen Protest gesorgt. Man könne doch dem »Faschisten« keine Plattform liefern usw, der ganze linke Rotz rauf und runter.

Wer auch immer, irgend jemand in irgendeinem Politbüro konnte das nicht auf sich sitzen lassen: Letzte Woche meldete sich bei Berndt die Landesmedienanstalt NRW. Sie pickte sich einen Satz von Höcke aus dem Interview heraus, wo dieser behauptete, der Spruch »alles für D…« sei kein Motto der SA gewesen. Das sei eine falsche Tatsachenbehauptung. »Die Wissenschaft« hätte das bewiesen, daß es so sei, und Berndt hätte das wissen und Höcke über den Mund fahren müssen! Die Landesmedienanstalt forderte Berndt auf, das Video nachträglich zu editieren und eine »Richtigstellung« einzublenden. Außerdem solle Berndt alle anderen Videos prüfen, ob dort nicht auch Falschbehauptungen enthalten seien. Von dieser Aufforderung berichtete Berndt in einem eigenen YouTube-Beitrag. Ich hatte keine zwei Stunden Zeit und hatte nur den Anfang angeschaut.

Von sich aus hatte er schon gesagt, daß er sich weigern wird, dem Folge zu leisten. Aber da er neulich den Medienanwalt Joachim Steinhöfel im Interview hatte, hat er ihn angerufen und um Rat gefragt. Der hat dann, wie die YouTuber Kolja Barghoorn (Aktien mit Kopf) so passend formulierte, Blut geleckt. Er hat eine deftige Replik auf das Schreiben formuliert und diese auch teilweise öffentlich gemacht. Darin wirft er der Landesmedienanstalt Zensur vor und daß sie nicht durch die Verfassung dazu legitimiert sei, egal, ob es irgendwelche Gesetze gebe, die ihr die vermeintliche Erlaubnis gebe. Es ginge nicht an, daß eine Behörde einem Journalisten vorschreibe, wann und wie er eine Aussage eines Interviewpartners »einzuordnen« habe. Insgesamt ist das eine schallende Ohrfeige mit Anlauf, die hoffentlich den Leuten in der Behörde jetzt noch in den Ohren klingen läßt! Er wolle das notfalls vom Bundesverfassungsgericht klären lassen. Die Berichte gehen jetzt reihum durch die Medien, die Welt hat aber offenbar zuerst darüber berichtet und hat mit Steinhöfel auch ein kurzes, aber aufschlußreiches Interview geführt, das sehenswert ist.

Zum Schluß noch ein Witz zum Thema »Motto«: Berndt zeigt genüßlich den Briefkopf der Landesmedienanstalt in die Kamera. Dort steht doch tatsächlich unter dem Namen deren Motto: »der Meinungsfreiheit verpflichtet«. Unsere Regierung ist wirklich perfekt darin, alle Begriffe ins Gegenteil zu pervertieren. Demokratie, Meinungsfreiheit – was kommt als Nächstes: Wohlstand, Frieden, Gesundheit?