Sendepause

Wie nicht schwer zu sehen, habe ich schon lange nichts mehr geschrieben. Hintergrund ist nicht, daß ich prinzipiell keine Lust mehr hätte oder die Welt so gut geworden wäre, daß es keine Aufreger mehr gäbe. Eine tatsächliche Spaßbremse gibt es aber dadurch, daß die Blog-Software eben eine solche ist, also verlangt, daß man immer schön (längere) Artikel schreibt, mit Überschrift und dergleichen, und diese Artikel dann auch schön linear und platzverschwendend angezeigt werden. Wer meine Beiträge liest, erkennt unschwer, daß das aber nicht so recht meine Vorgehensweise ist. Ich möchte in der Regel eigentlich Links publizieren und ein bisserl darüber granteln, halt dem Motto meiner Seite entsprechend.

Um nicht in hunderten kleinen Artikeln zu enden, sammele ich nun diese Links. Aber mit zunehmender Anzahl solcher Links dauert es eine nicht unerhebliche Zeit, einen Artikel daraus zu machen. Die Vorstellung, den halben oder gar ganzen Abend damit zu verbringen, motiviert micht dann doch nicht so recht. Ich schiebe das auf, wodurch die Liste halt noch länger wird. Mittlerweile sind in der Liste rund 400 Links enthalten, von denen viele schon so alt sind, daß ich sie bestimmt nicht mehr verwende. Aber auch dann müßte ich mir selber erst nochmal alle anschauen und darüber entscheiden. Ich könnte regelmäßig einen »Kehraus« machen, wie ich es schon mal getan habe, aber das erscheint mir nicht wirklich sinnvoll: Soetwas erschlägt vermutlich den Leser, und ich könnte sie genauso gut einfach löschen. Das bringt nichts, so weiterzumachen.

Was tun? Nun, als Informatiker bin ich nicht auf existierende Software angewiesen, ich kann sie mir selber schreiben. Ich muß nur schauen, wie ich den Aufwand in einem vertretbaren Maße halte. Die von mir verwendete Blog-Software »Ghost« ist zwar einfach gestrickt, vor allem in der Uralt-Version, die ich verwende, nichtsdestotrotz bietet sie einen Online-Markdown-Editor, Preview-Funktion und ein paar nette Goodies. Das ist nicht einfach mal schnell nachprogrammiert, vor allem, weil ich mich auch nicht für den Experten für browser-seitige Programmierung halte. Das ist noch ein bißchen der Knackpunkt, wie ich das ersetze. In dem Rest, also die Datenhaltung und die Aufbereitung der Inhalte, sehe ich weniger Probleme.

Eine weitere Aufgabe ist die Übernahme der alten Texte. Sie aus der Blog-Software herauszubekommen ist kein großer Akt dank der eingebauten Export-Funktion. Aber ich muß mir überlegen, wie ich mit den in Markdown formatierten Texten umgehe, denn eigentlich will ich Markdown in meiner eigenen Software nicht weiter verwenden: Die Syntax von Markdown stellt ein ziemliches Korsett dar. Einfach schnell mal die Syntax zu erweitern, um zum Beispiel Text als Kapitälchen auszeichnen zu können, geht nicht. Da ist man beispielsweise mit XML einfach besser dran.

Probleme über Probleme!!! Die lassen sich nicht so schnell lösen, und darum rufe ich erstmal eine Sendepause aus. Mein Wunsch ist, daß bis zum Ende des Jahres die neue Software soweit gediehen ist, daß ich die alten Artikel anzeigen und neue Artikel mit gleicher Funktionalität erstellen kann. Dann kann ich anfangen, nach und nach im laufenden Betrieb meine Ideen umzusetzen. Ob das alles so klappt, will ich aber erstmal nicht versprechen.