Idiokratie

Es gibt einen amerikanischen Spielfilm, den ich selber noch nicht gesehen habe (nur als Teaser), der »Idiocracy« heißt. Dort geht es um einen Durchschnittsamerikaner (auch von der Intelligenz her), der – in Tiefschlaf versetzt und vergessen – irgendwann in der Zukunft aufwacht und sich in einem Amerika der Vollidioten, die zu nichts mehr fähig sind, wiederfindet. Gemäß dem Spruch mit dem Einäugigen und den Blinden avanciert er zum »Superhirn«, indem er einfache Probleme löst. Wie genau der Film ausgeht, weiß ich nicht einmal.

Irgendwie werde ich aber nicht den Gedanken los, daß wir diesen Zustand nicht erst in ferner Zukunft erreichen, sondern daß wir gar nicht mehr so weit davon entfernt sind. Dabei spielen nicht nur die wirklich Dummen wie die sektiererischen Feministen und Linken, deren Weitsicht wirklich wenige Millimeter vor der Stirn endet – halt dort, wo das Brett beginnt – eine Rolle, sondern auch solche, die als »intellektuell« gelten.

Als Beispiel dazu möchte ich Gunnar Kaiser mal hernehmen. Der hat Philosopie, Germanistik und Romanistik studiert, und die Arbeit als Lehrer in NRW läßt ihm offenbar Zeit genug, sich auch noch als Philosoph, Autor, Journalist und YouTuber zu betätigen. In seinem Kanal kritisiert er eloquent die Politik, speziell im Moment die Anti-Corona-Maßnahmen und die damit verbundenen Freiheitseinschränkungen, ohne, daß man ihn leichtfertig als »Corona-Leugner« bezeichnen könnte. Was ich auch erstaunlich finde, ist seine Fähigkeit, durchgehend frei zu reden, und das auch in längeren Stücken, auch mal eine halbe oder ganze Stunde. Vielleicht hat er irgendwo eine Stichwortliste hinter der Kamera, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß er nicht abliest. Auch damit hebt er sich auch wohltuend von anderen YouTubern ab, die teilweise ihre Videos in Zehnsekunden-Schnitten (oder noch kürzer) zusammenkleben. (Die Länge seiner Vorträge sind auch der Grund, warum ich eher selten seine doch meist interessanten Beiträge anschaue – es dauert mir einfach zu lange.) Politisch betrachtet er sich wohl als libertär.

Man sollte doch meinen, daß so ein Mensch auf die dumme Genderideologie nicht hereinfällt. Leider ein Irrtum. Als ich gestern nach einiger Abstinenz mal wieder einen Beitrag von ihm schaute – es ging um die Corona-Schnelltests an den Schulen, die Verletzung der Würde der Kinder und die potentiell kommende Pflicht zu diesen Tests und daß er da nicht mitmachen wolle – war ständig die Rede von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrer, dazwischen von Lehrkörpern oder Lehrpersonen, mindestens einmal nur von Schülerinnnen. Nach Dreiviertel des Videos war ich es dann leid – Fenster geschlossen. Ich meine, jemand, der in der Lage ist, feinsinnge Analysen zu betreiben, der Gemanistik studiert hat, an einem Gymnasium Deutsch lehrt und offsichtlich Spaß an der Sprache hat, sollte doch die generischen Geschlechter verstehen und auch, wie die Verständlichkeit unter dem Gendern leidet, oder nicht?

Wie ich eingangs schon schrieb, sehe ich die Gesellschaft schneller niedergehen als gedacht, und sehe solche Leute als Indiz dafür. Dummheit scheint sich irgendwie durchzusetzen. Vielleicht ist das ein weiteres, bislang unentdecktes Virus, das die Menschen (und Menschinnen!!!) befällt…