Nicht mehr normal im Kopf

Leider hinter Bezahlschranke – aber nach dem Anreißer-Text bei der Welt (Nachtrag: siehe alternativ bei Meedia oder dem Standard) tickt die Führungsetage bei Unilever offenbar nicht mehr richtig: Die Beschreibung »für normales Haar« auf Shampoo-Flaschen könnte Minderheiten ausgrenzen. Also ich habe noch nie gesehen oder gehört, daß man mit Fingern auf jemanden zeigte, der ein Shampoo für trockenes Haar im Einkaufswagen hatte. Und dazu: Warum kleiden sich Leute extravagant, machen sich schräge Frisuren, stanzen sich Metall in die Fresse oder lassen sich bunte Farben in die Haut injizieren? Um bloß nicht normal zu sein.

Laut der von Unilever durchgeführten Umfrage meinten angeblich 70% der Befragten, daß sich Menschen ausgegrenzt fühlen könnten. Offenbar die Norm, das zu meinen. Normal ist das dennoch nicht. Es war ja auch mal die Norm zu meinen, daß sich die Sonne um die Erde drehen würde. Hat sich dann irgendwann als nicht ganz richtig ergeben. Zudem ist es auch nicht normal, Leute zu fragen, was Dritte denken könnten – hoch spekulativ. Einfach mal die Leute selbst fragen. Es ist nicht ja nicht ganz so schwer, vorher die Frage zu stellen, welche Sorte sie kaufen, und die auszusortieren, die eben das teuflische »normal« kaufen. Ich wette, da wäre etwas ganz anderes herausgekommen. Sieht wieder deutlich nach Virtue Signalling aus. »Woke« Idiokratien in Politik und Industrie.