»Die neuen Deutschen«

Mir ist heute morgen eine Notiz beim Spiegel aufgefallen. Es wurde neue eine Kolumnistin vorgestellt. Ihre Kolumne wird »Heimatkunde« heißen. Sie ist auch Mitbegründerin der »Neuen deutschen Medienmacher«.

Ferda Ataman heißt sie. Klingt jetzt nicht so recht nach… Heimat.

Ob sie einen deutschen Paß hat, weiß ich nicht, ist auch egal, mag also de jure deutsch sein. Aber zum Deutsch-sein gehört mehr dazu. Zum Beispiel Identifikation. Wenn ich mir ihren Verein so anschaue, sieht es nicht danach aus. Das Hauptthema ist wohl das Einfordern von Teilhabe für Migranten (und wohl auch für Frauen, denn die Seite bedient sich extensiv der feministischen Schwachsinnsschreibung).

Noch als Hinweis für die, denen die Terminologie nicht ganz klar ist: »Teilhabe« ist nicht »Gleichberechtigung«. Teilhabe bedeutet gleiche Priviligen und Einkommen ohne adäquate Gegenleistung (wie Bildung, Erfahrung und Arbeit), sondern nur aufgrund der Zugehörigkeit zu einer irgendenwie gearteten Gruppe.

Auch scheint sie ein besonderes, nicht sehr »heimatliches« Interesse am Islam zu haben, sonst würde sie sich nicht damit brüsten, Teilnehmerin an einer der früher von der Regierung veranstalteten Islamkonferenzen gewesen zu sein.

Einen Debüt-Artikel gibt es auch schon: Er dreht sich wohl auch um den Kümmeltürken, wenn ich das beim Überfliegen richtig mitbekommen habe. Woher der Begriff kommt, weiß sie aber nicht. Sollte sie halt mal die Leute aus ihrer türkischen Heimat fragen. Die wissen das. Mir hat einer mal erzählt, daß sie deshalb so genannt werden, weil es bei ihnen Brauch sei, bei der Beerdigung Kümmel in das Grab zu werfen, um Tiere vom Leichnam fernzuhalten. Er empfand daher den Begriff nicht als besonders ehrenrührig.

Das ganze reicht mir, um zu wissen, daß ich mir das Lesen zukünftiger Artikel von ihr getrost sparen kann. Das wäre reine Zeitverschwendung.

Um auf meine Überschrift zu kommen: Ich finde die Bezeichnung ihres Vereins schon interessant, um nicht zu sagen, anmaßend. Was ist daran »deutsch«? Wollen die sich anmaßen zu definieren, was deutsch ist? Das erinnert mich an die Partei »Allianz Deutscher Demokraten«, die auch zur Bundestagswahl angetreten war. Bis auf paar Vorzeige-Deutschen besteht sie fast ausschließlich aus Migranten, wobei diese wiederum hauptsächlich türkischer Abstammung sind. Ist die Annektierung des Begriffs »deutsch« ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt? Gerade die Erdowahn-Treuen in Deutschland denken ja auch gerne laut über eine tatsächliche Annektierung nach.