Sprung im Spiegel

Spiegel und Spiegel Online werden eins, und ein neues Layout gibt es obendrein. Was der Verlag als etwas neues, positives darstellen will, ist letztendlich nur eine Konsolidierung. Inhaltlich wird es weiter bergab gehen. Mehr Artikel hinter der Paywall, und die Qualität auch nicht besser. Einer ihrer Einführungstexte in das neue Spiegelzeitalter offenbart zwischen den Zeilen, daß sie den heute gängigen und von noch klar denkenenden Leuten stark kritisierten Meinungsjournalismus weiter betreiben wollen. Sie wollen nicht informieren, sondern »Orientierung« geben. Relotius-Affäre, war da was? Problem waren ja nicht nur die Lügen des Herren, sondern daß die tendenziöse Berichterstattung erwünscht war. Sie schreiben auch nicht von Neutralität, sondern von Unabhängigkeit. Das sind zwei Paar Stiefel. Nein Danke! So einen Mist brauche ich und viele Leser, die sich in den Kommentarspalten geäußert haben, nicht.

Auch das Design und Nutzbarkeit der neuen Seiten kann offenbar nicht überzeugen. Man sieht nicht mehr das Ressort, zu dem ein Artikel gehört, und die Darstellung auf großen Monitoren ist Platzverschwendung, der lesenswerte Text kommt nur in einem schmalen Streifen daher. Im Gegenzug kommt die Schrift bei vielen Nutzern zu klein daher (für meinen Firefox kann ich das bestätigen, da gibt es auch noch funktionale Probleme, vermutlich wegen abgeschalteter Cookies). Die verwendeten Serifen-Schriften – offenbar dem Prinz-Produkt geschuldet – werden zudem auch kritisiert. Ich kann dazu noch beisteuern, daß sie offenbar nicht einmal für den Bildschirm optimiert sind. Fehlende oder schlechte »Hints« führen dazu, daß einzelne Buchstaben vertikal aus der Reihe tanzen. Auch die Darstellung auf den Mobiltelefonen scheint nicht zu überzeugen. Die ebenfalls erneuerte »App« stellt wohl in einigen Bereichen auch einen Rückschritt dar.

Das Abspecken der Kommentarfunktion wird ebenfalls kritisiert. Einerseits gibt es zwar jetzt endlich hierarchische Kommentare, aber andererseits gibt es keinen eigenständigen Forenbereich und auch keine eigenständige Darstellung zu einem Artikel mehr. Die Kommentare sind offenbar nur noch als Overlay am rechten Rand (kein Wortspiel beabsichtigt) zu sehen.

Summa summarum: Der Spiegel hat seine beste Zeit hinter sich. Muß irgendwann im letzten Jahrtausend gewesen sein. Und es wird sich offenbar auch nicht mehr ändern.

Nachtrag: Wie der Spiegel im Sinne der links-grünen Agenda zu manipulieren versucht, kann man an diesem Artikel gut beobachten. Seit Tagen geht durch die alternativen Medien die Meldung, daß in Australien fast 200 Leute in Zusammenhang mit den Feuern festgenommen wurden. Spiegel versucht das damit herunterzuspielen, daß nur 24 absichtlich Feuer gelegt hättten. Selbst, wenn es so wäre, ist das aber völlig irrelevant. Überhaupt nicht angesprochen wird der Vorwurf, daß die große Ausdehnung der Feuer stark dadurch begünstigt wird, daß das Unterholz im Winter nicht mehr kontrolliert abgebrannt werden darf – etwas, was schon die Aborigines gemacht haben und von den weißen Farmern übernommen wurde.