Merkels Verrat

Ein mir unbekanntes CDU-Mitglied, Eugen Abler, das aber offenbar schon eine höhere Position in der Partei innehatte, rechnet öffentlich bei Tichys Einblick mit Merkel und der Partei ab und tritt aus – nach 43 Jahren Mitgliedschaft. Kernaussagen:

Die langjährige Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die CDU im Kielwasser des Zeitgeistes nach links geführt und sämtliche Werte auf dem Altar der Macht geopfert. Sie hat die Entkernung der CDU konsequent betrieben, zentrale programmatische Standpunkte einer ehemals werteorientierten CDU einfach über Bord geworfen und damit das Leuchten des »C« zum Erlöschen gebracht. Als Themen nenne ich hier die Umsetzung der Genderideologie, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die Ehe für alle, der Lebensschutz, die Frühsexualisierung der Kinder und die Einführung eines Dritten Geschlechts.

[…]

Außer den genannten Gründen sehe ich mit großer Besorgnis den von der CDU mitgetragenen Einstieg in die Schuldenvergemeinschaftung in Europa, die weitreichenden negativen Folgen der Migrationspolitik, den Einstieg in die Energiewende ohne wirklichen Plan mit den höchsten Energiepreisen in Europa!

[…]

Auf den Linkstrend mit seinen fatalen Folgen für die CDU habe ich auf vielen Bundesparteitagen hingewiesen und festgestellt: »Die Konservativen haben in der CDU ihre Heimat verloren«. Dieses Gefühl der Heimatlosigkeit hat auch mich erfaßt.

(Hervorhebungen von mir)

Was ich auch interessant finde, ist der Zeitpunkt. Die vorherrschende Meinung ist, daß das Ende der Merkel-Kanzlerschaft abzusehen sei, also daß Merkel nicht noch einmal antritt. Ich tendiere auch dazu, aber wetten würde ich darauf nicht. Offenbar glaubt das nun Ex-Mitglied nicht, daß sich seine Partei danach wesentlich in Rückrichtung ändern wird, sonst hätte er jetzt das eine Jahr auch noch abwarten können. Die jetzt hier nicht zitierte Kritik auch an Merz und Söder sehe ich hier als Beleg dazu. Jetzt würde mich allerdings noch eins interessieren: Was wählt er bei der nächsten Bundestagswahl?