Deplatforming – die Bücherverbrennung des 21. Jahrhunderts

Das Deplatforming – also die Sperrung von Nutzern auf Social Media-Plattformen, häufig auch in Kombination mit Sperrungen im realen Leben durch willfähige Unternehmen, speziell Banken – ist die Bücherverbrennung des 21. Jahrhunderts. Wenn man keine Argumente mehr gegen seine Gegner hat, dann macht man sie halt mundtot, sodaß diese nicht mehr ihre Meinung unter das Volk bringen können. Das haben schon die Nazis gemacht, wobei diese bei dem Mundtotmachen häufig nicht aufgehört haben. In der damaligen Zeit waren es die Bücher, da Radio und Zeitungen schnell unter die Kontrolle gebracht waren. Heute sind es die Social Media-Plattformen, über die leicht tausende, wenn nicht hunderttausende oder gar Millionen Menschen erreicht werden können.

Ich habe ja schon neulich berichtet, daß viele YouTuber genau dieses Deplatforming fürchten, speziell, weil YouTube kürzlich auch seine Nutzungsbedingungen um weitere Gummiregelungen ergänzt hat, die die willkürliche Disziplinierung ihrer Nutzer ausdehnen. Und tatsächlich, es werden Exempel statuiert. Letzte Woche traf es den noch eher jugendlichen Blogger Niki mit seinem Kanal »neverforgetniki«, nachdem er sich einen kritischen Beitrag über die neue Gottheit Greta erlaubt hatte. Mit Hilfe eines Medienanwalts, der mittlerweile einige YouTuber vertreten hat, hat er seinen Kanal (erstmal) wiederbekommen. Ich habe mir daraufhin den vermuteten Auslöser angeschaut und kann – wie viele andere – wirklich nichts anstößiges daran finden – nur halt die besagte »Gretalästerung«, die aber in sachlicher Form erfolgte. Es ist offensichtlich, daß YouTube hier aus einer eigenen politischen Agenda heraus freudig den Beschwerden aus dem beleidigten Friday-for-Future-Lager nachkommt oder sogar aus eigenem Antrieb löscht (was aber nicht nachweisbar ist).

Daß jedoch eine solche Agenda bei YouTube, besser gesagt, beim Mutterkonzern Google/Alphabet existiert, ist seit kurzem keine Verschwörungstheorie mehr. Die jüngst stattgefundenen Enthüllungen des Google-Whistleblowers Zachary Vorhies, der 950 Seiten Dokumente der amerikanischen Kartellbehörde übergeben hat, zeigen offenbar, daß Google systematisch und absichtlich Personen und Institutionen, die nicht politisch links sind, benachteiligt, z.B. im Ranking bei der Suche. Obwohl diese Vorwürfe nicht unerheblich sind, habe ich in deutschen Main-Stream-Medien bislang noch keinen Bericht darüber gesehen. Paßt wohl nicht ins Konzept?

Nachdem sich YouTube an so eher wehrlosen YouTubern vergangen hat, hat sich YouTube heute an eine der zentralen Haßfiguren der Linken und Gutmenschen herangewagt: Den Chef oder Sprecher (ich weiß es nicht genau) der österreichischen Identitären, Martin Sellner. Nachdem YouTube selber (!) mir vor einiger Zeit seinen Kanal vorgeschlagen hatte (wohl weil ich einige Videos von AfD-Bundestagsabgeordneten angeschaut habe, die nebenbei übrigens gute Arbeit leisten) und ich ein paar seiner Videos angeschaut habe, ist es für mich offensichtlich, daß auch diese Löschung politisch motiviert ist. Man kann ja von den Identitären halten, was man will, aber sie sind nicht so blöd, wie die Linken die Rechten immer gerne darstellen. Und da es Sellner wichtig ist, einerseits seine Bewegung im positiven Licht darzustellen und andererseits auch Personen außerhalb zu erreichen, und er natürlich weiß, daß er massiv unter der Beobachtung der politischen Sittenwächter steht, waren zumindest in den von mir angeschauten Videos seine Worte sehr bedacht – aus meiner Sicht keine sogenannte Haßrede, schon gar nicht strafrechtlich relevant. Daß er nun mit anwaltlicher Hilfe dagegen vorgehen will, war zu erwarten. Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei, und zwar nicht, weil ich in irgendeiner Form mit seiner Bewegung symphatisiere, sondern weil es hier um Grundsätzliches geht, das uns alle Bürger betrifft. Nämlich, daß für uns alle die freie Meinungsäußerung gilt, und zwar diskriminierungsfrei, unabhängig der politischen Orientierung. Natürlich sind die Social Media private, kommerzielle Angebote, für die es im Prinzip kein Recht auf Nutzung gibt. Aber Unternehmen, die so eine große Marktdurchdringung besitzen wie Google, Facebook, Twitter & Co. müssen sich unbedingt neutral verhalten. Und das tun sie nicht. Definitiv.