Noch zum dritten Geschlecht und »Gendersternchen«

Ich wollte den vorherigen Artikel nicht thematisch verwässern, andererseits wollte ich noch zu den beiden Punkten etwas schreiben.

Das dritte Geschlecht

Ich halte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum dritten Geschlecht für einen völligen Quatsch. Es gibt nun mal beim Menschen nur zwei Geschlechter, und auch sonst in der Natur hat man bei keinem anderen Lebenwesen mehr als zwei gefunden. Biologen können auch ganz gut erklären, warum das so ist (habe leider keinen Link mehr). Das sogenannte dritte Geschlecht ist keines. Man muß es ganz klar sagen – und zwar völlig wertfrei und keinesfalls abwertend –, daß es sich hierbei um einen krankhaften Zustand handelt. Es sind entweder Gendefekte oder Fehler während der Entwicklung der Eizelle zum Fötus, die zu Menschen führen, die kein eindeutiges inneres oder äußeres Geschlecht besitzen.

Falls es nicht bekannt ist: Die Klage wurde übrigens von einer Organisation »Gesellschaft für Freiheitsrechte« betrieben, der die lesbische und feministische Verfassungsrichterin Susanne Baer sehr nahe steht. Böse Zungen unterstellen, daß sie da ein bißchen mitgeholfen haben muß, damit so eine Klage überhaupt angenommen und verhandelt wird.

Die Ablehnung des vom CSU-geführten Innenministeriums vorgeschlagenen Begriffs »anderes« durch die SPD muß man wohl als rein parteipolitisches Geplänkel betrachten – sie will sich nicht die Deutungshoheit in Genderfragen nehmen lassen. Was an »divers« besser sein soll, wüßte ich nicht. Im Gegenteil, heißt es doch zu deutsch »verschieden«, »unterschiedlich«, und dann kommt die Frage nach dem »zu was« auf. Will man das? Ist das nicht besonders diskriminierend? Oder man versteht das als zeitlich verschieden – heute so, morgen so, gerade wie man sich fühlt, voll im Sinne der Genderideologie?

Das »inter« ist natürlich völliger Blödsinn und zeugt von sprachlicher Inkompetenz, denn es ist kein eigenständiges Wort, sondern nur ein Präfix. Zu deutsch: »Geschlecht: zwischen« – so ein Unsinn.

»Gendersternchen«

Justizministerin Barley fordert, daß das links-feministische »Gendersternchen« Bestandteil der »offiziellen« deutschen Schriftsprache wird. Ob das die Mehrheit der Bürger will, interessiert sie natürlich nicht. Tatsächlich will sich der »Schlechtschreibrat«, der als Folge der katastrophalen Rechtschreibreform gebildet wurde und sich bislang nicht durch wirklich kluge Entscheidungen hervorgetan hat, in den nächsten Wochen mit »Genderschreibweisen« beschäftigen. Glaubt man einigen Zeitungsartikeln dazu, wird es wohl (noch) nicht zu einer Änderung oder Empfehlung dazu kommen. Durch das faktische Scheitern der Reform gibt es wohl ein bißchen die Einsicht, daß man Sprache nur schwer befehlen kann, auch wenn man natürlich weiterhin ideologisch verbohrt ist.

Lustig finde ich in dem Zusammenhang, daß sich die Freunde des »Gendersternchens« auf die Informatik beziehen. Dort wird das Sternchen gerne als Platzhalter (Wildcard/Joker) in den formalen Sprachen verwendet (Stichwort: Kleenescher Operator). Wie aber bei den Feministen üblich, ist es mit der Kompetenz nicht weit her. Denn von der Informatik her müßte man »Idiot*« statt »Idiot*innen« schreiben, um Idioten, Idiotinnen und alle anderen idiotischen Personen »nicht binären Geschlechts« zu inkludieren. Also wieder einmal ein gescheiterter Versuch, sich einen Hauch von Wissenschaft zu geben…