Bloß 86 Cent

Wenn der Bürger lächerliche 86 Cent mehr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zahlen soll, dann soll er sich gefälligst nicht so anstellen.

Und wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk die ach so wenigen 86 Cent nicht bekommt, dann, ja, dann seien sie »in Not«. Die Existenz, ja, die deutsche Demokratie sei gefährdet, hört man aus manchen Ecken.

Ja, das Framing schlägt zurück, Ihr widerlichen Blutsauger. Ich habe in den letzten Tagen keinen einzigen Leserkommentar gelesen, der Euch noch irgendwie ernst nimmt oder gar Mitleid für Euch hat. Sollte Euch vielleicht mal zu denken geben. Aber das wird nicht passieren. Selbst wenn Ihr vor dem Bundesverfassungsgericht scheitert, was ich inständig hoffe. In einem Rechtsstaat kann es nicht sein, daß hier ein Selbstbedienungsladen existiert, der vom Souverän (über den Bundestag und die Landtage) nicht finanziell kontrolliert werden kann. Aber sind wir noch einer?

Nachtrag: Weil ich gerade einen weiteren Heise-Artikel zu dem Thema gelesen habe, und dort der NDR-Indendant die »freie Berichterstattung« in Gefahr sieht: Das ist absolut verlogen, denn nur wenige Prozent der Rundfunkthaushalte (0,24€ »Politik und Gesellschaft« / 8,38€ aus den Beiträgen eines Niedersachsen = 2,8% beim NDR) gehen in die Nachrichten. Man muß dann halt an anderen Stellen kürzen, und davon soll es ja genug geben.